· 

Ziel: Schwung des Glauchau-Sieges mit nach Wernigerode nehmen

Vorschau auf den 11. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

FC Einheit Wernigerode – FC Grimma

 

Datum:                   Sonntag, 02.11.2025

 

Anstoß:                  13.30 Uhr

 

Spielort:                 Mannsberg-Stadion, Wernigerode

 

Grimma. Vergangenen Samstag um 15.50 Uhr war das kollektive Durchatmen beim Oberligisten FC Grimma unübersehbar. Gerade hatten die Muldestädter das wichtige Heimspiel gegen den VfB Empor Glauchau mit 3:2 (0:1) für sich entschieden und damit nach den zwei vorherigen Niederlagen wieder den richtigen Kurs eingeschlagen. Mit diesem extrem wichtigen Erfolg konnte man einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt überholen und konnte damit die Anzahl auf dem Punktekonto auf elf anwachsen lassen. Doch nichtsdestotrotz entschloss sich der Geschäftsführende Vorstand in dieser Woche einen Wechsel auf der Trainerposition vorzunehmen. Am Mittwoch wurde die Zusammenarbeit mit Coach René Behring im gegenseitigen Einvernehmen nach knapp 16 Monaten beendet – sein bisheriger Co-Trainer Benjamin Förster wird die Mannschaft bis auf Weiteres interimsmäßig betreuen. Für den Stand-by-Stürmer, der in dieser Saison bereits zum Auftakt daheim gegen den SC Freital sowie beim Pokalspiel in Görlitz für die Elf verantwortlich war, ist diese Aufgabe sicherlich keine einfache, doch genießt der 35-Jährige von den Kompetenzträgern des Vereins das absolut volle Vertrauen. Dies ist auch zwingend von Nöten, schließlich muss nach dem letztwöchigen Sieg  auch in den nächsten Partien weiterhin gepunktet werden, um sich weiter von der Abstiegsregion fernzuhalten. Nach den Ergebnissen des heutigen Tages beträgt der Vorsprung auf die „rote Zone“ ein winziger Punkt, so dass alle Beteiligten wissen müssen, was die Stunde geschlagen hat. Bereits am morgigen Sonntag sind die Muldestädter schon gefordert, wenn die schwierige Auswärtsaufgabe FC Einheit Wernigerode ansteht. Die Kicker aus den Harz haben mit zehn Punkten aktuell einen Zähler weniger auf dem Konto als der FC, so dass diese Begegnung für beide Teams daher von äußerster Wichtigkeit ist. Der Anstoß im Wernigeröder Mannsberg-Stadion erfolgt morgen bereits um 13.30 Uhr.

Nach vier Plätzen im Mittelfeld hat der FC Einheit Wernigerode im Sommer seine fünfte aufeinanderfolgende Saison in der Oberliga begonnen. Allerdings war es in der vergangenen Serie über lange Zeit ein wahrer Tanz auf der Rasierklinge da die Harz-Kicker über einen Großteil der Saison nah an der abstiegsgefährdeten Zone positioniert waren. Erst ein energischer Spurt zum Ende der Spielzeit ließ den FC Einheit noch in ruhiges Fahrwasser rutschen, so dass die Rot-Weißen auch in dieser Saison in der Oberliga spielen. Demzufolge hat man in Sachsen-Anhalt das Primärziel ganz klar definiert. „Der Klassenerhalt genießt bei uns oberste Priorität. Je eher uns dieser gelingt, desto besser“, so Trainer Florian Mehr (35), der seit Januar diesen Jahres die sportliche Verantwortung an der Seitenlinie trägt. Nach den ersten zehn Saisonspielen hat man in Wernigerode zehn Punkte auf dem Konto, so dass das Zwischenfazit des Trainers recht nüchtern ausfällt. „Aktuell hinken wir unseren eigenen Ansprüchen fünf bis sechs Punkte hinterher, auch wenn wir im Sommer einen nicht unerheblichen personellen Umbruch vollziehen mussten“, so der Einheit-Coach. Dabei hat man im Harz mit den Abgängen von Niclas Treu (Newroz Hildesheim), Kevin Hildach, Nick Schmidt (beide Eintracht Osterwieck), Nick Sitzenstock (TSG Bad Harzburg), Danny Wagner (VfB Merseburg) oder Firas Romdahne (unbekannt) wichtige Leistungsträger verloren, der Verlust dieser Akteure war schon als sehr schmerzhaft zu bezeichnen. Zwar kamen mit Rückkehrer Lucas Pillich (Goslarer SC), Usman Taiwo (SC Bernburg), Nyger Hunter (SV Elversberg II), Benjamin St. Louis, Hendrik Kuhnhold oder Julius Schmidt (alle Wacker Nordhausen) einige qualitativ sehr gute Spieler hinzu, doch dauert die Eingewöhnungszeit manchmal halt etwas länger. „Vielleicht muss man dies alles etwas realistisch einordnen und den Jungs einfach etwas mehr Zeit geben“, so Trainer Mehr über seine Neuzugänge. Denn: „Von der Einstellung und vom Charakter passen alle Neuzugänge sehr gut rein. Generell sind alle Spieler in unserem Kader sehr demütig, wissbegierig und lernwillig, was ich als sehr gute Grundlage betrachte.“ Drei Saisonsiege hat der FC Einheit bisher auf dem Konto – wenn man dabei allerdings die Kontrahenten betrachtet, ist zu erkennen, dass die Qualität im Kader absolut vorhanden ist. Sowohl in Krieschow (2:1), als auch in Bautzen (3:0) sowie zu Hause gegen Halle 96 (2:1) gewinnt man nicht im Vorbeigehen – der Punktgewinn in Halberstadt (2:2) unterstreicht ebenfalls die vorhandenen Potenzen im Team eindrucksvoll. „Von den Ansetzungen war das bisher jedoch alles andere als einfach, gegen die ersten neun Mannschaften in der Tabelle haben wir bisher schon gespielt“, resümiert Trainer Florian Mehr. „Nun kommen allerdings die Gegner auf Augenhöhe, gegen die wir natürlich punkten wollen und müssen.“ Dies beginnt bereits am morgigen Sonntag mit der Begegnung gegen Grimma, für welche sich der FC Einheit einiges vorgenommen hat. „Erst einmal freuen wir uns, dass wir nach drei Auswärtsspielen in Folge endlich mal wieder auf dem Mannsberg spielen können“, so der Einheit-Coach. „Beide Teams haben sicherlich den Anspruch, zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehr Punke auf dem Konto zu haben. Daher rechne ich mit einer engen Auseinandersetzung, wo Kleinigkeiten sowie die Tagesform über den Ausgang des Spiels entscheiden werden.“

Im Grimmaer Lager ist man hinsichtlich des Gegners sehr gut vorbereitet und wird alles in Waagschale werfen, um Zählbares mit an die Mulde zu entführen. „Wir wissen, was uns dort erwartet. Daher ist von jedem einzelnen Spieler eine hundertprozentige Leistungsbereitschaft absolut von Nöten“, so Interimstrainer Benjamin Förster. Zwar haben die Muldestädter die letzten drei Partien auf dem Mannsberg allesamt gewonnen (1:0, 3:2, 3:1), doch allein von der Statistik wird man nicht punkten können. Auf dem zwar langen, aber extrem schmalen Platz wird es darauf ankommen, von Beginn an die Zweikämpfe zu führen, einfachen Fußball zu spielen und vor allem in der Defensive kompakt zu stehen. „Wir haben in den letzten Spielen viel zu viele Gegentore bekommen, dahingehend müssen wir in Wernigerode natürlich deutlich stabiler auftreten“, so die Devise Försters. „Andererseits müssen wir die positiven Dinge im Spiel mit dem Ball natürlich auch morgen wieder vollziehen.“ Mit zwölf Treffern in den letzten vier Begegnungen ist die Trefferanzahl sehr ordentlich, doch ist die Anzahl an Gegentoren einfach zu viel. Weiterhin muss es im Grimmaer Lager ebenfalls darauf ankommen, in jeder Situation kühlen Kopf zu bewahren. Die Zuschauer auf dem Mannsberg unterstützen ihr Team seit Jahrzehnten sehr gut, auch die sehr körperbetonte Spielweise der Gastgeber ist allgemein bekannt. „Wir werden definitiv nichts geschenkt bekommen und werden alles abrufen müssen, um dort zu punkten“, so die Erwartungen des Interimstrainers. „Wichtig wird sein, dass wir uns von der eventuellen hektischen Atmosphäre nicht anstecken und provozieren lassen, um vielleicht noch einen Platzverweis zu erhalten. Wir wollen unser Spiel durchbringen und nach den 90 Minuten natürlich etwas Zählbares mit nach Grimma nehmen.“ Personell sieht es bei den Muldestädtern weiterhin recht gut aus. Jan Hübner kehrt nach abgelaufener Gelb-Sperre genauso wieder zurück wie Albert Pistol, der letzte Woche verletzungsbedingt passen musste. „Wir haben letzte Woche gewonnen und wollen den Schwung natürlich mitnehmen. Allerdings wissen wir, wie die Spiele auf dem Mannsberg manchmal ablaufen können. Auch wenn Wernigerode die letzten drei Spiele nicht gewonnen hat – wir kennen die Qualitäten des Gegners und müssen uns daher in den 90 Minuten komplett zerreißen“, so Interimstrainer Benjamin Förster.

Bericht: © Tom Rietzschel