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Grimma mit Überraschungs-Coup in Halberstadt


NOFV-Oberliga • 4. Spieltag

VfB Germania Halberstadt – FC Grimma  0:1 (0:1)

Halberstadt: Cichos – Zeidler (ab 46. Rust), Kohn, Heinrich – Hujdurović, Ertmer (ab 82. Kuffner Sandri) – Grzega (ab 46. Huber), Heller, Hackethal (ab 46. Kühnhardt) – Klaschka, Boateng (ab 73. Conrad) – Trainer: Rost

Grimma: Čáp – Rieger, Bartsch, Ziffert, Pistol – Vogel – Katzenberger (ab 79. Wächtler), Hübner, Nitschke (ab 90.+5 Janz), Kaba (ab 58. Spreitzer) – Werner (ab 58. Kind) – Trainer: Behring

Schiedsrichter: Blank (Borsch) – Schiedsrichter-Assistenten: Runknagel (Barchfeld), Weltzien (Viernau) – Tor: 0:1 Hübner (30.) – Gelbe Karten: Heinrich (Foulspiel – 90.+1) – Pistol (Handspiel – 19.), Hübner (Foulspiel – 39.) – Reservebänke: Guderitz (Tor), Arnold – Lumpitzsch (Tor), Förster – besondere Vorkommnisse: Gelbe Karte für Halberstadts Co-Trainer Niehs wegen Unsportlichkeit (90.+2) – Gelbe Karte für Grimmas Co-Trainer Förster wegen Unsportlichkeit (90.+1) – Zuschauer: 288 im Friedensstadion zu Halberstadt

 

Halberstadt. Nach drei Niederlagen in Folge und einem damit völlig verpatzten Oberliga-Start hat der FC Grimma in der Meisterschaft endlich den Bock umgestoßen. Mit einem für viele Experten niemals für möglich gehaltenen 1:0 (1:0)-Auswärtserfolg beim VfB Germania Halberstadt tüteten die Muldestädter den ersten Saisonsieg ein und haben damit die Rote Laterne erst einmal an den 1. FC Lok Stendal abgegeben. Beim bisher noch ungeschlagenen Tabellenzweiten (zwei Siege, ein Remis) überzeugte die Grimmaer Mannschaft über die kompletten 90 Minuten durch ihre nimmermüde Einsatz- und Laufbereitschaft sowie ihre Leidenschaft und erwies sich an diesem Tag als echtes Team. Dabei legten die Gäste, vor allem in den ersten 45 Minuten, eine defensive Kompaktheit an den Tag, welche man angesichts der letzten Wochen kaum für möglich halten konnte. Nach dem Wechsel agierten die Gastgeber etwas zielstrebiger, doch blieben die Muldestädter defensiv weiterhin weitestgehend stabil und verteidigten aufopferungsvoll den kostbaren Vorsprung. Offensiv konnten die Gäste fortan zwar keine Entlastung mehr schaffen, doch agierte man in der Defensive bis zum Schluss hochkonzentriert. Halberstadt blieb bis zum Ende zwar klar überlegen, doch mit Wille, Leidenschaft und enormem kämpferischen Aufbegehren brachten die Grimmaer den knappen Auswärtssieg ins Ziel.

Demzufolge konnte René Behring in der anschießenden Pressekonferenz erst einmal tief durchatmen. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, wie welcher Leidenschaft und unbändigem Willen sie heute hier aufgetreten ist“, fand der Grimmaer Trainer lobende Worte für sein Team. „Wir wussten im Vorfeld, dass wir auf eine spielstarke Mannschaft treffen, die uns alles abverlangen wird. Die Truppe hat heute Großes geleistet – dieser leidenschaftliche Auftritt muss der Maßstab für kommenden Wochen sein. Angesichts der Tabellensituation tun uns diese drei Punkte natürlich richtig gut – ich bin heute hochzufrieden.“ Behrings Gegenüber Manuel Rost, seines Zeichens Trainer des klar favorisierten Spitzenteams des VfB Germania Halberstadt, hatte in der öffentlichen Rückbetrachtung der Partie selbstredend eine ganz andere Gemütslage. „Gratulation an Grimma zu den drei Punkten – für diesen Gästesieg haben wir allerdings eine gehörige Portion selbst dazu beigetragen“, so der Germania-Coach. „In der ersten Halbzeit ließen wir nahezu alles vermissen, was gegen einen sehr kompakt verteidigenden Gegner von Nöten gewesen wäre. Keine Intensität, keine Tiefe – insgesamt war unser Auftritt in der ersten Halbzeit absolut enttäuschend. Nichtsdestotrotz bin ich gern bereit, diese 45 Minuten auf meine Kappe zu nehmen. Nach der Pause hatten wir durch die drei Wechsel zur Halbzeit sofort mehr Präsenz und Zielstrebigkeit, so dass es fortan ein Spiel auf ein Tor wurde. Doch bei der Anzahl an hochkarätigen Torchancen muss ich klar anmerken, dass es am Ende des Tages auf die fehlende Qualität zurückzuführen ist, dass wir dieses Spiel nicht mehr drehen konnten. Demzufolge tut diese Niederlage natürlich extrem weh, doch aufgrund der angesprochenen Dinge müssen wir diese akzeptieren.“

Die Grimmaer nahmen unterdessen diese drei überlebensnotwendigen Zähler gern mit an die Mulde – obgleich sie diesen Überraschungssieg mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch teuer bezahlen müssen. Max Nitschke zog sich Sequenzen vor dem Abpfiff in einer Zweikampf-Situation an der Seitenauslinie eine schwere Knieverletzung zu, so dass man mit dem Schlimmsten rechnen muss. „Ich hoffe, dass er doch noch irgendwie Glück im Unglück hat. Allerdings ich habe arge Befürchtungen“, so Team-Manager Tom Rietzschel, der am Sonntagvormittag mit dem Mittelfeldspieler telefonierte. „Es sieht nicht wirklich gut aus.“ Auch Trainer René Behring hatte angesichts dieser Situation in der Pressekonferenz eine ganz klare Meinung. „Zu dieser Aktion kommt es erst gar nicht, wenn uns der Schiedsrichter fünf Sekunden vorher einen glasklaren Freistoß an der Eckfahne zuspricht. Es ist absolut unverständlich und einfach nicht zu erklären, dieses für alle sichtbare Foulspiel nicht zu ahnden – zumal der Linienrichter einen halben Meter daneben steht. Max ist für uns ein sehr wichtiger Spieler – eine längere Ausfallzeit wäre sowohl für ihn als auch für das Team extrem bitter.“

Extrem viel stand für die Muldestädter nach den drei Niederlagen zum Auftakt bereits auf dem Spiel, wohl wissend, dass die Auswärtsaufgabe Germania Halberstadt ebenfalls als eine der Anspruchsvollsten einzuordnen ist. Doch wie sich das Tabellenschlusslicht über die gesamten 90 Minuten im Friedensstadion präsentierte, hätte der Elf selbst der kühnste Optimist nicht im Geringsten zugetraut. „Ich war selbst überrascht, wie die Mannschaft hier aufgetreten ist und was sie kämpferisch abgeliefert hat“, gab Co-Trainer Benjamin Förster nach dem Spiel unumwunden zu. Dabei legten die Muldestädter von Beginn an eine extreme defensive Kompaktheit an den Tag und waren frühzeitig darauf bedacht, dem extrem spielstarken Gegner so wenig wie möglich Räume zu gestatten. Auch wenn der eine oder andere Zuschauer die Spielweise der Grimmaer als destruktiv bezeichnete – der Zweck heiligt die Mittel und genau diese Herangehensweise sollte sich im Nachhinein als Volltreffer erweisen. „Mit null Punkten und zwölf Gegentoren aus drei Spielen wären wir doch mit dem Klammersack gepudert, wenn wir hier bei solch einem spiel- und laufstarken Gegner wie Halberstadt vorn draufmarschieren und dem Kontrahenten komplett in die Karten spielen“, so Team-Manager Tom Rietzschel. So fanden die nördlichen Harzvorländer kaum Lösungen und Mittel, um den kompakten Grimmaer Abwehrriegel auseinander zu dividieren. Mit extremer Lauf- und Zweikampfintensität verstanden es die Gäste immer wieder, das Geschehen vom eigenen Tor fernzuhalten und sorgten damit frühzeitig für Unruhe und Unmut bei den einheimischen Fans.

Dabei hatten die Muldestädter sogar selbst die erste Gelegenheit zur Führung, doch nach einer Eingabe von Cerno Kaba kam Kevin Werner Sekundenbruchteile zu spät (7.). Ansonsten sah der neutrale Betrachter eine Begegnung, in welcher die Hausherren klare Feldvorteile verbuchen konnten – doch aufgrund der fehlende Tiefe und das mangelnden Tempos meist in Räumen, wo man davon keinen Profit erzielen konnte. Kam doch einmal etwas auf das FC-Gehäuse, packte Schlussmann Ondřej Čáp sicher zu. Bei einem Freistoß von Pascal Hackethal (20.) war der tschechische Torhüter genauso gut positioniert, wie kurz darauf bei einem Versuch von Fabio Ertmer (21.). Halberstadt fiel um Spiel nach vorn so gut wie nichts ein, die Muldestädter standen defensiv extrem stabil. Ein einziges Mal wurde es vor dem Gehäuse der Gäste eng, was allerdings den Führungstreffer für die Germania hätte nach sich ziehen müssen. Nach einem leichten Stockfehler von Alexander Vogel im Vorwärtsgang schalteten die Gastgeber blitzschnell um, doch nach Zuspiel von Edhem Hujdurović war der Abschluss von Davis Boateng glücklicherweise zu harmlos, um den aufmerksamen Čáp überwinden zu können (23.). Die Muldestädter wurden in der Folgezeit minütlich mutiger, auch wenn man einige Umschaltsituationen nach Ballgewinnen viel zu unsauber ausspielte. Nichtsdestotrotz sorgten die Gäste nach etwas mehr als einer halben Stunde für Totenstille im Friedensstadion. Nach einem Diagonalpass von Lucas Bartsch nahm der durchlaufende Jan Hübner die Kugel zunächst mustergültig aus der Luft mit, blieb danach im Zweikampf mit Paul Grzega stabil und schob das Streitobjekt im Anschluss flach zum 0:1 ins lange Eck (31.). Dieser Treffer setzte bei den Gästen zusätzliche Potenzen frei – nach Zuspiel von Kaba prüfte Nitschke mit einem Distanzschuss Urgestein Lucas Cichos im Germania-Gehäuse (35.). Halberstadt fiel bis zur Pause weiterhin nicht viel ein, auch wenn ein kerniger Distanzschuss von Hujdurović knapp das Ziel verfehlte (44.).

Nach dem Wechsel kamen die Hausherren erwartungsgemäß mit mehr Zielstrebigkeit aus der Kabine, sofort waren die Gäste fast ausschließlich mit Defensivaufgaben beschäftigt. Halberstadt hatte nun deutlich mehr Tiefe im Spiel, so dass die Muldestädter fortan Schwerstarbeit zu leisten hatten. Die Germania hatte in den Anfangsminuten zwei hundertprozentige Torgelegenheiten, doch hatte die tüchtige Behring-Elf an diesem Tag auch das nötige Glück gepachtet. Nach klasse Hujdurović-Zuspiel durchs Zentrum stand Joel-Pascal Klaschka plötzlich völlig frei vor Čáp, doch jagte der Germania-Angreifer die Kugel aus bester Position weit über den Kasten (50.). Drei Minuten sorgte erneut eine Klaschka-Aktion für Aufsehen, doch sprang ein Schuss des 19jährigen Angreifers aus halblinker Position vom Innenpfosten ins Spielfeld zurück (53.). Grimmaer Offensivaktionen waren in der Folgezeit eine echte Seltenheit, zu sehr legte die Elf ihren Fokus auf die Absicherung des Ergebnisses. Einzig Vogel hatte nach einer Eingabe von Philipp Katzenberger eine Abschlusshandlung zu verzeichnen, doch landete die Kugel im dritten Stock (60.).

Ansonsten spielte fast ausschließlich Halberstadt, doch wie die Gäste mit aller Macht ihr Tor verteidigten, nötigt der Truppe großen Respekt ab. Bei Versuchen von Paul Kühnhardt (70.) und Hujdurović (74.) bewies Čáp abermals gutes Stellungsspiel, nach einer Eingabe von Philipp Heller verpasste Kühnhardt hauchzart (72.). Die Minuten verrannen, dem großen Favoriten lief fortan die Zeit davon – zumal die Gäste kämpferisch weiterhin alles in die Waagschale warfen und den Hausherren unverändert Paroli boten. Nochmals hatten die Grimmaer Glück, als der eingewechselte Jano Conrad einen Konter unsauber abschloss und frei vor Čáp in dem tschechischen Torhüter seinen Meister fand (77.) – aber diese richtig zwingenden Gelegenheiten für die Germania waren insgesamt selten. Stattdessen suchten die Hausherren immer wieder den Distanzschuss als Mittel – erneut scheiterte Conrad an Čáp (89.).

Die Gäste hatten mittlerweile enorm viel Kraft gelassen – doch wie sich die Elf bei jeder gewonnenen Abwehr- und Zweikampfaktion gegenseitig pushte, verdeutlicht, dass die Truppe an diesem Tag als echte Einheit auftrat. Durch die schwere Nitschke-Verletzung mussten die Muldestädter satte sieben Minuten Nachspielzeit überstehen – nachdem der aufgerückte Innenverteidiger Marcel Kohn in der allerletzten Aktion noch an einer flachen Huber-Eingabe vorbeirutschte (90.+7), wurde der Grimmaer Überraschungs-Erfolg in Halberstadt letztlich Gewissheit.

Als Schiedsrichter André Blank (Borsch) direkt im Anschluss die Partie abpfiff, jubelten die Grimmaer über drei ganz wichtige Punkte, welche nicht viele der Mannschaft zugetraut hatten. Selbstredend war in Sachen Offensivspiel von den Muldestädtern nach dem Wechsel so gut wie nichts mehr zu sehen, doch muss sich die Elf dafür überhaupt nicht entschuldigen. In der aktuellen Situation werden Punkte benötigt, wie die Elf dieses Ziel erreicht hat, ist völlig egal. Kämpferisch war dies eine Top-Vorstellung, welche für die kommenden Aufgaben Mut und Ansporn sein sollte. Am kommenden Samstag hat die Mannschaft im Zweitrunden-Match des Wernesgrüner-Sachsenpokals die nächste Möglichkeit, um weiteres Selbstvertrauen zu tanken. Beim Sachsenklasse-Aufsteiger und jahrelangen Sachsenliga-Kontrahenten NFV Gelb-Weiß Görlitz hat man das feste Ziel, sich für die 3. Hauptrunde zu qualifizieren. Der Anstoß in der altehrwürdigen Görlitzer Sportstätte „Junge Welt“ erfolgt um 15.00 Uhr.

Bericht: © Tom Rietzschel


Spielberichte

Erste mit unerwarteter Niederlage – Enttäuschender Auftritt endet punkt- und torlos

Halberstadt. Liegen gelassen die Chance, einen sicheren Heimsieg einzufahren, liegen gelassen die Chance, mit zehn Punkten aus vier Spielen aufzuwarten, liegen gelassen die Chance, sich im Spitzenfeld der Tabelle zu etablieren, liegen gelassen die Chance, auf diese Weise mit breiter Brust in das Pokalwochenende zu gehen.

Den Gast aus Sachsen frühzeitig so zu bearbeiten, dass er beeindruckt wäre, ihn zu Fehlern zu zwingen und eine schnelle Führung heraus zu schießen, das verpasste der VfB Germania schlichtweg. Dennoch sah es zunächst für die Hausherren nicht so schlecht aus. In der 7. Minute behinderten sich zwei frei stehende Spitzen des VfB Germania gegenseitig, doch die Aufregung umsonst, der Assistent zeigte Abseits an. Ein ruhender Ball brachte Hoffnung, doch der Freistoß von Pascal Hackethal kurz vor dem rechten Strafraum-Eck (21.) wurde eine sichere Beute von Ondřej Čáp im FC-Tor, ebenso ein immerhin mal Torschuss von Fabio Ertmer (22.), der dem Gäste-Keeper keine Sorgenfalten bereitete. Fast ausschließlich Ballbesitz für den VfB Germania, aber keinerlei Ertrag. Nachdem sich Davis Boateng prima im linken Halbfeld durchgesetzt hatte und im Strafraum frei zum Abschluss kam (24.) war die große Chance da, auf 1:0 zu stellen, doch sein Schuss ohne Schmackes ähnelte einer Rückgabe. Jan Hübner hatte dann die erste Szene pro Grimma (26.), verzog einen Freistoß allerdings in die dritte Etage. Doch er hatte schnell nachjustiert und die nächste Chance (31.), als die Gäste schnell aus der eigenen Abwehr das gesamte Spielermaterial hoch überspielt hatten. Der Ball landete im Strafraum der Halberstädter, die nicht konsequent klärten und für Hübner die Tür offen ließen, der aus rund zehn Metern überlegt an Lukas Cichos vorbei in die rechte untere Ecke traf. Erkennbarer Widerstand der Gastgeber: Fehlanzeige. Lediglich Edhem Hujdurović sendete ein Zeichen (44.), sein Strahl aus gut 25 Metern rauschte nur ganz knapp am rechten Tordreieck vorbei. Halbzeit 0:1.

Mit Julien Huber, Silvio Rust und Paul Kühnhardt brachte Manuel Rost drei frische Kräfte für Pascal Hackethal, Paul Grzega und Fabian Zeidler. Für einen Moment schien sich das auszuzahlen, das Spiel des VfB Germania nun zunächst zielstrebiger. Hujdurović setzte zentral Joel Klaschka ein, der ging in die Gasse (51.) und hatte freie Bahn, zog das Spielgerät aber aus zwölf Metern über Keeper Čáp und den Kasten hinweg. Fünf Zeigerumdrehungen später versuchte es Klaschka erneut, von der Strafraumgrenze setzte er die Kugel an den rechten Pfosten. Pech, dass Julien Huber den möglichen Nachschuss nicht unter Kontrolle bekam. Ansonsten ging es bei den Halberstädtern zu oft zu behäbig zu. Grimma tat den Hiesigen den Gefallen, sich nicht einzuigeln, sie blieben offensiv bemüht, öffneten manchen Raum, den die Halberstädter aber nicht nutzten, spielten viel lieber hinten herum und warteten, bis sich der FC wieder formiert hatte. Erst in der 65. Minute wieder etwas Nennenswertes, Kühnhardt traute sich den Abschluss zu, Čáp ließ prallen, aber niemand war gedanklich schnell genug, hier den Abstauber zu geben. Wieder vergingen zehn Minuten, ehe dann Hujdurović aus 20 Metern aufs Tor schoss, keine Herausforderung für Čáp. Ein sehenswerter Diagonalpass von Kühnhardt auf Klaschka brachte zwar Gefahr (77.), doch Klaschka konnte den Ball nicht kontrollieren, schob ihn eher unfreiwillig dem eingewechselten Jano Conrad vor die Füße, doch mit diesem Zuspiel aus nächster Nähe war kein gescheiter Abschluss möglich, Čáp bereinigte die Situation. Und wieder vergingen gut zehn Minuten, bis zum nächsten ernsten Torschuss der Hausherren, Conrad nahm einen Ball aus fünfzehn Metern  aus der Luft in perfekter Haltung, aber auch damit war Čáp nicht zu überwinden. Die Nachspielzeit wurde überschattet von einer Verletzung von Max Nitschke (FC), der sich ohne Fremdeinwirkung eine Knieverletzung zuzog und einige Minuten behandelt werden musste. Die allerletzte Chance für den VfB Germania, wenigstens noch einen Punkt zu retten, ergab sich kurz vor dem Abpfiff, als Julien Huber flach von rechts nach innen passte, doch am zweiten Pfosten rutschte Marcel Kohn am Ball vorbei.

Chancen gab es, ja, aber insgesamt machten es die Halberstädter den Gästen viel zu leicht, mit einer einzigen Aktion hier drei Punkte zu entführen. Entsprechend schmallippig reagierte Manuel Rost, der von mangelnder Qualität sprach.

© Bernd Waldow • VfB Germania Halberstadt