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Es geht los – Muldestädter gastieren morgen in Halle

Vorschau auf den 18. Spieltag der

NOFV-Oberliga Süd

 

VfL Halle 96 – FC Grimma

 

Datum:                   Sonntag, 22.02.2026

 

Anstoß:                  13.30 Uhr

 

Spielort:                 Stadion am Zoo, Halle

 

Grimma. Nach einer quälend langen Vorbereitungsphase von fast acht Wochen und insgesamt acht Testspielen geht es am morgigen Sonntag für den Oberligisten FC Grimma in der Meisterschaft endlich wieder los. Dabei hätten die Muldestädter bereits zwei Liga-Begegnungen im neuen Jahr absolvieren müssen, doch sowohl das Nachholspiel gegen den VFC Plauen als auch die letztwöchige Heimpartie gegen Budissa Bautzen fiel jeweils der Unbespielbarkeit des Platzes zum Opfer. Nun steht für die Mannschaft von Neu-Trainer Marcus Dörfer jedoch endlich der Start bevor, wenn man morgen um 13.30 Uhr beim Tabellen-Neunten, dem VfL Halle 96 antritt. Dass die Begegnung im dortigen Stadion am Zoo auf Kunstrasen ausgetragen wird, ist für den 42-Jährigen kein Problem. „Es war aufgrund der zuletzt vorherrschenden Witterungsbedingungen davon auszugehen, dass aktuell kein Spiel auf Rasen stattfinden kann. Das sieht man schon am Wochenende, wo Teams weiterhin ihre Spiele absagen müssen, die nur einen Rasenplatz zur Verfügung haben“, so Dörfer. „Auch wir haben in unserer Vorbereitungszeit ausschließlich auf Kunstrasen trainiert, so dass ich die Ansetzung auf diesem Untergrund nicht als Nachteil betrachte. Insgesamt bin erst einmal sehr froh, dass wir aufgrund der Wetterkapriolen nur eine einzige Einheit in der ganzen Zeit absagen mussten und sonst immer trainieren oder spielen konnten.“ Insgesamt zieht der Grimmaer Coach hinsichtlich dem Rückblick auf die Vorbereitung ein recht eindeutiges Fazit. „Sicherlich sind die Ergebnisse in den Testspielen nicht entscheidend, doch hat die Mannschaft in einigen Begegnungen nicht ihr Potenzial abrufen können. Auch wenn wir durchaus in einigen Begegnungen personell Probleme hatten, war ich mit den Leistungen vor allem in Markranstädt, bei SCHOTT Jena oder mit der zweiten Halbzeit gegen Tapfer Leipzig nicht einverstanden“, resümiert der Thüringer. „Nichtsdestotrotz hat die Vorstellung gegen Zwickau auf der anderen Seite gezeigt, was die Elf zu leisten imstande ist – auch wenn wir am Dienstag aufgrund des massiv einsetzenden Schneefalls nur 45 Minuten durchführen konnten. Auch in Naunhof muss man erst einmal elf Tore erzielen. An diesen positiven Eindrücken sollten wir uns hinsichtlich des Starts orientieren. Insgesamt war die Vorbereitung durch einige Hochs und Tiefs gekennzeichnet, doch am Ende des Tages bin ich nun erleichtert, dass es morgen endlich losgeht.“ Hinsichtlich des Ziels für die Rückrunde gibt es selbstredend keine zwei Meinungen. „Jeder kann die Tabelle lesen, aktuell befinden wir uns auf einem Abstiegsplatz und haben vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer“, so Trainer Dörfer. „Daher haben wir noch 15 Endspiele vor uns. Jeder Punkt wird in der Endabrechnung entscheidend sein, so dass jedem Einzelnen die Bedeutung für jede einzelne Begegnung klar sein muss.“

Der morgige Grimmaer Gegner, der VfL Halle 96, seit Jahren ein fester Bestandteil der Oberliga Süd, hat im Vergleich zu den Muldestädtern ganz andere Ambitionen. Dies war vor allem zu Saisonbeginn deutlich zu sehen, als die Trothaer ihre Kontrahenten teilweise gänzlich überrollten. Aus den ersten fünf Partien holte der VfL satte 13 Punkte und fand sich ganz vorn im Klassement wieder. Dabei sorgten vor allem die Kantersiege in Auerbach (5:0) und daheim gegen Bischofswerda (6:0) für riesiges Aufsehen, auch in Grimma behielten die Blau-Roten im Hinspiel mit 3:1 die Oberhand. Allerdings konnte die Elf von Trainer Luca Shubitidze (25) dieses hohe Niveau vom Saisonstart im Verlauf der Hinrunde nicht halten. Aus den nächsten zehn Begegnungen holten die Hallenser nur noch fünf Zähler – dass man dabei ausgerechnet gegen das Spitzenteam des VFC Plauen (3:0) den einzigen Sieg errang, unterstreicht einmal mehr die Qualität im VfL-Team. Aus den letzten fünf Oberliga-Begegnungen holten die Trothaer nicht einen einzigen Punkt, so dass man mit 18 Zählern mittlerweile auf Rang neun abgerutscht ist. Demzufolge zieht Trainer Shubitidze, der seit Sommer für die 96er an der Seitenlinie verantwortlich ist, ein gemischtes Fazit zur Hinrunde. „Wir haben in der ersten Halbserie viele Ausschläge in beide Richtungen gehabt und dementsprechend viel erlebt. Nach einem sehr guten Saisonstart waren verletzte und gesperrte Spieler einer der Gründe, warum wir im Anschluss solch eine Negativ-Phase durchleben mussten, aus welcher wir natürlich noch längst nicht raus sind. Ab Mitte der Hinrunde hat unser junges Team wenig Konstanz an den Tag legen können, wobei wir weiterhin viel zu billige und einige späte Gegentore bekommen haben. Demzufolge befinden wir uns in einer schwierigen mentalen Situation, wobei ich hoffe, dass uns die Winter-Neuzugänge helfen, schnell wieder in die Spur zu kommen.“ Darauf angesprochen, ist der 25-Jährige heilfroh, mit Raimison Draiton Dos Santos (Sportfreunde Lotte) und Arlind Shoshi (FC Eilenburg) entscheidende Qualität und Erfahrung hinzugeholt zu haben. Beide können beim FC Eilenburg Regionalliga-Erfahrung vorweisen und werden den VfL selbstredend weiterhelfen. „Wichtig war, dass wir das junge Team mit Routine verstärken – ich glaube, dies ist uns mit den Verpflichtungen gelungen“, so Shubitidze. „Auch wenn wir vergangenes Wochenende beim Spitzenteam in Stahnsdorf knapp mit 2:3 unterlagen, war schon dort zu sehen, dass uns diese beiden Spieler qualitativ guttun. Fakt ist, dass wir schnellstmöglich diesen negativen Lauf beenden müssen. Wir wollen nicht dauerhaft nach unten schauen, sondern auf einem stabilen Mittelfeldplatz einkommen. Demzufolge hat die morgige Begegnung gegen Grimma schon große Bedeutung für uns.“ Auch wenn die Trothaer in der Vorbereitung viel improvisieren und ausweichen mussten, hat man sich gegen die Muldestädter einiges vorgenommen. „Ich rechne mit einem intensiven und zweikampfbetonten Spiel, wo beide Mannschaften natürlich dringend Punkte benötigen“, so die Erwartungen des jungen VfL-Trainers. „Es wird darauf ankommen, einfachen Fußball zu spielen und defensiv die zwingend notwendige Qualität an den Tag zu legen. Fußballerisch wird es aufgrund der Tabellenkonstellation beider Mannschaften sicherlich kein Leckerbissen werden, Fußball arbeiten wird im Vordergrund stehen.“

Ähnlich wie beim VfL Halle 96 steht auch für die Grimmaer extrem viel auf dem Spiel, ein positives Ergebnis konnte für den weiteren Saisonverlauf durchaus Signalwirkung erzielen. „Wir sind in Halle definitiv nicht der Favorit, allerdings wird meine Mannschaft den Kampf annehmen“, gibt sich Grimmas Trainer Marcus Dörfer vor dem Rückrunden-Auftakt entschlossen. „Auch wenn in der Vorbereitung immer mal wieder Spieler aufgrund Krankheit oder leichter Blessuren ausgefallen sind, hat die Elf insgesamt sehr gut gearbeitet. Dies stimmt mich optimistisch, dass alle wissen, worum es in der Rückrunde geht. Demzufolge werden wir auch in Halle unsere Chance suchen, in der Hoffnung, ein positives Ergebnis mit nach Grimma zu bringen.“ Nichtsdestotrotz sind dem FC-Trainer natürlich die Qualitäten im Kader der Trothaer bekannt. „Vor allem die Offensivreihe des Gegners sucht in der Oberliga ihres Gleichen – mit Jegor Jagupov, Arlind Shoshi, Maximilian Jagatić und Joel Marks ist da jede Menge Torgefahr vorhanden“, so Dörfer. „Für uns kommt es daher darauf an, defensiv kompakt und ohne jegliches Risiko zu agieren. Dies muss definitiv auch nicht schön aussehen, doch eine körperlich Robustheit und eine defensive Stabilität sind Grundlagen, um Spiele erfolgreich zu gestalten. Nichtsdestotrotz müssen wir auch im Spiel mit dem Ball immer wieder Akzente setzen, zumal wir ebenfalls Spieler in unseren Reihen haben, die torgefährlich agieren können.“ Personell ist zwar der eine oder andere Ausfall zu beklagen, doch der Kader, der morgen in Halle zur Verfügung steht, ist allemal gut genug, um diesen Gegner Paroli zu bieten. „Nach dem völlig indiskutablen Auftritt in Markranstädt hat die Mannschaft intensiv zu spüren bekommen, dass ich solch einen Auftritt nicht im Geringsten dulde und akzeptieren werde“, so Marcus Dörfer. „Danach hat sie sich gegen Zwickau sehr gut präsentiert und gezeigt was möglich ist, wenn man mit der richtigen Einstellung zusammen als Kollektiv agiert. Ich denke, dass nun jeder den Ernst der Lage begriffen hat und verinnerlicht, dass es nur als geschlossene Einheit funktionieren wird. Daher hoffe ich, dass die Mannschaft die positiven Eindrücke aus dem Zwickau-Spiel auch morgen beim Rückrunden-Auftakt erneut abrufen kann.“ Aus zusätzliche Motivation dürfte diesbezüglich vielleicht die Bilanz gegen den VfL dienen. Nach den letzten vier Begegnungen verließen die Muldestädter dreimal als Verlierer den Platz – einzig beim letztjährigen Auftritt in Halle sicherte ein spätes Tor von Co-Trainer Benjamin Förster beim 2:2-Unentschieden wenigstens noch einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Weiterhin erleben sowohl Philipp Katzenberger als auch Tommy Kind am morgigen Tag eine Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. Katzenberger (26) war beim VfL von 2021 bis 2023 unter Vertrag (38 Spiele, 3 Tore), Kind (36) hat in der Saison 2018/19 sowie von 2020 bis 2022 sogar in zwei Perioden (68 Spiele, 63 Tore) das Hallenser Trikot getragen.

Bericht: © Tom Rietzschel