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Kampf David gegen Goliath – Fast traditionelles Pokalmatch gegen den Chemnitzer FC steht an

Vorschau auf das Viertelfinale des

Wernesgrüner-Sachsenpokals

 

FC Grimma – Chemnitzer FC

 

Datum:                   Samstag, 28.03.2026

 

Anstoß:                  14.00 Uhr

 

Spielort:                 Husaren-Sportpark, Grimma

 

Grimma. Im Lager des Oberligisten FC Grimma war am vergangenen Samstag gegen 16.00 Uhr eine durchweg kollektive Erleichterung komplett spürbar. Nachdem die Muldestädter bereits eine Woche zuvor mit einem torlosen 0:0-Unentschieden gegen den Aufstiegsanwärter RSV Eintracht 1949 für reichlich Aufsehen sorgten, gewann die Mannschaft von Trainer Marcus Dörfer nun das „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den Tabellenvorletzten 1. SC 1911 Heiligenstadt klar mit 4:0 (3:0) und konnte somit als Drittletzter den Rückstand auf das rettende Ufer auf drei Zähler verkürzen. Dabei gelang den Grimmaern eine Fortsetzung der sieben Tage zuvor gezeigten Leistung, welche damit belohnt wurde, dass der Elf der erste Oberliga-Sieg seit Ende Oktober gelang. Dementsprechend war Coach Dörfer mit dem Dargebotenen seiner Truppe äußerst angetan. „Ich muss meiner Mannschaft für eine sehr engagierte Leistung gratulieren. Die Erwartungshaltung nach dem sehr guten Spiel in der Vorwoche war nicht gering, ein gewisser Druck in einem Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten war dementsprechend vorhanden und spürbar“, so der FC-Trainer. „Ich freue mich sehr, wie die Elf die taktischen Vorgaben umsetzen konnte und wie fokussiert sie insgesamt aufgetreten ist. Es war eine Fortsetzung der Vorstellung der Vorwoche, darauf können wir weiter aufbauen. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und am Ende des Tages einen Big Point im Abstiegskampf geholt. Freilich war es nur ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung, allerdings ein äußerst wichtiger.“ Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft aus diesen zwei Begegnungen das nötige Selbstvertrauen herausziehen kann, da der Weg für das große Ziel Klassenerhalt noch sehr weit und steinig ist. Weiterhin waren diese beiden kleinen Erfolgserlebnisse allerdings auch für den sächsischen Pokalwettbewerb wichtig, welcher an diesem Wochenende auf dem Programm steht. Dort gastiert der Regionalligist Chemnitzer FC am morgigen Samstagnachmittag in Grimma – eine Begegnung, wo die Verhältnismäßigkeiten vor dem Anpfiff ganz klar geregelt sind. Die Muldestädter können in dieser Partie völlig frei aufspielen und wollen dem großen Favoriten einen offenen Kampf liefern. Daher gehen die Grimmaer nach den vier Punkten aus den letzten beiden Spielen mit einem ganz anderen Gefühl in diese Pokal-Begegnung, auch wenn sich an der Ausgangsposition vor diesem Match nicht im Geringsten etwas ändert. Der Anstoß erfolgt am morgigen Samstag um 14.00 Uhr im Husaren-Sportpark.

Duelle mit dem Chemnitzer FC gehören in der jüngsten Vergangenheit im sächsischen Pokalwettbewerb fast schon einer gewissen Tradition an. Zwischen 2019 und 2021 trafen beide Vereine in jedem Jahr aufeinander – mit 3:1, 5:1 und 9:1 wurden die Himmelblauen ihrer Favoritenrolle teilweise mehr als gerecht. Auch diesmal sind die Fronten vor dem Anpfiff recht eindeutig geklärt, schon weil der Klassenunterschied zwischen Oberliga und Regionalliga viel höher ist, als mancher glauben mag. Auf Tabellenplatz acht der Regionalliga Nordost liegend, befindet sich der CFC aktuell quasi zwischen Baum und Borke. Um ganz nach vorn zu gelangen, ist der Rückstand bereits seit Monaten mehr als beträchtlich – um in Abstiegsgefahr zu geraten, haben sich die Chemnitzer bisher ein viel zu großes Polster angelegt. Nichtsdestotrotz befanden sich die Himmelblauen bis vor einer Woche nach drei Niederlagen  in Folge (1:2 bei Chemie Leipzig, 1:3 beim HFC, 0:4 daheim gegen Erfurt) in einer leichten Abwärtstendenz, ehe letzten Sonntag diese abrupt gestoppt werden konnte. Rapide ersatzgeschwächt bezwang man an der heimischen Gellertstraße den ambitionierten FC Carl Zeiss Jena klar und deutlich mit 4:1 und ließ die Konkurrenz damit erst einmal aufhorchen. Angeführt von Leitwolf und Torjäger Dejan Bozić drehte der CFC dabei einen 0:1-Rückstsand und schoss nach einer grandiosen Vorstellung gegen ein absolutes Schwergewicht der Regionalliga am Ende des Tages einen klaren Sieg heraus. Trainer der Himmelblauen ist Benjamin Duda, der seit Anfang Oktober 2024 für die Mannschaft verantwortlich ist. Für ihn ist die Regionalliga Nordost kein unbekanntes Terrain – mit dem VfB Germania Halberstadt (Juli 2021 – Januar 2022) sowie dem Berliner AK (Januar 2022 – März 2023) betreute er in seiner Trainerlaufbahn bereits zwei Teams in dieser Spielklasse. Aufgrund der Tabellenposition im Mittelfeld der Regionalliga ist daher dem 38-Jährigen klar, dass der Sachsenpokal der einzige Wettbewerb ist, in dieser Saison noch etwas zu reißen. 12 Mal hat der Chemnitzer FC bisher den sächsischen Pokalwettbewerb gewonnen und ist daher Rekord-Pokalsieger im Freistaat. Schon aus diesem Grund sieht der Coach dieses morgige Spiel als eine Art Verpflichtung – sowohl für den Verein als auch für die eigenen Fans. „Der Sachsenpokal hat für uns eine enorme Bedeutung. Der Traum vom Finale lebt und ist für uns Antrieb, um die Saison weiter mit Energie zu gestalten“, so Duda. „Es ist der einzige Wettbewerb, in dem klar ist: Wir müssen das Spiel gewinnen, um weiterzukommen. Genau das ist unser Ziel – wir wollen unbedingt ins Halbfinale und den nächsten Schritt gehen. Langfristig ist auch klar, dass wir ins Endspiel wollen und dort um den Titel spielen.“ Natürlich ist dem CFC-Coach die Favoritenstellung seiner Elf bewusst – schon aus diesem Grund überlässt er nichts dem Zufall und zollt dem Gegner im Vorfeld Respekt. „Grimma ist eine Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpft, zuletzt aber klar im Aufwind ist und gute Ergebnisse erzielt hat. Gerade zu Hause auf einem engen Platz treten sie sehr kompakt auf und werden alles reinwerfen. Im Pokal sind solche Spiele immer besonders, weil der Gegner das als Highlight begreift und entsprechend kämpft“, so die Erwartungen des 38-Jährigen. „Für uns wird es wichtig sein, das Spiel seriös zu gestalten, die Standards zu kontrollieren und in der Restverteidigung stabil zu bleiben. Wenn wir das schaffen, wollen wir unserer Favoritenrolle gerecht werden und das Spiel für uns entscheiden.“

Im Grimmaer Lager freut man sich selbstredend auf die morgige Auseinandersetzung gegen einen Top-Gegner, in der Hoffnung, ähnlich abzuliefern wie in den letzten beiden Spielen. Defensiv hat sich die Mannschaft im Vergleich zu den vorherigen Wochen deutlich stabilisiert, im Spiel nach vorn ist man deutlich variabler und mit viel mehr Tempo unterwegs. Daher wird die Elf morgen alles in die Waagschale werden, um genau dies erneut zu demonstrieren. „Wir sind krasser Außenseiter und können in dem Spiel nur gewinnen. Niemand wird von uns etwas erwarten, demzufolge soll die Truppe völlig befreit und ohne Druck aufspielen“, so Trainer Marcus Dörfer. Dass die Grimmaer allerdings eine Pokalmannschaft sind, hat man in dieser Saison wiederum bewiesen. Nachdem man in der abgelaufenen Serie mit dem VFC Plauen (3:2) und dem FC Eilenburg (1:0) zwei Regionalligisten eliminierte und erst im Halbfinale gegen den späteren Titelträger 1. FC Lokomotive Leipzig mit 0:2 das Stoppzeichen kam, hat die Elf auch in dieser Saison ihre Cup-Qualitäten unter Beweis gestellt – auch wenn man nicht in jeder Runde überzeugen konnte. Nach Siegen in Liebertwolkwitz (3:1), in Görlitz (3:0) in Syrau (4:2 nach Verlängerung) und in Neugersdorf (1:0) hat sich die Mannschaft für dieses Viertelfinale qualifiziert und möchte dies vor einer guten Kulisse nun auch gegen den CFC rechtfertigen. Zwar werden mit Kevin Werner, Toni Ziffert und Vincent Markus drei Spieler aufgrund ihrer zweiten Gelben Karte im Wettbewerb nicht zur Verfügung stehen, doch wird man im FC-Lager auch dieses Handicap versuchen aufzufangen. Im Vergleich zur Vorwoche werden die gesperrten Philipp Katzenberger (Gelb-Rot) und Jan Hübner (Gelb) wieder in den Kader zurückkehren, auch Torhüter Ondřej Čáp steht nach einer Verletzung wieder zur Verfügung. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Mannschaft im Pokal über die Leistungsgrenze gehen kann. Die Ausgangslage ist weiterhin positiv – Chemnitz muss weiterkommen, meine Mannschaft will überraschen“, so Trainer Marcus Dörfer. „Wir wollen das Maximale abrufen und die zuletzt positive Tendenz weiter fortsetzen. Schon das alleine verspricht ein hoffentlich tolles und intensives Pokalspiel zu werden. Fakt ist natürlich, dass die Oberliga Priorität besitzt, doch für solche Pokal-Highlights spielen die Jungs Fußball.“

Bericht: © Tom Rietzschel