Datum: Mittwoch, 17.10.1984

Anstoß: 17.00 Uhr

Spielort: Albert-Kuntz-Sportpark, Nordhausen

Ergebnis: 1:1 (1:1)

Zuschauer: 1.700



DDR-Liga Staffel B • 9. Spieltag

BSG Motor Nordhausen – BSG Motor Grimma  1:1 (1:1)

Nordhausen: Michalowski – H. Weißhaupt, Klemckow, Kaseletzky, Jödicke, Neubert, Müller, Gehlhaar, J. Weißhaupt, F. Ludwig, Demme – Trainer: Hartmann

Grimma: Fischer – Thalmann, Möller, Hintke, Großmann, Blankenburg, Schweineberg, Schilling, Rusch (ab 46. Pannicke), Hunger, Hahn – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: Brenn (Bad Salzungen) – Tore: 0:1 Schweineberg (4.), 1:1 Gehlhaar (12.) – Gelbe Karten: H. Weißhaupt – Möller, Hahn – Zuschauer: 1.700 im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen


Liga-Berichterstattung

An der Spitze nichts Neues. Mit dem neunten Sieg im neunten Spiel bleibt die Oberliga-Reserve von Dynamo Dresden weiterhin souveräner Tabellenführer. Auch in Krumhermersdorf ließ der Neuling nichts anbrennen und konnte die Begegnung sicher mit 3:0 für sich entscheiden. Matthias Schulz (22.), Sven Förster (51.) und Gerd Seifert (70.) rundeten die homogene Vorstellung mit ihren Treffern ab, so dass der Vier-Punkte-Vorsprung der jungen Dynamos weiterhin bestehen bleibt. Krumhermersdorf konnte nach dem letztwöchigen 3:2-Erfolg in Eisleben die Gunst der Stunde nicht nutzen und ist nun wieder Schlusslicht.

Im Gegensatz zu einigen Ausrutschern in den letzten Wochen hielten sich diesmal auf beide Top-Favoriten auf den Oberliga-Aufstieg schadlos. Der HFC Chemie hatte mit Glückauf Sondershausen im heimischen Kurt-Wabbel-Stadion keine Probleme und fuhr einen souveränen 3:0-Sieg ein. Bereits zur Pause waren die Messen gelesen, durch Tore von Norbert Schübbe (23.) und einen verwandelten Foulelfmeter von Uwe Rackowitz (33.) führte der HFC nach 45 Minuten bereits mit 2:0. Auch nach dem Wechsel blieben die Saalestädter drückend überlegen, doch vergaßen die Keller-Schützlinge etwas für das Torverhältnis zu tun. Erst Lutz Radtke setzte sieben Minuten vor Spielende den Schlusspunkt zum 3:0 (83.), Sondershausen war mit dem Ergebnis letztlich noch gut bedient.

Auch Sachsenring Zwickau erledigte diesmal seine Hausaufgaben. Nach zwei sieglosen Begegnungen in Folge bezwang man daheim die Jenaer Reserve mit 2:0 (1:0) und festigt damit Rang vier. Allerdings verlangten die Thüringer dem Favoriten alles ab und waren über weite Strecken der Partie gleichwertig. Die individuelle Klasse der Trabantstädter sollte jedoch den Ausschlag geben, ein Doppelpack von Ralf Schneider (40., 79.) ließ die Mannschaft von Trainer Jürgen Croy auf die Erfolgsspur zurückkehren.

Zwischen Dynamo Dresden II und dem Duo HFC/Zwickau befindet sich allerdings noch Fortschritt Bischofswerda. Die Oberlausitzer kamen bei Motor „Fritz Heckert“ zu einem späten 2:1-Erfolg und bleiben damit neben dem Spitzenreiter als einziges Team bisher ungeschlagen. Allerdings musste die Elf von Coach Horst Rau an der Karl-Marx-Städter Kurt-Wieland-Straße alle Register ziehen, um letztlich beide Punkte mitnehmen zu können. „Fritz Heckert“ führte zwischenzeitlich sogar kurz (Schädlich/35.) und hielt die Partie lange offen. Allerdings bewiesen die Schiebocker in der Endphase das bessere Stehvermögen, mit seinem siebtenten Saisontreffer erzielte Wieland Wünsche neun Minuten vor Schluss das Siegtor für Fortschritt (81.).

Ein spannendes Duell sahen 1.000 Zuschauer an der Böhlener Jahnbaude, wo die gastgebenden Chemiker auf Vorwärts Dessau trafen. Oftmals kämpften beide Teams in den vergangenen Jahren um den Staffelsieg der damaligen Liga-Staffel C, auch diesmal wurde es ein regelrechter Abnutzungskampf. Letztlich trennte man sich schiedlich friedlich 1:1 unentschieden, wobei beide Tore schon recht früh fielen. Die Armee-Elf, durch drei Siege in Folge mit reichlich Selbstvertrauen auftretend, ging durch das siebente Saisontor von Jörg Dämmrich in Führung (9.). Allerdings schlugen die Böhlener recht schnell zurück – wie schon bereits in der Vorwoche in Grimma schlug der kurzfristig reaktivierte Torjäger Klaus Havenstein erneut zu (19.). In der Folgezeit sahen die Fans eine sehr kurzweilige Begegnung, Chancen zum Sieg waren auf beiden Seiten vorhanden. Beide Trainer betrachteten nach der Begegnung den Spielausgang als „gerecht“. Dessau bleibt damit Fünfter, Böhlen ist – ein Minuspunkt mehr – Siebter.

Im Tabellenkeller hat Motor Nordhausen zwar die Rote Laterne an Aufbau dkk Krumhermersdorf abgegeben, doch bleibt die Elf von Trainer Wolfgang Hartmann weiterhin als einziges Team ohne Saisonsieg. Gegen Neuling Motor Grimma kamen die Südharzer im heimischen Albert-Kuntz-Sportpark nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Dabei war den Gästen von der Mulde ihre breite Brust durch drei ungeschlagene Partien in Folge anzusehen. Nicht von ungefähr brachte Mittelfeld-Regisseur Klaus Schweineberg die Grimmaer früh in Front (4.). Doch Nordhausen schlug zurück – Roland Gehlhaar glich zum 1:1 aus (12.). Fortan blieben die Gastgeber zwar leicht feldüberlegen, doch sieben Tore in neun Spielen verdeutlichen das Manko der Thüringer. Grimma wartete dagegen immer wieder auf Konter, doch spielte die Lisiewicz-Elf diese meist unsauber zu Ende. Letztlich ging das Unentschieden in Ordnung.

Einen Big Point im Abstiegskampf landete dagegen Kali Werra Tiefenort. In Sömmerda feierte Detlef Raßbachs Mannschaft einen 2:1-Auswärtssieg und schob sich durch den zweiten Saisonerfolg erst einmal aus der Abstiegszone heraus. Lange deutete alles auf eine Punkteteilung hin, als Heiko Adler mit einem Distanzschuss in der vorletzten Minute Kali Werra in Ekstase versetzte (89.). Robotron ist durch diese Heimpleite nun Drittletzter und handelte sich die vierte Niederlage in Folge ein.

Wie eng Freud und Leid zusammenhängen, erlebten binnen vier Tagen die Kicker von Chemie Markkleeberg. Nach dem grandiosen sonntäglichen 1:0-Heimsieg über den HFC Chemie musste man sich nun mit 1:2 bei der Erfurter Reserve geschlagen geben. Zwar führte Karl Bühlers Elf zur Pause noch mit 1:0, doch nach dem Wechsel enttäuschte man auf ganzer Linie. Erfurt profitierte davon und gewann letztlich nicht unverdient.


Der Spieltag in der Übersicht

Wismut Gera – Dynamo Eisleben  0:1 (0:0)

Gera: Drechsler – Rosenkranz, M. Klammt, Kaiser, Hoppe, Heinzelmann, Töpfer, Neuber, Klöppel, Heuschkel, Trocha – Trainer: Memmler

Eisleben: Friedrich – Leinen, Gareis, Etzrodt, Broz, Romanowsky, Lindrath, Keller (V), Peuschel, Hartwig, Auffenbauer – Trainer: Prautzsch

Schiedsrichter: Trexler (Karl-Marx-Stadt) – Tor: 0:1 Auffenbauer (51.) – Zuschauer: 1.300 im Stadion der Freundschaft zu Gera

 

Motor Fritz Heckert Karl-Marx-Stadt – Fortschritt Bischofswerda  1:2 (1:1)

„Fritz Heckert“: Dr. Fichtner – Wendler, Hickl, Grunwald (ab 46. Krasselt/V), Zipfel, Löschner, Göldner, Gerstenberger, Eitemüller, Schubert, Schädlich – Trainer: Göcke

Bischofswerda: Seewald – Tilgner, Thiel (V), Petersohn, Kleditzsch, Hain (ab 87. Koglin), Gräulich, Wünsche, Pordzik (ab 82. Gnauck), Ibrom, Franik – Trainer: Rau

Schiedsrichter: M. Müller (Gera) – Tore: 1:0 Schädlich (35.), 1:1 Ibrom (36.), 1:2 Wünsche (81.) – Zuschauer: 500 im Stadion Kurt-Wieland-Straße zu Karl-Marx-Stadt

 

Hallescher FC Chemie – Glückauf Sondershausen  3:0 (2:0)

HFC: Walther – Strozniak, Schmidt, Radtke, Rackowitz, Herms, Schübbe, Michel, Machold, Hesselbarth, Henschel – Trainer: Keller

Sondershausen: Ramme – Vollroth, Demmer, Brosselt, A. Schmidt, Kampa, Hermannstädter, Hauser, Flehmig, Roß, Hartung – Trainer: Sewe

Schiedsrichter: Bahrs (Leipzig) – Tore: 1:0 Schübbe (25.), 2:0 Rackowitz (33., Foulstrafstoß), 3:0 Radtke (83.) – Zuschauer: 3.000 im Kurt-Wabbel-Stadion zu Halle

 

Robotron Sömmerda – Kali Werra Tiefenort  1:2 (0:1)

Sömmerda: Berger – Rode, Hoch, Häußler, Appelt, Schröter, Schneider, Schmidt, Vogel, Kübelstein, Aschmann – Trainer: Klepsch

Tiefenort: Zimmer – Jakob, Gebhardt, Baumann, Zimmermann, Stieler, Gutwasser, Otto, Liedtke, Beck, Adler – Trainer: Raßbach

Schiedsrichter: Sather (Grimma) – Tore: 0:1 Beck (21.), 1:1 Schmidt (64.), 1:2 Adler (89.) – Zuschauer: 650 im Kurt-Neubert-Sportpark zu Sömmerda

 

Chemie Böhlen – Vorwärts Dessau  1:1 (1:1)

Böhlen: Suchantke – Wolf, Sauer, Quaas, Pohlers, Müller (V), Arnold, Pallgen, Kunze, Woellner, Havenstein – Trainer: Welwarsky

Dessau: Gaschka – Fräßdorf, Rietzschel, Schinköth, Schmidt, Becker, Delling (V), Wolf, Brinkmann, Schlieder, Dämmrich – Trainer: Piepenburg

Schiedsrichter: Habermann (Sömmerda) – Tore: 0:1 Dämmrich (9.), 1:1 Havenstein (19.) – Zuschauer: 1.000 im Stadion an der Jahnbaude zu Böhlen

 

Aufbau dkk Krumhermersdorf – Dynamo Dresden II  0:3 (0:1)

Krumhermersdorf: Köhler – Sorge, Böttcher, U. Arnold, Welzl, Richter, Messig, J. Arnold, Seefeldt, Sachse, Hunger – Trainer: Schädlich

Dresden II: Narr – Wude, Kretzschmar, Diebitz, Büttner, Brückner, Schulz, Förster, Seifert, Losert, Löpelt – Trainer: Haustein

Schiedsrichter: Supp (Meiningen) – Tore: 0:1 Schulz (22.), 0:2 Förster (51.), 0:3 Seifert (70.) – Zuschauer: 1.300 im Stadion der Bauarbeiter zu Krumhermersdorf

 

Sachsenring Zwickau – Carl Zeiss Jena II  2:0 (1:0)

Zwickau: Alscher – Schykowski, Hahn, Babik, Schneider, Schneidenbach, Langer, Keller, Dombrowski, Schlicke, Leonhardt – Trainer: Croy

Jena II: Bräutigam – Penzel, Ullrich, Schilling, Roß, Pittelkow, Menzel, Hüttl, Asmus, Steinborn, Fietkau – Trainer: Stein

Schiedsrichter: Prokop (Erfurt) – Tore: 1:0, 2:0 Schneider (40., 79.)  – Zuschauer: 2.500 im Georgi-Dimitroff-Stadion zu Zwickau

 

Rot-Weiß Erfurt II – Chemie Markkleeberg  2:1 (0:1)

Erfurt II: Stangner – Troemel, Räthe, Kretzer, Jäger (V), Brückner, Abel, Schirlitz, Ratz (V), Fehrenbacher, Thon – Trainer: Krebs

Markkleeberg: Niklasch – Witt, Sekora, Matychowiak, Mulansky, Werner, Ziffert, Geßner (V), Schmiedel, Tillmann, Srodecki – Trainer: Bühler

Schiedsrichter: Escher (Altenfeld) – Tore: 0:1 Tillmann (42.), 1:1 Abel (47., Foulstrafstoß), 2:1 Fehrenbacher (66.) – Zuschauer: 200 am Sportplatz Grubenstraße zu Erfurt

 

Motor Nordhausen – Motor Grimma  1:1 (1:1)

Nordhausen: Michalowski – H. Weißhaupt (V), Klemckow, Kaseletzky, Jödicke, Neubert, Müller, Gehlhaar, J. Weißhaupt, F. Ludwig, Demme – Trainer: Hartmann

Grimma: Fischer – Thalmann, Möller (V), Hintke, Großmann, Blankenburg, Schweineberg, Schilling, Rusch (ab 46. Pannicke), Hunger, Hahn (V) – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: Brenn (Bad Salzungen) – Tore: 0:1 Schweineberg (4.), 1:1 Gehlhaar (12.) – Zuschauer: 1.700 im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen