Datum: Samstag, 22.02.1997
Anstoß: 14.30 Uhr
Spielort: Stadion der Freundschaft, Grimma
Ergebnis: 3:1 (3:0)
Zuschauer: 200
SV 1919 Grimma – VfB Zittau 3:1 (3:0)
Grimma: Mieglitz – Hannig, Löwe, Zaulich, Zieger, Weitze, Wimberger, Gesper, Birnbaum, Vatter (ab 70. Krahl), Pörschmann (ab 77. Zschau) – Trainer: Lisiewicz
Zittau: folgt – Trainer: Müller
Schiedsrichter: Skuza (Zwickau) – Tore: 1:0 Vatter (1.), 2:0 Gesper (18.), 3:0 Pörschmann (45.), 3:1 Simon (87.) – Gelb-Rote Karten: Weitze (Grimma) wegen wiederholten Meckerns (45.) – Zuschauer: 200 im Stadion der Freundschaft zu Grimma
Muldestädter kämpften zu zehnt bis zum Umfallen
Grimma. Besser konnte sich Rainer Lisiewicz den Start seiner Mannschaft nach der Winterpause nicht wünschen. Ganz souverän diktierte im Landesligaspiel der SV 1919 Grimma gegen den VfB Zittau die Begegnung: Und das, obwohl in der zweiten Halbzeit die Platzbesitzer nur zu zehnt auf dem Rasen standen. Dafür hatte Weitze mit einer Unbeherrschtheit gesorgt. Schon mit Gelb belastet, spielte er Sekunden vor dem Halbzeitpfiff foul. Nicht weiter schlimm, keine grobe Attacke. Allerdings kommentierte er den berechtigten Pfiff von Schiedsrichter Skuza lautstark und sah dafür, ebenfalls berechtigt, die Ampelkarte. „Damit hat Dirk der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen“, so Lisiewicz.
Aber zu diesem Zeitpunkt waren die Fronten schon geklärt, Grimma führte 3:0. Nach einem Superstart, der Sekundenzeiger hatte noch keine ganze Umdrehung gemacht, lag der SV durch ein Vatter-Tor mit 1:0 in Front. Birnbaum hatte kurz abgelegt und Vatter dann den Ball über die Linie gedrückt. Dann allerdings stieß der Torschütze mit Torwart Suchy unglücklich zusammen (18.). Nach minutenlanger Behandlung des VfB-Schlussmannes ging es mit Eckball weiter, den Gesper (er bot an diesem Tag eines seiner besten Spiele) per Kopf zum 2:0 und seinem ersten Landesligatreffer verwertete. Wenig später musste der Zittauer Tormann den Platz verlassen und mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Von diesem Ereignis sichtlich geschockt, kam bei beiden Teams nie mehr so der rechte Elan auf. Grimma bestimmte das Spiel, schnürte Zittau zuweilen förmlich ein. Dem hatte der VfB vorläufig nichts entgegenzusetzen. Erst nach einer halben Stunde kamen die Oberlausitzer besser zum Zuge, ohne allerdings jemals den Verdacht aufkommen zu lassen, die Begegnung noch kippen zu können. Erst recht nicht, als Pörschmann, wieder nach einem sehenswerten Spielzug über Birnbaum, das 3:0 markierte. Bis dann eben die Sache mit Weitze passierte.
Zu zehnt begannen die Muldenstädter die zweite Halbzeit etwas vorsichtiger, ohne sich aber das Zepter aus der Hand nehmen zu lassen. Jeder versuchte, soviel wie möglich Kraftreserven zu sparen, um einen eventuellen Schlussspurt der Gäste abfangen zu können. Dadurch wirkte das Spiel des VfB nun etwas gefälliger, aber keineswegs gefährlicher. Ganz im Gegenteil, Grimma erarbeitete sich zu zehnt noch genug Chancen, um Zittau an den Rand des Abgrundes zu schießen. So verfehlte ein Schlenzer vom eingewechselten Krahl nur um Millimeter das Ziel.
Gegen Ende der Partie merkte man aber den Kreisstädtern das erhöhte Laufpensum an. „Ich bin satt wie ein ...“, so Frank Wimberger, der trotzdem in gewohnter Art und Weise ackerte, Bälle schleppte und dem Spiel immer wieder neue Ideen zu geben versuchte. Kurz vor dem Schlusspfiff mobilisierten die Gäste noch einmal alle Kräfte und kamen durch den unermüdlich kämpfenden Simon zum Ehrentreffer. Doch da war das Spiel schon lange entschieden. Ja, Zieger (89.) besaß sogar noch die Chance, auf 4:1 zu erhöhen. Doch allein auf das Tor zusteuernd hob er den Ball über Torwart Pöschmann und dessen Gehäuse.
Trainer Lisiewicz war nach dem Schlusspfiff natürlich in guter Laune: „Eine sehr gute Mannschaftsleistung.
Technisch, taktisch alles gut umgesetzt, und als es darauf ankam, gekämpft bis zum Letzten.“ Mit dieser Einstellung, welche die Mannschaft gezeigt hat, kann man getrost nach Lobstädt fahren. Auch wenn der TSV nach seinem Sieg über Rodewisch natürlich auf Wolke sieben schwebt. Immerhin haben die Grimmaer mit dem Neuling noch eine Rechnung offen und können diese in der gezeigten Form am gleichen.
© Andreas Rücker
Müheloser Sieg
Grimma. Die Einheimischen erwischten einen Superstart, Vatter konnte schon in der ersten Minute die Grimmaer Führung herausschießen. Er traf aus dem Gewühl heraus in den Gäste-Kasten. Eine reichliche Viertelstunde später prallte Zittaus Torwart Suchy mit Vatter zusammen und verletzte sich am Kopf. Davon profitierte Grimma ungewollt, als Gesper einen Eckball am noch benommenen Keeper vorbei vorentscheidend einköpfte.
© Andreas Rücker
VfB Leipzig Amat. – SV Tanne Thalheim 3:0
ATSV „Frisch Auf“ Wurzen – Döbelner SC 0:2
1. FC Rodewisch – TSV Lobstädt 1863 0:2
SV Chemie Böhlen – VfB Auerbach 0:2
1. FC Dynamo Dresden II – Heidenauer SV 2:0
OFC Neugersdorf – FSV Zwickau Amat. 4:1
SV 1919 Grimma – VfB Zittau 3:1
spielfrei: Riesaer SV Blau-Weiß
