Vorschau auf den 13. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
VfB 1921 Krieschow – FC Grimma
Datum: Samstag, 22.11.2025
Anstoß: 13.30 Uhr
Spielort: Sportpark Krieschow
Grimma. Allzu groß war die Freude im Grimmaer Lager, als die Oberliga-Kicker des FC am letzten Samstag das dringend nötige Erfolgserlebnis einfahren konnten. Im Achtelfinale des Wernesgrüner-Sachsenpokals gewannen die Muldestädter beim Sachsenliga-Schwergewicht FC Oberlausitz Neugersdorf mit 1:0 (1:0) und konnten nach den zuletzt erlittenen Meisterschafts-Niederlagen in Wernigerode (1:3) und daheim gegen Sandersdorf (2:4) wieder etwas Selbstvertrauen tanken. Grundlage für das Weiterkommen in Ostsachsen war zweifellos die kompakte Defensive – über die gesamte Spieldauer wurde den Gastgebern kaum eine zwingende Tormöglichkeit gestattet. Dieser Fakt stand im Vergleich zu den letzten Begegnungen jedoch im krassen Gegensatz, in den vorherigen Oberliga-Partien kassierte die Elf einfach viel zu viele Gegentore. „Die Mannschaft ist in Neugersdorf mit der gewünschten defensiven Stabilität und Zweikampf-Intensität aufgetreten“, so Interimstrainer Benjamin Förster. „Daran erkennt man, dass die Elf in der Lage ist ihr Tor zu verteidigen und aus den Fehlern der letzten Begegnungen gelernt hat.“ Die Belohnung für diesen Auswärtssieg erhielten die Muldestädter dann am gestrigen Donnerstag, als man für das bevorstehende Viertelfinale Ende März den Regionalligisten Chemnitzer FC zugelost bekam. Allerdings fließt bis dahin noch jede Menge Wasser die Mulde herunter – der Fokus liegt in den folgenden Partien einzig und allein darin, in der Oberliga auf dem Punktekonto anzuschreiben. Dies ist auch dringend notwendig, schließlich ist die Elf nach der Niederlage gegen Sandersdorf auf einen Abstiegsplatz gerutscht. „Der Sieg in Neugersdorf sollte weitere Potenzen im Team freisetzen, um aus den letzten vier Meisterschafts-Begegnungen so viel Zähler wie möglich zu holen“, so Benjamin Förster. „Sicherlich haben es die Kontrahenten allesamt in sich, doch sind wir trotzdem zu allem in der Lage.“ Die erste Gelegenheit bietet sich den Grimmaern bereits am morgigen Samstag, wenn man um 13.30 Uhr beim VfB 1921 Krieschow gastiert. Auch die Rand-Cottbuser konnten am vergangenen Wochenende mit einem 3:1-Erfolg beim VfB Hohenleipisch im Viertelfinale des Brandenburg-Pokals etwas Selbstvertrauen tanken, nachdem die letzten Meisterschaftsspiele ebenfalls nicht nach Wunsch liefen. „Aufgrund der Tabellenkonstellation gehen wir die Partie natürlich in der Außenseiterrolle an, doch werden wir alles investieren, um in Krieschow etwas Zählbares mitzubringen“, formuliert der FC-Coach das Ziel klar.
Robert Koch (39), der seit Sommer des vergangenen Jahres beim VfB 1921 Krieschow an der Seitenlinie den Taktstock schwingt, atmete letzten Samstag nach dem Abpfiff in Südbrandenburg erst einmal kräftig durch. Nach zuletzt sechs sieglosen Oberliga-Begegnungen in Folge, in welchen nur der zwischenzeitliche Pokalerfolg in Guben nach Verlängerung als Erfolgserlebnis hineinfällt, war der Sieg in Hohenleipisch ganz wichtig für das Gemüt. „Gegen einen engagierten und klasse fightenden Gegner sind wir unserer Favoritenrolle gerecht geworden und verdientermaßen ins Halbfinale eingezogen“, so das Fazit des ehemaligen Dresdner und Nürnberger Zweitliga-Profis. Dieser Sieg war für den VfB umso wichtiger, schließlich konnte man in den letzten Oberliga-Begegnungen, wie bereits beschrieben, nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Nach zwölf Spielen rangiert der VfB 1921 Krieschow derzeit nur auf Tabellenposition zehn – zu wenig, wie Koch selbst zugibt. „Wir brauchen nicht um den heißen Brei herumzureden, dass wir trotz unseres sehr guten Kaders aktuell unter den Erwartungen liegen“, so der VfB-Coach. „Die Gründe sehe ich darin, dass wir Woche für Woche zu viele einfache Gegentore bekommen und insgesamt in unseren Leistungen einfach viel zu unkonstant sind. Teilweise zeigen wie sogar in einem Spiel zwei Gesichter, so dass uns am Ende des Tages natürlich einige Punkte fehlen, um im oberen Drittel mitzuspielen.“ Dabei hatte man in Krieschow vor Saisonbeginn sogar klar kommuniziert aufsteigen zu wollen, was ganz bewusst so gemacht wurde. „Ziel war es, die letzten paar Prozentpunkte aus der Truppe herauszukitzeln und natürlich auch alle Sinne zu schärfen“, so der 39-Jährige. „Nach dem Verlauf der bisherigen Hinrunde haben wir diese Pläne jedoch erst einmal in die Schublade verfrachtet. Das heißt jedoch nicht, dass diese völlig ad acta gelegt sind und wir diese nicht wieder herausholen, wenn sich der Saisonverlauf dementsprechend positiv entwickelt. Jedoch liegt aktuell der Fokus erst einmal darin, wieder Spiele zu gewinnen. Vor allem zu Hause – nach erst einem Sieg bei sechs Partien im Sportpark haben wir vor heimischem Publikum viel gutzumachen. Daher wollen wir jetzt bis zur Winterpause aus den letzten vier Begegnungen mit möglichst vielen Zählern herauszugehen.“ Auf das morgige Heimspiel gegen Grimma angesprochen, hat der Krieschower Coach bereits ganz klare Vorstellungen. „Nachdem Benny Förster nun die Mannschaft vor kurzem übernommen hat, wird er die Mannschaft mit Sicherheit dementsprechend etwas anders einstellen, auch wenn er vorher bei René Behring bereits als Co-Trainer an Bord war“, so Robert Koch. „Bereits letzte Woche in Neugersdorf war ersichtlich, dass er erst einmal die Defensive stabilisieren möchte. Ich erwarte daher für uns ein schweres Oberliga-Spiel, wo wir sicherlich mehr Ballbesitz als der Gegner zu verzeichnen haben. Für uns gilt es daher an die Leistungsgrenze zu gehen und unser treues Heimpublikum nach den letzten schwächeren Auftritten mit einem Sieg endlich wieder einmal zufrieden zu stellen. Diesen Anspruch müssen wir ganz einfach haben.“
Im Grimmaer Lager ist man sich natürlich über die Schwere der Auswärtsaufgabe Krieschow bewusst, wohl wissend, dass die Brandenburger mit dem etwas verkorkstem Saisonverlauf etwas angeschlagen sind. Daher gilt es, ähnlich wie vergangenen Samstag in Neugersdorf, wiederum entschlossen in die Zweikämpfe zu gehen, im Defensivbereich ohne Risiko zu agieren und sich als echte Einheit zu präsentieren. „Wir kennen natürlich die Qualitäten von Krieschow und vor allem die individuelle Klasse der Spieler“, so Interimstrainer Benjamin Förster. „Dass unser Gegner nicht in diesen Tabellenbereich hingehört, brauche ich daher nicht zu erwähnen. Jedoch wollen wir unseren Fußball auf den Platz bringen, wollen unbequem sein und natürlich von dieser weiten Fahrt auch etwas Zählbares mit nach Hause bringen. Doch dementsprechend müssen wir erneut die Grundeigenschaften des Fußballs auf den Platz bringen und uns ähnlich präsentieren wie zuletzt in Neugersdorf. Sollte uns dies gelingen, können wir wie bei den Schwergewichten in Halberstadt und Stahnsdorf etwas mitnehmen.“ Personell sieht es im Kader der Muldestädter ähnlich aus wie in den vergangenen Wochen. „Die Truppe hat unter der Woche gut trainiert, wobei das Erfolgserlebnis in Neugersdorf natürlich sehr hilfreich war“, so Förster. „Nun gilt es, diese positiven Trainingseindrücke auch im Wettkampf umzusetzen – auch wenn wir in Krieschow nicht Favorit sind. Denn Fakt ist eins: Wir brauchen dringend Punkte, nachdem wir gegen unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt einfach zuletzt zu viele Zähler abgegeben haben und dadurch auf einen Abstiegsplatz gerutscht sind. Von dort wollen wir schleunigst wieder weg, so dass Punkte – egal gegen wen – dringend von Nöten sind.“ Dass die Grimmaer in der vergangenen Saison zum Premieren-Spieltag eine mehr als deutliche 0:5-Klatsche bezogen haben, sollte im FC-Lager diesbezüglich als zusätzliche Motivation dienen.
Bericht: © Tom Rietzschel
