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Trotz Ausscheidens: Werbung für den Grimmaer Fußball


Wernesgrüner-Sachsenpokal • Viertelfinale

FC Grimma – Chemnitzer FC  0:1 (0:0)

Grimma: Čáp – Bartsch, Mattheus, Janz, Pistol – Rieger (ab 80. Seidl), Vogel, Katzenberger (ab 85. Förster), Spreitzer – Hübner, Tröger (ab 73. Kind) – Trainer: Dörfer

Chemnitz: Adamczyk – Baumgart, Eppendorfer, F. Müller, Ekui (ab 78. Bochmann) – Rücker, Hempel – Stockinger (ab 73. Damer), Biven (ab 58. Biven), Alberico (ab 87. Mensah) – Bozić – Trainer: Duda

Schiedsrichter: de Parade (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Bartsch (Zwickau), Wundram (Flöha) – Tor: 0:1 Bozić (53.) – Gelbe Karten: Mattheus (Foulspiel – 65.) – Bochmann (Unsportlichkeit – Bochmann (Unsportlichkeit – 84.) – Reservebänke: Tsarenko (Tor), Kögler, Reisinger, Schulze – Wunsch (Tor), Philipp – Zuschauer: 942 im Husaren-Sportpark zu Grimma

 

Grimma. Oberligist FC Grimma hat sich mit mehr als erhobenen Hauptes aus dem Wernesgrüner-Sachsenpokal verabschiedet. Im Viertelfinale des sächsischen Cup-Wettbewerbes unterlagen die Muldestädter dem Regionalligisten Chemnitzer FC im heimischen Husaren-Sportpark hauchzart mit 0:1 (0:0), doch konnte die Mannschaft den positiven Trend der letzten Wochen eindrucksvoll untermauern. Gegen die klar favorisierten Himmelblauen warfen die Einheimischen alles in die Waagschale, agierten dabei sehr diszipliniert und verlangten dem CFC alles ab. Dass die Hausherren trotz ihrer leidenschaftlichen Vorstellung letztlich doch mit leeren Händen dastanden, war angesichts des Spielverlaufs umso ärgerlicher. Die Gastgeber hielten richtig gut mit, jedoch hatten die Chemnitzer einen Unterschiedsspieler in ihren Reihen. Gäste-Torjäger Dejan Bozić nutzte eine der ganz wenigen Unachtsamkeiten in der Grimmaer Hintermannschaft und brachte den Favoriten mit seinem Kopfballtreffer daher ins Halbfinale (53.). Nichtsdestotrotz war die Vorstellung der Muldestädter richtig gut – völlig zurecht spendeten die Zuschauer ihrem Team nach dem Abpfiff gehörig Beifall. Demzufolge konnte Trainer Marcus Dörfer, trotz des Ausscheidens, ein absolut positives Fazit ziehen. „Ich kann meiner Elf nur ein großes Kompliment machen. Die Jungs haben alles investiert und die Begegnung mit einer couragierten Vorstellung bis zum Ende offen gehalten“, so der FC-Coach. „Aufgrund der Chancenvorteile geht der Chemnitzer Sieg sicher in Ordnung, doch auch wir hatten durchaus Möglichkeiten, um es vielleicht noch spannender zu machen. Insgesamt war es jedoch eine super Werbung für unseren Verein. Aus dieser Leistung sollten wir Selbstvertrauen ziehen und in der Oberliga im Abstiegskampf hoffentlich auf diesem Niveau weitermachen.“ Im Lager des Favoriten war man angesichts des Halbfinal-Einzugs natürlich erst einmal erleichtert. „Es war ein typisches Pokalspiel – eng, knapp und zäh. Grimma hat aufopferungsvoll gekämpft und war mit den vier Punkten aus den letzten beiden Spielen natürlich im Aufwind. Wir haben in der ersten Halbzeit verpasst Führung zu gehen und es nach dem Wechsel versäumt, das Ergebnis auszubauen. Daher konnten wir das Spiel nicht so beruhigen, wie ich mir das gewünscht hätte“, so CFC-Trainer Benjamin Duda. „Nichtsdestotrotz hatte das Weiterkommen oberste Priorität – gleichgültig wie! Daher bin ich erst einmal glücklich, dass wir uns nun unter den letzten vier Teams im Sachsenpokal befinden. Und na klar wollen wir mit aller Macht natürlich nun auch ins Endspiel.“

Dabei mussten sich die favorisierten, jedoch personell stark ersatzgeschwächten, Gäste von Beginn an deutlich mehr Gegenwehr erwehren, als sie sich insgeheim gewünscht hätten. Die Grimmaer gingen diese Partie nach dem Unentschieden gegen Titelanwärter Stahnsdorf (0:0) und dem 4:0-Erfolg über Heiligenstadt mit reichlich Selbstvertrauen an und boten dem CFC frühzeitig einen offenen Kampf. Defensiv äußerst kompakt und resolut in den Zweikämpfen auftretend, rief die Mannschaft auch vom läuferischen her alles ab und störte damit immer wieder den Spielfluss der Gäste. Diese brauchten 20 Minuten, um erstmals torgefährlich zu werden – doch hatte es diese Chance in sich. Klasse von Bozić eingesetzt, lief Domenico Alberico allein in Richtung Grimmaer Tor, doch jagte der Offensivspieler die Kugel über den Querbalken (20.). Ansonsten kamen die Gäste nur zur Halbchancen, da die Grimmaer weiterhin sehr aufopferungsvoll in der Defensive agierten. Einen Kopfball von Felix Müller, nach vorherigem langgezogenen Stockinger-Freistoß, meisterte FC-Schlussmann Ondřej Čáp problemlos (28.) – Stockingers Eingabe klärte Philipp Katzenberger gerade noch rechtzeitig (31.). Bei einem Schuss von Georg Hempel nach einer unübersichtlichen Situation im FC-Strafraum fehlten weiterhin gut drei Meter (39.). Doch dies alles soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Muldestädter nur aufs Verteidigen aus waren. Ganz im Gegenteil, die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer spielten mutig und geradlinig nach vorn – auch wenn man sich die ganz klaren Möglichkeiten bis zur Pause nicht erarbeiten konnte. Dennoch brannte es nach einer perfekt getimten Flanke von Robin Spreitzer lichterloh im Chemnitzer Fünfmeterraum, doch kam Alexander Vogel hier einen Bruchteil zu spät (30.). So meisterten die Grimmaer die erste Etappe in diesem Pokalmatch, unter dem Applaus der Zuschauer ging es torlos in die Kabinen.

Nach dem Wechsel hatten die Dörfer-Schützlinge zunächst allerdings einige Probleme. Man war zunächst nicht so griffig wie in den ersten 45 Minuten und kam in den Zweikämpfen oftmals einen Schritt zu spät. Nach einem Eckball von Samuel Biven bewahrte Čáp seine Elf vor einem Rückstand, als er nach einem Kopfball von Müller gedankenschnell reagierte (49.). Doch bereits wenig später war es passiert. Nachdem Biven auf der linken Seite ungestört flanken konnte, lief Bozić rechtzeitig auf den ersten Pfosten ein und nickte das Streitobjekt zum 0:1 in die Maschen (53.). Für die Gastgeber war dieser frühe Gegentreffer natürlich Gift, doch ließ sich die Mannschaft auch dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Nach einem Stockfehler von Rücker hatte Katzenberger die große Möglichkeit zum Ausgleich, doch anstatt auf den besser postierten Jan Hübner querzulegen, scheiterte er am gut reagierenden Daniel Adamczyk im CFC-Gehäuse (61.). Kurz darauf herrschte im Chemnitzer Strafraum wiederum höchste Alarmbereitschaft, doch im Verbund retteten die Gäste gegen den einschussbereiten Hübner (63.). „Aus diesen beiden Aktionen hätten wir einen Treffer erzielen müssen“, ärgerte sich Trainer Marcus Dörfer. Im Anschluss daran konnte der Favorit das Spiel jedoch wiederum mehr in die gegnerische Hälfte befördern, auch, weil die Gastgeber langsam das Risiko erhöhten. Zunächst blockte Tim Mattheus einen Schuss von Alberico gerade noch rechtzeitig ab (69.), anschließend verfehlte der eingewechselte Jonas Marx per Flachschuss das lange Eck, nachdem dieser vorher von Martial Ekui auf die Reise geschickt wurde (74.). „Wir haben aus diesen Gelegenheit den Deckel nicht drauf gemacht, daher blieb die Begegnung bis zum Ende spannend“, legte CFC-Trainer Benjamin Duda den Finger in die Wunde. Die Einheimischen blieben dadurch im Spiel, was durchaus Möglichkeiten nach sich zogen. Zunächst strich ein Drehschuss von Tommy Kind knapp über den Querbalken (81.), anschließend fehlten bei einem Hübner-Linksschuss die berühmten Zentimeter (86.). In der Endphase setzten die Hausherren alles eine Karte, neben Kind kam mit dem ehemaligen Chemnitzer Publikums-Liebling und jetzigen Grimmaer Co-Trainer Benjamin Förster ein weiterer wuchtiger Mittelstürmer. Doch verteidigte der CFC den knappen Vorsprung mit viel Einsatz und ließ kurz vor Schluss selbst noch zwei weitere hundertprozentige Möglichkeiten aus. Während der eingewechselte Aaron Mensah mit einem Flachschuss das lange Eck verfehlte (89.), rettete Čáp in der Nachspielzeit erneut gegen Mensah – den Nachschuss setzte Marx am leeren Tor vorbei (90.+3). Doch sollte sich dies aus Chemnitzer Sicht nicht negativ auf das Ergebnis auswirken, direkt im Anschluss pfiff Schiedsrichter Cedric de Parade (Leipzig) die spannende Pokal-Partie ab.

„Hauptsache gewonnen, auch wenn wir defensiv ab der 65. Minute etwas zu passiv wurden“, so das knappe Fazit von Gäste-Trainer Benjamin Duda. „Es war gegen einen unterklassigen Gegner wie oftmals ein harter Pokalkampf, so dass ich mich freue, diese Hürde am Ende des Tages genommen zu haben.“ Im Halbfinale treffen die Himmelblauen nun im heimischen eins – Stadion An der Gellertstraße auf den Drittligisten FC Erzgebirge Aue. Für die Grimmaer gilt es dagegen, gestärkt aus diesem Pokal-Viertelfinale hervorzugehen und in der Oberliga die dringend nötigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt zu holen. Dieser Auftritt macht Appetit auf mehr, so dass man gut gerüstet am Samstag das extrem wichtige Auswärtsspiel beim Bischofswerdaer FV 08 angehen kann. Dort werden dann auch wieder Toni Ziffert, Kevin Werner und Vincent Markus zur Verfügung stehen, die allesamt im Pokal aufgrund ihrer zweiten Gelben Karte gesperrt waren. Generelles Fazit zum Spiel: Danke Jungs – das war klasse!

Bericht: © Tom Rietzschel


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover