Datum: Samstag, 17.12.1988

Anstoß: 13.00 Uhr

Spielort: Paul-Greifzu-Stadion, Dessau

Ergebnis: 1:0 (0:0)

Zuschauer: 300



DDR-Liga Staffel B • 17. Spieltag

Vorwärts Dessau – Motor Grimma  1:0 (0:0)

Dessau: Weigang – Greiner, Sauer, Körner, Adomeit, Werner, Stapelfeld (ab 66. Reimer), Wolf, Holick, Borchardt, Gajewski (ab 57. Brust) – Trainer: Miller

Grimma: Lorenz – Deuse, Großmann, Braun (ab 46. Wimberger), Thalmann, Vatter, Klein, Ulbricht, Pannicke, Liebers, Hunger – Trainer: i.V. Haase

Schiedsrichter: Voigt (Senftenberg) – Tor: 1:0 Klein (84., Selbsttor) – Gelbe Karten: Sauer – Deuse, Pannicke – besondere Vorkommnisse: Lorenz (Grimma) hält Foulstrafstoß von Borchardt (16.) – Zuschauer: 300 im Paul-Greifzu-Stadion zu Dessau


Spielberichte

Kurioser Treffer entschied alles

Dessau. Kaum spielerische Klasse ließ der hartgefrorene Boden im Dessauer Stadion zu. Die Armee-Elf, optisch überlegen, scheiterte immer wieder am eigenen Unvermögen oder am Grimmaer Torhüter Lorenz. Eben dieser Spieler sollte zur Schlüsselfigur dieses Spieles werden. Bereits in der 9. und 15. Minute parierte er Schüsse von Gajewski und Werner großartig und in der 16. Spielminute hielt er sogar einen Foulstrafstoß von Borchardt. Spielentscheidend die 84. Minute. Bei einer Rückgabe von Klein auf Lorenz griff der bis dahin herausragende Grimmaer Spieler ins Leere und der Ball rollte ins Tor. Somit wurde die gute kämpferische Leistung aller Grimmaer Spieler nicht belohnt.

© Matthias Seifert


Gegentor symptomatisch für die absolvierte Hinrunde

Dessau. Spannend geht es dagegen in der unteren Region zu, Schlusslicht Motor Grimma (10 Punkte) ist vom Tabellendreizehnten Motor Nordhausen nur drei Zähler entfernt. Grimma unterlag wie schon am Mittwoch (0:1 in Nordhausen) auch am Wochenende mit der knappsten aller Niederlagen, so dass die Elf von Interimstrainer Norbert Haase vom Tabellenende nicht wegkommt. Bei Vorwärts Dessau zogen die Sachsen erneut mit 0:1 den Kürzeren und werden die Rückrunde definitiv mit einem neuen Coach in Angriff nehmen. Bei den Armee-Kickern, die in der Hinrunde ebenfalls unter den Erwartungen blieben, musste man zwar erst in der Schlussphase den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen, doch war der Dessauer Sieg aufgrund der Spielanteile sowie der deutlichen Chancenvorteile mehr als verdient. Auf gefrorenem Boden hielt einzig Motor-Schlussmann Wolfram Lorenz seine Mannschaft lange Zeit am Leben, reihenweise brachte er die Gastgeber zur Verzweiflung. Seine größte Tat vollbrachte Lorenz, als er nach 16 Minuten einen Foulelfmeter von Uwe Borchardt parierte. Umso bitterer war es für den Grimmaer Torhüter, dass er beim Gegentor entscheidend beteiligt war. Nach einem langen Ball in den Gäste-Strafraum köpfte Lutz Klein die Kugel zu seinem Schlussmann zurück und übersah dabei jedoch, dass sich Lorenz quasi schon neben ihm befand. Das Streitobjekt trudelte zum 1:0 ins verwaiste Tor (84.) – bezeichnend, wenn man sich im Tabellenkeller befindet. 

© Tom Rietzschel


Der Spieltag in der Übersicht

Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Stahl Riesa – Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt  1:0 (1:0)

Riesa: Kircheis – St. Dünger, Kretzschmar, Hennig, A. Müller, Drabow, G. Kerper (ab 59. Leonhardt), Schulz, Paul, Maaß, J. Pfahl (ab 63. Uwelius) – Trainer: Hauptmann

Motor „Fritz Heckert“: Lämmel – Kempe, Boensch, Henker, Eitemüller, Renn (ab 85. Gläser), Tipold, Gerstenberger, Körner, Bletsch (ab 72. Schubert), Barthel – Trainer: Fuchs

Schiedsrichter: Weise (Pößneck) – Tor: 1:0 Maaß (21.) – Gelbe Karten: keine – Zuschauer: 1.100 im Stadion der Stahlwerker „Ernst Grube“ zu Riesa

 

Riesa bleibt nach Heimsieg in Lauerstellung

Riesa. Drei Punkte hinter Bischofswerda liegt nun die Riesaer Stahl-Elf, die ihr letztes Hinrundenspiel daheim gegen Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt knapp mit 1:0 gewann. Damit ist der ehemalige Oberligist zum neunten Mal in Folge ungeschlagen und konnte damit Wismut Gera (0:0 gegen Thale) vom Vizerang verdrängen. Hätte die Elf von Trainer Reinhard Hauptmann zu Saisonbeginn nicht so viele Zähler abgegeben, wäre man mit Sicherheit noch etwas dichter an den Spitzenreiter herangekommen.

Nach der 0:1-Pleite in Riesa ist Aufsteiger Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt nun ebenfalls auf einem Abstiegsplatz angekommen. Lange Zeit hielt sich die Elf von Trainer Manfred Fuchs im Mittelfeld der Tabelle auf, doch die mittlerweile fünfte Niederlage in Folge sorgte schließlich für den freien Fall.

© Tom Rietzschel


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Chemie Leipzig – Motor Weimar  1:1 (1:0)

Chemie Leipzig: Saumsiegel – Hübner, Jack, Koch, Pietsch, Illge, Thiemig, Engelmann, Schleier (ab 61. Reypka), Weiß, Kösser – Trainer: Dr. Slaby

Weimar: Benkert – Deppe, Röder (ab 61. Winter), Zelßmann, Habi, Große, Pöhland (ab 81. Heinzelmann), Linde, Machowski, Wengefeld, Hornik – Trainer: Vollrath

Schiedsrichter: P. Müller (Dresden) – Tore: 1:0 Engelmann (4.), 1:1 Machowski (70.) – Gelbe Karten: keine – Zuschauer: 850 im Georg-Schwarz-Sportpark zu Leipzig


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Chemie Böhlen – Chemie Buna Schkopau  2:1 (2:0)

Böhlen: Suchantke – Hammermüller, Lange (ab 76. Nolting), Wunderlich, Arnold, Becher, Kunze, Hanske, Kirsten, Ferl, Purrucker (ab 61. Schubert) – Trainer: Struppert

Schkopau: Gottschalk – Jäschke, V. Schmidt, Strozniak, Fülle, Schumann, Gießner, Meichsner, Wagner, Zorn, Quarg (ab 61. Scholz) – Trainer: Lisiewicz

Schiedsrichter: S. Scheurell (Wusterhausen) – Tore: 1:0 Hanske (25.), 2:0 Kunze (45.), 2:1 Meichsner (70.) – Gelbe Karten: Nolting – Scholz – Zuschauer: 300 im Stadion an der Jahnbaude zu Böhlen


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Motor Nordhausen – Dynamo Eisleben  2:2 (1:0)

Nordhausen: Zanirato – Etzrodt, Decker, Boegelsack, Gerlach, J. Ludwig, Kiel, Görke (ab 76. Helmstedt), M. Ludwig, Müller, F. Ludwig (ab 81. Thon) – Trainer: Schwenzfeier

Eisleben: Friedrich – Färber, Gareis, Bedranowsky, Rennert (ab 68. Krieg), Schmidt, Georgi, Romanowsky, Hecker, Hanas, Auffenbauer – Trainer: Rothe

Schiedsrichter: Brenn (Bad Salzungen) – Tore: 1:0 Kiel (13.), 1:1 Hecker (47.), 2:1 F. Ludwig (61.), 2:2 Hanas (90.) – Gelbe Karte: Kiel (Nordhausen) – Zuschauer: 900 im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen

 

Nordhausen verspielt Big Point

Nordhausen. Mit ebenfalls zwölf Zählern liegt Rückkehrer Dynamo Eisleben zur Winterpause knapp über dem Strich. Durch einen Last-Second-Treffer von Karsten Hanas (90.) konnte die Rothe-Elf das „Vier-Punkte-Spiel“ in Nordhausen wenigstens noch 2:2 remis gestalten, die Platzherren gaben bereits zwei sicher geglaubte Zähler quasi mit dem Schlusspfiff aus der Hand.

© Tom Rietzschel


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Wismut Gera – Stahl Thale  0:0

Gera: Pfeiffer – Leinen, Patzer, Bürger, Lublow, Töpfer, Lauke, Kraft, Kunzmann, Hoffmann, Böttcher (ab 60. Ullrich) – Trainer: Haustein

Thale: Große – Steinat, Winter, Fuchs, S. Keller, Henschel, Adamczak (ab 89. Fischer), Wendler, Näumann, Günther, Hantke – Trainer: O. Keller

Schiedsrichter: Robel (Briesen) – Gelbe Karte: Henschel (Thale) – Zuschauer: 800 im Stadion der Freundschaft zu Gera

 

Thale verabschiedet sich versöhnlich aus der Hinrunde

Gera. Mit einem Zähler mehr als Grimma, als Vorletzter, beendet Stahl Thale die Hinrunde. Elf Punkte sind mit Sicherheit auch nicht das, was man sich im Harz vorgestellt hatte. Allerdings verabschiedete sich die Mannschaft von Trainer Olaf Keller mit einem respektablen 0:0-Remis beim Dritten Wismut Gera.

© Tom Rietzschel


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Vorwärts Dessau – Motor Grimma  1:0 (0:0)

Dessau: Weigang – Greiner, Sauer, Körner, Adomeit, Werner, Stapelfeld (ab 66. Reimer), Wolf, Holick, Borchardt, Gajewski (ab 57. Brust) – Trainer: Miller

Grimma: Lorenz – Deuse, Großmann, Braun (ab 46. Wimberger), Thalmann, Vatter, Klein, Ulbricht, Pannicke, Liebers, Hunger – Trainer: i.V. Haase

Schiedsrichter: Voigt (Senftenberg) – Tor: 1:0 Klein (84., Selbsttor) – Gelbe Karten: Sauer – Deuse, Pannicke – besondere Vorkommnisse: Lorenz (Grimma) hält Foulstrafstoß von Borchardt (16.) – Zuschauer: 300 im Paul-Greifzu-Stadion zu Dessau


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Robotron Sömmerda – TSG Markkleeberg  0:0

Sömmerda: Oevermann – Baumbach, Appelt, Weiß, Schwarz (ab 75. Franke), Becker, Schlieck, Vlay, Schröter, Fehrenbacher, Busse – Trainer: Menz

Markkleeberg: Walther – Kurtz, Geßner, Hoja, Jentzsch, Altmann, Schenkel, Tillmann (ab 55. Walzel), Oehmig, Moldt, Trommer – Trainer: Erler/Matoul

Schiedsrichter: Pleßke (Isserstedt) – Gelbe Karten: keine – Zuschauer: 300 im Kurt-Neubert-Sportpark zu Sömmerda


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Motor Suhl – Aktivist Borna  2:0 (1:0)

Suhl: Gewalt – Seiler (ab 84. Brumme), Böhm, Brückner, Hüttl, Jertschewski, Kurth, Seyfarth, Hetzelt, Roß (ab 86. Büchel), Friedemann – Trainer: Stein

Borna: Bochmann – Hermanns, Geppert, Quaas, Glöckner, U. Schneider, Liptow (ab 46. Richter), Theile, Adler (ab 66. Starke), Teubel, Greiling – Trainer: Göcke

Schiedsrichter: Dr. Schukat (Dölbau) – Tore: 1:0 Seyfarth (16.), 2:0 Friedemann (63.) – Gelbe Karten: keine – Zuschauer: 500 im Sportpark der Freundschaft zu Suhl


Samstag, 17.12.1988 • Anstoß: 13.00 Uhr

Dynamo Dresden II – Fortschritt Bischofswerda  1:3 (1:1)

Dresden II: Weidner – Sack, Prasse (ab 66. Tillig), Ritter, Büttner, Kmetsch, Hauptmann, Fritzsche, Gerstenberger, Scholtissek, Milde – Trainer: Dörner

Bischofswerda: Groß – Kunze, Schmidt, Merkel, Kleditzsch, Gräulich, Bär, Stohn, Löpelt (ab 60. Gnauck), Schiemann, Beckert (ab 88. Pordzik) – Trainer: Gumz

Schiedsrichter: Stenzel (Forst) – Tore: 1:0 Scholtissek (6.), 1:1 Stohn (37.), 1:2 Beckert (80.), 1:3 Schiemann (90.) – Gelbe Karten: Schmidt, Schiemann (beide Bischofswerda) – Zuschauer: 800 in der Sportstätte Pieschener Allee zu Dresden

 

Spitzenreiter löst auch Auswärtsaufgabe Dynamo II

Dresden. Der letzte Spieltag der Hinrunde bestätigte wiederum die Erkenntnisse der ersten Halbserie. Fortschritt Bischofswerda ist die einzig konstante Mannschaft in der Staffel und belegt demzufolge völlig zurecht über den Jahreswechsel den Platz an der Sonne. Bei nur einer Saisonniederlage (2:3 in Riesa) haben die „Schiebocker“ die Erwartungen bisher mehr als erfüllt, so dass man die Oberlausitzer als absoluten Top-Favoriten auf den Oberliga-Aufstieg ansehen muss. Auch die letzte Hinrunden-Partie gewann die Mannschaft von Trainer Siegfried Gumz und löste bei der Oberliga-Reserve von Dynamo Dresden dabei eine extrem knifflige Aufgabe. Auch von dem frühzeitigen Rückstand (Scholtissek/6.) ließ sich der Tabellenführer nicht sonderlich beeindrucken, noch vor dem Wechsel glich Fortschritt durch Tom Stohn aus (37.). Im zweiten Durchgang wogte die Partie hin und her, doch bewies Bischofswerda in der Endphase, zu welche gewachsener Truppe man gereift ist. Zehn Minuten vor Abpfiff brachte Gerrit Beckert seine Elf in Front, Roci Schiemann sorgte kurz vor Ultimo mit dem 3:1 für die endgültige Entscheidung (90.). Mit bisher erzielten 14 Treffern führt der Fortschritt-Angreifer damit die Torjägerliste vor Sylvio Hoffmann (Gera/11) und Felix Oehmig (Markkleeberg/10) an. „Schiebock“ ist für eine glanzvolle Rückrunde nur zu beglückwünschen, solch eine Dominanz konnte im Vorfeld nicht erwartet werden.

© Tom Rietzschel


Tabelle


Der nächste Spieltag

Fortschritt Bischofswerda – Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt Sa., 25.02.1989 • 15.00 Uhr
Dynamo Dresden II – TSG Markkleeberg Sa., 25.02.1989 • 15.00 Uhr
Chemie Böhlen – Motor Weimar Sa., 25.02.1989 • 15.00 Uhr
Chemie Leipzig – Aktivist Borna Sa., 25.02.1989 • 15.00 Uhr
Motor Suhl – Stahl Riesa Sa., 25.02.1989 • 15.00 Uhr
Robotron Sömmerda – Motor Grimma So., 26.02.1989 • 15.00 Uhr
Vorwärts Dessau – Stahl Thale So., 26.02.1989 • 15.00 Uhr
Wismut Gera – Dynamo Eisleben So., 26.02.1989 • 15.00 Uhr
Motor Nordhausen – Chemie Buna Schkopau So., 26.02.1989 • 15.00 Uhr