Vorschau auf den 28. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
FC Grimma – VfB 1921 Krieschow
Datum: Samstag, 09.05.2026
Anstoß: 14.00 Uhr
Spielort: Husaren-Sportpark, Grimma
Grimma. Drei Spieltage vor Ende der Oberliga-Saison 2025/26 steht dem FC Grimma das Wasser weiterhin bis zum Hals. Mit 22 Punkten stehen die Muldestädter aktuell auf dem vorletzten Tabellenrang, da es den Schützlingen von Trainer Marcus Dörfer in den vergangenen Wochen nicht gelang, von den teilweise „positiven“ Ergebnissen der Abstiegskonkurrenz selbst entscheidend Proft zu erzielen. Wenn die Mannschaft zum Siegen quasi verdammt war, um nicht gänzlich die Konkurrenten ziehen zu lassen, zog man sich zwar mit Siegen aus dem Sog, doch konnte man im Anschluss den nächsten kleinen Schritt jeweils nicht tätigen. In Bischofswerda (1:5), in Glauchau (3:4) oder zuletzt in Sandersdorf (0:1) waren die Leistungen nach den Heimsiegen allesamt nicht von einer gewissen Qualität, welche Oberliga-Ansprüchen genügt. Mit bitteren Niederlagen kehrten die Grimmaer daraufhin nach Hause, so dass aufgrund dieser mangelnden Konstanz der Sprung über den berühmten Strich nie gelang. Drei Spieltage vor Saisonende haben die Muldestädter weiterhin zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer, doch sind die Aufgaben zu Hause gegen Krieschow, in Plauen und zuletzt daheim gegen Rudolstadt allesamt extrem ambitioniert. „Wir hätten in Sandersdorf den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können, doch hat die Mannschaft nicht das auf den Platz gebracht, was nötig gewesen wäre, um dieses Ziel zu realisieren“, fand Trainer Marcus Dörfer im Anschluss klare Worte. „Wir können es freilich selbstredend immer noch schaffen, doch wissen wir um die Schwere drei restlichen Aufgaben. Nichtdestotrotz werden wir bis zum Ende alles investieren, um es doch noch zu schaffen. Meine Jungs sind sich darüber allerdings im Klaren, dass man dabei als Team dreimal über sich hinauswachsen muss.“ Demzufolge stehen die Grimmaer am morgigen Samstag gewaltig unter Druck, das Heimspiel gegen den ambitionierten VfB 1921 Krieschow unbedingt gewinnen zu müssen. Kein leichtes Unterfangen, zumal die Qualität im Gäste-Kader ihresgleichen sucht. Der Anstoß im Husaren-Sportpark gegen die Brandenburger erfolgt um 14.00 Uhr.
Der VfB 1921 Krieschow, der in der kommenden Saison seine zehnte Oberliga-Serie am Stück bestreitet, hatte sich allerdings im Vorfeld auch etwas andere Ziele auf die Fahnen geschrieben. Die Rand-Cottbuser wollten im Kampf um den Staffelsieg ein gewichtiges Wort mitreden, doch aufgrund einer gewissen Unkonstanz konnte man dieses Vorhaben bereits in der Hinrunde zu den Akten legen. Aktuell sind die Blau-Weißen mit 39 Punkten auf Platz acht zu finden, so dass es in der Meisterschaft für die Schützlinge von Trainer Robert Koch quasi um nichts mehr geht. Ein echtes Highlight steht dem VfB allerdings in dieser Saison noch bevor. Nach Siegen in Briesen (5:2), in Miersdorf/Zeuthen (2:1), in Guben (3:1 nach Verlängerung), in Hohenleipisch (3:1) und in Stahnsdorf (2:1) konnte sich Krieschow zum dritten Mal für das Finale des Brandenburg-Pokals qualifizieren. Während man dabei im Jahr 2022 in Luckenwalde gegen Energie Cottbus mit 0:2 unterlag und sich im vergangenen Jahr mit 0:1 in Neuruppin dem RSV Eintracht 1949 geschlagen geben musste, nimmt der VfB am 23.05. einen erneuten Anlauf, wenn man um 11.30 Uhr gegen den Drittligisten Energie Cottbus im dortigen LEAG Energie Stadion antritt. Diesmal stehen die Krieschower allerdings vor dem ganz großen Wurf – unabhängig vom Ausgang der Begegnung. In der 3. Liga qualifizieren sich die ersten vier Teams automatisch für den nächstjährigen DFB-Pokal – bei noch zwei auszutragenden Partien beträgt der Cottbuser Vorsprung vor dem Tabellenfünften SC Verl fünf Punkte. Da Energie Cottbus als Tabellenzweiter daher wohl kaum mehr hinten den vierten Platz zurückfallen wird, hätte der aufstiegsambitionierte Drittligist die Qualifikation für den DFB-Pokal quasi schon in Tasche und wäre nicht auf das Ergebnis im Finale des Brandenburg-Pokals angewiesen. Krieschow würde sich daher als Vertreter Brandenburgs zusätzlich ebenfalls für den DFB-Pokal qualifizieren, was einem Meilenstein für den Verein gleichzusetzen wäre und die letztjährige 0:1-Niederlage gegen Stahnsdorf vielleicht etwas auffangen würde. Um sich eine gewisse Form für dieses Endspiel zu holen, wird der VfB die morgige Partie in Grimma daher mit Sicherheit nicht abschenken. Dabei ruhen die Hoffnungen der Brandenburger vor allem auf das Torjäger-Duo Andy Hebler / Miguel Pereira Rodrigues. „Lebensversicherung“ Hebler hat in dieser Saison bereits 15 Mal zugeschlagen, Pereira Rodrigues hat aktuell neun Oberliga-Treffer erzielt und seine Torgefährlichkeit bereits in seiner Zeit beim Bischofswerdaer FV 08 mehr als nachgewiesen. Insgesamt verfügt der VfB 1921 Krieschow über einen extrem leistungsstarken Kader, wo eine Vielzahl von Akteuren bereits höherklassig gekickt haben. Mit acht Punkten aus den letzten vier Begegnungen reisen die Brandenburger weiterhin mit ordentlich Selbstvertrauen nach Grimma.
Für die Einheimischen geht es in dieser Partie daher quasi wieder um alles. In der aktuellen Situation helfen zweifelsohne nur noch Siege, doch dürfte auch der nervliche Druck für die Dörfer-Schützlinge eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Aber genau diesen Fakt haben sich die Muldestädter am Ende des Tages selbst eingebrockt, so dass man als Kollektiv nun versuchen muss, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Dass die Grimmaer dies können, haben sie in der Vergangenheit oft genug bewiesen – leider wurden die durchaus vorhandenen Potenzen viel zu wenig und nicht konstant genug abgerufen. Allerdings besitzen die Muldestädter rechnerisch natürlich noch die Möglichkeit, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, wobei am Wochenende allerdings eine Vorstellung wie vergangenen Sonntag in Sandersdorf nicht ausreichen wird. „Wir stehen morgen wieder einmal vor einer Partie, wo es für uns um alles geht“, so Trainer Marcus Dörfer. „Daher erwarte ich, dass meine Jungs alles in die Waagschale werfen und zeigen, dass man mit allem verfügbaren Mitteln dieses Heimspiel gewinnen will. Zweifelsohne kennen wir die Qualitäten des Gegners, doch mit Leidenschaft, Emotionen, Wille und Zweikampf-Intensität möchten wir unsere Chance am Schopf packen.“ Daher hat allerdings wieder höchste Priorität, dass man defensiv stabil und kompakt steht. Dies wird gegen die Krieschower Offensivreihe umso bedeutsamer sein, wo jeder einzelne Akteur extrem torgefährlich agiert. Nichtsdestotrotz muss auch im Offensivbereich etwas passieren – ein Fakt, welcher bei der 0:1-Hinspielniederlage in der Lausitz erst etwas zu spät erkannt wurde. Personell kehren Philipp Katzenberger und Kevin Werner wieder in den Kader zurück, gesperrt ist niemand. Daher kann Trainer Marcus Dörfer auf einige Optionen zurückgreifen und auf eventuelle Ereignisse im Spiel dementsprechend reagieren. „Aufgegeben wird nicht! So lange wir rechnerisch die Möglichkeit haben die Klasse zu halten, werden wir dafür alles tun. Doch dafür müssen wir im Vergleich zur Vorwoche ganz anders auftreten“, so der FC-Coach.
Bericht: © Tom Rietzschel
