Wernesgrüner-Sachsenpokal • 2. Hauptrunde
NFV Gelb-Weiß Görlitz 09 – FC Grimma 0:3 (0:1)
Görlitz: Andruszczyszyn (ab 46. Mauksch) – Zablocki (ab 82. Simon), Thomas, Hintersatz, Statnik, Pilarski – Adam, Krol (ab 64. Niwek), Häser, Hasse (ab 64. Keita) – Gawora (ab 75. Qach) – Trainer: Hofrath
Grimma: Lumpitzsch – Wächtler, Bartsch (ab 38. Seidl), Janz, Pistol (ab 87. Markus) – Hübner (ab 87. Reisinger), Vogel, Ziffert, Kaba (ab 74. Rieger) – Werner, Kind – Trainer: i.V. Förster
Schiedsrichter: Köhler (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: K. Windisch, Ban (beide Dresden) – Tore: 0:1 Vogel (10.), 0:2 Kind (83.), 0:3 Werner (90.+1, Foulstrafstoß – Hintersatz an Markus) – Gelbe Karten: Hasse (Foulspiel – 35.) – Werner (Foulspiel – 64.), Ziffert (Foulspiel – 85.) – Reservebänke: keiner – Čáp (Tor), Förster – Zuschauer: 163 im Stadion „Junge Welt“ zu Görlitz
Görlitz. Oberligist FC Grimma hat nach einem glanzlosen Sieg die 3. Hauptrunde im Wernesgrüner-Sachsenpokal erreicht. Beim Sachsenklasse-Aufsteiger NFV Gelb-Weiß Görlitz setzten sich die Muldestädter am Ende des Tages mit 3:0 (1:0) durch, doch tat man sich über die 90 Minuten extrem schwer. Mangelndes Spieltempo, so gut wie keine Tiefe in den Offensiv-Aktionen sowie fehlerhaftes Passspiel waren die Gründe, warum man in der altehrwürdigen Görlitzer „Jungen Welt“ erst in den letzten zehn Minuten endgültig den Deckel auf diese Partie machte. Die Gastgeber wehrten sich zwar nach Kräften, doch kamen die Neißestädter im Offensivbereich über Ansätze nicht heraus. Daher gab es hinsichtlich dem völlig verdienten Einzug der Grimmaer in die nächste Runde zwar nicht die geringsten Zweifel, doch ein Feuerwerk brannten die Muldestädter letztlich keineswegs ab. Somit wurde des Ziel letztlich glanzlos erreicht – wenn da nicht die Sorgen über die nächsten längerfristigen Verletzungen im Kader wären.
Nachdem es letzte Woche in Halberstadt Max Nitschke mit einem Totalschaden im rechten Knie erwischte, mussten nun Lucas Bartsch und Cerno Kaba vorzeitig das Spielfeld verlassen. Innenverteidiger Bartsch bekam in der ersten Hälfte in einer Zweikampf-Situation einen Tritt auf das rechte Sprunggelenk – an ein Weiterspielen war nicht im Geringsten zu denken. „Es hat geknackt“, so der kurze Kommentar des Abwehrspielers, wobei die Befürchtungen einer Bänderverletzung durchaus im Raum stehen. Mittelfeldspieler Kaba verdrehte sich im zweiten Durchgang ohne gegnerische Einwirkung das linke Knie – auch wenn der Youngster im Anschluss zunächst noch weiterspielen wollte, ging man im FC-Lager letztlich kein Risiko ein. Sollte nach der schweren Verletzung von Max Nitschke noch ein weiterer Akteur längerfristig ausfallen, würde dies angesichts des schmalen Kaders einer mittleren bis schweren Katastrophe gleichen.
Von Beginn an war die taktische Marschrichtung beider Teams klar. Görlitz setzte auf eine kompakte sowie stabile Defensive, wo man im Anschluss auf schnelle Umschaltbewegungen setzen wollte – die Gäste waren daher frühzeitig erwartungsgemäß gezwungen, das Spiel zu machen. Nach dem Überraschungs-Erfolg in Halberstadt waren die Muldestädter daher natürlich auf einen schnellen Treffer aus, welcher der Elf auch frühzeitig gelang. Nach einem Diagonalpass von Lucas Bartsch zog Albert Pistol von der linken Seite bis zur Grundlinie – seine platzierte Flanke nickte Alexander Vogel mit etwas Glück zum 0:1 in die Maschen (10.).Doch gab der Treffer den Grimmaern nicht den erhofften Schwung. Die Neißestädter änderten auch nach dem Rückstand ihre taktische Ausrichtung überhaupt nicht, doch fanden die Gäste gegen den massiven Abwehrriegel der Ostsachsen keinerlei Mittel. Zwar hatte der Oberligist mindestens 80% Ballbesitz, doch meist in Räumen, wo dieser nicht unbedingt nötig ist. So fehlte es dem Grimmaer Spiel grundlegend am nötigen Tempo, um die defensiv gut strukturierten Gastgeber in Bewegung zu bringen. Stattdessen war das FC-Spiel extrem statisch, so dass nie der gewünschte Druck aufgebaut werden konnte. Anstatt die Görlitzer mit Tiefenläufen und Spielverlagerungen zu beschäftigen, bevorzugten die Gäste meist den Sicherheits- bzw. Alibipass, was nie den gewünschten Raumgewinn zur Folge hatte. Zwingende Torchancen waren daher von großer Seltenheit geprägt, die zwei vorhandenen hätten allerdings für den Ausbau des Resultats reichen müssen. Nach einer Flanke von Jan Hübner scheiterte Tommy Kind am gut den Winkel verkürzenden Stepan Andruszczyszan im NFV-Gehäuse (21.), bei einem kernigen Distanzschuss von Vogel fehlten nur die berühmten Zentimeter (drüber, 30.). Ansonsten war die Vorstellung der Grimmaer in den ersten 45 Minuten nicht mehr als überschaubar, defensiv brannte allerdings so gut wie überhaupt nichts an.
Nach dem Wechsel änderte sich am Spielgeschehen zunächst recht wenig, die Gäste fanden gegen die kompakte Defensive durch mangelndes Tempo und fehlende Tiefe überhaupt keine Lösungen und Mittel. Einzig Toni Ziffert bedrohte nach Zusammenspiel mit Valentin Seidl das Görlitzer Gehäuse, doch setzte er seine Direktabnahme etwas zu hoch an (53.). Erst nach gut einer Stunde wurden die Gäste in ihren Offensivaktionen endlich etwas zwingender, auch wenn im Ballvortrag insgesamt weiterhin viel Luft nach oben blieb. Nachdem Vogel mit einem weiten Ball durchs Zentrum die komplette Görlitzer Hintermannschaft öffnete, traf Ziffert nach einem Werner-Querpass nur den Pfosten (59.) – nach Flanke von Kaba scheiterte Werner per Seitfallzieher am gut reagierenden Leif Erik Mauksch im Görlitzer Gehäuse (67.). Die größte Gelegenheit ließ dann abermals Kevin Werner aus, als er die Kugel aus Nahdistanz über den Kasten jagte, nachdem Seidl die Abschluss-Aktion sehr gut eingeleitet hatte (71.). Bei einem Distanzschuss von Hübner hatte das FC-Fanlager ebenfalls schon den Torschrei auf den Lippen, doch fehlte hier ein ganz gehöriges Stück (77.).
Die Gastgeber waren demzufolge weiterhin im Spiel, NFV-Trainer Oliver Hofrath versuchte daher mit personellen Wechseln die Offensive etwas zu stärken. Allerdings blieben die Aktionen der Hausherren nach vorn auch in der Folgezeit überschaubar. Nach Zuspiel von Moritz Adam war es einzig Julius Häser, der mit seinem Versuch FC-Schlussmann Giovanni Lumpitzsch erstmals zum Eingreifen zwang (80.). Stattdessen gelang den Gästen kurz darauf der zweite Treffer, was eine Art Vorentscheidung in dieser Begegnung bedeuten sollte. Von Werner über links auf die Reise geschickt, bediente Seidl von der Grundlinie den im Sturmzentrum befindlichen Kind, der zunächst noch zwei Gegenspieler abschüttelte und im Anschluss aus Nahdistanz zum 0:2 einlochte (83.). Damit war der Widerstand der Neißestädter komplett gebrochen, auch wenn die Gastgeber nach einer Standardsituation noch einmal für etwas Torgefahr sorgen konnten. Nach einem Freistoß von Tino Niwek lenkte FC-Innenverteidiger Julian Janz die Kugel per Kopf gefährlich in Richtung eigenes Tor, doch landete das Streitobjekt nur auf dem Netz (86.). Stattdessen banden die Muldestädter den Sack kurz vor dem Schlusspfiff endgültig zu. Der eingewechselte Vincent Markus wurde im NFV-Strafraum von Josef Hintersatz leicht zu Boden gerissen – für Schiedsrichter Nicholas Köhler (Dresden) reichte dieser minimale Kontakt aus, um auf den ominösen Punkt zu zeigen. Kevin Werner übernahm Verantwortung und jagte die Kugel flach links unten in die Maschen, auch wenn Mauksch die richtige Ecke ahnte – 0:3 (90.+1).
Fazit: Trotz der überschaubaren Vorstellung konnten die Grimmaer letztlich souverän die 3. Hauptrunde im Pokalwettbewerb erreichen. Dass insgesamt viel Stückwerk blieb, war nicht zu übersehen, doch interessiert dies in den kommenden Tagen keinen Menschen mehr. Am Ende des Tages wurde das angestrebte Ziel erreicht, so dass man gespannt der Auslosung am Dienstag entgegensieht. Bleibt zu hoffen, dass sich die Ausfallzeit der beiden verletzten Spieler auf ein Minimum reduziert.
Bericht: © Tom Rietzschel
Fotos: © Karsten Hannover
Spielberichte
Aus im Sachsenpokal
Görlitz. Der NFV Gelb-Weiß Görlitz (Landesklasse) hat sich in der 2. Runde des Sachsenpokals im Stadion „Junge Welt“ mit Leidenschaft präsentiert, musste sich dem zwei Klassen höher spielenden FC Grimma (Oberliga) aber am Ende mit 0:3 (0:1) geschlagen geben. 163 Zuschauer erlebten am Samstagnachmittag ein intensives Spiel – und zugleich einen Testlauf der neuen elektronischen Anzeigetafel, welche dank großzügiger Unterstützung der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG in naher Zukunft ihren festen Platz im Stadion finden wird.
In der 10. Minute der Partie geriet der NFV09 in Rückstand. Grimmas Alexander Vogel traf, nach einer Flanke in den Strafraum, per Kopfball ins lange Eck. Der frühe Rückstand konnte die Hausherren nicht entmutigen weiterhin alles zu geben. Immer wieder versuchte man mit Bällen in die Spitze die gegnerische Abwehr zu knacken, aber es war immer jemand parat und wenn es der über weite Strecken des Spiels, weit vor dem Kasten stehende Keeper der Gäste war, der klären konnte. Es gelang, den Gästen das Spiel schwer zu machen und sie kaum zu Abschlüssen kommen zu lassen. Nur zweimal wurde es gefährlich. Als Hübner allein auf Andruszczyszyn zugeht und dieser in Nahdistanz klären kann (21.) und als Vogel sich den Ball schnappte und einen Fernschuss hauchdünn über die Querlatte zimmerte (30.). Ein guter Angriff der Gelb-Weißen, kurz vor der Pause, der schnell gespielt wurde, brachte die Gäste zwar zu kurzen Irritationen, am Ende aber blieb der erhoffte Treffer aus.
In der Halbzeit tauschten die Görlitzer den Keeper und Leif Erik Mauksch hütete von nun an den Görlitzer Kasten. Nach dem Seitenwechsel brachte Grimma mehr Druck, doch auch hier hielt Görlitz weiter mutig dagegen. Ein Pfostentreffer der Gäste durch Ziffert (59.) und eine starke Parade von Torhüter Mauksch, der einen Seitfallzieher von Werner aus fünf Metern parierte (66.) waren in dieser Spielphase die Highlights. In der Folge war es Tommy Kind, der sich im Strafraum durchsetzen, Abwehr und Keeper verladen konnte, um dann flach rechts unten zur 2:0 Führung der Gäste zu treffen (83.). Auf der anderen Seite war es ein Grimmaer Spieler selbst, der einen Kopfball gefährlich aufs eigene Tor brachte (86.). In der Nachspielzeit bekamen die Gäste noch einen Elfmeter zugesprochen. Werner trat an und zirkelte den Ball platziert ins linke untere Eck. Mauksch lag mit seiner Flugrichtung richtig, der Ball aber zu genau und somit zum 0:3 Endstand im Kasten (90+1.)
Trotz des Ergebnisses wurde deutlich: Görlitz kann gegen einen Oberligisten mithalten. Kampfgeist und Einsatz stimmten und machten den Pokalnachmittag zu einem gelungenen. Und auch wenn das Abenteuer im Sachsenpokal jetzt für den NFV endet, bleibt der Auftritt eine positive Werbung für Verein. Den Gästen aus FC Grimma viel Erfolg in der nächsten Runde.
© www.nfv09.de































































