· 

Nächstes „Sechs-Punkte-Spiel“: Muldestädter in Bischofswerda gefordert

Vorschau auf den 23. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

Bischofswerdaer FV 08 – FC Grimma

 

Datum:                   Samstag, 04.04.2026

 

Anstoß:                  14.00 Uhr

 

Spielort:                 Volksbank-Arena, Bischofswerda

 

Grimma. Nach dem letztwöchigen Abstecher in den sächsischen Pokalwettbewerb, als sich der FC Grimma im Viertelfinale gegen den Regionalligisten Chemnitzer FC bei der knappen 0:1 (0:0)-Niederlage mehr als beachtlich aus der Affäre zog, wechseln die Muldestädter ab sofort wieder komplett in den Oberliga-Modus. Dort stehen ab sofort die Wochen der Wahrheit ins Haus – hier wird der Grundstein gelegt, ob die Mannschaft auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen kann. Fünf Spiele hat die Elf von Trainer Marcus Dörfer in den kommenden 15 Tagen zu bestreiten, wo bereits jetzt zu hoffen ist, dass der kleine Kader diese strapaziöse Zeit überstehen wird. „Das Programm in den kommenden zwei Wochen ist schon richtig hart, doch betrifft dies aufgrund der diversen Nachholspiele ja fast alle Mannschaften“, so der FC-Coach. „Zeit zum Trainieren ist wirklich so gut wie gar nicht vorhanden, da wir ja quasi mittwochs und am Wochenende im Wettkampfmodus stehen. Doch ist die Mannschaft aktuell recht gut drauf, was zusätzliche Potenzen freisetzen könnte. Darauf hoffe ich.“ Dabei ist die Konstellation vor den zwei kraftraubenden englischen Wochen sonnenklar. Mit 16 Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz positioniert, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer derzeit drei Zähler. Dort befindet sich aktuell der Bischofswerdaer FV 08, wobei dies genau der Gegner ist, wo die Muldestädter am Wochenende gastieren. Daher stehen die Grimmaer vor einem weiteren „Sechs-Punkte-Spiel“, so dass jeder Einzelne im FC-Trikot wissen sollte, was die Stunde geschlagen hat. Das Hinspiel im Husaren-Sportpark verlor die Elf mit 2:3 – nachdem man zunächst einen 0:2-Rückstand egalisieren konnte, jedoch gegen Spielende aufgrund eines groben taktischen Fehlers doch noch den Platz als Verlierer verließ. Dies soll am Wochenende anders werden – darauf haben sich alle im Lager der Muldestädter eingeschworen. Die Begegnung wird am morgigen Samstag um 14.00 Uhr in der Bischofswerdaer Volksbank-Arena angepfiffen.

Nachdem der ehemalige DDR-Oberligist nach dem Regionalliga-Abstieg 2021 immer Platzierungen im Tabellenvorderfeld oder im gesicherten Mittelfeld der Oberliga einnehmen konnte, findet sich der Bischofswerdaer FV 08 in dieser Saison in ganz ungewohnten Sphären wieder. Auch wenn in der Sommerpause mit Maik Salewski (Karriere-Ende), Bruno Schiemann (Freital), Steve Zizka (Krieschow), Ole Achtenberg (Markendorf), Leon Ben Hahn und Tim Wockatz (beide unbekannt) wichtige Leistungsträger den Verein verließen, hatten die Elf vom „Tor zur Oberlausitz“ mit Sicherheit ganz andere Ambitionen als um den Oberliga-Klassenerhalt kämpfen zu müssen. Zweifelsohne sind Neuzugänge wie Johannes Dolla (Hallescher FC U19), Florian Baudisch (Bautzen), Pierre Maurice Scheunert (Auerbach) oder der ehemalige Grimmaer Dave Baum allesamt noch sehr jung, doch hatte man sich im Lager des BFV  08 mit Sicherheit den einen oder anderen Punkt mehr gewünscht. Diese Vorstellung war dementsprechend auch nicht ganz unbegründet, zumal mit Johann Weiß, Paul Fromm, Torhüter Stefan Kiefer, Jonas Krautschick, Martin Sobe oder Matteo Hecker tragende Säulen gehalten werden konnten, die in ihrer Karriere teilweise bereits höherklassig gespielt haben. Doch fanden die „Schiebocker“ bereits zum Saisonbeginn ganz schwer in die Runde hinein. Nach sieben Spieltagen hatte Bischofswerda nur vier Punkte auf dem Konto – dass am 2. Spieltag jedoch beim aktuellen Tabellenzweiten in Freital mit 2:1 gewonnen werden konnte, zeigt unterdessen trotz alledem die Qualitäten im Kader. „Wir wollten in Bischofswerda unbedingt den Weg weiter fortsetzen, in dem wir junge Spieler entwickeln“, so Trainer Frank Rietschel. „Doch wenn man sich dieses Ziel auf die Fahne schreibt, muss man zwangsläufig Rückschläge einkalkulieren, da die jungen Spieler eben noch den einen oder anderen Leistungsschwankungen unterworfen sind. Fakt ist allerdings, dass wir definitiv zu wenig Punkte auf dem Konto haben und daher das Spiel gegen Grimma extrem wichtig für uns ist.“ Mit 16 Zählern das Jahr 2025 abgeschlossen, haben die „Schiebocker“ im neuen Jahr in fünf Begegnungen erst drei dazugeholt. Allerdings muss diesbezüglich explizit darauf hingewiesen werden, dass die Gegnerschaft mit Freital, Halle, Halberstadt, Auerbach und Stahnsdorf allesamt zu Spitzenteams der Oberliga gehören. Dabei gewann die Rietschel-Elf sensationell mit 3:2 im Halberstädter Friedensstadion, als man zweimal einen Rückstand hinterherlaufen musste und quasi mit dem Abpfiff den vielumjubelten Siegtreffer erzielte. Auch bei der letzten 1:3-Niederlage beim neuen Spitzenreiter Stahnsdorf waren die „Schiebocker“ zwischenzeitlich auf 1:1 heran, ehe die Brandenburger in der Schlussphase zwei individuelle Fehler ausnutzten. Auf das Spiel gegen die Grimmaer angesprochen, verweist BFV-Trainer Rietschel erst einmal auf den positiven Trend des Kontrahenten. „Grimma hat vier Punkte aus den letzten beiden Spielen gemacht und dabei jeweils Zu-Null gespielt. Beide Ergebnisse nötigen mir absoluten Respekt ab, auch im letztwöchigen Pokalspiel gegen Chemnitz hat sich unser Gegner sehr gut präsentiert. Man sieht, dass Grimma im Abstiegskampf erprobt ist und unter Druck Ergebnisse liefern kann. Wir kennen die mit vielen erfahrenen Spielern besetzte Truppe natürlich recht gut. Daher wissen wir, was auf uns zukommt. Allerdings spielen wir zu Hause auf unserer Kampfbahn und wollen natürlich unsere Heimbilanz entsprechend aufpolieren. Doch dafür müssen wir über die 90 Minuten alles investieren.“

Die Muldestädter wissen ihrerseits natürlich von der Wichtigkeit dieser Begegnung und wollen sich natürlich dementsprechend aus der Affäre ziehen. Zweifelsohne versprühen die letzten Auftritte gegen Stahnsdorf (0:0), Heiligenstadt (4:0) sowie das Pokalspiel gegen Chemnitz (0:1) allerhand Hoffnungen – doch wer im FC-Lager nun denkt, dass alles von selbst laufen wird, befindet sich definitiv auf dem Holzweg. „Wir haben in den letzten beiden Spielen ordentlich gepunktet, doch wenn wir unsere Chancen auf den Klassenerhalt erhalten wollen, müssen wir dringend damit weitermachen“, legt Trainer Marcus Dörfer ein klares Ziel fest. „Daher sind wir wieder gefordert, defensiv komplett uns resolut aufzutreten und im Spiel mit dem Ball zielstrebig und geradlinig nach vorn zu spielen.“ Dies gelang sowohl gegen Stahnsdorf als auch gegen Heiligenstadt sehr gut, vier Punkte waren der Lohn dafür. „Man hat diese Entwicklung bereits in den Trainingseinheiten gesehen. Diese waren allesamt sehr gut, den Ertrag konnten wir dann zeitnah einfahren. Doch wie gesagt, wir müssen dranbleiben und wiederum jeden Meter im Spiel machen. Die Konkurrenz gegen Abstieg spielt quasi noch komplett gegeneinander, so dass wir nichts geschenkt bekommen. Wir können nur das beeinflussen, was wir selbst in der Hand haben. Daher werden wir gut damit fahren, selbst zu punkten.“ Personell ist nach dem Chemnitz-Spiel noch das eine oder andere Fragezeichen zu beantworten, doch ist man guten Mutes, diese Dinge bis zum Anpfiff noch in den Griff zu bekommen. Toni Ziffert, Kevin Werner und Vincent Markus werden allesamt in den Kader zurückkehren, nachdem alle drei Akteure im Pokal aufgrund einer Gelb-Sperre pausieren mussten. Aus diesem Grund werden morgen mit Tim Mattheus und Valentin Seidl zwar zwei Kicker nicht zur Verfügung stehen, doch steht für Trainer Marcus Dörfer trotzdem die eine oder andere Option bereit. „Wir wissen um die Ausgangsposition und die Brisanz in dieser Begegnung“, so der FC-Coach. „Doch ich hoffe, dass uns die letzten positiven Partien etwas Selbstvertrauen gegeben haben, um auch in Bischofswerda unsere positive Serie fortzusetzen. Dafür werden wir alles tun.“

Bericht: © Tom Rietzschel