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Steigerung in allen Belangen zwingend von Nöten

Vorschau auf den 3. Spieltag
der NOFV-Oberliga Süd

 

FC Grimma – VfL Halle 96

 

Datum:            Sonntag, 24.08.2025

 

Anstoß:           14.00 Uhr

 

Spielort:          Husaren-Sportpark, Grimma

 

Grimma. Nach dem völlig verpatzten Oberliga-Start hat der FC Grimma am vergangenen Wochenende sein erstes Erfolgserlebnis eingefahren. Eine Woche nach dem 0:7 (0:5)-Debakel in Bautzen wurden die Muldestädter im Wernesgrüner-Sachsenpokal ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen in der 1. Hauptrunde beim Sachsenklassisten SV Liebertwolkwitz 1858 mit 3:1 (1:0). Demzufolge wurde das primäre Ziel dieser Begegnung erst einmal erreicht, so dass die Grimmaer in der 2. Runde am 6. September nun beim ehemaligen Landesliga-Konkurrenten und diesjährigen Sachsenklasse-Aufsteiger NFV Gelb-Weiß Görlitz gastieren. Allerdings war die Art und Weise des Weiterkommens in Liebertwolkwitz nicht das, was Trainer René Behring von seiner Mannschaft erwartete. Eine Reaktion auf den Offenbarungseid in Bautzen blieb letztlich aus, auch wenn die Muldestädter am Ende des Tages verdientermaßen in die nächste Runde einzogen. Man agierte im Offensivspiel wiederum viel zu unruhig und fehlerhaft, so dass man sich dadurch auf viel zu viele unnötige Zweikämpfe mit dem robusten Gegner einließ. „Letztlich haben wir unsere Aufgabe gelöst und sind in die nächste Runde eingezogen, doch blieb weiterhin viel Stückwerk“, resümierte der Grimmaer Coach nach dem Schlusspfiff. Nichtsdestotrotz sollte dieses kleine Erfolgserlebnis der Mannschaft vor den kommenden schweren Oberliga-Aufgaben etwas guttun, wohl wissend, dass diese Vorstellung in Liebertwolkwitz für die Meisterschaft auf keinen Fall ausreichen wird. Demzufolge gilt es bereits am Sonntag sämtliche Kräfte zu bündeln, um auch in der Oberliga den Negativtrend zu beenden. Saisonübergreifend nur zwei Siege aus den letzten 13 Partien sind absolut besorgniserregend, so dass jeder Spieler aktuell wissen muss, was die Stunde geschlagen hat. Natürlich sind sich die Grimmaer darüber im Klaren, dass man am Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Halle 96 zwangsläufig nur die Außenseiterrolle einnehmen wird, doch ist man in der Vergangenheit damit nie schlecht gefahren. Entscheidend wird sein, wie sich die Hausherren gegen ein Oberliga-Schwergewicht präsentieren und wie man in den 90 Minuten zu Werke geht. Der Anstoß im heimischen Husaren-Sportpark erfolgt um 14.00 Uhr.

Nachdem der VfL in der Saison 2023/24 als Tabellen-Vierzehnter sportlich eigentlich abgestiegen war und sich nur aufgrund der fehlenden Oberliga-Aufsteiger aus den Landesverbänden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen retten konnte, spielten die Trothaer in der abgelaufenen Serie eine klasse Runde. Zwischenzeitlich sogar an der Tabellenspitze rangierend, beendete der VfL Halle 96 die letzte Saison auf einem phänomenalen 3. Platz, was für die neue Spielzeit in der Saalestadt natürlich einige Erwartungen weckt. Dabei ist der Gerüst der Mannschaft weitestgehend zusammengeblieben, einzig Mykyta Shevtsov (SV Eintracht Emseloh), Americo José Soares Das Neves (BFC Dynamo) und Konrad Korngiebel (VfB Merseburg) verließen vom Stammpersonal den Verein. Ins Team sind mit Torjäger Joel Marks (SV Blau-Weiß Zorbau), Niclas Hüttig (Hallescher FC U19), Janko Hentsch (SSV Markranstädt) und Benny Haese (SG Dynamo Schwerin) talentierte junge Akteure hinzu gekommen, die die Qualität zur vergangenen Saison mit Sicherheit nicht verschlechtert haben. Dies machten bereits die ersten drei Begegnungen deutlich, in welchen die Trothaer bisher noch ungeschlagen blieben. Bei den seit Jahren extrem heimstarken Auerbachern konnte man sich zum Saisonauftakt sensationell mit 5:0 behaupten, im Anschluss rang mit dem RSV Eintracht 1949 einem weiteren Spitzenteam der Staffel beim heimischen 4:4-Remis am Zoo einen Zähler ab. Vielleicht wäre hier in den Endkonsequenz sogar noch mehr möglich gewesen, doch brachten die Blau-Roten einen zwischenzeitlichen 2:0-, 3:2- und 4:3-Vorsprung nicht ins Ziel. Somit stehen die 96er mit vier Punkten nach zwei Spielen aktuell auf Rang drei, auch im Pokalwettbewerb konnte man den Schwung aus den ersten beiden Oberliga-Partien mitnehmen. Am letzten Wochenende lösten die Trothaer die schwierige Auswärtsaufgabe BSV Halle-Ammendorf (Verbandsliga) nach Verlängerung mit 2:1 und gastieren in diesem Wettbewerb nun beim Verbandsliga-Top-Team 1. FC Bitterfeld-Wolfen. Eine gravierende Änderung trat im Team der 96er jedoch zu Saisonbeginn auf. Nach drei Spielserien beendete Trainer Dieter Hausdörfer seine Tätigkeit an der Seitenline am Zoo – neuer Mann auf der Kommandobrücke des VfL ist der erst 25jährige Luca Shuibitidze. In der vergangenen Saison noch als Spieler bei den 96er aktiv, wechselt der Sohn des ehemaligen georgischen U21-Nationalspielers Kvicha Shubitidze (ehemals Rathenow, Stendal, Zwickau, Aue, St. Pauli, Hallescher FC, Sachsen Leipzig) nun an die Seitenlinie und will natürlich mit dem Team an die Erfolge der Vorsaison anknüpfen.

Die Grimmaer wissen selbstredend von den Qualitäten des Gegners, allerdings muss die Truppe irgendwann beginnen auf dem Punktekonto anzuschreiben. Derzeit leuchtet nach zwei Niederlagen und 1:9 Toren die Rote Laterne im Husaren-Sportpark – ein Zustand, der so schnell wie möglich verändert werden muss. Wenn man einmal der Musik hinterherläuft, ist es umso schwerer wieder zeitnah in Tritt zu kommen. Doch zur Realisierung dieses Ziels muss sich die Leistung des Teams, im Vergleich zu den letzten Wochen, gravierend ändern. Die Art und Weise wie man sich bei der Blamage in Bautzen abschlachten ließ, hat mit Oberliga-Fußball nichts zu tun und darf sich in keinster Weise wiederholen – dies muss allen Beteiligten absolut bewusst sein. Die Mannschaft muss sich im Klaren darüber sein, dass man nur im Kollektiv erfolgreich sein kann und in dieser prekären Situation erst einmal die Grundtugenden des Fußballs an den Tag legen muss. Dies beinhaltet Lauf- und Zweikampf-Bereitschaft, Leidenschaft und konsequente Abwehrarbeit. Über die Bilanz von neun Gegentoren aus zwei Begegnungen müssen nicht allzu viele Worte verloren werden – demzufolge muss der Fokus erst einmal darauf gelegt werden, eine gewisse Stabilität und Kompaktheit in der Defensive an den Tag zu legen. Dass die Umsetzung definitiv auf einem anderen Blatt Papier steht, dürfte ebenfalls nicht neu sein – zumal der Gegner mit neun Treffern aus zwei Partien über eine gehobene Klasse verfügt. Mit Jegor Jagupov (drei Saisontore) und Joel Marks (zwei Tore) verfügen die Saalestädter über überdurchschnittliche Qualität im letzten Drittel – daher ist die defensive Kompaktheit aus Grimmaer Sicht umso wichtiger. Das dies auch zwingend bei gegnerischen Standardsituationen von Nöten ist, muss hier ebenfalls noch einmal deutlich angesprochen werden, da die Mannschaft in den Wochen hier viel zu oft „geschlafen“ hat. Ein weiterer Punkt im FC-Spiel ist der eigene Ballvortrag. Derzeit agieren die Muldestädter hier viel zu ungeduldig, fahrig und fehlerhaft. Auch am vergangenen Wochenende in Liebertwolkwitz war die Elf kaum in der Lage, im eigenen Ballbesitz für die nötige Ruhe in den Situationen zu sorgen. Stattdessen waren jede Menge Missstände im eigenen Offensivspiel unverkennbar – auch in diesem Bereich müssen die Muldestädter klar zulegen. Sollte dies alles gelingen, ist die Mannschaft allerdings definitiv zu allem fähig. Die Truppe hat genügend Qualität und ist zweifelsohne in der Lage, gegen jeden Gegner der Oberliga erfolgreich zu sein. Doch Einstellung und hundertprozentige Leistungsbereitschaft sind unabdingbare Elemente und Grundeigenschaften für ein erfolgreiches Spiel. Personell sieht es soweit ganz gut aus, auch wenn Tim Mattheus (verletzt) und Vincent Markus (Urlaub) weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Innerhalb der Woche hat die Mannschaft in den Trainingseinheiten recht gut gearbeitet, so dass man gut vorbereitet in diese Heimaufgabe gehen wird. Dann will man am Sonntagnachmittag seinem treuen Publikum zeigen, dass die Pleite in Bautzen ein grober Ausrutscher war, welchen man in den kommenden Partien zu tilgen versucht. Dafür braucht die Mannschaft allerdings die Unterstützung der eigenen Zuschauer – gerade in dieser schwierigen Phase ist der eigene Zuspruch umso wichtiger. Bleibt zu hoffen, dass die Elf die richtigen Schlüsse aus den letzten Partien gezogen hat und aus eigener Kraft mit guten Leistungen schnell den Turnaround in der Saison bewerkstelligen kann.

Bericht: © Tom Rietzschel