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Reaktion ist gefragt

Vorschau auf den 12. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

FC Grimma – SG Union Sandersdorf

 

Datum:                   Samstag, 08.11.2025

 

Anstoß:                  13.30 Uhr

 

Spielort:                 Husaren-Sportpark, Grimma

 

Grimma. Zum wiederholten Mal hat der Oberligist FC Grimma am vergangenen Wochenende verpasst, sich von der abstiegsgefährdeten Tabellenregion etwas absetzen zu können. Beim FC Einheit Wernigerode unterlagen die Muldestädter verdientermaßen mit 1:3 (0:2) und mussten den Gegner im Ranking vorbeiziehen lassen. Dabei konnte die Elf im ersten Spiel unter Interimstrainer Benjamin Förster vor allem in physischer und mentaler Hinsicht dem Kontrahenten wenig Paroli bieten, auch nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer gelang es den Grimmaern nicht mehr, die Kastanien aus dem Feuer zu holen und wenigstens noch einen Teilerfolg zu erreichen. Um einige Dinge zu testen und auszuprobieren, wurde unter der Woche noch kurzfristig ein Test vereinbart – unter dem Strich hätte man sich diesem im Lager der Muldestädter allerdings sparen können. Gegen den Sachsenklasse-Spitzenreiter Kickers Markkleeberg blamierte man sich bei der 0:2 (0:2)-Niederlage bis auf die Knochen, so dass jegliche eventuellen Änderungsansätze in der Grundordnung schnell wieder zu den Akten gelegt wurden. Dementsprechend fand Benjamin Förster nach dem Abpfiff am Mittwochabend klare Worte. „Freilich war es nur ein Testspiel, wo wir vom System her etwas ausprobiert haben. Jedoch kann ich die Art und Weise dieser Vorstellung nicht im Geringsten akzeptieren“, so der FC-Coach. „Wir haben über 90 Minuten keine Einstellung zum Spiel und Gegner gefunden, was die Grundlage für einen erfolgreichen Mannschaftssport darstellt. Dies ist das, was ich der Truppe am meisten vorwerfe. So geht es absolut nicht! Demzufolge kommt es nicht von ungefähr, dass wir uns im gesamten Spiel nicht eine einzige Möglichkeit erarbeiten konnten und wir auch keine Zweikämpfe geführt haben. Fußball beginnt im Kopf, das muss allen Spielern endlich klar werden. Wir wollten uns mit einem erfolgreichen Testspiel etwas Selbstvertrauen für das wichtige Samstagspiel gegen Sandersdorf holen, jedoch ist das Gegenteil eingetreten. Dementsprechend erwarte ich am Wochenende eine zwingend nötige Reaktion – so wie am Mittwoch können wir uns nicht noch einmal präsentieren.“ Allerdings wird die SG Union Sandersdorf, die am morgigen Samstag um 13.30 Uhr im Husaren-Sportpark gastiert, nicht im Geringsten etwas abschenken. Die Anhaltiner haben im Vergleich zum FC einen Punkt weniger auf dem Konto, so dass für beide Teams richtig viel auf dem Spiel steht. „Fakt ist, dass wir uns dringend straffen müssen – selbst eine Vorstellung wie in Wernigerode wird Samstag nicht ausreichen. Ich hoffe, dass nach dem Mittwoch-Spiel auch der Allerletzte nun begriffen hat, um was es für uns geht“, findet Benjamin Förster klare Worte.

Mit der SG Union Sandersdorf reist morgen jedoch eine äußerst unangenehm zu bespielende Mannschaft in Grimma an, mit welcher die Muldestädter seit Jahren große Probleme hat. Von den bisherigen zehn ausgetragenen Oberliga-Begegnungen konnten die Grimmaer nur zwei gewinnen, acht Mal verließ die Elf als Verlierer den Platz. Allerdings haben sich die Vorzeichen nach recht üppigen Zeiten und jahrelangen guten Platzierungen im Landkreis Anhalt/Bitterfeld seit zwei Jahren etwas geändert. Finanziell musste man auch in Sandersdorf den Gürtel etwas enger schnallen, so dass die Zielsetzung bei den Unionern für diese Saison recht klar definiert ist. „Für uns geht es erst einmal hauptsächlich darum die Klasse zu halten. Je eher dies eintritt, desto besser“, so Trainer Thomas Sawetzki (44), der seit Sommer 2018 in Sandersdorf den Taktstock an der Seitenlinie schwingt. Sicherlich schmerzen die Abgänge solcher Leistungsträger wie Maximilian Sommer (LIU Sharks Long Island), Moritz Griesbach (Markranstädt), Tarik Reinhard (unbekannt), Pascal Pannier (Ammendorf), Alex Zoblofsky oder Elia Miro Friebe (beide Dessau 05), doch Bangemachen gilt in Sandersdorf nicht. „Wir haben gewusst, dass diese Abgänge nicht leicht zu ersetzen sind, doch konnten wir unseren Kader im Hinblick auf unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten recht ordentlich aufstellen“, so Sawetzki. Mit Louis Walter, Kento Nakano und Tidjane Silla kamen drei Akteure hinzu, die in der letzten Serie noch das Grimmaer Trikot trugen. Weiterhin kehrte Erik Exner nach einer Serie beim SV Blau-Weiß Zorbau zurück nach Sandersdorf, Torhüter Janne Kamenz wurde aus Eilenburg verpflichtet. „Für uns war es zudem extrem wichtig, dass wir mit dem Halleschen FC eine Einigung erzielt haben, um Paul Hamella in dieser Saison weiter an uns zu binden“, so Sawetzki. So ist man in Sachsen-Anhalt mit zehn Punkten aus den ersten elf Begegnungen gestartet, so dass man aktuell knapp vor der „roten Zone“ positioniert ist. „Insgesamt haben wir im ersten Drittel der Saison zu wenig Punkte geholt, da insgesamt viel mehr drin war“, resümiert der Union-Coach. „Allerdings bewegen sich in dieser Saison viele Teams auf Augenhöhe, was unsere Möglichkeiten auf Punktgewinne natürlich ansteigen lässt. Dafür müssen wir allerdings effizienter in der Chancenverwertung und insgesamt zielstrebiger werden. Die Trainingsbeteiligung sowie die Intensität in den Einheiten stimmt mich dementsprechend zuversichtlich.“ Vor der morgigen Ansetzung ist man sich in Sandersdorf jedoch auch über der Wichtigkeit dieser Begegnung im Klaren. „Ich erwarte ein intensives Spiel, voller Leidenschaft und Kampf“, blickt Sawetzki voraus. „Wir wissen, was auf uns zukommt und dass Grimma vielleicht aufgrund der Erfahrung im Kader einen kleinen Pluspunkt besitzt. Für uns kommt es darauf an, offensiv eine gute Effizienz und defensiv die nötige Robustheit an den Tag zu legen. Fakt ist, dass wir in Grimma gewinnen wollen und dafür werden wir alles tun.“

Im FC-Lager hat man nach den letzten beiden Niederlagen die Sinne geschärft, die Testspiel-Niederlage gegen Markkleeberg wurde vor der Abschluss-Einheit schonungslos ausgewertet. „Dieses letzte Training hat die Mannschaft dann total fokussiert und voller Entschlossenheit absolviert, so dass ich hoffe, dass auch der Letzte nun begriffen hat, wofür wir hier Fußball spielen“, so Trainer Benjamin Förster. „Primär muss es für uns morgen erst einmal darum gehen, im Defensivbereich die nötige Kompaktheit an den Tag zu legen. 13 Gegentore in den letzten vier Oberliga-Begegnungen sprechen natürlich Bände, wo unsere Probleme derzeit zu finden sind. Dort gilt es dringend den Hebel anzusetzen. Doch auch offensiv müssen wir im Vergleich zu den Spielen gegen Wernigerode und Markkleeberg deutlich wirkungsvoller agieren. Wichtig ist zudem, dass wir als Mannschaft auftreten, wo der eine für den anderen arbeitet und die Wege geht. Wenn uns dies gelungen ist, haben wir auch gepunktet.“ Dabei stehen Förster fast alle personellen Alternativen zur Verfügung, wenn man dabei den langzeitverletzten Max Nitschke einmal ausklammert. „Die Ausgangsposition ist gegenüber dem letzten Heimspiel gegen Glauchau quasi identisch“, so Förster. „Auch dort standen wir unter Druck und mussten die Begegnung gewinnen. Wenn dies morgen wieder eintreten soll, muss die Mannschaft allerdings alles in die Waagschale werfen und sich auch von eventuellen Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Jeder einzelne hat eine gewisse fußballerische Qualität, welche als Kollektiv zwingend auf den Platz gebracht werden muss. Zweifelsohne wird es morgen kein leichtes Unterfangen, doch bin ich davon überzeugt, dass die Elf die richtige Reaktion auf die letzten beiden Partien geben wird.“

Bericht: © Tom Rietzschel