Datum: Samstag, 22.03.1997

Anstoß: 15.00 Uhr

Spielort: VfB-Stadion, Auerbach

Ergebnis: 2:3 (0:2)

Zuschauer: 280



Landesliga Sachsen • 21. Spieltag

VfB Auerbach – SV 1919 Grimma  2:3 (0:2)

Auerbach: folgt – Trainer: Barsikow

Grimma: Mieglitz – Hannig, Löwe, Birnbaum (ab 73. Wohllebe), Zieger, Weitze, Wimberger, Gesper, Krahl, Vatter, Pörschmann – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: Meißner (Chemnitz) – Tore: 0:1, 0:2 Krahl (5., 27.), 1:2 Persigehl (70.), 1:3 Krahl (76.), 2:3 Fugmann (77.) – Zuschauer: 280 im VfB-Stadion zu Auerbach 


Spielberichte

Drei Krahl-Tore brachten wichtigen Auswärtssieg

Auerbach. Dichtes Schneetreiben stellte das Landesliga-Punktspiel in Auerbach in Frage; ließ es aber nicht ausfallen. Sicher zum Glück für die Grimmaer, denn die gaben den Platzbesitzer an diesem Tag eine Lehrvorführung in Sachen Spielwitz. Und dabei war man förmlich mit dem letzten Aufgebot angereist. Neben den Langzeitverletzten Gießner, Braun, und Reisinger fehlten auch noch Zaulich und Liebing. Auf der Bank saßen mit Winkler, Lichtenberger und Wohllebe gerade mal drei Wechselspieler. Aber aus dieser prekären Situation wurde ein förmliches Nun-Erst-Recht-Spiel.

Gerade fünf Minuten war die Begegnung alt, als der SV 1919 eine Unsicherheit in der neuformierten Auerbacher Hintermannschaft ausnutzte. Pörschmann schiebt das Leder zu Krahl und der vollendet zum Ersten.

Ein Auftakt wie ihn sich auch Trainer Rainer Lisiewicz nicht besser hatte wünschen können. Schließlich wollte man mit dem VfB ein Hühnchen rupfen. War es doch die unselige 1:4-Niederlage an gleicher Stelle in der vorigen Saison, welche Grimmaer Aufstiegsträume platzen ließ. Aber hatte damals Schiedsrichter Korschelt sein Scherflein mit beigetragen, so erwies sich diesmal der Chemnitzer Referee Meißner als ein umsichtiger Spielleiter. Rüde Attacken bestrafte er mit Gelb, ohne sie auf Gastgeberseite allerdings ganz unterbinden zu können. Im Flockenwirbel schien der SV 1919 mit den Platzbesitzern Katz und Maus zu spielen, kontrollierte die Partie jederzeit. Geschickt wurden die Auerbacher Konter schon vor dem eigenen Gehäuse abgefangen und im Gegenzug Gefahr im VfB-Strafraum geschaffen. Es war noch nicht einmal eine halbe Stunde gespielt, als es im Stadion noch stiller wurde. Nach einem Freistoß von halbrechts brauchte Krahl nur noch den Fuß hinzuhalten – zum Zweiten.

Der sichere Vorsprung gab den Muldestädtern natürlich zusätzlich Rückenhalt. Immer wieder berannten sie, aufbauend auf ein gekonntes Mittelfeldspiel durch Weitze und Wimberger, das von Nahrendorf gehütete Tor. Allerdings mit der altbekannten Schwäche der Chancenverwertung. Hätten die Platzbesitzer beim Pausenpfiff von Meißner noch höher zurückgelegen, es hätte keinen gewundert.

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Auerbacher etwas besser ins Spiel, ohne, aber torgefährlich zu werden. Das blieben die Grimmaer! So musste der wohl beste Akteur der Heimmannschaft, Schwabe, bei einem Vatter-Kopfball auf der Linie retten (60.). Schwabe war es auch der Mieglitz zu bis dahin einzigen Parade zwang (68.). Dabei hatte man den Eindruck, dass die Grimmaer fünf weitere Toren näher waren, als Auerbach einem Treffer. Trugschluss, wie sich wenig später zeigen sollte, Nach einer Ecke schlägt die Grimmaer Abwehr den Ball nicht konsequent genug aus der Gefahrenzone. Routinier Persigehl (70.) ist zur Stelle und erzielt den Anschlusstreffer.

Aber davon ließen sich die Kreisstädter nicht beeindrucken. Hatte schon Weitze den Ball fast von der Grundlinie am leeren VfB-Gehäuse vorbei geschoben, so musste Schwabe gegen Krahl retten. Die anschließende Ecke kommt auf den Kopf von Vatter, und dann brauch Krahl nur noch sein Köpfchen hinhalten – zum Dritten (76.). Damit schienen alle Messen gesungen für den Gastgeber dachte man. Schon im Gegenzug der erneute Anschlusstreffer. Mieglitz kommt im Herauslaufen nicht an den Ball, die Abwehr bekommt ihn nicht wag, dafür ist Fugmann plötzlich da – der bekommt ihn und vollendet (77.). Aber auch nach diesem Hoffnungsschimmer für Auerbach lief das Spiel zu Gunsten der Grimmaer, die sich den Sieg durch ihre beherzte Spielweise redlich verdient hatten. Durch die Erfolge in Auerbach ging der SV 1919 wieder auf Tuchfühlung mit dem VfB Leipzig II, der ja ein Spiel mehr auf seinen Konto hat.

Nach dem Spiel hatte Rainer Lisiewicz gut lachen: „Drei Punkte durch eine spielerisch gute Leistung, was will man eigentlich mehr? Vielleicht ein paar Tore. Die waren ja heute auf jeden Fall drin. Aber so bin ich mit der Mannschaft zufrieden, vor allem natürlich mit Ingo Krahl, der sich durch seine drei Treffer nachhaltig in Erinnerung gebracht hat.“

© Andreas Rücker


Grimmas Krahl trifft gleich dreimal

Auerbach. Die ehemals recht heimstarken Auerbacher verschliefen die erste Halbzeit förmlich. Die Grimmaer spielten nach Belieben auf, was sich auch in den frühen ersten beiden Toren von Ingo Krahl niederschlug. Er nutzte jeweils Fehler der VfB-Hintermannschaft.

Im zweiten Abschnitt ergriffen die Vogtländer mehr die Initiative und kamen auch zum Anschlusstreffer durch Ex-Oberligaspieler Persigehl. Doch wenig später stellte erneut Krahl den alten Abstand wieder her. Der erneute Anschluss löste eine Schlussoffensive der Auerbacher aus, die die Gäste jedoch clever und ohne echte Probleme überstanden.

© Andreas Rücker


Der Spieltag in der Übersicht

VfB Leipzig Amat. – SV Chemie Böhlen  7:0

TSV Lobstädt 1863 – Döbelner SC  2:1

ATSV „Frisch Auf“ Wurzen – OFC Neugersdorf  3:3

SV Tanne Thalheim – 1. FC Dynamo Dresden II  0:0

Heidenauer SV – Riesaer SV Blau-Weiß  2:1

FSV Zwickau Amat. – 1. FC Rodewisch  1:0

VfB Auerbach – SV 1919 Grimma  2:3

spielfrei: VfB Zittau