NOFV-Oberliga Süd • 25. Spieltag
VfB Empor Glauchau – FC Grimma 4:3 (3:2)
Glauchau: Ebersbach – Sovago (ab 90.+2 Schädel), Sieber, Hähnel, Ullmann – Bernert, Albustin – Knoll (ab 57. Anger), Rühling (ab 69. Bernhardt), Tomoski (ab 90.+2 Mende) – Werrmann – Trainer: Quade
Grimma: Čáp – Bartsch, Mattheus (ab 81. Markus), Janz, Pistol – Rieger (ab 68. Seidl), Vogel, Ziffert, Spreitzer (ab 84. Nitschke) – Hübner, Tröger (ab 68. K. Werner) – Trainer: Dörfer
Schiedsrichter: Schlömann (Brand-Erbisdorf) – Schiedsrichter-Assistenten: Ph. Schubert (Chemnitz), Teichmann (Schneeberg) – Tore: 1:0 Werrmann (16.), 1:1 Vogel (24.), 2:1 Tomoski (28.), 2:2 Hübner (39.), 3:2 Werrmann (45.), 4:2 Tomoski (59.), 4:3 Seidl (81.) – Gelbe Karten: Rühling (Foulspiel – 62.), Hähnel (Foulspiel – 84.), Sieber (Unsportlichkeit – 90.+2) – Mattheus (Unsportlichkeit – 28.), Rieger (Foulspiel – 32.), Pistol (Foulspiel – 45.+1), Hübner (Foulspiel – 65.), Ziffert (Unsportlichkeit – 87.) – Reservebänke: Wiener (Tor), J. Werner, Rothe – Tsarenko (Tor), Förster – besondere Vorkommnisse: Čáp (Grimma) hält Foulstrafstoß (Bartsch an Rühling) von Knoll (55.) – Zuschauer: 65 im Sportpark Meeraner Straße zu Glauchau
Glauchau. Für den FC Grimma wird die Luft in der Oberliga mittlerweile immer dünner. Nach der klaren 0:3 (0:2)-Heimniederlage unter der Woche im Nachholspiel gegen den VFC Plauen verloren die Muldestädter nun das wichtige „Sechs-Punkte-Spiel“ beim Aufsteiger VfB Empor Glauchau mit 4:3 (3:2) und verbleiben damit ganz tief im Abstiegssumpf. Bei noch fünf auszutragenden Begegnungen haben die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer mittlerweile fünf Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegslatz – auch in Westsachsen wurden die Probleme der Grimmaer wieder einmal mehr als offenkundig. Wer drei Treffer auf des Gegners Platz erzielt, sollte eigentlich irgendetwas Zählbares mitnehmen können. Wenn man allerdings derart fahrlässig und schülerhaft verteidigt, braucht man sich im Endeffekt nicht zu wundern, wenn man letztlich mit leeren Händen nach Hause fahren muss. Alles in allem genügt das Abwehrverhalten des kompletten Teams derzeit keinem Oberliga-Niveau, so dass der Tabellenplatz daher nicht überraschend ist. 66 Gegentore in 25 Spielen ist der absolute Spitzenwert der Oberliga – will man sich noch eine kleine Restchance auf den Klassenerhalt bewahren, muss hier schleunigst ein komplettes Umdenken erfolgen. Demzufolge war Trainer Marcus Dörfer nach der erneuten Niederlage natürlich angesäuert. „Ein 4:3 klingt letztlich knapp, allerdings war es dies nicht wirklich. Glauchau hat noch einen Elfmeter geschossen und uns mit den vergebenen Tormöglichkeiten im Spiel gelassen“, so der FC-Coach. „So einfach wie wir die Gegentore bekommen, darf uns das in einem so wichtigen Spiel nicht passieren. In dieser Hinsicht kann man dann kein Oberliga-Spiel gewinnen. Daher beglückwünsche ich Glauchau zu den drei Punkten.“ Nico Quade, Trainer des VfB Empor Glauchau, hatte angesichts des Ergebnisses selbstredend eine weitaus bessere Laune. „Ich freue mich über den knappen, aber jedoch verdienten Sieg. Spielerisch hat meine Mannschaft das gut gemacht, auch wenn wir nach unseren beiden ersten Toren jeweils ein paar Prozente liegengelassen haben und zweimal prompt den Ausgleich kassiert haben. Nichtsdestotrotz sind wir im Anschluss drangeblieben, so dass wir uns mit einem positiven Ergebnis belohnen konnten. Damit haben wir uns ein klein wenig von der Abstiegsregion abgesetzt und können nun den Fokus auf die letzten fünf Partien richten, um dort die nötigen Punkte einzufahren, die zum Klassenerhalt nötig sind.“
Dabei entwickelte sich frühzeitig ein kampfbetontes Spiel, in welchem die Hausherren die ersten Offensivakzente setzen konnten. Die Gäste hatten zunächst große Probleme im Spiel nach vorn, zumal man in der Defensive frühzeitig auf der Hut sein musste. Nach einem Pass von Marian Albustin musste FC-Keeper Ondřej Čáp bei einem Schuss von Dario Tomoski erstmals eingreifen (7.), weiterhin fehlten bei einem Versuch von Domenic Knoll die berühmten Zentimeter (14.). Die Grimmaer verloren in der Anfangsphase immer wieder viel zu schnell die Bälle, aus einem solchen Ballverlust resultierte auch der Glauchauer Führungstreffer. Mit einem zentimetergenauen Pass auf Knoll setzte Sieber die komplette FC-Hintermannschaft schachmatt, nach dem anschließenden Querpass umkurvte Luis Werrmann noch den Grimmaer Schlussmann und schob zum 1:0 ein (16.). Allerdings schlugen die Gäste wenig später etwas überraschend mit ihrem ersten Torabschluss sofort zurück. Nach einem Eckball von Jan Hübner profitierte Alexander Vogel vom zögerlichen Eingreifen von Glauchaus Keeper Maik Ebersbach und köpfte zum 1:1-Ausgleich ein (24.). Doch wie gewonnen, so zerronnen – ein grobes Abstimmungsproblem in der Defensive sollte im abermaligen Rückstand münden. Nach einem langen Ball von Bernert waren sich Mattheus und der aus seinem Tor herausgeeilte Čáp nicht einig – Werrmann profitierte davon und legte die Kugel mustergültig auf Tomoski zum 2:1 auf, der mühelos einnetzte (28.). Allerdings kamen die Gäste ein zweites Mal zurück. Sehenswert von Toni Ziffert eingeleitet, hatte Hübner im Sturmzentrum keine Mühe, den mustergültigen Querpass von Rieger zum 2:2-Ausgleich zu verwandeln (39.). Spätestens jetzt schienen die Grimmaer im Spiel zu sein, doch aufgrund der nächsten Kapriole im Rückwärtsgang schafften es die Gäste nicht, wenigstens das Unentschieden mit in die Pause zu nehmen. Strich zunächst ein Freistoß von Bernert knapp über den Querbalken (44.), gingen die Westsachsen mit dem nächsten Angriff zum dritten Mal in Führung. Viel zu leicht und ohne jegliche Gegenwehr ließ sich Robin Spreitzer auf der rechten Seite von Philipp Sovago übertölpeln, die scharfe Eingabe drückte abermals Werrmann zum 3:2 über die Linie (45.). Sequenzen vor dem Pausenpfiff sorgten die Hausherren noch einmal für Torgefahr, doch zeigte sich Čáp bei einem Freistoß von Knoll auf dem Posten (45.+1).
In der Halbzeitpause beschworen sich die Dörfer-Schützlinge zwar noch einmal, doch agierten die Gäste auch in der Folgezeit sowohl im Defensiv- als auch im Offensivspiel viel zu fehlerhaft. Glänzend von Rühling eingeleitet, konnte sich Lucas Bartsch im Strafraum gegen den nach innen ziehenden Tomoski nur mit einem Foulspiel behelfen – Schiedsrichter Schlömann (Brand-Erbisdorf) zeigte sofort auf den Punkt. Allerdings ließ Knoll die Elfmeterchance liegen – Čáp reagierte glänzend, Rieger reagierte hinsichtlich des abgewehrten Balles als Erster und bereinigte vor Knoll die Situation (55.). Doch auch dieser gehaltene Strafstoß sollte bei den Grimmaern nicht die gewünschte Signalwirkung hervorrufen. Anstatt sich daran hochzuziehen, bleib der Trott weiterhin allgegenwärtig. Dies bestraften die Hausherren mit dem 4:2, als Werrmann zunächst nicht am Flanken gehindert wurde und trotz Überzahl im Strafraum abermals Tomoski der Torerfolg ermöglicht wurde (59.). Fortan sollte die Aufgabe noch schwerer werden, zumal der aufgerückte Innenverteidiger Hähnel nach einem Eckball von Tomoski den fünften Empor-Treffer auf dem Kopf hatte (Parade Čáp, 71.). Dadurch blieben die Grimmaer weiterhin in der Partie, die in der Endphase die Begegnung wirklich noch einmal spannend machen sollten. Nach einem Freistoß von Hübner hätte der eingewechselte Kevin Werner bereits für den Anschlusstreffer sorgen können, doch nachdem er mit einem Kopfball aus spitzem Winkel zunächst an Ebersbach scheiterte, traf er per Nachschuss nur das Außennetz (76.). Werner war es dann ebenfalls, der noch einmal Grimmaer Hoffnungen schürte. Nach einem hohen Ball von Hübner leitete er das Streitobjekt auf den mitgelaufenen Valentin Seidl weiter, der Ebersbach mit einem Flachschuss zum 4:3 überwand (81.). Zwar versuchten die Gäste in den restlichen Minuten die Kastanien aus dem Feuer zu holen und wenigstens noch einen Punkt zu entführen, doch blieben die Dörfer-Schützlinge in ihren Offensivbemühungen viel zu umständlich, so dass keinerlei Torgefahr entstand.
So brachte Glauchau den letztlich nicht unverdienten 4:3 (3:2)-Sieg über die Runden, so dass sich der Neuling mit nun 30 Zählern beste Hoffnungen machen kann, auch in der kommenden Serie Oberliga zu spielen. Diese Punktzahl hatten die Grimmaer gern, doch wer seit Monaten derart katastrophal sein Tor verteidigt, hat im Endeffekt nicht mehr als 19 Zähler bisher verdient. Theoretisch ist der Klassenerhalt sicherlich noch zu realisieren, doch muss dafür vieles zusammenkommen. Erstens muss man diesbezüglich Woche für Woche seine eigenen Hausaufgaben erledigen, zweitens müssen dafür die Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zwingend mitspielen. Doch eines ist sicher: Aufgegeben wird nicht! Solange rechnerisch noch eine Chance besteht, wird die Elf versuchen, diese auch zu ergreifen!
Bericht: © Tom Rietzschel
Enorm wichtiger Heimsieg gegen Grimma
Glauchau. Der VfB Empor Glauchau hat im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga einen enorm wichtigen Heimsieg eingefahren. Gegen den FC Grimma setzte sich die Mannschaft in einer intensiven und torreichen Partie mit 4:3 durch und sammelte damit wichtige Punkte im Tabellenkeller.
Die Gastgeber erwischten einen guten Start und gingen früh in Führung. Luis Werrmann nutzte einen schnellen Doppelpass im Strafraum und traf aus spitzem Winkel zum 1:0 (16.). Grimma antwortete nach einer Standardsituation: Nach einem Eckball kam Vogel per Kopf zum Ausgleich (24.).
Glauchau zeigte sich davon unbeeindruckt und stellte wenig später die Führung wieder her. Dario Tomoski traf nach Vorarbeit von Richard Rühling zum 2:1 (28.). Doch auch dieser Vorsprung hatte nicht lange Bestand, denn Grimma nutzte eine unübersichtliche Situation im Strafraum zum erneuten Ausgleich durch Hübner (39.).
Kurz vor der Pause schlug Glauchau erneut zu. Philipp Sovago setzte sich über die rechte Seite durch und brachte den Ball gefährlich in die Mitte, wo Werrmann aus kurzer Distanz zum 3:2 vollendete (45.).
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Gastgebern die große Chance, den Vorsprung auszubauen. Dario Tomoski wurde im Strafraum gefoult, doch Domenic Knoll scheiterte mit seinem Elfmeter an Grimmas Torwart Ondrej Cáp (55.). Wenige Minuten später fiel dennoch das vierte Tor für Glauchau: Nach einem Angriff über die rechte Seite war erneut Tomoski zur Stelle und schob zum 4:2 ein (59.).
In der Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Grimma verkürzte durch Seidl auf 4:3 (81.) und versuchte in den letzten Minuten, den Ausgleich zu erzwingen. Glauchau verteidigte jedoch den knappen Vorsprung und brachte den Sieg über die Zeit.
Am Ende stand ein hart erkämpfter Erfolg für den VfB Empor Glauchau. Die drei Punkte haben großes Gewicht im Kampf um den Klassenerhalt, da sich die Mannschaft weiter von den Abstiegsrängen absetzen konnte.
© www.vfbempor-glauchau.de

