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Grimma erwartet heißen Tanz in der Oberlausitz

Vorschau auf das Achtelfinale des

Wernesgrüner-Sachsenpokals

 

FC Oberlausitz Neugersdorf – FC Grimma

 

Datum:             Samstag, 15.11.2025

 

Anstoß:            13.30 Uhr

 

Spielort:           Sparkassen-Arena Oberlausitz, Neugersdorf

 

Grimma. Nach zuletzt zwei Meisterschafts-Niederlagen in Folge, was den Absturz auf einen Abstiegsplatz zur Folge hatte, bewegt sich Oberligist FC Grimma am Wochenende in den Pokalmodus. Das Achtelfinale im sächsischen Cup-Wettbewerb steht auf dem Programm – aus Sicht der Muldestädter ist dies vielleicht gar nicht so schlecht, um die letzten Negativ-Erlebnisse in der Oberliga aus dem Kopf zu verdrängen. In der vorigen Saison sorgten die Grimmaer im sächsischen Landespokal für reichlich Furore als nach Siegen über die Regionalligisten Plauen (3:2) und Eilenburg (1:0) erst im Halbfinale gegen den späteren Cup-Sieger 1. FC Lokomotive Leipzig das Stoppzeichen (0:2) kam. In dieser Saison haben sich die Schützlinge von Interimstrainer Benjamin Förster nach Erfolgen in Liebertwolkwitz (3:1), Görlitz (3:0) und Syrau (4:2 nach Verlängerung) wiederum für das Achtelfinale qualifiziert, wobei die Elf nach den klasse Vorstellungen in der vergangenen Saison in diesem Wettbewerb natürlich Blut geleckt hat. Allerdings haben die Grimmaer nun in dieser Runde eine äußerst knifflige Aufgabe zu lösen, wenn man beim wiedererstarkten Sachsenligisten FC Oberlausitz Neugersdorf seine Visitenkarte abgeben muss. Der ehemalige Regionalligist hat sich nach einer jahrelangen Durststrecke langsam wieder konsolidiert und wartet in der höchsten sächsischen Spielklasse mit sehr guten Ergebnissen auf. „Wir wissen, was uns in Neugersdorf erwartet und werden alles in die Waagschale werfen müssen, um dort eine Runde weiter zu kommen“, so Coach Förster im Vorfeld. „Auch wenn wir eine Klasse höher spielen, sehe ich uns aktuell nicht in einer Favoritenposition. Wir müssen diese Begegnung gegen einen sehr guten Gegner wie ein Oberliga-Spiel angehen und uns dementsprechend präsentieren. Klar wollen wir eine Runde weiter kommen, doch wird man uns dort nicht im Geringsten etwas schenken. Der Anstoß in der Neugersdorfer Sparkassen-Arena Oberlausitz erfolgt am morgigen Samstag um 13.00 Uhr.

Die rosigen Zeiten beim FC Oberlausitz Neugersdorf liegen schon eine ganze Weile zurück. Von 2015 bis 2019 spielte die Mannschaft aus dem sächsischen Dreiländer-Eck in der Regionalliga Nordost, wo vor allem in den ersten drei Spielserien mit den Plätzen 5, 8 und 12 für reichlich Furore gesorgt wurde. Nach dem Regionalliga-Abstieg im Jahr 2019 spielte der FCO noch für vier Serien in der Oberliga, ehe man im Sommer 2023 den bitteren Weg zurück in die sächsische Verbandsebene gehen musste. In der vergangenen Saison sah es zur Winterpause selbst in der Sachsenliga mit neun Punkten mehr als zappenduster aus, als sogar der Abstieg in die Sachsenklasse Ost drohte, ehe man in Neugersdorf mit einer richtungsweisenden Weichenstellung langsam den Weg zurück aus dem Tal fand. Die Verpflichtung von Coach Stefan Richter (42), der zuvor bereits den FSV Budissa Bautzen in der Oberliga trainierte, erwies sich im Januar 2025 für den FC Oberlausitz Neugersdorf als absoluten Glücksgriff, was sich schnell in den Ergebnissen widerspiegeln sollte. Richter gelang es binnen kurzer Zeit, der Mannschaft die nötige Stabilität zu verleihen, so dass man mit 31 geholten Rückrunden-Zählern sogar noch auf Platz 7 der Sachsenliga einkam. Auch in dieser Saison konnte die Mannschaft den Schwung aus der letztjährigen Rückrunde mitnehmen – mit 20 Punkten aus den ersten elf Begegnungen belegen die Oberlausitzer aktuell Rang 6. „Nachdem die Elf bereits in der letztjährigen zweiten Halbserie sehr gute Leistungen ablieferte, wollen wir uns in der neuen Saison neu aufstellen und mittel- sowie langfristig wieder den Weg nach oben finden“, so Richter, der als Torhüter auf jahrelange Oberliga-Erfahrung beim 1. FC Gera, beim Torgelower SV Greif und Budissa Bautzen zurückgreifen kann. „Unser Ziel ist eine Platzierung im oberen Drittel der Sachsenliga, wo Jahr für Jahr immer wieder junge Spieler integriert werden sollen. Die gute Entwicklung bei uns im Verein ist zweifellos unübersehbar, doch ist diese natürlich noch längst nicht am Ende. Unser Anspruch ist daher in naher Zukunft den nächsten Schritt zurück in die Oberliga zu machen.“ Dafür hat der 42-Jährige eine richtig vielversprechende Mannschaft zusammen, die auch von der Altersstruktur sehr gut zusammengestellt ist. Routiniers wie Kapitän Karl Petrick, Torhüter Ron Wochnik sowie die beiden Tschechen Ladislav Martan und David Halbich sind absolute Köpfe der Mannschaft, eine Vielzahl von jungen, entwicklungsfähigen Spielern komplettiert den sehr guten Kader. „Die Jungs ziehen alle gut mit, die Trainingsbeteiligung ist richtig gut“, so der FCO-Coach. „Dies sind alles Grundlagen dafür, warum wir bisher eine ordentliche Runde spielen. Zwar haben wir aktuell den einen oder anderen Punkt noch zu wenig auf dem Konto, was auf die Probleme in der Chancenverwertung zurückzuführen ist, doch im Großen und Ganzen ist der Saisonverlauf bisher absolut in Ordnung.“ Demzufolge rechnet man sich in Neugersdorf mit Sicherheit auch morgen gegen die etwas angeschlagenen Muldestädter durchaus etwas aus. „Grimma spielt eine Klasse höher, dementsprechend ist unser Gegner automatisch auf dem Papier der Favorit“, schätzt Richter die Vorzeichen vor diesem Pokalfight klar ein. „Wir erwarten einen robusten Gegner, der durch seine Standardstärke besticht. Für uns ist es daher wichtig, die Zweikämpfe zu führen und Männerfußball zu spielen, welche eine gewisse Intensität beinhaltet. Aber na klar – bei uns in Neugersdorf zu spielen, ist sicherlich für jeden Gegner derzeit äußerst unangenehm. Auch Grimma hätte sich sicherlich ein anderes Los gewünscht. Dementsprechend wollen wir unser Stärken morgen einbringen und vor unseren treuen Fans mit einem guten Spiel aufwarten. Ich bin der Meinung, dass Kleinigkeiten über den Ausgang der Partie entscheiden werden.“

Im Grimmaer Lager ist man aktuell sicherlich nicht mit einer Unmenge von Selbstvertrauen überhäuft, doch bietet sich der Elf im Pokalwettbewerb die Möglichkeit, wieder etwas Selbstvertrauen zu tanken. Allerdings wird dies nur möglich sein, wenn man diese Begegnung wie ein Oberliga-Spiel angeht. „Von der Intensität wird es in der Oberlausitz eine Meisterschafts-Begegnung sein, da uns Neugersdorf mit Sicherheit nichts schenken wird“, so Interimstrainer Benjamin Förster. Demzufolge müssen wir von Beginn an den Kampf annehmen und voll fokussiert diese Partie angehen. Wenn jemand denkt, dass es aufgrund des Klassen-Unterschiedes mit halber Kraft gehen wird, werde ich denjenigen schwer enttäuschen müssen. Ich kann unsere Spieler nur davor warnen, den Gegner zu unterschätzen. Erstens haben wir dafür aktuell überhaupt keine Berechtigung, zweitens hat Neugersdorf dafür viel zu viel Qualität.“ Personell fahren die Muldestädter mit einer ordentlichen Truppe in die Oberlausitz, auch wenn noch ein, zwei kleinere Fragezeichen bis morgen zu beantworten sind. „Fakt ist, dass wir alles investieren müssen, wenn wir diese schwere Aufgabe lösen wollen“, so Interimstrainer Förster. „Das muss jedem klar sein – von der ersten bis zur letzten Minute. Aber natürlich wollen wir wieder das Viertelfinale erreichen, diese Zielstellung muss klar ausgegeben werden.“ Grundlage dafür wird jedoch erst einmal sein, die nötige defensive Stabilität und Kompaktheit an den Tag zu legen. 31 Gegentore in zwölf Oberliga-Begegnung sind strikt viel zu viel – hier gilt es absolut den Hebel anzusetzen. Allerdings wird es ebenfalls von Nöten sein, auch im Spiel nach vorn Akzente zu setzen. „Im Vergleich zu den letzten Spielen war die Leistung gegen Sandersdorf schon bedeutend besser, an diesen positiven Ansätzen sollten wir uns aufrichten“, so Förster. „Grundsätzlich sind wir zu allem in der Lage – sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Morgen bietet sich allerdings für meine Mannschaft die Möglichkeit zurück in die Spur zu kommen – und genau diese wollen wir auch nutzen.“

Bericht: © Tom Rietzschel