Datum: Samstag, 01.03.1997
Anstoß: 14.30 Uhr
Spielort: Sportplatz an der Glück-Auf-Straße, Lobstädt
Ergebnis: 0:1 (0:1)
Zuschauer: 350
TSV Lobstädt 1863 – SV 1919 Grimma 0:1 (0:1)
Lobstädt: Müller – Scholze, J. Geppert, Quaas, Ertner, M. Geppert (ab 72. Bittner), Arbeiter (ab 46. Schilling), Mähne (ab 77. Seelig), L. Richter, Th. Richter, Klimmey – Trainer: Kunath
Grimma: Mieglitz – Hannig, Löwe, Zaulich, Zieger, Weitze, Wimberger, Gesper (ab 83. Zschau), Birnbaum (ab 77. Krahl), Vatter, Pörschmann – Trainer: Lisiewicz
Schiedsrichter: Laue (Leipzig) – Tor: 0:1 Birnbaum (26.) – Gelb-Rote Karten: Klimmey (Lobstädt) wegen wiederholten Foulspiels (52.) – Hannig (Grimma) wegen wiederholten Foulspiels (46.) – Zuschauer: 350 am Sportplatz an der Glück-Auf-Straße zu Lobstädt
Muldestädter vom SV 1919 brachten Neuling die erste Heimniederlage bei
Lobstädt. TSV-Trainer Jochen Kunath lächelte vor der Begegnung: ,,Wir haben alles erreicht, also...“ Verlieren wollte er das Punktspiel gegen Grimma aber auf gar keinen Fall. Da machte ihm jedoch Rainer Llsiewicz mit seiner Mannschaft einen dicken Strich durch die Rechnung. Mit dem SV 1919 Grimma begrüßte der Stadionsprecher „eine der spielstärksten Mannschaften der Landesliga.“ Und so daneben lag er mit dieser Formulierung gar nicht, jedenfalls was die erste Halbzeit betraf. Da nämlich gaben die Muldestädter dem Neuling eine Lehrvorführung in Sachen Schnelligkeit und Spielwitz.
Schon nach zwölf Minuten hätte es 1:0 stehen können. Doch der von Gesper auf das TSV-Tor gedonnerte Ball sprang von der Lattenunterkante auf die Linie und wieder ins Spielfeld. Einige jubelten, andere schauten konsterniert drein, doch Schiedsrichter Laue (Leipzig) vertagte die Entscheidung.
Doch es schien, als würde dieser Knaller die Platzbesitzer nicht wachrütteln, sondern in verstärkten Lähmungszustand versetzen. Anders kann man es sich nicht erklären, dass die Grimmaer nun nach Lust und Laune aufspielen konnten. Folgerichtig fiel die Führung. Gesper hatte im Strafraum kurz auf Hannig abgelegt, und der bediente Birnbaum. Keine Mühe für den SV-Kicker das Leder im Netz zu versenken (25.). Nur dem überragenden Schlussmann Müller – eine Minute zuvor hatte er den möglichen Rückstand noch verhindert, als er einen Knaller von Vatter an den Pfosten lenken konnte – hatte es Lobstädt zu verdanken, dass es vorerst beim einzigen Treffer des Spiels blieb. Auch danach rettete er erneut großartig gegen Vatter, kratzte dessen Schuss förmlich aus dem Dreiangel (30.). Nach der folgenden Ecke lag der Ball dann wieder im Müller-Gehäuse – Grimmas Spieler und der mitgereiste Anhang jubelten. Doch zu früh, Schiri Laue hatte eine Behinderung des Torwarts durch Birnbaum gesehen. Lobstädt konnte seine einzige Chance der ersten Hälfte, einen Kopfball von Richter (42.), ebenfalls nicht nutzen.
Nach dem Seitenwechsel stockte den Grimmaern aber erst einmal der Atem. Hannig, schon mit Gelb vorbelastet, spielte an der Auslinie Foul (46.) und bekam dafür folgerichtig die „Ampelkarte“. Doch nur wenig später das Gleiche auf der Gegenseite. Dort durfte Klimmey (52.) vorzeitig zum Duschen. „Jetzt ist mehr Platz auf dem Platz“, lachte ein Lobstädter Wechselspieler. Aber auch die nun größeren Räume halfen den Gastgebern wenig. Einfach, weil es an Schnelligkeit fehlte und klare Chancen (etwa Schilling allein vor Mieglitz) kläglich vergeben wurden.
Der SV 1919 tat in dieser Phase nicht mehr als nötig, um das Spiel zu kontrollieren. Blieb aber durch schnelle Konter immer gefährlich. So als die Lobstädter Abwehr, auf Abseits spekulierend, von Birnbaum (68.) überlaufen wurde. Selbst Torwart Müller spielte der Grimmaer noch aus, um das Leder dann aus spitzem Winkel auf das Tor zu ziehen. Im letzten Augenblick schlug Geppert den Ball von der Linie.
Aber auch so konnte sich der SV 1919 über die drei Punkte und die geglückte Revanche für das Unentschieden im Hinspiel freuen. Trainer Rainer Lisiewicz war zufrieden: „Wir haben heute wieder ein sehr gutes Spiel gemacht und sicherlich verdient gewonnen. In der zweiten Halbzeit haben wir kurzzeitig einen Pflock zurückgesteckt, ohne aber das Spiel aus der Hand zu geben. Nach dieser kurzen Phase waren wir aber wieder voll da.“
© Andreas Rücker
Grimma beweist Spitzen-Qualität
Lobstädt. Besonders vor der Pause besaßen die Grimmaer die größeren Chancen. Gegen Birnbaum musste TSV-Keeper Müller schon nach zehn Minuten retten, kurz darauf traf Gesper die Lattenunterkante. Beim 0:1 wurde Birnbaum von Hannig und Gesper glänzend freigespielt, die TSV-Abwehr war da nicht zu sehen. Obwohl die Partie im zweiten Abschnitt ausgeglichener verlief, zeigten die Gäste auch da ihre Spitzenqualität, gewannen völlig verdient.
© Andreas Kalb • Leipziger Volkszeitung
ATSV „Frisch Auf“ Wurzen – VfB Leipzig Amat. 0:3
FSV Zwickau Amat. – SV Chemie Böhlen 14:0
SV Tanne Thalheim – OFC Neugersdorf 1:2
VfB Zittau – Riesaer SV Blau-Weiß 1:1
VfB Auerbach – 1. FC Dynamo Dresden II 1:1
Heidenauer SV – 1. FC Rodewisch 3:2
TSV Lobstädt 1863 – SV 1919 Grimma 0:1
spielfrei: Döbelner SC
