Datum: Samstag, 22.08.1998

Anstoß: 14.00 Uhr

Spielort: Wesenitzsportpark, Bischofswerda

Ergebnis: 2:0 (1:0)

Zuschauer: folgt



NOFV-Oberliga Süd • 2. Spieltag

Bischofswerdaer FV 08 – SV 1919 Grimma  2:0 (1:0)

Bischofswerda: folgt – Trainer: Rau

Grimma: Winkler – Ziffert, Löwe, Wohllebe, Zieger, Hannig (ab 71. Lap Nguyen), Mähne, Braun (ab 46. Krahl), Liebich (ab 75. Wiegratz), Birnbaum, Pörschmann – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: folgt – Tore: 1:0 Wecker (42.), 2:0 Tillig (76.) – Zuschauer: xxx im Wesenitzsportpark zu Bischofswerda


Spielberichte

Grimma ohne Vollstrecker: Punkte weg!

Bischofswerda. Vor dem zweiten Punktspiel der Grimmaer Oberliga-Kicker hätten wohl die wenigsten auf ein Unentschieden getippt. Ein Sieg der Kreisstädter in Bischofswerda kam schon gar nicht in Frage. Immerhin fuhr man als Tabellenletzter zum Spitzenreiter der Amateur-Oberliga.

Und auch wenn nach dem Spiel einige Einheimische etwas von „Aufsteiger“ sangen, bis dahin ist es für diese Mannschaft noch ein weiter Weg. Zwar konnten gegen den SV 1919 Grimma drei Punkte eingefahren werden, aber einmal ist auch alles Glück zu Ende. Und Glück hatten die Gastgeber am Sonnabend zur Genüge.

Zwar blies den Spielern des SV 1919 Grimma von Anbeginn der böige Gegenwind ins Gesicht, versuchten es die Gastgeber mit einem Sturmlauf – Wirkung indes hinterließ keines der beiden bei den Muldestädtern. Die standen meist in der Abwehrstellung, doch operierten sie daraus nicht schlecht. Die Gastgeber sahen sich vor die Aufgabe gestellt, den sicheren Abwehrriegel des SV 1919 zu knacken und taten sich damit sichtlich schwer. So blieben Strafraumszenen Mangelware.

In der 14. Minute allerdings war die Grimmaer Hintermannschaft unaufmerksam, Hain versuchte sich mit einem Kopfball, der allerdings nichts einbrachte. Auf der Gegenseite hätte der Grimmaer Anhang fast Grund zum Jubeln gehabt. Aber Mähne brachte nach einem tollen Solo keinen ordentlichen Schuss mehr zustande. Sein Kullerball bereitete Suchy im Gehäuse der Gastgeber keine Probleme (21.).

Positiv war, dass Grimma alles daransetzte, um selbst torgefährlich zu werden. Bei Standardsituationen gingen sowohl Löwe als auch Ziffert immer wieder mit nach vorn. Das barg allerdings auch die Gefahr, durch einen Konter überrascht zu werden. So auch, als Wohllebe aus Bedrängnis heraus aufs BFV-Tor schießt, die Gastgeber einen Gegenzug starten, den Löwe mit letztem Einsatz zur Ecke abwehren konnte (27.). Mit zunehmender Spieldauer wurden die Gastgeber ob ihrer Erfolgslosigkeit sichtlich nervöser. Und Trainer Horst Rau konnte beweisen, dass er in puncto Lautstärke nichts eingebüßt hat.

Ausgerechnet in der Phase passiert das Malheur. Braun bedrängt den schon wieder vom Tor wegdribbelnden Kaulfus. Dieser stürzt zu Boden und bekommt einen Freistoß zugesprochen. Aus halbrechter Position läuft Wecker an und zieht das Leder an der Mauer vorbei aufs kurze Eck. Zwar ist Winkler noch am Ball, doch dieser springt vom Innenpfosten in die Maschen (42.). Ein Tor, welches den Spielverlauf zwar nicht auf den Kopf stellte, in dieser Phase des Spiels jedoch überraschend fiel. So gingen die Grimmaer abermals mit einem Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel kam Krahl für den angeschlagenen Braun, und die Partie begann mit einem Paukenschlag: Merkels Abseitsstellung wird nicht erkannt, Winkler muss mit tollem Reflex klären. Das rüttelte den SV 1919 endgültig auf. Von nun an bestimmten die Muldestädter auf des Gegners Platz das Spiel. Aber es zeigte sich auch das Dilemma der Lisiewicz-Elf: Kein Spieler bewies Vollstrecker-Qualitäten!

Da nutzte es wenig, dass sich Hannig gegen zwei Mann durchsetzt, Keeper Suchy zur Preisgabe seines Könnens zwingt (55.), Pörschmann (60.) eine Traumflanke auf Krahl spielt, die dieser aber weit neben das Tor köpft. Auch Ziegers „Faden“ (65.) nach einer Freistoßablage pfeift am Kasten der Gastgeber vorbei. Zu guter Letzt wird auch noch Liebichs Schuss (74.) von Suchy entschärft. Der BFV-Keeper stand somit in der zweiten Halbzeit weitaus mehr im Blickpunkt als sein Gegenüber Winkler. Aber in diese Druckphase hinein platzt ein Konter der Gastgeber. Bei einem Anspiel auf Merkel spekuliert Zieger fälschlich auf Abseits. Schon ist der Weg frei für den Bischofswerdaer. Zwar kann er von Ziffert beim Torschuss noch bedrängt werden, Winkler den Ball im Liegen mit den Fingerspitzen ablenken. Doch da ist Tillig zur Stelle (76.), der das Leder in die Maschen jagt. Selbst nach diesem zweiten Treffer, der einem Todesstoß gleich kam, steckte Grimma nicht auf, versuchte das Unmögliche noch zu machen. Doch nun lief erst recht, die Zeit davon. So blieb den Muldestädtern am Ende der Trost, beim Spitzenreiter das Spiel gemacht zu haben, die verloren gegangenen Punkte allerdings wogen schwer.

Auch Trainer Rainer Lisiewicz war nach dem Schlusspfiff sichtlich enttäuscht: „Wir waren an zumindest einem Punkt nahe dran. Allerdings zeigte es sich, dass bei uns im Augenblick keiner mal ein Tor machen kann.“

Damit wird es für den SV 1919 nun schwer werden. Als nächster Gegner wird am Sonntag der 1. Suhler SV im Stadion der Freundschaft erwartet. Dann gilt es, diesen und die eigenen Nerven zu besiegen.

Andreas Rücker


Durch zwei Fehler verloren

Bischofswerda. Ganze zwei Abwehrfehler besiegelten die zweite Punktspiel-Niederlage des SV 1919 Grimma in Bischofswerda. Gut 40 Minuten war das Konzept von Trainer Rainer Lisiewicz aufgegangen, die Angriffe des Spitzenreiters mit einer kompakten Abwehr zu entschärfen.

Dann bedrängte Braun den schon wieder vom Tor wegdribbelnden Kaulfus etwas ungestüm (42.). Den Freistoß aus halbrechter Position zog Wecker an der Mauer vorbei ins kurze Eck. Keeper Winkler kam zwar noch mit den Fingern an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr aufhalten. Das war die bis dahin einzige Großchance für die Gastgeber. Demgegenüber hatte Grimma bei Kontern bessere Möglichkeiten. Aber Mähne (21.) und Wohllebe (27.) vergaben.

Nach dem Seitenwechsel setzte der Gastgeber das erste Achtungszeichen. Aber Winkler parierte Merkels Schuss (vorher in Abseitsposition) glänzend. Das schien das Signal für die Lisiewicz-Elf gewesen zu sein, die nun das Spiel machte. Doch weder bei Chancen für Hannig (55.), Krahl (60.), Zieger (65.) und Liebich (74.) wollte der verdiente Ausgleich fallen.

Im Gegenteil, als Zieger bei einem Konter auf Abseits spekulierte (76.), war die Bahn für Merkel frei. Winkler konnten den Ball nur mit den Fingerspitzen erreichen und Tillig staubte zum 2:0 ab.

Andreas Rücker


Der Spieltag in der Übersicht

Bischofswerdaer FV 08 – SV 1919 Grimma  2:0

VfL Halle 96 – VfB Chemnitz  5:2

1. Suhler SV 06 – FC Energie Cottbus Amat.  0:2

SSV Erfurt-Nord – 1. FC Aschersleben  0:1

VfB Leipzig II – FSV Hoyerswerda  0:0

FSV Wacker 90 Nordhausen – SV Fortuna Magdeburg  3:3

SV JENAer Glaswerk – FC Carl Zeiss Jena II  2:1

Bornaer SV – FV Dresden Nord  2:2