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Gelingt in Sandersdorf der nächste kleine Schritt?

Vorschau auf den 27. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

SG Union Sandersdorf – FC Grimma

 

Datum:                   Sonntag, 03.05.2026

 

Anstoß:                  14.00 Uhr

 

Spielort:                 Sport- und Freizeitzentrum, Sandersdorf

 

Grimma. Endspurt in der Oberliga Süd – und der FC Grimma spielt dabei eine mehr als tragende Rolle. Vier Spiele sind noch zu absolvieren, dann ist die Saison 2025/26 schon wieder beendet. Für die Muldestädter geht es dabei in den letzten Begegnungen quasi um alles, mit 22 Punkten belegen die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer aktuell den vorletzten Platz. Dabei kann man absolut von einer mehr als verkorksten Spielzeit reden, da man sich im Vorfeld vieles anders vorgestellt hatte. Nichtsdestotrotz haben die Grimmaer die Möglichkeit, in den letzten vier Partien doch noch die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Zwei Zähler beträgt aktuell der Rückstand auf das rettende Ufer – bei noch zwölf möglichen Punkten ist die Ausgangsposition mit Sicherheit schwer, jedoch ist die Lage nicht aussichtslos. Jedoch helfen in dieser absolut prekären Situation nur noch Siege. Freilich sind die noch auszutragenden Begegnungen in Sandersdorf, daheim gegen Krieschow, in Plauen und zu Hause gegen Rudolstadt allesamt anspruchsvoll, doch so lange rechnerisch noch alles möglich ist, wird die Mannschaft alles Mögliche in die Waagschale werfen. Zweifelsohne war der letztwöchige 2:1 (0:0)-Heimsieg gegen Einheit Wernigerode von entscheidender Bedeutung, doch werden die Muldestädter nur den nächsten kleinen Schritt tätigen können, wenn man heute im Auswärtsspiel bei der SG Union Sandersdorf zwingend nachlegt. „Wir sind noch im Rennen – das ist das Wichtigste“, so Trainer Marcus Dörfer vor dem Match in Sachsen-Anhalt. „Allerdings brauchen wir nicht um den heißen Brei herumreden – wenn wir unsere Chancen weiterhin wahren wollen, müssen wir in Sandersdorf gewinnen.“ Der Anstoß im Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrum erfolgt heute um 14.00 Uhr.

Als die Sandersdorfer Mitte März auf dem heimischen Kunstrasen den damaligen Spitzenreiter SC Freital mit 1:0 bezwangen, waren die Anhaltiner auf dem besten Weg den Klassenerhalt frühzeitig unter Dach und Fach zu bringen. 25 Zähler hatten die Unioner zu diesem Zeitpunkt nach 19 Begegnungen eingefahren, das Primärziel von Trainer Thomas Sawetzki (44) schien quasi erreicht. Doch sieben Wochen später nahm die Geschichte in Sandersdorf urplötzlich eine ganz andere Wendung. Aus den letzten sieben Begegnungen holten die Unioner nur noch zwei Zähler, so dass sich die Gastgeber vier Spieltage vor Schluss doch noch einmal in Abstiegsnöten befinden. „Natürlich spielten wir in den letzten Wochen fast komplett gegen Spitzenteams der Oberliga, doch hätten wir diese aktuelle Situation natürlich sehr gern verhindert“, so Sawetzki, der seit Sommer 2018 für die Unioner an der Seitenline verantwortlich ist. „Zwar waren ausnahmslos alle Spiele durchweg eng, doch haben wir einfach zu wenig Ertrag aus diesen Begegnungen mitgenommen. Nun sind wir gegen Grimma natürlich in der Pflicht dieses Spiel gewinnen zu müssen, sonst kann es richtig eng werden. Selbstvertrauen dürfte uns der Zähler am Freitag in Krieschow geben, auch wenn es natürlich ein Nachteil ist, 48 Stunden später schon wieder um Punkte kämpfen zu müssen. Von der Wichtigkeit dieser Partie ganz zu schweigen.“ Dabei musste man in Sandersdorf vor der Saison gewaltige Anstrengungen unternehmen, um die Abgänge von einigen Leistungsträgern zu kompensieren. Pascal Pannier (Ammendorf), Maximilian Sommer (LIU Sharks/USA), Alex Zobofsky, Miro Elia Friebe (beide Dessau 05), Moritz Griesbach (Markranstädt), Tarik Reinhardt (unbekannt) oder Max Hermann (II. Mannschaft) waren allesamt Akteure, die über Jahre in Sandersdorf die Fahne hochgehalten haben. Dabei bedienten sich die Unioner mit den Verpflichtungen von Kento Nakano, Tidjane Silla und Louis Walter gleich dreimal, ein wichtiger Transfer war auch die Rückholaktion von Erik Exner (Zorbau). Entscheidend war für Coach Sawetzki allerdings, dass man den vom Halleschen FC ausgeliehenen Paul Hamella weiter an sich binden konnte und im November des vergangenen Jahres die Sperre des ehemaligen Lichtenberger und Zehlendorfer Torjägers Marius Ihbe endlich ablief. Sechs Treffer hat Ihbe in zehn Begegnungen seitdem erzielt, diese Verpflichtung erwies sich für die Anhaltiner als regelrechter Glücksfall. Anhand der aktuellen Tabellensituation ist man sich in Sandersdorf selbstredend über die Wichtigkeit der heutigen Begegnung im Klaren – neben den angesprochenen Nakano, Silla und Walter tragen mit Akam Sabah Choschau und Samyr Farkas noch zwei ehemalige Grimmaer Akteure mittlerweile das Union-Trikot. „Die Spiele gegen Grimma waren in der Vergangenheit immer eng, zumal unsere Gäste mit Selbstvertrauen nach dem Heimsieg über Wernigerode anreisen“, so Sawetzki. „Wir wissen, dass wir auf eine routinierte Mannschaft treffen, die alles dafür tun wird, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Grimma hat zudem den Vorteil am Freitag nicht spielen zu müssen, doch werden wir alles investieren, um dieses wichtige Heimspiel zu gewinnen.“

Im Lager der Muldestädter schaut man seit Wochen von Spiel zu Spiel, wohl wissend, dass es in den letzten vier Begegnungen quasi um alles geht. „Wir hatten in den vergangenen Wochen schon mehrfach diese Situation, wie wir sie am Sonntag haben. Allerdings haben wir es nie geschafft, nach Erfolgserlebnissen zwingend nachzulegen und haben stattdessen bitter enttäuscht“, erinnert sich Marcus Dörfer. „Diesmal wollen wir es natürlich besser machen, schon weil uns weiterhin das Wasser bis zum Hals steht.“ Zweifelsohne half der letztwöchige Sieg gegen Wernigerode enorm, doch findet der FC-Coach klare Worte. „Alles andere hätte die Ausgangsposition nur noch um ein Vielfaches erschwert, vielleicht wäre sie sogar aussichtslos gewesen.“ Nun möchte die Mannschaft jedoch die große Möglichkeit nutzen, sich doch wieder kurzerhand ins Gespräch zu bringen. „Eigentlich ist es schon Wahnsinn, dass wir immer noch die Gelegenheit besitzen selbst die Klasse halten zu können. Wenn man sieht, wieviel Punkte wir durch unser fahrlässiges Defensiv-Verhalten eingebüßt haben, können wir von Glück reden, dass sich die Konkurrenz nicht entscheidend absetzen konnte. Nun haben wir die Möglichkeit wieder ins Geschäft eingreifen zu können, so dass von jedem Einzelnen eine maximale Leistungsbereitschaft von Nöten ist. Wir wollen unbedingt den Bock umstoßen, wodurch wir gleichzeitig auch Sandersdorf wieder in den Abstiegskampf hineinziehen würden. Doch dafür müssen wir in den 90 Minuten über unsere Grenzen gehen.“ Personell sieht es weiterhin recht ordentlich aus, zudem verlief die Trainingswoche ausgesprochen gut. „Wir gehen es an. Dass die Mannschaft mit dem Druck umgehen kann, hat sich bereits mehrfach bewiesen. Wir sind insgesamt gut vorbereitet, nun liegt es an der Truppe selbst“, so FC-Trainer Dörfer.

Bericht: © Tom Rietzschel