Datum: Freitag, 11.05.2001

Anstoß: 19.00 Uhr

Spielort: Bruno-Plache-Stadion, Leipzig

Ergebnis: 1:1 (1:0)

Zuschauer: 1.215



NOFV-Oberliga Süd • 32. Spieltag

VfB Leipzig – SV 1919 Grimma  1:1 (1:0)

Leipzig: Grundmann – Ferl (ab 46. Weißenberger), Räbsch, Rosenkranz (ab 46. Knaubel), Eiselt, Görke, Schmidt (ab 76. Moritz), Groth, Krznarić, H.-J. Weiß, M. Weiß – Trainer: Steffens

Grimma: Winkler – Wohllebe, Zaulich, Zieger, Birnbaum, Liebich, Mähne (ab 75. Knoof), Pörschmann, Brumme, Schlüter (ab 69. Zimmermann), Müller – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: Jauch (Benshausen) – Tore: 1:0 H.-J. Weiß (39.), 1:1 Birnbaum (90., Foulstrafstoß – per Nachschuss) – Gelbe Karten: Brumme, Pörschmann, Wohllebe (alle Grimma) – Zuschauer: 1.215 im Bruno-Plache-Stadion zu Leipzig


Grimma machte alles nach und nach

Leipzig. Freitagabend im Bruno-Plache-Stadion: Schiedsrichter Torsten Jauch schaut auf die Uhr, es läuft die Nachspielzeit im Fußballoberliga-Punktspiel zwischen dem VfB Leipzig und dem SV 1919 Grimma: Da wird Thomas Brumme von seinem Gegenspieler im Strafraum zu Fall gebracht – Elfmeter. Sven Birnbaum läuft an, schießt – VfB-Keeper Gunnar Grundmann hält. Im Nachschuss ist dann der Grimmaer erfolgreich. Ein paar Sekunden später pfeift der Schiri ab. Der SV 1919 Grimma hatte sich das 1:1-Unentschieden nicht nur erkämpft, sondern auch redlich verdient.

Immerhin erlebten die 1.215 Zuschauer ein Oberligaspiel, in dem der Gast auftrumpfte, als kenne er keine Besetzungssorgen. Mit Steffen Ziffert, Sven Braun, Thomas Massner, Detlef Schößler fiel ja immerhin eine komplette Abwehrreihe aus. Trainer Rainer Lisiewicz machte aus der Not eine Tugend, beorderte Nico Zieger auf den Libero-Posten und Sven Birnbaum in die Defensive. Und das Verwunderlichste, die Grimmaer Mannschaft trat den Weg nach vorn an. Das überraschte sicherlich nicht nur die Zuschauer, sondern auch den Gastgeber. Bereits in der 2. Spielminute stürmte Mirko Liebich allein (Thomas Brumme hätte bei einem Abspiel im Abseits gestanden) auf das VfB-Tor zu. Ein Aufatmen huschte über die Ränge, der Grimmaer verfehlte das Tor nur knapp. Die nächste Zeit gehörte dem VfB, der versuchte, über die Außenbahnen Druck zu machen. Das gelang aber nur teilweise. Der im Programmheft des VfB gelobte Newcomer Christian Schmidt und Hans-Jürgen Weiß scheiterten beide an Ronny Winkler (10., 23.). Danach kam der große Auftritt des Thomas Brumme. Innerhalb von zwei Minuten (25., 27.) düpierte er die VfB-Abwehr zweimal, setzte das Leder aber auch zweimal knapp neben den Kasten. Und sich getreu an ein Sprichwort haltend, schoss er den Ball auch ein drittes Mal (40.) am Grundmann­-Gehäuse vorbei. Doch da stand es schon etwas überraschend 1:0 für den VfB. Hans-Jürgen Weiß hatte ein wenig zu viel Spielraum und lochte ein (39.).

Die zweite Spielhälfte begann mit mehr Druck des VfB. Der verflachte allerdings, nachdem Nico Knaubel an Ronny Winkler scheiterte (53.). Die größte Gefahr für ihren Kasten beschworen die Gäste selbst herauf. Doch Ronny Winkler konnte den „Querschläger“ von Ragnar Zaulich (60.) noch über das Tor lenken. Rainer Lisiewicz brachte dann mit Marco Zimmermann (72./für Heiko Schlüter) und Stephan Knoof (74./ für den angeschlagenen Thomas Mähne) zwei frische Kräfte, die sich nahtlos einreihten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Grimma auf dem Rasen längst Gleichwertigkeit erzielt. Ja, der SV 1919 versuchte nun, wenigstens noch den Ausgleich zu erzielen. Der sollte dann auch in der Nachspielzeit im Elfmeter-Nachschuss gelingen. „Ich habe geahnt, dass Grundmann das Ding hält“, verriet Trainer Rainer Lisiewicz. „Aber es wollte ja auch kein anderer schießen.“

Sehr zufrieden war der Trainer mit seiner Abwehr: „Ob nun Zaulich oder auch Birnbaum, sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Hervorheben möchte ich aus der Mannschaft vielleicht doch Sven Birnbaum und Nico Zieger, der nicht nur Libero, sondern auch als Mannschaftskapitän spielte. Auch Andy Müller hat wieder ein gutes Spiel gemacht.“

Andreas Rücker


Grimma holt mit etwas Glück einen Punkt

Leipzig. Der VfB Leipzig hat sich mit einem 1:1 gegen Grimma die Vizemeisterschaft in der Oberliga Süd gesichert. Die Messestädter waren optisch überlegen, aber nicht ohne Abwehrfehler. So konnten Grimmas Spieler Liebich (2.) und Brumme (23.) in Hälfte eins jeweils allein vor dem VfB-Tor auftauchen. Bei der ersten Chance verhinderte Grundmann ein Tor, bei der zweiten schoss Brumme vorbei.

Leipzig hatte durch Schmidt (10.) und Hans-Jürgen Weiß (16.) gute Möglichkeiten. Hier war Winkler im Grimmaer Tor jeweils auf dem Posten. In der 39. Minute dann aber doch das verdiente VfB-Tor. Hans-Jürgen Weiß traf nach einem weitem Einwurf von Görke. In der zweiten wurde es etwas ruhiger, das Spiel plätscherte dahin. Aufregung dann in der 69. Minute, als Eiselt auf nach einer „Gewühl-Situation“ auf der Linie des VfB-Kastens retten musste.

Allerdings war Grimmas Bemühen um den Ausgleich sichtbar. Und das wurde mit etwas Glück auch belohnt. Vom Schiedsrichter, der ein Strafraum-Foul an Brumme gesehen haben will. Birnbaum verwandelte – aber erst im Nachschuss.

MDR online


Trotz magerem Remis Vizerang verteidigt

Leipzig. Der VfB Leipzig hat sich trotz eines 1:1 (1:0) im Heimspiel gegen den SV 1919 Grimma diese Saison „wenigstens“ den Vizemeistertitel gesichert. Allerdings fiel der Ausgleich für die Gäste (zwar durchaus verdient) sehr glücklich in der 90. Minute nach einem umstrittenen Foulelfmeter. Das Pech der Leipziger wurde danach mehr als deutlich: Keeper Gunnar Grundmann hielt zwar den Ball von Sven Birnbaum, über der Ball sprang genau vor die Füße von Birnbaum zurück und so konnten die Gäste aus Grimma vor 1.215 Zuschauer (darunter ca. 70 Grimma-Fans) im Bruno-Plache-Stadion doch noch einen Punkt im Bezirksderby sichern. Das Spiel ist schnell erzählt: Umso mehr die Sonne am Horizont verschwand, umso mehr verschwand die spielerische Linie auf beiden Seiten und das Spiel „dümpelte“ zum „typischen VfB-Ergebnis“ (1:0) hin – bis Schiedsrichter Jauch aus Benshausen nach Halten im Strafraum auf Strafstoß entschied. Aber erst einmal zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Achim Steffens fehlte, wie in Nordhausen, beinah eine gesamte Mannschaft und so bekamen unter anderem wieder Jörg Rosenkranz, Eric Eiselt und Christian Schmidt eine Chance von Anfang an. In der Abwehr kehrte nach seiner Gelb-Rot-Sperre Thorsten Görke in die Mannschaft zurück, doch trotzdem hatten die ebenfalls sehr ersatzgeschwächten Gäste aus Grimma gleich nach zwei Minuten die Chance durch Mirko Liebich das 0:1 zu erzielen, doch Liebich zielte frei am VfB-Tor vorbei. In der 9. Minute zeigten sich die Leipziger das erste Mal vor dem Tor der Grimmaer, doch nach Vorarbeit von Davor Krznarić kann Grimma-Keeper Ronny Winkler den Schuss von Christian Schmidt von links noch entschärfen. Drei Minuten später ist es wieder das VfB-Talent, der Ronny Winkler prüft, doch auch den Fernschuss aus 14 Metern von rechts konnte der Grimma-Keeper noch ohne Probleme parieren. In der 21. Minute zeichnete sich der Schlussmann der Gäste erneut aus, als er mit einer Glanzparade noch einen Schuss aus der Drehung von Stürmer Hans-Jürgen Weiß (aus 16 Metern) aus dem rechten Dreiangel boxt. Die Leipziger waren zwar spielbestimmend, doch die Gäste aus der Muldestadt kamen immer wieder zu gefährlichen Kontern, doch in der 23. Minute schlenzt Thomas Brumme den Ball zwar an Keeper Grundmann vorbei, aber eben auch am langen Pfosten. Sieben Minuten später sorgt Thorsten Görke mit einem seiner weiten Einwürfe für Gefahr, der von Mario Weiß am kurzen Pfosten verlängert wird, aber am langen Pfosten köpft Christian Schmidt aus drei Metern noch über die Querlatte – Glück für Grimma! Doch dieses Glück sollten die Gäste nur noch bis zur 39. Minute zu haben: Weiter Einwurf von Thorsten Görke, am kurzen Pfosten setzt sich Stürmer Hans-Jürgen Weiß gegen seinen Gegenspieler im „Bodenkampf“ durch und erzielt aus fünf Metern die (zu diesem Zeitpunkt mehr als verdiente) Führung für den VfB und gleichzeitig auch seinen fünften Saisontreffer – hat er nun seinen Torriecher wieder?! Sekunden nach Wiederanpfiff dann fast der Ausgleich, doch Thomas Brumme vergibt nach schweren Fehler von René Groth kläglich vor VfB-Keeper Gunnar Grundmann, in dem er den Ball wieder am Tor vorbei schießt – das hätte das 1:1 sein müssen! Diese vergebene 100%ige Chance schien die gesamte Mannschaft der Gäste so zu verunsichern, dass Keeper Winkler den Ball in der 42. Minute einfach durch die Arme rutschen lässt und Hans-Jürgen Weiß beinahe (mit dem Rücken zum Tor) aus 10 Metern das 2:0 erzielt.

Mit Beginn der zweiten Hälfte reagierte der sichtlich unzufriedene Achim Steffens und brachte für die schwachen Jörg Rosenkranz und Daniel Ferl, Talent Nico Knaubel und Lars Weißenberger ins Spiel. Dies sollte sich erst einmal positiv auf das Offensiv-Spiel der Leipziger auswirken, doch erst scheitert Mario Weiß (47. aus 12 Metern) und dann Nico Knaubel (51. aus 10 Metern) am Grimma-Keeper Ronny Winkler. Danach ließ der Druck des VfB immer mehr nach und langsam fanden die Gäste aus der Muldenstadt immer besser ins Spiel. Trotzdem hätte es in der 56. Minute beinah im Tor von Winkler eingeschlagen – doch nicht durch einen Leipziger, sondern der eigne Spieler Ragnar Zaulich zwang den eignen Schlussmann zu einer Glanzparade nach einer eher harmlosen Flanke von Davor Krznarić. Das sollte dann aber auch fast die letzte Chance im Spiel (!) für den Gastgeber gewesen sein, den nun plätscherte das Spiel so vor sich hin und es gab nur noch wenige Highlights – die hatten es aber in sich! In der 68. Minute rettet Eric Eiselt nach Getümmel auf der Torlinie für den VfB und dann, die 90. Minute... Nach einem eher harmlosen Zweikampf im Strafraum entscheidet Schiedsrichter Jauch aus Benshausen auf Strafstoß, da sich Thomas Brumme „elegant“ fallen ließ. Sven Birnbaum tritt an und zielt ins linke Eck, wo sich auch Gunnar Grundmann hin hechtet. Doch Pech für den VfB-Keeper, der gehaltene Ball prallt wieder vor die Füße von Birnbaum der dann kein Problem hat ins leere Tor zum umjubelten Ausgleich zu treffen.

Fazit: Am Ende eine gerechte Punkteteilung, da die Leipziger immer weniger für das Spiel taten – und das im eigenen Stadion! Aber durch den Punktgewinn wurde immerhin schon die Vizemeisterschaft gesichert und damit können wir doch mehr als zufrieden sein. Die besten Leipziger waren heute Spielmacher Davor Krznarić und Torwart Gunnar Grundmann. Auf Seite der Gäste fiel besonders Stürmer Thomas Brumme (an dem der VfB ja auch sehr interessiert war) mit auslassen von zwei Großchancen auf! Auch Keeper Ronny Winkler schwankte zwischen „Genie und Wahnsinn“ – erst zeigte er einige Glanzparaden und dann ließ er zweimal unbedrängt den Ball fallen und hätte dadurch beinah ein Gegentor verschuldet. Aber was soll's, die Saison ist für beide Mannschaften wohl gelaufen (Grimma dürfte nun auch den Klassenerhalt sicher haben). Hoffen wir, dass viele Leipziger den VfB nächste Woche zum letzten Auswärtsspiel der Saison, zum VfL Halle 96 (wo uns die Unterstützung von zahlreichen HFC-Fans wohl gewiss ist!) begleiten. Die Mannschaft hat es sich einfach verdient. Und gegen Dessau heißt es dann, die Mannschaft mit viel Applaus in die Sommerpause zu verabschieden und nächstes Jahr den Angriff auf Platz eins wagen...

Ronny John • VfB Leipzig


Stimmen zum Spiel

Joachim Steffens (Trainer VfB Leipzig): „Das war das schlechteste Saisonspiel meiner Mannschaft. Allerdings waren wir noch nie so schlecht besetzt wie heute. Zur 90. Minute: Wenn der Schiri im Strafraum laut pfeift, kann es nur ein Elfmeter sein. Heute müsste jeder gesehen haben, dass wir nicht nur zwei Mann Verstärkung brauchen, wenn wir in der neuen Saison um den Aufstieg entscheidend mitspielen wollen. Nicht einer hat Normalform erreicht. Das ist auch nicht durch die vielen verletzten zu entschuldigen. Der Unterschied zwischen dem Oberligateam und unserer Landesliga-Reserve ist zu groß.“

 

Rainer Lisiewicz (Trainer SV 1919 Grimma): „Ein glücklicher, aber verdienter Punktgewinn für uns! Zur 90. Minute nur so viel: Wenn der Schiri pfeift, ist es ein Elfer.“


Der Spieltag in der Übersicht

folgt