Vorschau auf den 6. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
RSV Eintracht 1949 – FC Grimma
Datum: Sonntag, 21.09.2025
Anstoß: 14.00 Uhr
Spielort: Sportanlage Heinrich-Zille-Straße, Stahnsdorf
Grimma. Oberligist FC Grimma ist so langsam in der neuen Saison angekommen. Nach einem Katastrophen-Start mit drei Meisterschafts-Niederlagen in Folge sind die Muldestädter mittlerweile wettbewerbsübergreifend seit drei Spielen ungeschlagen. Mit einem 1:0 (1:0)-Überraschungserfolg beim VfB Germania Halberstadt gab die Mannschaft von Trainer René Behring vor drei Wochen die Rote Laterne an den 1. FC Lok Stendal ab, beim letztwöchigen 2:2 (0:1)-Remis zu Hause gegen den VfB Auerbach konnte ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Konto verbucht werden. Zwischen diesen beiden Begegnungen gewannen die Grimmaer ihre Zweitrunden-Partie im Sachsenpokal beim NFV Gelb-Weiß Görlitz mit 3:0 (1:0) und fahren nun Mitte Oktober in Runde drei zum Landesklassisten SC Syrau. Mit diesen Erfolgserlebnissen hat die Mannschaft den ersten Schritt aus der kritischen Tabellenregion getan, doch sind sich im Grimmaer Lager alle einig, dass dieser Vorgang noch längst nicht abgeschlossen ist. Die Elf befindet sich weiterhin mittendrin, so dass weitere Punkte in den kommenden Wochen zwingend von Nöten sind, um sich langsam ins Tabellenmittelfeld absetzen zu können. Zweifelsohne war das Grimmaer Auftaktprogramm in der Oberliga extrem schwierig, doch hat die Elf in den letzten Wochen bewiesen, dass sie es auch mit Staffelfavoriten der Spielklasse aufnehmen kann. Mit der Auswärtsfahrt zum RSV Eintracht 1949 haben die Muldestädter auch an diesem Wochenende eine weitere schwere Aufgabe zu lösen, zählen die Brandenburger ebenso zu den Favoriten auf den Aufstieg in die Regionalliga. Nichtsdestotrotz wollen die Grimmaer auch dort ihre Chance suchen und ein weiteres Schwergewicht der Liga ärgern. Der Anstoß in der Stahnsdorfer Sportanlage Heinrich-Zille-Straße erfolgt am Sonntag um 14.00 Uhr.
Der Samstag, der 24. Mai diesen Jahres wird beim RSV Eintracht 1949 mit Sicherheit in die Vereinsgeschichte eingehen. Nachdem die Elf des langjährigen Trainers Patrick Hinze bereits im Halbfinale die Sensation perfekt machte und den Drittligisten FC Energie Cottbus daheim mit 3:1 (0:0) nach Elfmeterschießen bezwingen konnte, gewannen die Stahnsdorfer an besagtem Tag erstmals den brandenburgischen Landespokal. Im Endspiel bezwang man in Neuruppin den Oberliga-Konkurrenten VfB 1921 Krieschow knapp mit 1:0 (1:0) und zog damit in die 1. Hauptrunde des diesjährigen DFB-Pokals ein. Dort unterlag der RSV vor knapp 7.500 Zuschauern im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion zwar dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern letztlich klar mit 0:7 (0:4), doch ist den Stahnsdorfern diese Erfahrung mit Sicherheit nie mehr zu nehmen. In der vergangenen Saison erstmals in der Oberliga Süd eingegliedert, spielte der RSV Eintracht über einen langen Zeitraum sogar um den Staffelsieg mit, ehe man die Saison letztlich mit dem 4. Tabellenplatz abschloss. Dabei hatte die Hinze-Elf in der vergangenen Serie einen überragenden Kader beisammen, welcher allerdings im Sommer etwas umgebaut werden musste. Grund dafür waren die Abgänge von Daniel Hemicker, Felix Kausch (beide Ludwigsfelde), Aleksandar Bilbija (Tennis Borussia Berlin), Justin Schultze, Tim Schüßler (beide Viktoria Berlin) oder Ernes Smailović (Hertha Zehlendorf), so dass man im Stahnsdorfer Lager zum Handeln gezwungen war. „Nach dem Pokalsieg ist uns mit einigen dieser Abgänge das Herz der Truppe herausgerissen worden, so dass wir dementsprechend den Kader zwangsweise umbauen mussten“, resümiert Trainer Patrick Hinze (39), der seit Sommer 2017 beim RSV Eintracht 1949 auf der Trainerbank sitzt. Als Neuzugänge präsentierte man in Brandenburg fast ausnahmslos junge Kicker, die ihrerseits jedoch erst ihre Premieren-Saison im Herrenbereich bestreiten. Nach dem schmerzlichen Abgang von Torhüter Hemicker sicherte man sich die Dienste von Liam Brenn (Hertha BSC U19), für den Defensivbereich holte man mit Conor Güllmeister (1. FC Magdeburg U19 sowie Lukas Sommer (Braunschweig II) zwei ebenfalls sehr talentierte Kicker. Allerdings verliert man in Stahnsdorf auch den eigenen Nachwuchs nicht aus den Augen – so wurden mit Henry Lehmann, Mert Yatkiner und Giso Koschembahr drei Spieler aus der eigenen U19 in die I. Mannschaft hochgezogen. Als einzigen routinierten Neuzugang verpflichtete man Artur Ekallé, der Regionalliga-Erfahrung unter anderem beim BFC Dynamo, dem Berliner AK oder Rot-Weiß Koblenz vorzuweisen hat. Ekallé reiht sich diesbezüglich in eine ganze Reihe von Spielern mit ein, die in ihrer fußballerischen Vita bereits einiges gesehen haben. Die beiden routinierten Abwehrspieler Saheed Mustapha (3. Liga beim FC Rot-Weiß Erfurt, Regionalliga-Erfahrung bei der TSG Neustrelitz) und Louis Samson (2. Bundesliga beim FC Erzgebirge Aue) halten die Defensive zusammen, die Torjäger-Qualitäten eines Matthias Steinborn sollten nicht nur den Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig noch in Erinnerung sein. Weiterhin besitzt der RSV mit Till Plumpe einen weiteren torgefährlichen Akteur in seinen Reihen, der bereits in der Regionalliga beim FSV 63 Luckenwalde auf sich aufmerksam machen konnte. Insgesamt haben die Stahnsdorfer einen sehr spielstarken Kader beisammen, was die ersten fünf Oberliga-Begegnungen zudem verdeutlichen. Ohne Niederlage hat der RSV bisher den Saisonstart bewältigt, auch wenn vier Punkteteilungen darin verankert sind. „Nichtsdestotrotz waren in all diesen vier Begegnungen jeweils auch Siege möglich, doch fehlt es derzeit noch etwas das Spielglück“, resümiert Trainer Patrick Hinze. „Allerdings gehört auch zur Wahrheit dazu, dass wir in unserem Leistungsvermögen erst bei 80 Prozent angelangt sind und daher noch Luft nach oben haben. Wir müssen daher schon noch etwas zulegen.“ Dabei spricht der RSV-Coach auch auf die Erfolgserlebnisse der Vorsaison an. „Es ist vielleicht doch menschlich, dass man nach einer solchen letzten Saison mit dem krönenden Abschluss des Pokalsiegs ein paar Prozente verlieren kann. Manchmal ist der Kopf etwas stärker als die Beine, weiterhin unterschätzt uns in dieser Saison kein Gegner mehr. Nichtsdestotrotz schätze ich unsere Mannschaft so ein, unter die besten drei Teams der Staffel am Ende einzukommen. Das Ziel verfolgen wir eifrig, die Qualität hat der Kader ohne Frage.“ Auf das Spiel gegen die Grimmaer angesprochen, erinnert sich der RSV-Trainer noch an die beiden Begegnungen aus der Vorsaison. „Zu Hause haben wir uns gegen Grimma bei unserem 4:1-Sieg leichter getan – sicher auch, weil es zu diesem Zeitpunkt für beide Teams um nichts mehr ging“, so Hinze. „In Grimma mussten wir bei unserem 2:0-Erfolg jedoch harten Widerstand brechen. Wichtig ist am Sonntag, dass wir cool bleiben und unsere Qualitäten auf den Platz bringen. Grimma hat zu Beginn der Serie in Bautzen hoch verloren, dann allerdings in Halberstadt gewonnen. Diese Ergebnisse des Gegners sollten für uns Warnung genug sein.“
Im Grimmaer Lager ist man natürlich bestrebt, den positiven Trend der letzten Begegnungen fortzusetzen, wohl wissend, dass man in Stahnsdorf erneut nur die Außenseiterrolle einnehmen wird. Allerdings hat die Mannschaft, speziell in Halberstadt, gezeigt, zu welch Leistungen sie imstande ist, wenn die Truppe als Team funktioniert. Eine ähnlich disziplinierte und aufopferungsvolle Vorstellung ist allerdings am Sonntag in Brandenburg erneut von Nöten, will man etwas Zählbares mit an die Mulde bringen. Spielerisch werden die Gastgeber Vorteile verbuchen können, doch mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Engagement und Leidenschaft ist vieles zu kompensieren. Grundlage ist eine kompakte Defensive, welche mit Sicherheit auf Herz und Nieren getestet wird. Allerdings ist auch das Spiel mit dem Ball nicht zu vernachlässigen. „Hier müssen wir uns allerdings deutlich steigern. Vor allem in der Pass-Qualität und im Spieltempo haben wir noch deutlich Luft nach oben“, so FC-Trainer René Behring. „Weiterhin müssen wir die Durchschlagskraft im letzten Drittel erhöhen, dort blieben wir zuletzt noch unter unseren Möglichkeiten. Summa summarum ist diese Aufgabe Stahnsdorf erneut recht anspruchsvoll, doch werden wir auch dort unsere Chance suchen.“ In Sachen Personal gibt es im Vergleich zur Vorwoche nur wenig Änderungen. Max Nitschke, Cerno Kaba, Stefan Tröger und Lucas Bartsch werden verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen, hinter dem Einsatz von Baris Öner (angeschlagen) steht noch ein Fragezeichen. So wird einzig der in der Vorwoche aufgrund einer privaten Verpflichtung fehlende Vincent Markus wieder in den Kader zurückkehren. „Wir müssen es nehmen wie es ist, zumal wir auf eine zeitnahe Rückkehr von einigen Kickern hoffen“, so Trainer Behring. „Diesbezüglich sieht es auch ganz gut aus, doch müssen wir diese Ausfälle jetzt als Kollektiv auffangen. Die Mannschaft hat letzte Vorwoche gegen Auerbach bereits gezeigt, dass sie dies kann. Demzufolge hoffe ich, dass uns dies diesmal auch gelingen wird.“
Bericht: © Tom Rietzschel
