Vorschau auf den 16. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
SC Freital – FC Grimma
Datum: Samstag, 13.12.2025
Anstoß: 13.00 Uhr
Spielort: WGF-Arena Stadion des Friedens, Freital
Grimma. Die Hinrunde der diesjährigen Oberliga-Saison wurde am vergangenen Wochenende abgeschlossen. Dabei holte der FC Grimma in zweifacher Unterzahl beim seit Jahren äußerst heimstarken FC Einheit Rudolstadt mit einem 2:2 (0:1)-Unentschieden zwar einen Teilerfolg, doch verbleiben die Muldestädter damit auf einem enttäuschenden Abstiegsplatz. Zwölf Punkte haben die Grimmaer aus ihren bisher absolvierten 14 Begegnungen erst eingefahren, was dem derzeit drittletzten Tabellenrang gleichzusetzen ist. Zwar beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer aktuell nur drei Zähler, doch sind sich im FC-Lager alle einig, dass man in der Hinrunde weit unter den Erwartungen blieb. Speziell gegen die Kontrahenten auf Augenhöhe wurden viel zu viele Spiele verloren, wenn man dabei die Niederlagen gegen Bischofswerda (2:3), in Stendal (4:5), in Wernigerode (1:3) oder daheim gegen Sandersdorf (2:4) anspricht. Viel zu selten gelang es der Mannschaft, das wahre Potenzial auf den Platz zu bringen. Wenn dies geschah, wie beispielsweise bei den Spitzenteams in Halberstadt (1:0) oder in Stahnsdorf (0:0), konnte dies auch mit Punkten vergoldet werden. Derzeit hat die Elf erst drei Spiele gewonnen, mit 34 Gegentoren hat man weiterhin die schlechteste Defensive der Oberliga – schon diese zwei Fakten belegen eindrucksvoll, dass die gegenwärtige Tabellenposition nicht von ungefähr kommt. Allerdings hat sich in den letzten Wochen einiges getan, auch wenn sich dies nicht unbedingt in den Ergebnissen widerspiegelt. Die Elf wirkt geschossener, agiert im Defensivbereich robuster und kann auch mit Rückschlägen umgehen. Kurzum: die Mannschaft lebt! Bestes Beispiel war die letztwöchige Begegnung in Rudolstadt, als man nach zwei Platzverweisen vehement den Punkt sicherte und sich diesen aufgrund des aufopferungsvollen Kampfes auch verdiente. An diese Leistung soll im letzten Spiel des Jahres am morgigen Samstagnachmittag noch einmal angeknüpft werde, auch wenn die Vorzeichen für diese Begegnung allgegenwärtig sind. Um 13.00 Uhr sind die Schützlinge von Interimstrainer Benjamin Förster beim Hinrunden-Meister SC Freital zu Gast, der in seiner vierten Oberliga-Saison eine sensationelle erste Halbserie gespielt hat. Zweifelsohne gehen die Grimmaer daher als klarer Außenseiter in diese Partie, doch ist man fest gewillt, den Hausherren noch einmal einen harten Kampf zu liefern. Der Anstoß in der Freitaler WGF-Arena Stadion des Friedens erfolgt um 13.00 Uhr.
Es ist schon äußerst bemerkenswert, wie der SC Freital einsam seine Kreise in die Hinrunde zog. Elf der 14 Begegnungen konnten die Rand-Dresdner siegreich gestalten, nur zweimal verließen die Freitaler den Platz als Verlierer. Dass dies beide Mal in heimischen Gefilden vonstattenging, hätten die SC-Verantwortliche zwar gern verhindert, doch 16 von 18 möglichen Punkten in der Fremde verdeutlichen eindrucksvoll die hohe Qualität in der Mannschaft. Selbst solche „Sechs-Punkte-Spiele“ wie gegen Halberstadt, Plauen, Halle (jeweils 1:0) oder Bautzen (4:1) konnte Freital gewinnen, auch beim vor der Saison selbst ernannten Aufstiegskandidaten in Krieschow (2:2) verlor man nicht. Zeitweise betrug der Vorsprung vor dem zweitplatzierten RSV Eintracht 1949 satte acht Punkte, so dass man den SC Freital absolut als Mannschaft der Hinrunde in der Oberliga bezeichnen kann. Zwar verlor der SCF am vergangenen Wochenende das Spitzenspiel daheim gegen die Stahnsdorfer durch einen umstrittenen Elfmeter mit 0:1, doch tat auch diese knappe Niederlage der bisherigen Saison überhaupt keinen Abbruch. „Grundlage dafür war, dass wir sehr gut aus den Startlöchern gekommen sind und wir uns im Anschluss in einen regelrechten Flow gespielt hatten, welcher letztlich sehr lange anhielt“, so das Fazit von Trainer Christopher Beck. „Insgesamt hat die Mannschaft bisher sehr viel geleistet und damit die beste Freitaler Oberliga-Hinrunde der Geschichte gespielt. Freilich war die letztwöchige vermeidbare Heimniederlage etwas ärgerlich, doch wird uns diese nicht umwerfen.“ Sensationelle 34 von möglichen 42 Zähler haben die Freitaler bisher eingefahren, der Vorsprung vor Verfolger RSV Eintracht 1949 beträgt vor der morgigen Begegnung zwei Punkte. „Als Hauptgrund für unsere bisher sehr erfolgreiche Saison sehe ich unsere stabile Defensive an. Wir haben es bisher geschafft, unseren Gegnern nicht viele Gelegenheiten zu gestatten“, so Coach Beck. Erst acht erhaltene Gegentore in 14 Begegnungen unterstreichen diesen Fakt eindrucksvoll. „Doch auch im Spiel mit dem Ball konnten wir uns stark verbessern. Insgesamt ist die positive Entwicklung unübersehbar, doch konnten wir natürlich nicht damit rechnen, zur Winterpause so gut dazustehen.“ Allerdings ist man sich im Freitaler Lager auch darüber bewusst, dass man aktuell von einer sehr schönen Momentaufnahme spricht. „Bisher blieben wir ebenfalls von Verletzungen und Sperren verschont, was allerdings nicht heißt, dass dies in der Rückrunde auch so bleiben muss“, so der 41-Jährige, der zu Beginn der letzten Saison das Trainer-Amt von Knut Michael übernahm. „Unser Ziel waren vor der Saison 50 Punkte – da sind wir bisher auf einem guten Weg. Allerdings müssen wir unsere Zielstrebigkeit und die nötige Gier auch in der Rückrunde beibehalten, um diesen positiven Weg weiter fortsetzen zu können. Wenn wir zum Saisonende ein Platz auf dem Treppchen einnehmen können, wäre das eine Riesensache“, so Christopher Beck. Nichtsdestotrotz ist sich der Freitaler Trainer auch darüber im Klaren, dass morgen noch eine Begegnung zu absolvieren ist, welche noch einmal hochkonzentriert angegangen werden muss. „Nachdem wir in den letzten Wochen fast nur Spitzenspiele zu bestreiten hatten, rechne ich morgen mit der schwersten Partie für uns“, so die Erwartungen des SCF-Coaches. „Der neutrale Betrachter rechnet aufgrund der Tabellenkonstellation mit einem Sieg unserer Mannschaft, doch lasse ich diese Vorab-Einschätzung nicht gelten. Spiele gegen Grimma waren in der Vergangenheit immer eng, ein klares Ergebnis gab es nie. Meines Erachtens wird es morgen nicht anders werden, eine zähe Angelegenheit ist nicht auszuschließen. Trotz des Tabellenstandes hat Grimma vor allem im Offensivbereich ordentliche Qualitäten, welche immer zu beachten sind. Entscheidend ist, wie wir unser Spiel durchbekommen, dieser Aufgabe werden wir uns stellen müssen.“
Im Lager der Muldestädter sind die letzten Emotionen aus der Vorwoche nun vollständig abgeebbt, auch wenn der Punktgewinn in Rudolstadt am Ende des Tages teuer erkauft wurde. Die Platzverweise gegen Stefan Tröger (zwei Spiele Sperre) und Torhüter Giovanni Lumpitzsch (Gelb-Rot) tun richtig weh, weiterhin hat sich Abwehrchef Lucas Bartsch die fünfte Gelbe Karte eingefangen. „Die Feldverweise haben schon gewaltig geschmerzt, zumal wir in dieser Phase eher am dritten Tor waren als Rudolstadt dem Ausgleich“, resümiert Trainer Benjamin Förster. „Doch Bangemachen gilt nicht, wir können es nun nicht mehr rückgängig machen.“ Ziel beim Spitzenreiter ist es morgen noch einmal alles rauszuhauen und das Jahr 2025 mit einem versöhnlichen Ergebnis abzuschließen. „Auch wenn wir personell einige Probleme haben, werden wir noch einmal alles investieren und versuchen, aus unserer Außenseiterrolle das Beste zu machen. Verstecken brauchen wir uns nicht, zumal wir uns gegen die Top-Teams der Oberliga in dieser Saison bisher sehr ordentlich aus der Affäre gezogen haben.“ Grundlage in Freital wird sein, defensiv wiederum eine gewisse Kompaktheit an den Tag zu legen und im Abwehrbereich ohne Risiko zu agieren. „Solche einfachen Tore wie in Rudolstadt dürfen wir einfach nicht wieder bekommen“, so Coach Förster. Doch hat die Mannschaft in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie ihr Tor verteidigen kann, wenn man eine gewisse Zweikampf-Intensität an den Tag legt. Diese wird morgen wiederum von Nöten sein, um die drittbeste Offensive der Oberliga (30 Tore) zu stoppen. Allerdings wird man auch im Spiel mit dem Ball seine Chance suchen – allein mit Verteidigen wird es nicht gehen. „Vorn sind wir immer für ein Tor gut, auch wenn wir die nötige Zielstrebigkeit im Offensivspiel weiterhin noch verbessern müssen“, so Förster. „Ziel muss es sein, die sich bietenden Möglichkeiten zu verwerten und insgesamt noch einmal alles in die Waagschale zu werfen, um eine eventuelle Überraschung zu schaffen. Morgen wird niemand etwas von unserer Mannschaft erwarten, das Team kann völlig ohne Druck aufspielen.“
Bericht: © Tom Rietzschel
