Vorschau auf den 19. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
FC Grimma – VfB Germania Halberstadt
Datum: Samstag, 28.02.2026
Anstoß: 13.30 Uhr
Spielort: Husaren-Sportpark, Grimma
Grimma. Schlimmer als am vergangenen Wochenende hätte die Oberliga-Rückrunde für den FC Grimma nicht beginnen können. Trotz einiger personeller Probleme und einer durchwachsenen Vorbereitung wollte man beim VfL Halle 96 selbstredend etwas Zählbares mitnehmen, um im Kampf um den Klassenerhalt Boden gutmachen zu können. Doch erlebten die Muldestädter letzten Sonntag auf dem Kunstrasen im Hallenser Stadion am Zoo ein absolutes Fiasko. Nach kollektiven Auflösungserscheinungen und großen taktischen Unzulänglichkeiten in der letzten halben Stunde holten sich die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer am Ende des Tages eine 1:6 (1.2)-Klatsche ab, welche es im Anschluss erst einmal zu verdauen galt. Eine weiterhin äußerst schwer zu akzeptierende Gelb-Rote Karte gegen Abwehrspieler Lucas Bartsch, kurz vor dem Pausenpfiff (45.+1), spielte dabei hinsichtlich des Spielverlaufs und -ausgangs zusätzlich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Allerdings blieb die Art und Weise äußerst grenzwertig, wie die Muldestädter nach dem dritten Gegentreffer förmlich zusammenbrachen und komplett das Gesicht verloren – ein Fakt, der so im Abstiegskampf nicht vorkommen darf. Dementsprechend wurde innerhalb der Trainingswoche die Begegnung in Halle intensiv ausgewertet, die Video-Nachbetrachtung am Montag dauerte diesmal deutlich länger als gewöhnlich. „Zweifelsohne hat uns die Gelb-Rote Karte negativ beeinflusst, zumal wir in dieser Phase nach unserem Anschlusstreffer richtig gut in der Partie waren. Nichtsdestotrotz dürfen wir uns nach dem 3:1 nicht dem Schicksal so ergeben“, brachte es Trainer Marcus Dörfer auf den Punkt. „Im Anschluss waren Wille und taktische Disziplin nicht mehr vorhanden – dass wir dann derart ins Verderben gerannt sind, war fast zwangsläufig. Innerhalb der Auswertung haben noch einmal klar angesprochen, was wir im Trainerteam erwarten. Ich hoffe, dass es nun auch der Allerletzte begriffen hat, in welcher Situation wir uns befinden und dass es nur im Kollektiv funktioniert.“ Letztlich wollte der Grimmaer Coach in der Vorschau gar nicht mehr so explizit auf das letzte Wochenende eingehen. „Erstens haben wir unter der Woche darüber genug gesprochen, zweitens haben wir am Samstag bereits die nächste anspruchsvoller Aufgabe vor der Brust.“ Mit dem VfB Germania Halberstadt gastiert morgen um 13.30 Uhr der aktuelle Tabellendritte im Husaren-Sportpark, der – im Gegensatz zu den Muldestädtern – im Kalenderjahr 2026 noch gar kein Pflichtspiel ausgetragen hat. „Wir wissen natürlich von der Qualität des Gegners, doch liegt uns morgen sehr viel daran, die Schmach der Vorwoche vergessen zu machen“, gibt sich Trainer Dörfer kämpferisch.
Nach einem dritten und einem siebten Platz in den vergangenen zwei Serien, war das Saisonziel beim VfB Germania Halberstadt vor Beginn der diesjährigen Saison klar definiert. „Wir wollen unter die Top-Fünf der Oberliga“, gab Trainer Manuel Rost (37) die Richtung vor, wobei nach einem Zwischenfazit zur Winterpause dieses sehr ambitionierte Saisonziel weiterhin absolut im Bereich des Möglichen liegt. Zehn Siege haben die Germanen in der Hinrunde eingefahren, nur dreimal verließ man als Verlierer den Platz. Demzufolge rangieren die Kicker aus dem Landkreis Harz mit aktuell 33 Zählern auf Tabellenposition drei, was den Rot-Schwarzen für die Rückrunde alle möglichen Optionen offenlässt. Der Rückstand auf das Spitzen-Duo Freital/Stahnsdorf liegt zwar derzeit bei sieben bzw. fünf Punkten, doch bei sieben Zählern Vorsprung auf den Tabellenvierten VfB 1921 Krieschow hat man sich zu den Verfolgern bereits ein gewisses Polster aufgebaut. „Die Entwicklung der Mannschaft war bereits in der Hinrunde zweifellos zu erkennen, was sich auch in der Punkte-Ausbeute trotz einer weiteren Verjüngung innerhalb des Kaders widergespiegelt hat“, so Trainer Rost. „Vor allem auf fremden Plätzen bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden – dies konnte man im Vorfeld nicht unbedingt so erwarten. Als Schlüssel des Erfolges der sehr jungen Mannschaft sehe ich unsere mannschaftliche Geschlossenheit sowie die starke Verbesserung des Mannschaftsklimas. Unsere neuen Spieler haben weiterhin schnell ins Team gefunden, was für die Entwicklung der Truppe ebenfalls sehr wichtig ist. Wenn man ein kleines Haar in der Suppe suchen möchte, ist es, dass wir zu Hause vielleicht den einen oder anderen Punkt zu wenig eingefahren haben.“ Fünf von acht Begegnungen im heimischen Friedensstadion haben die Halberstädter siegreich gestaltet, mit 17 Punkten liegen die Germanen sogar auf Rang drei der Heimtabelle. Allerdings wurmt dem VfB-Coach mit Sicherheit das 2:2-Unentschieden im Derby gegen Wernigerode, jedoch noch mehr die 0:1-Niederlage gegen den morgigen Gegner aus Grimma. „Dieses Spiel ging mir noch lange durch den Kopf“, erinnert sich Rost. „Dabei enttäuschten wir im ersten Durchgang auf ganzer Linie, doch anhand unserer Steigerung nach dem Wechsel hätten wir aufgrund der Vielzahl von Möglichkeiten dieses Spiel trotzdem nie verlieren dürfen. Nichtsdestotrotz hatte sich Grimma den Sieg damals aufgrund ihres Willens und ihres kämpferischen Aufbegehrens irgendwie verdient – wenn wir unsere Torchancen nicht nutzen, brauchen wir uns eh nicht darüber beschweren.“ Allerdings zog die Rost-Elf nach dieser Niederlage daraus die richtigen Lehren. „Meine junge Mannschaft wusste in den folgenden Begegnungen zu überzeugen, so dass es uns fortan gelang stetig zu punkten.“ Dabei gelangen zum Ende der Hinrunde drei Siege in Folge, „wobei die Elf bis zum Ende immer ein positives Ergebnis glaubt.“ Dies verdeutlichen die Siege in Halle und daheim gegen Heiligenstadt (beide 2:1), wo der jeweilige Siegtreffer recht spät fiel. „Mit den 33 Punkten haben wir uns eine sehr gute Ausgangsposition für die Rückrunde erarbeitet, wobei wir natürlich weiter erfolgreich bleiben wollen. Als Ziel haben wir uns gesteckt, doch wir trotz der guten Hinrunde noch eine bessere zweite Halbserie spielen wollen“, gibt Trainer Manuel Rost eine sehr ambitionierte Richtung vor. „Die Elf soll sich nachhaltig weiter entwickeln und dahingehend Schritt für Schritt tätigen. Die Truppe ist extrem jung, vor allem in Sachen Männerfußball soll sie mit der nötigen Reife weiterhin wachsen.“ Auf das morgige Spiel in Grimma angesprochen, hat der Germania-Coach ganz klare Erwartungen. „Nach der Niederlage aus dem Hinspiel wollen wir uns natürlich die Punkte wiederholen. Allerdings ist es eine Umgewöhnung wieder auf Rasen zu spielen, zumal wir noch kein Pflichtspiel absolvieren konnten und daher nicht genau wissen wo wir stehen.“ Rost weiter: „Ich erwarte eine zweikampfbetonte Begegnung, wo wir defensiv stabil agieren und mit dem Ball geduldig unsere Angriffe vortragen müssen. Wir sind auf viele Sachen gut vorbereitet, doch werden wir mit Sicherheit im Spiel auch gegen Widerstände ankämpfen müssen. Vieles wird sicherlich nicht einfach werden, doch die Jungs sollen wissen, dass wir 90 Minuten Zeit haben, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Als bestes Beispiel sollte dafür die letztjährige Partie in Grimma dienen. Mit einer 1:0-Führung im Rücken haben wir im Anschluss gefühlt acht hundertprozentige Gelegenheiten, aus denen wir jedoch einfach keine weiteren Treffer erzielen. Hinten raus verlieren wir durch ein Selbsttor und durch ein sehenswertes Freistoßtor des Gegners mit 2:1. Man soll sich in beiden Richtungen nie zu sicher sein, denn mit Wille und Glaube kann man im Fußball vieles erreichen.“
Trotz der aktuell sportlich sehr schwierigen Situation sollten sich die Grimmaer Kicker genau an diese zwei Begegnungen gegen Halberstadt erinnern und daraus Motivation schöpfen. Beim letztjährigen 2:1 gegen die Germania konnten die Muldestädter anhand der gravierenden Überlegenheit der Gäste die Partie eigentlich nie im Leben gewinnen, beim diesjährigen Auswärtssieg im Friedensstadion setzte im Vorfeld niemand einen Pfifferling auf die Grimmaer, die zu seiner Zeit mit drei Niederlagen in die Saison gestartet waren. Die Vorzeichen auf das morgige Heimspiel sind quasi wieder dieselben – Halberstadt nimmt aufgrund der Tabellenkonstellation die klare Favoritenstellung ein. Jedoch muss im Fußball jede Begegnung erst einmal gespielt werden – daher werden die Einheimischen auch morgen ihre Chance suchen. Ziel muss es primär sein, das eigene Tor mit Haut und Haaren zu verteidigen und im Defensivbereich schnörkellos sowie ohne jegliches Risiko zu agieren. Einfacher Fußball wird gefragt sein, in der gegenwärtigen Situation bleibt dem FC auch gar nichts anderes übrig. „Wir brauchen Punkte, wie wir dazu kommen, soll uns egal sein. Der Zweck heiligt die Mittel, erfolgreich spielen muss nicht immer schön aussehen“, so Trainer Marcus Dörfer. Mit 41 Gegentoren haben die Muldestädter derzeit die meisten der Liga kassiert, hier muss dringend der Hebel angesetzt werden. „Robustheit im Zweikampf, konsequentes und resolutes Abwehrverhalten, selbst Initiative ergreifen und selbst Verantwortung übernehmen anstatt diese abzugeben – dies sind alles Faktoren, die in den kommenden Spielen von entscheidender Bedeutung sein werden“, so Trainer Marcus Dörfer. „Wenn es uns gelingt, im Kollektiv an die Grenzen zu gehen, können wir überraschen. Doch dazu müssen wir uns im Vergleich zur Vorwoche erheblich steigern.“ Personell kommen zwar Stefan Tröger und Albert Pistol in den Kader zurück, doch mit Lucas Bartsch (Gelb-Rot-Sperre) wird stattdessen ein Leistungsträger fehlen. „Wir haben noch neun Heimspiele und können den Klassenerhalt aus eigener Kraft natürlich noch realisieren“, so der FC-Coach. „Wir betrachten fortan jedes Spiel als Endspiel und wollen in jeder Begegnung komplett alles in die Waagschale werfen. Schon morgen gegen Halberstadt, auch wenn wir wissen, was auf uns zukommt. Doch Bangemachen gilt nicht – die Truppe hat diese Woche gut trainiert. Daher wollen wir diese positiven Dinge auch im Wettkampf umsetzen.“
Bericht: © Tom Rietzschel
