· 

Sekt oder Selters ist die Devise

Vorschau auf den 29. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

VFC Plauen – FC Grimma

 

Datum:                   Sonntag, 17.05.2026

 

Anstoß:                  14.00 Uhr

 

Spielort:                 Vogtlandstadion, Plauen

 

Grimma. Zwei Spiele sind in der diesjährigen Oberliga-Saison noch zu absolvieren, wobei es aktuell für den FC Grimma überhaupt nicht gut aussieht. Fünf Punkte Rückstand haben die Muldestädter derzeit auf das den ersten Nichtabstiegsplatz, so dass extrem viel zusammenkommen muss, um den Klassenerhalt noch direkt realisieren zu können. Soll dieser Fall noch eintreten, müssen die Grimmaer zunächst die beiden anspruchsvollen Aufgaben in Plauen und daheim gegen Rudolstadt jeweils mit einem Sieg abschließen und dann hoffen, was die Konkurrenz aus Stendal in Bischofswerda in ihren Begegnungen zustande bringt. Die besten Karten auf den direkten Oberliga-Verbleib hat zweifelsohne Lok Stendal mit 27 Punkten. Der Aufsteiger aus der Altmark, der aktuell auf dem ersten Nichtabstiegsplatz platziert ist, fährt am heutigen Sonntag nach Sandersdorf, ehe man am letzten Spieltag den VfB 1921 Krieschow empfängt. Der Bischofswerdaer FV 08 hat aktuell drei Zähler weniger auf dem Konto und derzeit auf dem Relegationsrang 14 liegend mit der Auswärts-Partie gegen Krieschow sowie der Heimaufgabe gegen Plauen ebenfalls zwei schwierige Aufgaben zu lösen. Für die Grimmaer gibt es daher in den letzten beiden Begegnungen nur noch Sekt oder Selters. Lok Stendal bei noch zwei ausstehenden Partien und fünf Zählern Rückstand einholen zu können, wird schon aufgrund der heutigen Auswärtsaufgabe VFC Plauen ein extrem schwieriges Unterfangen, doch wenn die Elf die Klasse über die Relegation halten könnte, sollte diese Chance am Schopf gepackt werden. Die Sieger der Relegation gegen den Drittletzten der Nordstaffel würde dann in der Oberliga verbleiben, wenn der Regionalliga-Meister 1. FC Lokomotive Leipzig im Kampf gegen die Würzburger Kickers den Drittliga-Aufstieg realisieren könnte. Bischofswerda noch überholen zu können, liegt für die Grimmaer daher im Bereich des Möglichen, doch kann dies nur gelingen, wenn man selbst punktet. Und diesbezüglich haben die Muldestädter am heutigen Sonntag beim VFC Plauen eine richtige Mammut-Aufgabe vor der Brust. Von den Qualitäten der zweitbesten Rückrunden-Elf konnte man sich vor gut vier Wochen schon einmal selbst überzeugen, als man im Heimspiel gegen die Vogtländer bei der 0:3-Niederlage völlig chancenlos war. Demzufolge wissen die Muldestädter ganz genau, auf was für einen Gegner man heute treffen wird. Allerdings werden die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer noch einmal alles investieren und sich beim klar favorisierten Regionalliga-Absteiger mit Haut und Haaren gegen eine Niederlage wehren. Der Anstoß im Plauener Vogtlandstadion erfolgt am heutigen Sonntag um 14.00 Uhr.

Nach dem letztjährigen Regionalliga-Intermezzo tat der VFC in der letzten Sommerpause einiges, um im Kampf um die Rückkehr in die 4. Spielklasse ein wichtiges Wort mitreden zu können. Nachdem man nach dem Abstieg einen riesengroßen personellen Aderlass zu verzeichnen hatte, gelang es hungrige und entwicklungsfähige Kicker nach Plauen zu holen, um als Team das Niveau in der Oberliga mitzubestimmen. Unter Trainer Sedat Gören, der im letztjährigen März Aufstiegs-Trainer Karsten Oswald ersetzte, fand das völlig runderneuerte Team dann auch recht schnell zusammen und befand sich immer unter dem Top-Fünf der Staffel – doch der Sprung ganz nach oben in der Tabelle gelang nie. So wurde die Zusammenarbeit mit Gören, der zugleich noch die Funktion des Sportlichen Leiters innehatte, Anfang Januar dieses Jahres beendet und die Trainerposition mit einer internen Lösung ausgestattet. Norman Zschach (37), welcher die A-Junioren trainierte und zugleich als Nachwuchsleiter der Vogtländer amtiert, ist bis Saisonende für die Oberliga-Elf an der Seitenlinie zuständig, ehe ihn der jetzige Auerbacher Coach Sven Köhler ablöst. Unter Zschach spielten die Vogtländer eine bärenstarke Rückrunde, wenn man einmal vom Ausscheiden im Pokal-Viertelfinale beim Sachsenligisten Stahl Riesa (1:2) und der vermeidbaren 0:1-Niederlage in Glauchau einmal absieht. Aufgrund dieser Erfolgsserie hatte der VFC bis letztes Wochenende sogar noch die Chance in den Titelkampf direkt eingreifen zu können. Ein Sieg beim Tabellenführer in Stahnsdorf hätte die Vogtländer bis auf zwei Zähler an die Brandenburger heranrücken lassen, doch unterlagen die Gelb-Schwarzen nach zwischenzeitlicher Führung in der Schlussphase beim jetzigen Staffelsieger mit 1:2. Damit musste der große Traum vom Wiederaufstieg in Plauen erst einmal zu den Akten gelegt werden, doch wird die Mannschaft mit Sicherheit alles daran setzen, sich im letzten Heimspiel von seinem treuen Publikum gebührend verabschieden zu wollen. Neun Heimspiele haben die Vogtländer in Folge gewonnen, was vieles über die Ausgangsposition in dieser Begegnung aussagt.

Die Grimmaer haben ihrerseits stattdessen erst sechs Partien in der ganzen Saison siegreich gestaltet, so dass man über die Favoritenrolle im Vorfeld keine großen Worte verlieren muss. Wenn man die Restchance auf den Klassenerhalt aufrecht erhalten möchte, haben die Muldestädter allerdings keine Optionen, als in  dieser Begegnung zu punkten. Dass man dies auch gegen Schwergewichte der Staffel bewerkstelligen kann, hat diese Saison bereits gezeigt – allerdings viel zu wenig. Doch diese Niederlagen gegen die Top-Teams schmerzen bedeutend weniger als gegen die unmittelbare Konkurrenz. Wenn man bedenkt, dass die Muldestädter gegen Teams wie Bischofswerda und Sandersdorf keinen einzigen Punkt holten, man in Stendal nach einer zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Führung noch mit 4:5 verlor, in Glauchau drei Auswärtstore nicht reichen, um etwas Zählbares mitzunehmen – dann weiß man am Ende des Tages, warum es am Ende vielleicht nicht reichen könnte. Doch soweit ist es noch lange nicht – in den letzten 180 Minuten der Saison wird die Elf noch einmal alles reinhauen. Zweifelsohne ist die Ausgangslage prekär, zumal es die Muldestädter nicht mehr in den eigenen Händen haben, doch eines sollte die Gegnerschaft nicht tun: Den FC unterschätzen! Im Fußball hat es bereits die wahnsinnigsten Geschichten gegeben, daran sollte sich die Mannschaft immer erinnern. Demzufolge wird die Elf heute Nachmittag Gas geben und dem VFC einen offenen Kampf mit intensiver Zweikampf-Führung geben. Die Muldestädter haben nicht vergessen, wie man vor vier Wochen mit dem Nasenring durch die Manege im heimischen Husaren-Sportpark gezogen wurde, eine ähnliche Vorführung soll es heute Nachmittag nicht noch einmal geben.

Bericht: © Tom Rietzschel