Datum: Samstag, 30.08.2014

Anstoß: 15.00 Uhr

Spielort: erdgas-Plus-Stadion, Heidenau

Ergebnis: 2:1 (1:0)

Zuschauer: 60



Landesliga Sachsen • 3. Spieltag

Heidenauer SV – FC Grimma  2:1 (1:0)

Heidenau: Mittag – Schmidt, F. Wagner, Talke, Scannewin – Turtenwald, Soltau – Kluttig, Kuhn (ab 61. Vieweg), Richter – Sebastian (ab 90. Hexamer) – Trainer: Haupt

Grimma: Evers – B. Wagner, Brand, Hausmann, Kurzbach – Kunert, Merseburger – Kieback (ab 70. Jackisch), Engler, Schwarz (ab 84. Hashani) – Wiegner – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Bartsch (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Albert (Muldenhammer), Kresin (Leipzig) – Tore: 1:0 Soltau (45.+1), 1:1 Wiegner (65.), 2:1 Richter (81.) – Gelbe Karten: Kunert (Grimma – Foulspiel – 62.), Kurzbach (Grimma – Foulspiel – 67.) – Rote Karten: Kluttig (Heidenau) wegen Nachtretens (84.) – Gelb-Rote Karten: Merseburger (Grimma) wegen Foulspiels/Meckern (84.) – Reservebänke: Lohse (Tor), Zieger – Friedrich (Tor) – Zuschauer: 60 im erdgas-Plus-Stadion zu Heidenau

 

Heidenau. Eine mehr als unnötige Niederlage kassierte der FC Grimma am 3. Spieltag der Wernesgrüner-Sachsenliga. Beim Oberliga-Absteiger Heidenauer SV unterlag die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe mit 1:2 (0:1) und verpasste damit sich weiter in der Spitzengruppe der Liga festzusetzen. Die Gründe für die Niederlage sind schnell erzählt. Agierte man vor allem im ersten Durchgang im Spiel nach vorn oftmals viel zu langsam und behäbig, waren diesmal auch einige Lücken im Defensivbereich unübersehbar. Dennoch hätte es letztlich für einen Punkt reichen müssen, erst recht, nachdem man Mitte der zweiten Hälfte durch Kevin Wiegner ausgleichen konnte (65.). So fing man sich in der Schlussphase noch den spielentscheidenden Gegentreffer ein, so dass man im Endeffekt mit null Punkten den Heimweg antreten musste.

Schon vor dem Anpfiff hatte man im Grimmaer Lager einige Sorgenfalten auf der Stirn. Mit Sommer, Adam (beide krank), Tröger (Arbeit), Knoof (Urlaub) sowie den beiden verletzten Streubel und Dietrich musste man auf gleich sechs Akteure verzichten. Auch deshalb hatten die Gäste einige Mühe ins Spiel zu finden. Heidenau, nach zwei Auftakt-Niederlagen unter Zugzwang, hatte sich frühzeitig einiges vorgenommen und legte los wie die Feuerwehr. Die Muldestädter hatten zunächst einige Mühe sich zurecht zu finden. So musste Kapitän Evers im Grimmaer Tor gleich auf Betriebstemperatur sein als Richter ihn mit einem Heber überlisten wollte (7.). Anschließend servierte Soltau einen Eckball genau auf den Kopf von Scannewin, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (8.). Drei Minuten später bot sich Talke die nächste Kopfballchance, wiederum nach einem Standard von Soltau, doch blieb Evers auch hier der Sieger (11.). Erst nach gut 20 Minuten kamen die Wohllebe-Schützlinge besser in die Partie. Hausmann setzte nach einem Eckball von Kieback das erste Achtungszeichen, doch strich die Kugel über den Querbalken (20.). Die Gäste standen zwar nun im Abwehrbereich etwas kompakter, doch war das Tempo einfach zu langsam, um die gut organisierte HSV-Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen. Zu selten wurde schnell in die Spitze gespielt, aber wenn, wurde es prompt gefährlich. So setzte Engler den pfeilschnellen Wiegner in Szene, doch parierte Mittag im Heidenauer Kasten dessen Schuss reaktionsschnell (24.). Insgesamt war es jedoch zu wenig, was die Muldestädter im ersten Durchgang anboten. Viel zu selten kamen die Offensiv-Qualitäten des FC zum Tragen. Schwarz stand nach guter Kombination frei vor dem Gehäuse, doch zögerte er mit dem Abschluss viel zu lange, so dass Talke im letzten Moment die Situation bereinigen konnte (38.). Als alle bereits mit dem Pausenpfiff rechneten, wurden die Grimmaer für ihren teilweise recht pomadigen Auftritt noch bestraft. Nach einem blitzschnell vorgetragenen Konter wurde Soltau an der Strafraumgrenze gut frei gespielt und überwand Evers mit einem leicht abgefälschten Schuss zur HSV-Führung (45.+1).

Mit voller Elan kamen die Gäste dann aus den Kabinen. Nach gutem Pass von Hausmann erzielte Kieback den 1:1-Ausgleich, doch Schiedsrichter-Assistent Kresin (Leipzig) versagte den Treffer fälschlicherweise aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung (47.). Die Gäste legten jetzt deutlich einen Zahn zu, Heidenau hatte in der Defensive nun alle Hände voll zu zun. Einzig bei einer Flanke von Scannewin, welche der herein laufende Sebastian knapp verpasste (49.) und einem Freistoß von Soltau (vorbei, 63.) erzeugten die Gastgeber einen Hauch von Torgefahr. Ansonsten hatten die Muldestädter nun ein deutliches Chancenplus. Nach guter Kombination mit Kurzbach scheiterte Engler zunächst am gut den Winkel verkürzenden Mittag (53.), anschließend mit einem Distanzschuss an der Querlatte (56.). Auch Wiegner besaß in der Folgezeit zwei gute Möglichkeiten, wobei er erst abermals in Mittag seinen Meister fand (58.) und anschließend knapp verzog (64.). Doch bereits wenige Sequenzen später sollte den Gästen der verdiente Ausgleich gelingen. Sehr gut von Schwarz in Szene gesetzt, war Wiegner einen Schritt schneller als der herausstürzende Mittag und spitzelte die Kugel zum 1:1 ins Netz (65.). Jedoch verpassten es die Gäste anschließend scharf nachzuwaschen. Der Druck auf das Heidenauer Tor ließ wieder etwas nach, man verzettelte in der Folgezeit in diverse Zweikämpfe im Mittelfeld und in einigen Diskussionen mit dem Schiedsrichter-Kollektiv. Erst der eingewechselte Jackisch sendete ein erneutes Achtungszeichen auf das Tor der Rand-Dresdner, doch konnte er Mittag damit nicht bezwingen (78.). Insgesamt schien man doch auf einem guten Weg auf dem Punktekonto weiter anschreiben zu können, doch neun Minuten vor Spielende schuf man sich sein eigenes Grab. Zunächst wurde Kluttig auf der rechten Seite nicht konsequent gestört, anschließend stand Richter bei der flachen Eingabe mutterseelenallein und lochte aus gut 12 Metern mühelos zum 2:1 (81.). Anschließend wurde es richtig hektisch. Nach einer berechtigten Roten Karte für den Heidenauer Kluttig wegen Nachtretens schien der FC die restliche Spielzeit in Überzahl zu absolvieren (84.). Doch war dies noch während der Spielruhe schon wieder hinfällig als sich der bereits verwarnte Merseburger Kritik am Schiedsrichter-Kollektiv äußerte und somit mit Gelb-Rot ebenfalls vorzeitig Duschen musste (84.). Die Gäste warfen nun alles nach vorn und hatten durchaus noch zwei Gelegenheiten für einen Auswärtspunkt. Erst zog Jackisch von halbrechts beherzt ab, doch packte Mittag sicher zu (88.). Die viel größere Ausgleichsmöglichkeit sollte jedoch aber noch folgen. Nach einem Pass von Wagner umkurvte Engler zunächst den Heidenauer Schlussmann, doch setzte er das Streitobjekt anschließend zum Entsetzen im FC-Lager am Gehäuse vorbei (89.).

So blieb es letztlich bei einer völlig unnötigen und vermeidbaren Niederlage. Leider gibt es erst in 14 Tagen die Möglichkeit, diese in der Meisterschaft vergessen zu machen, wenn am 14.09. der BSC Freiberg anreist. Am kommenden Donnerstag bestreiten die Grimmaer um 18.00 Uhr ein Testspiel daheim gegen den Oberligisten 1. FC Lokomotive Leipzig.

Tom Rietzschel 

 

Heidenau. Nach zwei Punktspielpleiten und dem sicher nicht unerwarteten Pokalaus gegen den Oberligisten aus Markranstädt befürchteten nicht wenige einen kompletten Fehlstart in die neue Serie, zumal mit dem FC Grimma sich ein bis dahin ungeschlagenes Team vorstellte. Heidenau begann mit dem kurz vor Ultimo vom FSV Budissa Bautzen gewechselten Florian Wagner in der Abwehrkette, musste jedoch auf den gesperrten Kapitän Mario Scholze und auf Matthias Walther verzichten. Der HSV bestimmte die Anfangsphase und der Grimmaer Torwart Jan Evers brauchte über Beschäftigungslosigkeit nicht zu klagen. So bedrohten Kopfbälle von Robert Scannewin (drüber) und Eric Talke aus verheißungsvollen Positionen sein Heiligtum. In der Strafraumbeherrschung glänzte er bei mehreren Versuchen steil zum Erfolg zu kommen. Auf der anderen Seite zwang ein schnell ausgeführter Freistoß Axel Mittag gegen den früheren Heidenauer Sebastian Kieback zur Glanztat. Der wichtige Führungstreffer gelang dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach Vorarbeit Robert Kluttigs vollendete der mit der Binde aufgelaufene Routinier Mirco Soltau überlegt – 1:0 (45.+1).

Dass die Grimmaer nach dem Wechsel ihre Bemühungen verstärkten, muss sicher nicht extra erwähnt werden. Wie wenig der HSV aber in dieser Phase gestattete, nötigte Respekt ab. Der Lattenschuss Rico Englers sollte in jedem Fall genannt werden, denn Mittag wäre chancenlos gewesen. Den Ausgleich, der sich im Übrigen andeutete, besorgte Kevin Wiegner nach einer reichlichen Stunde – 1:1 (65.). Den HSV warf das Gegentor nicht aus der Bahn. Der Spatz in der Hand war ihnen nicht genug und mit dem unbedingten Siegeswillen starteten sie die Schlussoffensive. Kluttig befand sich auf dem besten Weg, sich in den Status „man oft he match“ zu hieven. Von der Grundlinie passte er genial in den Rückraum, Willi Richter schoss das Leder von der Strafraumgrenze scharf und flach in die Maschen – 2:1 (81.). Wenig später ließ sich der Heißsporn nach einem Foul an ihm zu einer unbeherrschten Rangelei am Boden mit seinem Gegenspieler hinreißen. Dass Grimma die letzten Minuten ebenfalls dezimiert bestreiten musste – ein schwacher Trost. Doch die Elbestädter sicherten sich dennoch die volle Punktzahl.

Quelle: Bernd Neumann • Heidenauer SV

 

Heidenau. Am dritten Spieltag der Fußball-Landesliga hat der Heidenauer SV die ersten Punkte gebucht. Der Oberliga-Absteiger setzte sich zu Hause gegen den FC Grimma mit 2:1 (1:0) durch. Mirko Soltau, der von Mario Scholze (Gelb-Rot-Sperre) die Kapitänsbinde übernommen hatte, sorgte für die Pausenführung des HSV in der ersten Minute der Nachspielzeit.

Nach dem Ausgleich der Muldestädter durch Kevin Wiegner (65.) war es Willi Richter, der in der 81. Minute mit seinem Tor die Begegnung entschied. Einen Wermutstropfen gab es dann aber noch: Robert Kluttig sah in der 84. Minute die Rote Karte. „Eine dumme Aktion“, ärgerte sich auch der HSV-Spielführer. Schließlich hatte Kluttig wegen einer Rotsperre aus der Vorsaison bereits den Punktspielstart verpasst.

In Heidenau waren Spieler, Trainer und Funktionäre natürlich sichtlich erleichtert, die Negativserie endlich beendet zu haben. Denn Saison übergreifend hatte die Mannschaft von Trainer Andreas Haupt zuvor ganze 18 Punktspiel-Niederlagen in Folge in Oberliga und Landesliga kassiert.

Gegen die Grimmaer, die mit dem ehemaligen HSV-Kicker Sebastian Kieback aufliefen, begann der Oberliga-Absteiger sehr konzentriert. „Die ersten 25 Minuten haben wir richtig guten Fußball geboten“, so Soltau. „Danach haben wir etwas den Spielfaden verloren, aber unser Torwart Axel Mittag war ein sicherer Rückhalt.“ Soltaus sehenswerter Linksschuss zum 1:0 in der Nachspielzeit „fiel zu einem psychologisch optimalen Zeitpunkt“, sagt der Schütze.

Nach dem Wechsel war es eine offene Partie. Bei den Gastgebern fehlte etwas die Ordnung im Spiel, so dass Grimma im Spielaufbau einen Tick besser aussah. „Wir standen ab und an zu weit weg vom Gegner, und die Räume zwischen den einzelnen Reihen waren immer mal zu groß“, bemerkte Soltau kritisch. Der Ausgleich für die Gäste war ohne Zweifel verdient und ein leichter Kräfteabfall bei den Gastgebern unübersehbar. Dennoch, kämpferisch boten die Heidenauer eine beeindruckende Partie, die letztendlich durch Richters 2:1-Treffer sogar noch ein Happy End fand.

Erstmals im Kader der Heidenauer dabei war der frühere Bautzener Florian Wagner, der einen vielversprechenden Einstand gab. HSV-Coach Haupt und seine Schützlinge haben nun zwei Wochen Zeit, um im Training Kondition zu tanken und auf dem Platz Spielzüge einzustudieren.

Heute könnte es außerdem beim HSV noch ein oder zwei Neuzugänge zu vermelden geben – um 12 Uhr schließt das Transferfenster. Vor allem ein polnischer Offensivmann hat es den Heidenauern angetan. „Wir rufen ihn alle Lewandowski, weil er uns irgendwie an den Bayern-Star erinnert“, berichtet Soltau schmunzelnd.

Quelle: Jürgen Schwarz • Sächsische Zeitung 

 

Heidenau. Für den FC Grimma war der Trip zum Heidenauer SV dagegen nicht von Punkten gekrönt, Daniel Wohllebes Jungs unterlagen beim Oberliga-Absteiger 1:2.

Quelle: Frank Müller • Leipziger Volkszeitung


Bilder vom Spiel vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover


Die übrigen Ergebnisse

Döbelner SC – Post SV Dresden  2:1 (0:1)

SV Einheit Kamenz – BSG Stahl Riesa  5:1 (3:1)

BSC Freiberg – NFV Gelb-Weiß Görlitz 09  3:3 (1:1)

BSG Chemie Leipzig – FC Eilenburg  1:0 (0:0)

Kickers 94 Markkleeberg – FSV Zwickau II  2:0 (2:0)

VfB Empor Glauchau – Bischofswerdaer FV 08  1:1 (0:1)

VfL 05 Hohenstein-Ernstthal – FC International Leipzig  0:2 (0:2)