NOFV-Oberliga Süd • 13. Spieltag
VfB 1921 Krieschow – FC Grimma 1:0 (1:0)
Krieschow: Mellack – Gerstmann, Bittroff, Grimm, Dreßler – Pahlow (ab 46. Tesche), Zurawsky (ab 67. Zizka) – Seibt (ab 90.+2 Knechtel), Pereira Rodrigues (ab 86. Stephan), Michalski (ab 67. Fuchs) – Hebler – Trainer: i.V. Knapczyk
Grimma: Lumpitzsch – Rieger, Bartsch, Janz (ab 90. Förster), Pistol (ab 86. Kaba) – Hübner, Vogel, Ziffert, Spreitzer – Kind, Werner – Interimstrainer: Förster
Schiedsrichter: Dietz (Berlin) – Schiedsrichter-Assistenten: Rösler, Slotta (beide Berlin) – Tor: 1:0 Pereira Rodrigues (12.) – Gelbe Karten: Michalski (Foulspiel – 63.) – Spreitzer (Foulspiel – 45.+2), Hübner (Foulspiel – 61.) – Reservebänke: Pflug (Tor) – Čáp (Tor), Mattheus, Seidl, Markus – Zuschauer: 192 im Sportpark Krieschow
Krieschow. Der FC Grimma bleibt weiterhin in der Abstiegszone der Oberliga stecken. Eine Woche nach dem Erfolgserlebnis im Achtelfinale des Wernesgrüner-Sachsenpokals, als man beim Sachsenliga-Schwergewicht FC Oberlausitz Neugersdorf mit 1:0 (1:0) siegreich blieb, unterlagen die Muldestädter nun beim VfB 1921 Krieschow mit 0:1 (0:1) und handelten sich damit in der Meisterschaft die dritte Niederlage in Folge ein. Dabei war es aus Grimmaer Sicht noch nie so einfach Punkte von den ambitionierten Brandenburgern zu entführen, doch eine völlig verschlafene erste Halbzeit machte diesem Vorhaben einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Insgesamt lag das Chancenplus in den gesamten 90 Minuten zweifelsohne bei den Gastgebern, doch hätten die Muldestädter die Vorstellung der zweiten 45 Minuten ebenfalls schon im ersten Durchgang abgerufen, wäre letztlich vielleicht Zählbares möglich gewesen. Da die Gäste allerdings erst nach dem Wechsel begannen aktiv Fußball zu spielen, musste Interimstrainer Benjamin Förster in der anschließenden Pressekonferenz den Hausherren fair gratulieren. „Der Sieg für Krieschow ist insgesamt verdient, da wir im ersten Durchgang überhaupt nicht ins Spiel kamen und jegliche Grundtugenden haben vermissen lassen“, so der ehemalige Drittliga-Profi. „Nach dem Wechsel hat meine Mannschaft dann eine Reaktion gezeigt, nachdem wir in der Halbzeit einige Dinge zwingend besprechen mussten. Durch Tommy Kind hatten wir dann die große Möglichkeit zum Ausgleich, doch es ist bezeichnend, dass in unserer aktuellen Situation der Kopfball nicht vom Innenpfosten ins Tor sondern ins Spielfeld zurückspringt. Insgesamt waren die Bedingungen auf dem gefrorenen Platz schwierig, doch dies als Ausrede für die Niederlage geltend zu machen, wäre viel zu einfach und nicht realitätsgetreu. Letztlich stehen wir mit leeren Händen da, was in unserer Situation natürlich sehr bitter ist. Wenn wir so auftreten wie in der zweiten Halbzeit bin ich mir sicher, dass wir da unten rauskommen – bei einer Vorstellung wie in der ersten Hälfte wird es sehr schwer werden.“ Auf der anderen Seite atmete man im Krieschower Lager nach sechs sieglosen Oberliga-Spielen erst einmal tief durch. „Wir sollten uns heute über das positive Erlebnis freuen und diesen dreckigen Sieg einfach mitnehmen“, so Co-Trainer Philipp Knapczyk, der seinen rot-gesperrten „Chef“ Robert Koch diesmal an der Seitenlinie vertrat. „Sicherlich war es insgesamt kein Leckerbissen, allerdings war auf dem Platz auch nicht viel möglich. Nichtsdestotrotz haben wir es im ersten Durchgang verpasst, die Begegnung bereits zu unseren Gunsten zu entscheiden. Möglichkeiten waren reichlich vorhanden, so dass uns ein zweites Tor mit Sicherheit sehr gut getan hätte. Dass wir derzeit nicht so gefestigt sind, hat man nach der Pause gesehen. Hier war deutlich ersichtlich, dass selbst sicher geglaubte Siege wackeln können, wenn es nicht wirklich rund läuft. Hier hat uns unser Torhüter vor Schlimmeren bewahrt und die drei Punkte festgehalten. Am Ende des Tages bin ich allerdings glücklich über den Sieg, der angesichts unserer momentanen Situation extrem wichtig ist.“
Nach dem letztwöchigen Erfolgserlebnis in Neugersdorf reisten die Grimmaer zwar durchaus mit etwas Selbstvertrauen nach Brandenburg, doch verstand es die Elf im ersten Durchgang nur allzu selten, die Vorgaben auf dem Platz umzusetzen. Zwar hatten die Gäste die erste Torannäherung zu verzeichnen, als Kevin Werner die schwer zu verwertende Eingabe von Toni Ziffert nicht wunschgemäß kontrollieren konnte (vorbei, 8.), doch insgesamt war die Grimmaer Vorstellung in den ersten 45 Minuten bestenfalls weit unterer Durchschnitt. In Sachen Handlungsschnelligkeit war man den Gastgebern deutlich unterlegen, auch in der körperlichen Präsenz war man am vergangenen Wochenende eine Klasse besser. So diktierte Krieschow frühzeitig die Szenerie, ohne allerdings selbst Bäume auszureißen. Nichtsdestotrotz gingen die Hausherren zeitig in Führung – das, was man aus FC-Sicht unbedingt vermeiden wollte, trat sehr früh ein. Ein bereits abgewehrter Ball wurde prompt zu Bumerang – von Martin Zurawsky im Anschluss glänzend vorbereitet, konnte sich der völlig freistehende Torjäger Miguel Pereira Rodrigues im Sturmzentrum quasi die Ecke aussuchen und schob sicher zum 1:0 ein (12.). Dieser Treffer spielte Krieschow natürlich in die Karten, durch mangelnde Zweikampf-Intensität und fehlende Handlungsschnelligkeit der Gäste hatten die Gastgeber in der Folgezeit durchaus einige Gelegenheiten, um zu erhöhen. Nach einem Einwurf von Bastian Dreßler schlängelte sich „Lebensversicherung“ Andy Hebler zwar zunächst sehenswert um Lucas Bartsch herum, doch scheiterte er im Anschluss an Giovanni Lumpitzsch (21.). Interimstrainer Förster entschloss sich, nach dem letztwöchigen Pokalerfolg keine Änderung auf der Torwart-Position vorzunehmen, was sich schlussendlich als richtig erweisen sollte. „Er hat in einigen Situationen stark reagiert und uns damit im Spiel gehalten. Großes Lob an ihn“, resümierte Förster die Leistung seines Schlussmannes. Die größte Tat vor der Pause vollbrachte Lumpitzsch, als er gegen den völlig allein auf ihn zusteuernden Pereira Rodrigues geschickt den Winkel verkürzte (45.+1). Zu diesem Zeitpunkt hätte der VfB allerdings schon höher führen können. Nach Pass von Pahlow verzog Hebler zunächst als zentraler Position (37.), ehe abermals Hebler einen Nachschuss nach klasse Lumpitzsch-Parade aus Nahdistanz über den Kasten jagte (41.). Auch bei einem Kopfball von Manuel Seibt lag eine Resultatserhöhung für die Brandenburger durchaus im Bereich des Möglichen, nachdem Dreßler die Kugel mustergültig auf den zweiten Pfosten flankte (45.). Diese zwingenden Tormöglichkeiten waren auf Grimmaer Seite vor dem Wechsel dagegen überhaupt nicht zu registrieren, da man im Offensivspiel viel zu passiv blieb und quasi ohne Tempo agierte. Einzig Alexander Vogel setzte nach einem zu kurz abgewehrten Ball eine Duftmarke, doch strich das Streitobjekt knapp über den Kasten (34.).
„Wir mussten in der Halbzeit die Dinge offen ansprechen“, so Interimstrainer Förster. „Eine Steigerung nach dem Wechsel war unumgänglich, sonst hätte es richtig bitter werden können.“ Und scheinbar diese Worte schienen Gehör bei der Truppe gefunden zu haben, mit Wiederanpfiff kamen die Muldestädter mit einer ganz anderen Körpersprache auf den Platz. Endlich wurden die Zweikämpfe angenommen und gewonnen, auch ein viel intensiveres Anlaufen sorgte bei den Hausherren sofort für Signalwirkung. Trotz alledem hatte der VfB auch im zweiten Durchgang die ersten Abschlusshandlungen zu verzeichnen, doch zeigte sich Lumpitzsch bei einem Schuss von Seibt (58.) und einem Zuirawsky (62.) voll auf der Höhe. Jedoch bissen sich die Grimmaer fortan richtig in die Begegnung und gestalteten diese mit fortlaufender Spielzeit mehr als offen. Nach sehenswerter Vorarbeit von Vogel hatte man im FC-Lager bereits den Torschrei auf den Lippen, doch setzte Kind einen Kopfball aus Nahdistanz nur an den Pfosten, von wo die Kugel im Anschluss ins Spielfeld zurücksprang (66.). Den Brandenburgern merkte man im Anschluss die Verunsicherung aufgrund der letzten negativen Ergebnisse durchaus an, doch waren die Gäste leider nicht in der Lage davon Profit zu erzielen. Im letzten Drittel agierten die Muldestädter einfach nicht mit der nötigen Überzeugung und nicht zielstrebig genug, so dass einige Situationen im Keim erstickten. Ein Freistoß von Robin Spreitzer war schon das Gefährlichste, was in Richtung VfB-Gehäuse rollte, doch ließ sich Torhüter Sebastian Mellack nicht überraschen (75.). Mehrfach waren für die FC-Kicker durchaus verheißungsvolle Abschluss-Situationen vorhanden, doch wurde die Verantwortung immer wieder an den Nächsten weitergereicht, so dass letztlich jegliche Torgefahr ausblieb. Die Gäste forcierten in der Schlussphase natürlich das Risiko und lockerten etwas die Defensive, was den Hausherren zwangsläufig einige Konter-Gelegenheiten ermöglichte. Torschütze Pereira Rodrigues hätte dabei zweimal für die Entscheidung sorgen müssen, doch nach einer Kopfballverlängerung von Hebler setzte er die Kugel aus Nahdistanz zunächst über den Querbalken (76.), ehe er nach guter Zurawsky-Weiterleitung wiederum völlig freistehend in Lumpitzsch seinen Meister fand (81.). Hinzu kam, dass Seibt mit seinem Flachschuss ebenfalls nur den Pfosten traf (90.). Aufgrund der inkonsequenten Chancenverwertung blieben die Muldestädter daher bis zum Ende weiterhin im Spiel – ein Lucky Punch hätte für einen Punktgewinn nach wie vor genügt. Und genau diese eine Möglichkeit sollte man in der Nachspielzeit noch bekommen, als der gut leitende Schiedsrichter Dietz (Berlin) den Gästen nach einem Luft-Zweikampf einen Freistoß aus 17 Metern in zentraler Position zusprach. Allerdings hielt VfB-Torhüter Mellack seinem Team am Ende des Tages die drei Punkte fest, als er beim Schuss von Vogel sein Torwart-Eck dichtmachte und Werner die zurückspringende Kugel aus Nahdistanz aufgrund der Schärfe nicht kontrolliert in Richtung Tor befördern konnte (90.+1).
So blieb es letztlich bei der knappen Grimmaer Niederlage im Krieschower Sportpark, welche man sich leider aufgrund der viel zu inaktiven und fehlerhaften ersten Hälfte selbst ankreiden muss. Die Reaktion der Mannschaft nach dem Wechsel war absolut in Ordnung – allerdings steht nach den 90 Minuten null Ertrag. Nichtsdestotrotz werden die Muldestädter in der Trainingswoche weiter Gas geben, um am Samstag daheim gegen den VFC Plauen (Anstoß: 13.30 Uhr) hoffentlich wieder dringend benötigte Punkte einzufahren.
Bericht: © Tom Rietzschel
Spielberichte
Aufatmen beim VfB – Sieglosserie beendet
Krieschow. Mit einem verdienten Sieg in einem glanzlosen Kampfspiel haben unsere „Local Heros“ vorerst ihre Ergebniskrise überwunden. Von Beginn an wurden die Gäste, die nur mit gelegentlichen, aber gefährlichen Kontern – einen Scharfschuss (6.) konnte Sebastian Mellack gerade noch zur Ecke lenken – aufwarteten, in ihrer Hälfte eingeschnürt. Die Krieschower Angriffe wurden indes nicht zwingend genug zu Ende gespielt. Als dann Martin Zurawsky in einer starken Aktion in Richtung Strafraum stürmte und aus halblinker Position Migo Pereira Rodrigues mit einem „tödlichen“ Musterpass bediente, schweißte unser Brasilianer die Kugel eiskalt zur Führung ein. Den weiteren Verlauf dominierte unsere Elf – soweit es der gefrorene Boden zuließ – spielerisch und mit einem klaren Chancenplus. Die gut herausgespielten Möglichkeiten hätten bereits für eine deutliche Halbzeitführung reichen müssen. Grimmas Keeper Giovanni Lumpitzsch ließ einen Schuss von Pereira Rodrigues nur abklatschen, doch Andy Hebler hämmerte den Abpraller über das Tor. Kurz vor der Pause parierte Lumpitzsch erneut stark, als Pereira Rodrigues allein vor ihm auftauchte. Leider musste unser nimmermüder Kämpfer „Pitbull“ Paul Pahlow nach einem rüden Foul verletzt ausscheiden. Gute Besserung!
Zur zweiten Halbzeit kamen die Muldentaler entschlossen aus der Kabine und starteten eine engagierte Anfangsoffensive, in welcher unsere Abwehr allerdings wenig zuließ. Das Niveau des oft durch Fouls unterbrochenen Spiels verflachte im zweiten Durchgang. Dennoch hatte unsere Mannschaft das Geschehen weitgehend im Griff und trotz des Aufbäumens der Gäste die besseren Chancen. Manuel Seibt brachte freistehend zu wenig Druck hinter den Ball (61.). Kurz darauf reagierte der FCG-Torwart erneut stark bei einem Kopfball von Martin Zurawsky (62.). Auch Sebastian Mellack stand im Mittelpunkt, als er eine höchst brenzlige Strafraumszene (66.) entschärfte. Die Entscheidung verpassten Andy Hebler und Migo Pereira Rodrigues in einer Doppelchance (76.), ebenso wie Seibt mit einem Pfostenschuss (90.). Fast hätte die mangelnde Chancenverwertung noch bestraft werden können. In der Nachspielzeit pfiff der Unparteiische einen sehr umstrittenen Freistoß für die Gäste – zum Glück entschärfte Mellack auch diesen Ball sicher.
Beide Trainer ordneten das Ergebnis als gerecht ein. Der Spielertrainer des FC Grimma, Benjamin Förster, resümierte: „Über die 90 Minuten gesehen ist der Krieschower Sieg verdient. In der ersten Halbzeit haben wir zu wenig von dem gezeigt, was im Abstiegskampf erforderlich ist.“ Der wegen der „Roten“ in Stahnsdorf gesperrte Cheftrainer Robert Koch wurde an der Seitenlinie von Co-Trainer Philipp Knapczyk vertreten. Dieser bilanzierte: „Bei fünf hundertprozentigen Chancen hätten wir schon vor der Halbzeit den Deckel draufmachen können. Bei den Bedingungen war es kein fußballerischer Leckerbissen, aber am Ende bin ich einfach glücklich über die drei Punkte.“
Bericht: © www.vfb-krieschow.de
Pressekonferenz
© youTube-Kanal VfB 1921 Krieschow

