Datum: Sonntag, 24.08.1997

Anstoß: 14.00 Uhr

Spielort: Stadion der Freundschaft, Grimma

Ergebnis: 0:2 (0:1)

Zuschauer: 600



NOFV-Oberliga Süd • 4. Spieltag

SV 1919 Grimma – Bornaer SV  0:2 (0:1)

Grimma: Winkler – Gießner, Löwe (ab 44. Hannig), Zaulich, Zieger, Birnbaum, Wimberger, Braun (ab 64. Liebich), Krahl, Engelmann (ab 35. Vatter), Pörschmann – Trainer: Lisiewicz

Borna: Metzner – Majetschak, Liedtke, J. Nönnig, Wohlfahrt, Weißenberger (ab 55. Arbeiter), Quaas, S. Nönnig, Stapelfeld, Scheil, Richter – Trainer: Wunderlich

Schiedsrichter: May (Thale) – Tore: 0:1 Majetschak (44.), 0:2 Stapelfeld (73.)  – Gelbe Karten: Pörschmann, Zaulich, Birnbaum – Weißenberger, S. Nönnig, Scheil – Gelb-Rote Karten: Wimberger (Grimma) wegen wiederholter Unsportlichkeit (53.) – Zuschauer: 600 im Stadion der Freundschaft zu Grimma


Spielberichte

Den Verlust der Spielmacher nicht verkraftet

Grimma. Am Sonntag erhielt der SV 1919 eine Lehrvorführung, wie man sich im Abstiegskampf der Oberliga zu verhalten hat. Einer der es hätte wissen müssen, sprach zu viel und wurde vom Platz geschickt. „Der Kulminationspunkt des Spiels war für mich“, so Trainer Rainer Lisiewicz, „die 53. Minute, als Frank Wimberger Gelb-Rot erhielt. Soviel Disziplinlosigkeit...“ – Kopfschütteln. Dabei hatte der Trainer seinen Spielmacher nach dessen Verwarnung bereits mehrfach ermahnt den Mund zu halten, waren doch schon mit Löwe und Engelmann (beide verletzt) zwei wichtige Akteure ausgefallen. Als „Wim“ dann Linienrichter Buchmann zurecht aufforderte, den Einwurf deutlich anzuzeigen, war für das Gespann in Schwarz das Maß voll und dem Grimmaer die Dusche sicher (53.).

Dabei entschied May nicht einmal gravierend falsch. Allerdings verstand er es nicht, von Anbeginn die Schärfe aus der Begegnung zu nehmen. Gelb für S. Nönnig und Weißenberger waren zu wenig, um die vielen versteckten und offenen Fouls der Gäste zu unterbinden. So verlegte sich der Schiri mehr auf kleinliche Entscheidungen und sah damit nicht gut aus. Es gab kaum einen Grimmaer Angriff, der durchweg gespielt werden konnte, ohne nicht wieder durch ein Foul eines Bornaers unterbrochen zu werden. Auf der anderen Seite waren die Aktionen der Gastgeber aber auch zu bieder, als dass man die Bornaer Abwehr hätte in Verlegenheit bringen können. Einzig ein abgefälschter Schuss von Pörschmann an die Lattenoberkante (22.) stand in der ersten Halbzeit als zwingende Torchance zu Buche.

Erschwerend für Grimma sich auch, dass der Kopf im Angriff, Engelmann, bereits in der 35. Minute verletzt ausscheiden musste. Und als eine Minute vor der Halbzeit Löwe vom Platz geholzt wurde („Der ist voll drauf getreten“), traf May eine Entscheidung mit Folgen. Anstatt Freistoß gegen Borna zu verhängen, dürfen die Gäste diesen an der Strafraumgrenze ausführen. Die Abwehr, Hannig kam für Libero Löwe, hatte sich noch gar nicht aufeinander abstimmen können, da tauchte plötzlich Majetschak auf – Kopfball – Tor. Sekunden vor dem Pfiff die Gelbe Karte für Wimberger und Scheil, die sich am Mittelkreis beharkt hatten. Dann die „Schiedsrichter-ich-weiß-was“-Szene. Ordner Bernd Lorenschat erregte sich: „Wo gibt’s denn sowas! Den Schiedsrichter beeinflussen, das Spiel aufzuheizen!“ Aber den Bornaern war an diesem Tage jedes Mittel recht, um die ersten Punkte einzufahren. In dieser Beziehung erwiesen sie sich wesentlich cleverer als die Platzbesitzer.

Diese versuchten nach dem Wiederanpfiff noch einmal alles, um das Blatt noch zu wenden. Allein mit Wimberger fiel der dritte wichtige Mann aus. Das zehrte letztendlich zu sehr an den Kraftreserven. Zumal der BSV in puncto Härte keinen Pflock zurücksteckte. So musste dann auch Verteidiger Zaulich angeschlagen vom Platz humpeln., sich behandeln lassen. Das nutzten die Gäste sofort aus, versuchten, gegen acht Grimmaer Feldspieler mit überfallartigen Angriffen den Erfolg. Zwar konnte Winkler im Grimmaer Tor noch einiges entschärfen. Doch er war machtlos, als Stapelfeld (73.) den Ball unter ihm ins Gehäuse schob. Zaulich konnte kurz darauf weiterspielen, doch für Grimma schienen nun alle Messen gesungen, da auch Vatter (74.) eine Riesenchance versiebte. Von Liebich im Strafraum angespielt, schlug er den Ball aus acht, neun Metern knapp neben das Tor. Den Rest der Zeit brachte Borna gegen diese völlig ausgepumpten Grimmaer mit geschicktem Zeitspiel über die Runden.

Nun wird es langsam eng für den SV 1919. Am Sonnabend beim VfB Chemnitz kann man im Pokalspiel noch einiges ausprobieren, denn keiner wird es der Mannschaft verübeln, wenn sie sich mehr auf die Punktspiele als auf das Pokalgeschehen konzentriert. Hauptsache die Truppe ist im nächsten Oberliga-Spiel in Bischofswerda wieder fit. Langsam möchten wieder ein paar Punkte aufs Konto kommen, will man nicht im Keller steckenbleiben. Denn das haben weder Spieler noch Zuschauer (toll: 600!) verdient.

Andreas Rücker


Harte Gangart verhindert beiderseits echten Spielfluss

Grimma. Die Zuschauer sahen ein Spiel, welches aufgrund vieler versteckter und offener Fouls immer wieder unterbrochen werden musste. Borna zeigte sich fest entschlossen, die ersten Punkte einzufahren.

Schon in der vierten Minute verfehlte ein Kopfball von Richter nur knapp das Tor, flog nur knapp über die Torlatte. Danach kamen durch die harte Gangart kaum Strafraumszenen zustande. Pech für den SV Grimma, der drei wichtige Spieler verlor. Engelmann (34.) und Libero Löwe (44.) schieden verletzt aus, während Wimberger in der 53. Minute nach einer Gelb-Roten Karte das Spielfeld verlassen musste. Schiedsrichter May fand leider nicht immer die richtigen Mittel, um das Foulspiel zu unterbinden. So auch beim klaren Foul an Löwe, als er auf Freistoß für Borna entschied. Daraus resultierte auch der Führungstreffer der Bornaer durch einen Kopfballtreffer von Majetschak. Die einzige zwingende Torchance für Grimma in der ersten Halbzeit vergab Pörschmann in der 22. Minute, als sein Schuss nur an die Latte knallte.

In der zweiten Halbzeit fehlten den dezimierten Grimmaern die Kräfte, um eine Wende im Spiel herbeizuführen. Als Zaulich behandelt wurde, machte der Bornaer SV mit dem 0:2 alles klar. Stapelfeld schoss den Ball unter Winkler hindurch ins Tor. Im Anschluss rettete Winkler noch gegen Richter und Scheil. Auf der anderen Seite hatte Metzner Glück, als Vatter den Ball aus acht Metern am Tor vorbei schob.

Andreas Rücker


Grimma. Im mit Spannung erwarteten Bezirksderby konnte der Bornaer SV vor 600 Zuschauern im Grimmaer Stadion der Freundschaft die ersten drei Saisonpunkte verbuchen. Majetschak und Stapelfeld erzielten die siegbringenden Treffer. Der Kampf prägte das Geschehen auf beiden Seiten, was auch zu sechs Gelben Karten und einer Gelb-Roten Karte für Wimberger führte.

Die Gastgeber hatten dabei das Glück nicht auf ihrer Seite, denn neben dem Platzverweis mussten sie wegen Verletzungen auf zwei weitere Spieler (Engelmann und Löwe) in der zweiten Halbzeit verzichten. Kurios war nur, dass es bei verletzungsbringenden Zweikampf mit Löwe Freistoß für Borna gab, in dessen Folge das Führungstor durch Majetschaks Kopfball fiel. Pörschmanns Lattenschuss (22.) war die größte Chance der Grimmaer in der ersten Spielhälfte.

In der zweiten Halbzeit bestimmte der Bornaer SV immer mehr das Spielgeschehen, auch aufgrund des Kräfteverschleißes der Lisiewicz-Schützlinge, die kaum noch Tormöglichkeiten besaßen. Aber auch die Gäste konnten in der Überzahl spielerisch nicht überzeugen, hatten allerdings noch einige Chancen, wovon Stapelfeld eine nutzen konnte, als er mit einem Flachschuss Winkler überwand und somit die Entscheidung herbeiführte.

Leipziger Fußball-Jahrbuch 1997/98


Der Spieltag in der Übersicht

FC Carl Zeiss Jena Amat. – FV Zeulenroda  2:1

VfL Halle 96 – Bischofswerdaer FV 08  3:3

SV 1910 Kahla – SV Fortuna Magdeburg  1:0

1. Suhler SV 06 – FV Dresden Nord  0:3

VfB Chemnitz – FC Anhalt Dessau  3:0

FSV Hoyerswerda – SV JENAer Glaswerk  2:1

SV 1919 Grimma – Bornaer SV  0:2

Dresdner SC – Hallescher FC  4:0