Datum: Sonntag, 06.04.1997

Anstoß: 15.00 Uhr

Spielort: Stadion der Freundschaft, Grimma

Ergebnis: 4:0 (2:0)

Zuschauer: 172



Landesliga Sachsen • 22. Spieltag

SV 1919 Grimma – FSV Zwickau Amat.  4:0 (2:0)

Grimma: Mieglitz – Hannig, Löwe, Birnbaum, Zieger (ab 75. Zaulich), Weitze, Wimberger, Gesper, Krahl, Vatter, Pörschmann – Trainer: Lisiewicz

Zwickau Amat.: Schöner – Stockinger, Krehut, Gorschinek, Berger, Glaubitz, Göckeritz (ab 46. Weiß), Rudolf, Hoppe, Stabenow, Troche – Trainer: Pohl

Schiedsrichter: Heinrich (Torgau) – Tore: 1:0 Wimberger (23.), 2:0 Vatter (43.), 3:0, 4:0 Birnbaum (64., 88.) – Zuschauer: 172 im Stadion der Freundschaft zu Grimma 


Spielberichte

Trotz Regen und Rummel – Grimma siegte souverän

Grimma. Regen, Rummel und ein Landesligaspiel in Grimma – konnte das gut gehen? Viele der 172 zahlenden Zuschauer erinnerten sich: Wenn in Grimma Rummel war, hat der SV 1919 meist verloren. Dem schoben die Lisiewicz-Schützlinge diesmal in ihrem Landesliga-Punktspiel gegen die Amateure des FSV Zwickau gleich einen Riegel vor.

Vom Anstoß weg wurde Druck gemacht, etliche Chancen herausgespielt. Nach zwei vergeblichen Freistoßversuchen durch Wimberger klappte es dann im dritten Anlauf – der Ball zappelte im Netz (23.).  Damit krönte der Grimmaer Mittelfeldmotor seine gute Leistung an diesem Tag schon im Voraus. Aber auch Schiedsrichter Heinrich (Torgau) war bis zu diesem Zeitpunkt nicht untätig gewesen, hatte vier Gelbe Karten zu gleichen Teilen vergeben. So nahm er von Anbeginn jegliche Schärfe aus dem Spiel, schonte damit die Beine der Akteure. Denn auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Platz war Vorsicht angesagt.

So sahen die Zuschauer dann ein Spiel, dass auf spielerisch hohem Niveau stand. Daran hatten beide Mannschaften ihren Anteil. Grimma, das unermüdlich rackerte und auf die schnelle Vorentscheidung drängte, wie der FSV Zwickau, der sein Möglichstes versuchte, ohne aber echte Gefahr für das Mieglitz-Gehäuse aufkommen zu lassen. Dadurch blieb für Grimmas Vorstopper Zieger immer wieder Raum, sich in die Angriffe seiner Mannschaft mit einzuschalten. Wie in der 43. Minute. Zwar schien der Ball schon verloren, doch der „Lange“ bekam kurz vor der Auslinie das Leder doch noch unter Kontrolle. Seine Flanke von rechts erreichte Vatter, der zum Kopfball hochstieg und Schöner im Zwickauer Gehäuse keine Chance ließ. War kurz zuvor Birnbaums Schuss abgewehrt worden, fiel mit Vatters 2:0 die Vorentscheidung. Trotz aller Klasse der Gäste glaubte doch wohl keiner im Stadionrund, dass diese das Blatt in der zweiten Halbzeit noch wenden könnten.

Denn auch da waren die Angriffsversuche der FSV-Mannschaft zu bieder. Gute Ansätze reichten nur bis ins

Mittelfeld, bereiteten der von Löwe gut organisierten Grimmaer Abwehr absolut keine Probleme. Mieglitz musste sich nur einmal bei einem Schuss von Rudolf strecken und das Leder über die Latte lenken. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Begegnung praktisch entschieden. Zwar bekam der allein auf das Zwickauer Tor zustürmende Krahl das Leder nicht im Kasten unter (63.), dafür aber eine Minute später Birnbaum. Nach herrlicher Vorarbeit von Pörschmann schlug sein Geschoß in der rechten unteren Ecke ein. Danach fast noch das 4:0. Sehr guter Spielzug über Wimberger und Krahl auf Gesper, der hob den Ball zwar am zu weit vor dem Kasten stehendem Schöner vorbei aber auch am Zwickauer Tor (70.). Und noch einmal kamen die Gäste mit dem Schrecken davon. Zaulichs Schuss ging knapp an ihrem Gehäuse vorbei (85.).

Dann endlich konnten die Zuschauer zum vierten Mal jubeln. Wieder war es Wimberger, der sich gut in Szene setzte und zu Birnbaum abspielte. Dieser erwies sich als echtes Schlitzohr, als er am Tor stehend den Ball nicht wie von Schöner gerechnet auf die lange Ecke zog sondern in der kurzen versenkte (88.).

Durch diesen Sieg setzte sich der SV 1919 Grimma vorerst an die Tabellenspitze (das Spiel Dresden II – VfB Leipzig Amateure war für Sonntag angesetzt). Mit der jetzigen Position und mit dem Spiel zufrieden war natürlich auch Trainer Rainer Lisiewicz: „Die Mannschaft hat wie aus einem Guss gespielt, es gab keinen Ausfall. Wenn man etwas bemängeln will, dann vielleicht die Chancenverwertung. Aber wer fragt nach einem 4:0 noch danach? Ich denke, wir haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Nun gilt es in Thalheim an die Leistungen der letzten Spiele anzuknüpfen.“

© Andreas Rücker


Grimma überzeugt und gewinnt verdient

Grimma. Die Grimmaer überzeugten von Beginn an. Die Gäste aus Zwickau versuchten zwar, offensiv mitzuspielen, kamen mit ihren gefälligen Aktionen aber über das Mittelfeld kaum hinaus.

Den Platzbesitzern kam diese Einstellung entgegen, hatten sie doch so genug Raum für ihre Angriffe, wenngleich ihr Trainer Rainer Lisiewicz monierte: „Unser Sieg hätte höher ausfallen müssen.“ Diese Einschätzung bezog sich hauptsächlich auf die zweite Halbzeit als Krahl (63.), Gesper (70.) und Zaulich (85.) gute Chancen ungenutzt ließen. Die Zwickauer erarbeiteten sich insgesamt drei Chancen, doch der Sieg für Grimma war nie gefährdet.

© Andreas Rücker


Der Spieltag in der Übersicht

VfB Zittau – ATSV „Frisch Auf“ Wurzen  2:1

SV Chemie Böhlen – OFC Neugersdorf  0:0

Döbelner SC – Heidenauer SV  0:0

1. FC Dynamo Dresden II – VfB Leipzig Amat.  0:4

Riesaer SV Blau-Weiß – VfB Auerbach  2:2

1. FC Rodewisch – SV Tanne Thalheim  1:0

SV 1919 Grimma – FSV Zwickau Amat.  4:0

spielfrei: TSV Lobstädt 1863