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Quasi letzte Chance: Ziel gegen Wernigerode klar definiert

Vorschau auf den 26. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

FC Grimma – FC Einheit Wernigerode

 

Datum:                   Sonntag, 26.04.2026

 

Anstoß:                  14.00 Uhr

 

Spielort:                 Husaren-Sportpark, Grimma

 

Grimma. Zweifelsohne war der FC Grimma in den vergangenen Jahren immer in den unteren Regionen der Tabelle unterwegs, doch ist die Luft diesmal dünner als jemals zuvor. Vor drei Jahren war die Situation ebenfalls prekär, als drei Siege in den letzten drei Begegnungen zwingend von Nöten waren, um die Klasse halten zu können – genauso vor zwei Jahren, als man im Verlauf der Rückrunde aufgrund einer sensationellen Aufholjagd doch noch die Wende zum Guten bewerkstelligen konnte. In dieser Saison scheint die Situation jedoch schwieriger als je zuvor. Fünf Spiele vor Saisonende haben die Muldestädter als Tabellenvorletzter derzeit einen Rückstand von fünf Punkten auf das rettende Ufer, wobei erschwerend hinzukommt, dass quasi alle Abstiegskonkurrenten noch gegeneinander antreten müssen. Dabei liegen die Gründe für die aktuelle Tabellensituation klar auf der Hand. Mit 66 Gegentoren haben die Muldestädter die meisten der Liga kassiert, worin klar ersichtlich ist, wo das Hauptproblem zu finden ist. Das Defensiv-Verhalten der gesamten Mannschaft genügt aktuell keinem Oberliga-Niveau – auch bei der letztwöchigen Niederlage in Glauchau (3:4) reichten drei geschossene Auswärtstore nicht, um etwas Zählbares mitzunehmen. Aufgrund dieser gravierenden Schwächen in der Defensive gelang es der Elf in der kompletten Saison bisher nicht, eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen. Mitte März schien die Mannschaft nach den Spielen gegen Spitzenreiter Stahnsdorf (0:0) und Heiligenstadt (4:0) auf einem guten Weg zu sein, doch durch Ergebnisse wie in Bischofswerda (1:5), daheim gegen Bautzen (2:4) oder zuletzt in Glauchau (3:4) wurde das Team recht schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen. Nun verbleiben also noch fünf Begegnungen, wo es nun einzig darum geht, noch einmal alle verfügbaren Kräfte zu bündeln und mit einer Willensleistung vielleicht doch noch das für viele Unmögliche möglich zu machen. Dies beginnt bereits am morgigen Sonntag, wenn man um 14.00 Uhr den FC Einheit Wernigerode im heimischen Husaren-Sportpark begrüßt.

Bis zum Mittwoch dieser Woche waren die Harzer in der „Abstiegsverlosung“ ebenfalls noch mittendrin. Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Partien ging der Trend des FC Einheit Wernigerode etwas nach unten – mit 26 Zählern war man beim besten Willen noch nicht im sicheren Hafen. Doch ein 2:0 (1:0)-Heimsieg im Nachholspiel gegen den 1. FC Lok Stendal sorgte für ein kollektives Aufatmen am heimischen Mannsberg – gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt konnten ganz wichtige drei Punkte eingefahren werden. Dadurch konnte der FC Einheit den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf neun Zähler vergrößern, doch stellt dies für Trainer Florian Mehr absolut noch kein Ruhekissen dar. „Natürlich war der Sieg von sehr großer Bedeutung, doch werden wir mit Sicherheit noch zwei Siege benötigen, um komplett sicher zu sein“, so der 36-Jährige, der seit Januar des Vorjahres für das Team verantwortlich ist. „Wir schauen weiterhin von Spiel und werden definitiv jeden Gegner ernst nehmen. Es kann insgesamt sehr schnell gehen, zumal unten quasi alle noch gegeneinander spielen. Demzufolge haben wir überhaupt keinen Grund nachzulassen und nach dem Sieg über Stendal die Beine hochzulegen.“ Wenn man den jungen Coach auf den bisherigen Saisonverlauf anspricht, kommt in dieser Hinsicht etwas Unzufriedenheit bei ihm heraus. „Insgesamt haben wir mehr fahrlässig Punkte liegengelassen als glücklich geholt. Einige Niederlagen hätten nicht sein müssen – summa summarum hätten wir bisher viel mehr Zähler holen müssen. Demzufolge befinden wir uns aktuell in der Situation, noch nicht gerettet zu sein. Wenn wir bedanken, dass wir noch gegen Glauchau, Heiligenstadt und Sandersdorf spielen müssen, haben wir in der Hinrunde genau gegen diese Teams auch nur zwei Zähler geholt. Doch auch Grimma und Bischofswerda sind unangenehme Kontrahenten, daher können wir keines dieser Teams auf die leichte Schulter nehmen. Auf die morgige Partie in Grimma angesprochen, kommt die Antwort des Einheit-Trainers wie aus der Pistole geschossen. „Abstiegskampf pur! Ich erwarte ein extremes Kampfspiel, da es für beide Teams um richtig viel geht. Grimma will vielleicht seinen letzten Strohhalm um den Oberliga-Verbleib ergreifen, wir wollen für genau dieses Ziel den Deckel draufmachen und den Sieg aus dem Hinspiel bestätigen.“

Im Grimmaer Lager ist man sich demzufolge darüber im Klaren, dass es nur über drei Punkte gehen wird, will man sich die Restchance auf den Klassenerhalt bewahren. In der aktuellen Phase helfen nur noch Siege, auch wenn man weiß, auf was man sich morgen einstellen muss. Wernigerode verfügt über eine gute Mannschaft, die sehr von ihrer Robustheit, ihrer Zweikampf-Intensität und ihrer Kampfkraft lebt. Duelle gegen die Harzer waren in der Vergangenheit noch nie fußballerische Leckerbissen, wobei dies auch morgen überhaupt nicht zu erwarten ist. Zu viel steht für beide Teams auf dem Spiel, so dass eine Begegnung mit einer Unmenge an geführten Zweikämpfen zu erwarten ist. Wichtig wird es aus Grimmaer Sicht sein, sich nicht auf eventuelle Scharmützel auf dem Feld einzulassen und 90 Minuten Gas zu geben. Jede Begegnung ist weiterhin als absolutes Endspiel zu bezeichnen, so dass jedem einzelnen Kicker die Bedeutung der Partie noch einmal klargemacht werden muss. Mittlerweile ist es nicht mehr fünf vor zwölf, sondern fast zwei vor zwölf – jedem Zuschauer muss der unbedingte Wille der Grimmaer Mannschaft vor Augen geführt werden, sich mit Haut und Haaren an diesen Reststrohhalm zu klammern. Doch diesbezüglich ist eine deutliche Stabilisierung der Defensive zwingend von Nöten – dies steht im Abstiegskampf über allem. „Die Tabelle lügt nicht, so dass es Jedem klar sein muss, dass dies morgen für uns quasi die letzte Chance ist“, findet Trainer Marcus Dörfer klare Worte. „Und genau diese müssen wir nutzen, um vielleicht vor den letzten vier Partien noch einmal kräftig Schwung holen zu können.“ Diesbezüglich stehen dem FC-Coach allerhand personelle Optionen zur Verfügung, da im Vergleich zur Vorwoche auch Philipp Katzenberger (Arbeit) wieder in den Kader zurückkehren wird. Dörfer: „Fakt ist eins: Wir werden nicht aufgeben und alles investieren, um die drei Punkte an der Mulde zu behalten. Ein gewisser Druck ist natürlich vorhanden, doch bin ich überzeugt, dass die Truppe damit umgehen kann.“

Bericht: © Tom Rietzschel