NOFV-Oberliga Süd • 16. Spieltag
SC Freital – FC Grimma 1:0 (0:0)
Freital: Kamenz – von Brezinski, Böcker, Adler – Herold (ab 85. Ranninger), Menz, Tänzer (ab 71. Hendrich), Michael – Fluß (ab 90. Miličević), Weidauer (ab 85. Seyfert) – Schulze (ab 71. Heidler) – Trainer: Beck
Grimma: Čáp – Markus (ab 84. Förster), Ziffert, Janz, Pistol – Rieger, Vogel, Mattheus (ab 74. Hübner), Kaba (ab 84. Seidl) – Kind, Werner – Interimstrainer: Förster
Schiedsrichter: Seib (Holtendorf) – Schiedsrichter-Assistenten: Näther (Haselbachtal), Krompaß (Dresden) – Tor: 1:0 Fluß (70.) – Gelbe Karten: Menz (Foulspiel – 62.), Herold (Foulspiel – 78.), Fluß (Foulspiel – 81.) – Janz (Foulspiel – 24.), Seidl (Foulspiel – 88.), Hübner (Foulspiel – 90.+3) – Reservebänke: Hartmann (Tor), Wermann – Winkler (Tor), Rasser – Zuschauer: 217 in der WGF-Arena Stadion des Friedens zu Freital
Freital. Oberligist FC Grimma hat im letzten Spiel des Kalenderjahres 2025 eine Überraschung knapp verpasst und konnte damit den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze nicht verringern. Beim Herbstmeister SC Freital unterlagen die Schützlinge von Interimstrainer Benjamin Förster knapp mit 0:1 (0:0), so dass das rettende Ufer mittlerweile vier Zähler entfernt ist. Zwar legten die personell gebeutelten Muldestädter in den 90 Minuten alles in die Waagschale und investierten als Kollektiv das Maximum, doch eine Unachtsamkeit im Defensivbereich reichte aus, um letztlich auf die Verliererstraße zu geraten. Zweifellos hatten die Gastgeber über die gesamte Spielzeit ein Chancenplus zu verzeichnen, doch gefiel, mit welcher Leidenschaft und Intensität die Grimmaer ihr Tor verteidigten. Am Ende des Tages verzeichneten die Gäste allerdings null Ertrag – ein Fakt, welcher Benjamin Förster in der anschließenden Pressekonferenz besonders ärgerte. „Auch wenn wir personell heute absolut am Limit fuhren, war diese Begegnung heute ein Spiegelbild der Hinrunde“, so der Grimmaer Interimstrainer. „Aus Begegnungen, wo man eventuell etwas mitnehmen kann, haben wir einfach zu wenig Punkte geholt. Aufgrund der Chancenvorteile geht der Freitaler Sieg zwar in Ordnung, doch wenn der Gegner seine Möglichkeiten nicht nutzt, muss man einfach da sein. Das ist das Einzige, was ich der Mannschaft heute vorwerfen kann – ansonsten hat die Truppe heute alles rausgehauen. Für uns kommt es in der Vorbereitung nun darauf an, die Defizite im läuferischen Bereich und in Sachen Handlungsschnelligkeit zu korrigieren. Aufgrund dieser Nachteile stehen wir aktuell nicht zu Unrecht da unten, doch werden wir alles tun, um in der Rückrunde dort rauszukommen.“ Auf der anderen Seite war man im Freitaler Lager nach der letztwöchigen 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen Verfolger Stahnsdorf überglücklich über diese drei Punkte. „Wir haben gewusst, was uns heute erwartet und dass es eine extrem zähe Angelegenheit werden kann. Grimma hat dies seit dem Trainerwechsel defensiv gut hinbekommen und ist mit den zwei Brechern da vorn immer gefährlich“, resümierte SC-Trainer Christopher Beck. „In der ersten Halbzeit waren wir noch etwas zu unpräzise, auch wenn wir dort schon Möglichkeiten zur Führung besaßen. Daher war es wichtig, geduldig zu bleiben – vor allem, wenn man die Grimmaer Stärken bei Standards kennt. Leider haben wir es nach unserem Führungstreffer verpasst, den Deckel draufzumachen. Dadurch blieb die Partie spannend, so dass wir hinten raus noch einmal ein, zwei heikle Szenen vor unserem Tor überstehen mussten. Am Ende des Tages betrachte ich den Sieg allerdings als verdient, was für uns natürlich ein sehr schöner Jahresausklang darstellt.“ Ein was musste Christopher Beck allerdings noch loswerden, ehe die Pressekonferenz beendet wurde. „Unabhängig von dem heutigen Ergebnis drücke ich Grimma für die Rückrunde alle Daumen, dass die Truppe da unten rauskommt. Seit Jahren kommen alle Verantwortlichen miteinander sehr gut aus – es wäre extrem schade, wenn dieser Verein absteigen muss.“
Dabei präsentierten sich die personell arg Gäste, die auf Stefan Tröger (Rot-Sperre), Giovanni Lumpitzsch (Gelb-Rot-Sperre), Lucas Bartsch (Gelb-Sperre), Max Nitschke (langzeitverletzt), Robin Speitzer und Philipp Katzenberger (beide krank) verzichten mussten und Kevin Werner sowie später Jan Hübner nur extrem angeschlagen ins Spiel gingen, von der ersten Minute an höchst konzentriert. Mit sehr laufintensivem Spiel verengten die Muldestädter geschickt die Räume und gestalteten die eigene Defensive damit höchst kompakt. Dabei hatten die Grimmaer sogar die erste Torchance in dieser Begegnung zu verzeichnen, als Tim Mattheus einen von Fluß zu kurz abgewehrten Ball knapp über die Querlatte drückte (14.). Allerdings fanden die Hausherren im Anschluss besser in die Partie, ohne allerdings die ganz große Torgefahr ausstrahlen zu können. Nach Doppelpass mit Sandro Schulze scheiterte Louis Menz am sehr gut aufgelegten Ondřej Čáp (15.), abermals musste der FC-Keeper bei einem abgefälschten Freistoß von Ricardo Michael eingreifen (25.). Bei einem weiteren Freistoß von Spezialist Fluß hatten die Freitaler Fans bereits den Torschrei auf den Lippen, doch fehlte hier gut ein Meter (23.). Nichtsdestotrotz blieben die Gäste im Defensivbereich weiterhin höchst kompakt – rigoros in den jeden Zweikampf gehend, hielt man das Spielgeschehen zunächst immer wieder vorm eigenen Tor fern. Leider kamen die Muldestädter im eigenen Offensivspiel meist über Ansätze nicht hinaus, da tief in der gegnerischen Hälfte einfach die Bälle viel zu schnell verloren wurden. Stattdessen mussten die Förster-Schützlinge einmal kurz vor der Pause kräftig durchatmen. Durch einen Menz-Flachpass durchs Zentrum wurde die ansonsten sehr gut verschiebende Viererkette schachmatt gesetzt, doch rettete Čáp gegen den frei durchgebrochenen Schulze grandios und konnte sich beim Nachschuss von Moritz Herold zusätzlich noch der Hilfe von Albert Pistol bedienen (39.). Bei einem weiteren Versuch von Schulze packte der tschechische Schlussmann abermals sicher zu (43.). Hinten raus mit etwas Glück retteten sich die Gäste mit dem Remis in die Pause – die erste Etappe war damit erfolgreich bewältigt worden.
Nach dem Wechsel änderte sich am Spielfilm weiterhin recht wenig. Freital blieb die feldüberlegene Mannschaft, die Muldestädter hielten mit Wille, Leidenschaft und extremer Lauf- und Zweikampfbereitschaft dagegen. Nichtsdestotrotz musste abermals Ondřej Čáp im FC-Tor erneut zweimal sein Können demonstrieren, als er zunächst einen Versuch von Jonas Adler entschärfte (52.) und anschließend gegen Rico Tänzer nach einem Freitaler Konter spektakulär rettete (53.). Langsam wurden die knapp 220 Zuschauer etwas ungeduldig, aufgrund der Tabellenkonstellation konnten sich nur wenige solch einen Zwischenstand vorstellen. Zumal nach gut einer Stunde Spielzeit dann sogar eine Grimmaer Führung durchaus im Bereich des Möglichen war. Nach einer Flanke von Nico Rieger setzte Tommy Kind im Rückwärtslaufen einen Kopfball gefährlich in Richtung SC-Gehäuse, doch trudelte das Streitobjekt hauchzart am Tor vorbei (59.). Torgefährlicher blieben in der Folgezeit jedoch weiterhin die Gastgeber, nach einer Flanke von Herold konnte sich Čáp bei einer Direktabnahme von Fluß wiederholt auszeichnen (66.). Die Zeit verrann dem Spitzenreiter so langsam aber sicher, doch als die Muldestädter einmal nicht aufpassten, schlug der Tabellenführer dann doch eiskalt zu. Zunächst schafften es die Gäste nicht, den Ball konsequent aus der Gefahrenzone zu befördern, anschließend verlor Vincent Markus nach einer Herold-Flanke am zweiten Pfosten Robin Fluß aus den Augen, der die Kugel daraufhin unhaltbar für Čáp ins lange Eck köpfte – 1:0 (70.). Doch auch nach diesem späten Gegentreffer fielen die Gäste nicht zusammen und forcierten das Risiko. Mit den Einwechslungen von Jan Hübner, Spielertrainer Benjamin Förster und Valentin Seidl wurde die Offensive verstärkt und fortan „Alles oder Nichts“ gespielt. So besaßen die Rand-Dresdner natürlich einige Konterräume, doch hielt der heute überragende Čáp seine Elf mit einer weiteren sehenswerten Parade gegen Finn Heidler im Spiel (75.). Die Muldestädter setzten nun alles auf eine Karte, doch ließen sie die eine Gelegenheit auf die man wartete, schließlich ungenutzt. Nach einem weiten Ball von Julian Janz setzte Kind mit einer Kopfball-Ablage mustergültig Kevin Werner in Szene, der die Kugel aus bester Position jedoch nicht unter Kontrolle brachte und letztlich verstolperte (78.).
So blieb es am Ende des Tages bei der knappen Grimmaer Niederlage, die sich angesichts der Personalsituation sowie ihres eigenen Auftritts insgesamt recht wenig vorzuwerfen haben. Wille, Leidenschaft, Aggressivität – alles stimmte, doch war der Ertrag nach 90 Minuten leider gleich null. Der Freitaler Sieg geht aufgrund der Chancenvorteile natürlich in Ordnung, doch ein einziger Lucky Punch hätte letztlich genügt, um einen Teilerfolg mit an die Mulde zu entführen.
Bericht: © Tom Rietzschel
Mit drei Punkten in die Winterpause
Freital. Zum Abschluss des Kalenderjahres stand noch der erste Spieltag der Rückrunde auf dem Programm und die Freitaler, als Tabellenführer, wollten sich möglichst mit einem Sieg von ihren treuen Fans in die Winterpause verabschieden. Dies gelang ihnen dann letztlich auch, doch dafür war ein hartes Stück Arbeit nötig. Die Grimmaer, mit akuten Abstiegssorgen, benötigen jeden Punkt und wollten auch beim Spitzenreiter nicht mit leeren Händen die Heimreise antreten. Dass sie das können, haben sie in der Saison schon mehrfach bewiesen, so unter anderem mit einem Sieg in Halberstadt und auch beim Tabellenzweiten Stahnsdorf konnten sie nach einem torlosen Remis einen Punkt entführen. So hatte das Freitaler Trainerteam schon die ganze Woche gewarnt, das Spiel auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen und mit der gleichen Einstellung in die Partie zu gehen wie in der Vorwoche gegen die Stahnsdorfer.
Die erste Viertelstunde lief dann aber relativ ereignislos ab bevor die Gäste dann das erste Achtungszeichen setzten. Nach einer schon abgewehrten Freistoßflanke kamen sie aus 16 Metern zum Abschluss, der Ball strich aber knapp über den Freitaler Kasten. Dies war dann sowas wie der Wachmacher für die Freitaler Mannschaft, denn bereits eine Minute später tauchte, nach einer schönen Kombination, Louis Menz allein vorm Grimmaer Tor auf, schaffte es aber nicht den Ball am toll reagierenden Gästeschlussmann Ondřej Čáp vorbei zu bringen. Jetzt nahm die Partie weiter an Fahrt auf und Freital erspielte sich noch vor der Pause eine ganze Reihen an guten bis sehr guten Gelegenheiten. Die größte davon in der 39. Spielminute als Sandro Schulze zunächst freistehend am Torwart scheiterte und der Nachschuss von Moritz Herold gerade noch so vor der Linie geblockt wurde. So ging es dann torlos in die Kabinen, wo sich die Freitaler vornahmen geduldig zu bleiben den Druck weiter zu erhöhen um dann wenigstens eine der sich bietenden Gelegenheiten zu nutzen.
Zunächst blieb aber alles beim Alten. Der Sportclub weiter mit guten Gelegenheiten, doch es fehlte etwas die Überzeugung um den Ball über die Linie zu zwingen. In der 70. Minute dann endlich die Erlösung. Nach einer Flanke von Moritz Herold war Robin Fluß am langen Pfosten zur Stelle und beförderte den Ball mit einem wuchtigen Kopfball unter die Latte des Grimmaer Gehäuses. Noch waren aber zwanzig Minuten auf der Uhr und der Sieg keineswegs in trockenen Tüchern. Die Gäste waren nun gezwungen etwas offensiver zu agieren, was sie auch taten und zumindest nach einigen Standardsituationen konnten sie dann auch für etwas Gefahr vor dem Freitaler Kasten sorgen. Auf der Gegenseite sah man dann aber auch wieder das Problem der Freitaler Mannschaft, die es wieder einmal nicht schaffte, die sich nun bietenden großen Räume zu nutzen und mit einem zweiten Treffer das Spiel endgültig zu entscheiden. Verlass war aber eben wieder auf die beste Abwehr der Liga, die, auch in Abwesenheit ihres Abwehrchefs Paul Horschig, jederzeit den Kopf oben behielt und den Sieg letztlich ohne größere Probleme über die Zeit brachte.
So geht das Team von Cheftrainer Christopher Beck, nach dem wohl besten Jahr der Freitaler Fußballgeschichte, als Tabellenführer in die Winterpause und man darf gespannt sein ob es die Jungs schaffen, ihre Position auch in der Rückrunde zu verteidigen.
Bericht: © Andreas Hannewald • SC Freital

