Datum: Sonntag, 01.02.1998

Anstoß: 14.00 Uhr

Spielort: Stadion der Freundschaft, Grimma

Ergebnis: 2:3 (0:3)

Zuschauer: 300



NOFV-Oberliga Süd • 18. Spieltag

SV 1919 Grimma – SV Fortuna Magdeburg  2:3 (0:3)

Grimma: Winkler – Hannig, Gießner (ab 87. Zschau), Zieger, Liebich, Wimberger, Braun, Krahl, Vatter, Pörschmann – Trainer: Lisiewicz

Fort. Magdeburg: folgt – Trainer: Döbbelin

Schiedsrichter: Simon (Halle) – Tore: 0:1 Wöhlert (16.), 0:2 Westendorf (21.), 0:3 Rother (30.), 1:3 Wimberger (59., Foulstrafstoß), 2:3 Wimberger (66.) – Zuschauer: 300 im Stadion der Freundschaft zu Grimma


Spielberichte

Zur Halbzeit schon abgeschrieben, dann das Spiel diktiert

Grimma. Wer hätte dem SV 1919· in diesem Punktspiel der Fußball-Amateur-Oberliga schon eine Überraschung zugetraut. Zu klar war die Favoritenrolle des Spitzenreiters SV Fortuna Magdeburg.

Wenigstens sich achtbar schlagen, war die Devise der Muldenstädter. Im­merhin fehlten mit den verletzten Mieglitz, Löwe, Zaulich und dem seine Rot-Sperre absitzenden Birnbaum vier Leistungsträger der Mannschaft. Und die Lücken, die sie hinterließen, waren in der ersten Halbzeit einfach nicht zu schließen. Zwar mühten sich die Grimmaer redlich, doch die Hauptarbeit lastete wieder auf nur wenigen Schultern.

Pörschmann rackerte zwar auf seiner Seite, doch war er zu sehr auf sich allein gestellt. Er erhielt im Sturm so gut wie keine Unterstützung. Und Krahl muss sich die Frage gefallen lassen, was er an diesem Tag auf dem Platz wollte. Kaum einmal, dass er den Ball gegen seinen Gegenspieler behaupten konnte.

Diese Schwäche nutzte Spitzenreiter Fortuna Magdeburg weidlich aus. Zudem kam, dass es in der Grimmaer Deckung mit Gießner als Libero doch zu Beginn einige Abstimmungsschwierigkeiten gab. Immer wieder standen ein, zwei der wieselflinken Magdeburger frei. Dass sie nicht zum Schuss kamen, ist deren Unvermögen zu schulden. Doch waren sie am Ball, dann knallte es auch schon im Gehäuse von Winkler. So führten die Gäste nach einer halben Stunde bereits mit 3:0 durch Tore von Wöhlert (16.), Westendorf (21.) und Rother (30.). Wobei den ersten beiden Treffern klare Abspielfehler vorausgingen, Rothers Tor allerdings ein Sonntagstreffer war. Bei diesem Spielstand musste man um die Platzbesitzer fürchten, die im eigenen Stadion unter die Räder zu geraten drohten.

Aber, von den meisten wohl schon abgeschrieben, lief nach der Pause eine Grimmaer Mannschaft auf, die nicht wiederzuerkennen war. In der Abwehr sprach Gießner ziemlich laut mit seinen Nebenleuten, wurden Angriffe der Magdeburger von den jetzt besser postierten Manndeckern abgefangen. Damit war die Grundlage für das eigene Angriffsspiel geschaffen.

Als dann Pörschmann von Siersleben im Strafraum von den Beinen geholt wurde, kam sofort der Pfiff von Schiedsrichter Simon (Halle). Wimberger legt sich den Ball zurecht und lässt Labancz im Gäste-Gehäuse keine Chance (57.). Dieses Tor gab unwahrscheinlichen Auftrieb, Grimma schien zu spüren, dass die Begegnung noch zu kippen war und stürmte wie besessen.

Dagegen wussten sich einige Magdeburger nur noch mit übertriebener Härte zu helfen. So auch, als der unermüdlich kurbelnde Wimberger in Strafraumhöhe auf der rechten Seite umgesäbelt wird (66.). Selbst ausführend, schlenzt er den Ball hoch ins lange Eck. Die Überraschung lag in der Luft. Das spürten selbst die Magdeburger Fans, die bis dahin noch ziemlich laut „Auswärtssieg" skandierten, nun aber plötzlich still waren. Dass sie nicht gelang, lag wohl auch an Simon. Als nämlich Liebich (85.) durchgebrochen war, wurde er von Trbović im Strafraum am Dress zu Boden gerissen. In diesem Moment litt der Hallenser Schiedsrichter unter einem Sehfehler, denn das für alle sichtbare klare Foul konnte er aus nächster Nähe nicht erkennen.

Wenn Grimma an die Leistung der zweiten Halbzeit anknüpfen kann, sollte der Mannschaft in Borna nicht bange sein.

Andreas Rücker


Überraschung war möglich

Grimma. Nach 45 Minuten lag der SV 1919 Grimma fast aussichtslos 0:3 zurück. Spitzenreiter Fortuna Magdeburg war seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Grimma wirkte im Gegensatz zu den schnellen Gästen nicht auf der Höhe. Das begann schon in der Abwehr, wo mit Löwe und Zaulich zwei verletzte Spieler Lücken hinterließen. Nach noch halbwegs verteilter Anfangsphase, diktierte Fortuna zunehmend das Spiel. Folgerichtig kamen die Gäste zu Treffern, denen aber Abwehrfehler der Grimmaer vorangingen.

Aber in der zweiten Halbzeit bekam man eine veränderte Heim-Elf zu sehen. Nun wurden auf dem Schneeboden Kombinationen geboten. Und sofort erzielte die Lisiewicz-Elf Wirkung. Nachdem Siersleben (59.) Pörschmann im Strafraum foulte, verwandelte Wimberger sicher. Die Gastgeber stürmten nun wie besessen. Sieben Minuten später schlenzte Wimberger einen Freistoß hoch ins lange Eck. Und plötzlich geriet der Favorit in Bedrängnis. Nur bewies der Schiri wenig Konsequenz, als der durchgebrochene Liebich (85.) vorm Torraum von Trbović zu Boden gerissen wurde. Der Pfiff blieb aus.

Andreas Rücker


Grimma. Auch der SV Grimma musste sich gegen eine Spitzenmannschaft der NOFV-Oberliga Süd mit 2:3 geschlagen geben. Und auch der Spielverlauf war ähnlich wie bei der Begegnung Halle 96 – Borna.

Die Gäste von Fortuna Magdeburg führten bereits sicher mit 3:0 und das absolut verdient gegen eine verunsicherte Heimmannschaft. Doch nach dem Wechsel änderte sich das Bild. Wieder einmal Wimberger (diesmal per Elfmeter und Freistoß) verringerte den Abstand auf ein Tor, der dann auch verdient gewesene Ausgleichstreffer blieb allerdings aus.

Leipziger Fußball-Jahrbuch 1997/98


Der Spieltag in der Übersicht

FC Carl Zeiss Jena Amat. – Hallescher FC  0:0

Dresdner SC – SV JENAer Glaswerk  1:1

FSV Hoyerswerda – FC Anhalt Dessau  2:1

VfB Chemnitz – FV Dresden Nord  2:0

1. Suhler SV 06 – Bischofswerdaer FV 08  0:0

VfL Halle 96 – Bornaer SV  3:2

SV 1910 Kahla – FV Zeulenroda  5:1

SV 1919 Grimma – SV Fortuna Magdeburg  2:3