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Wiedergutmachung klar angestrebt – Glauchau gastiert in Grimma

Vorschau auf den 10. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd

 

FC Grimma – VfB Empor Glauchau

 

Datum:                   Samstag, 25.10.2025

 

Anstoß:                  14.00 Uhr

 

Spielort:                 Husaren-Sportpark, Grimma

 

Grimma. Nachdem sich der FC Grimma vor vier Wochen durch einen 3:0 (1:0)-Auswärtssieg beim Neuling in Heiligenstadt langsam auf dem Weg der Besserung befand und damit den verkorksten Saisonstart zunächst erst einmal zu den Akten legen konnte, hat der Oberligist seitdem einen starken Rückfall erlitten. Sowohl bei der 2:3 (0:1)-Heimniederlage gegen den Bischofswerdaer FV 08 als auch bei der letztwöchigen 4:5 (3:2)-Pleite in Stendal ließen die Muldestädter gegen unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt völlig fahrlässig Punkte liegen und verpassten es damit, sich weiter von der kritischen Tabellenregion abzusetzen. Viel schlimmer ist dagegen, dass man mit den Niederlagen beiden Teams wieder den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze ermöglichte, so dass die Grimmaer nun selbst wieder unter großem Zugzwang stehen. Mit acht Zählern aus neun Begegnungen befinden sich die Schützlinge von Trainer René Behring zwar noch knapp über dem Strich – doch nur aufgrund des leicht besseren Torverhältnisses gegenüber dem Bischofswerdaer FV. Dabei sind die Gründe für die letztwöchige Niederlage in Stendal recht schnell erzählt. Wer auswärts vier Treffer erzielt, muss eigentlich zwei Spiele gewinnen. Wer auf der anderen Seite allerdings so leidenschaftslos nicht in der Lage ist die Zweikämpfe zu bestreiten und sich mit einfachsten Mitteln defensiv so übertölpeln lässt, darf sich am Ende des Tages nicht wundern, wenn man nach 90 Minuten mit leeren Händen nach Hause fährt. Demzufolge stehen die Muldestädter vor der morgigen Aufgabe schon etwas unter Druck, wohl wissend, dass nur positive Ergebnisse helfen, um diese prekäre Tabellenregion verlassen zu können. Mit dem Aufsteiger VfB Empor Glauchau gibt morgen eine Mannschaft im Husaren-Sportpark ihre Visitenkarte ab, die bisher ein Punkt mehr als die Muldestädter gesammelt hat und damit einen Rang für dem FC platziert ist. Demzufolge ist die Bedeutung dieser Begegnung allgegenwärtig – alle im Grimmaer Lager müssen sich darüber bewusst sein, dass morgen Nachmittag ein weiteres richtungsweisendes Spiel gegen einen direkten Konkurrenten ansteht. Dass der erste FC-Heimsieg in der neuen Saison immer noch auf sich warten lässt, sollte für die Elf als zusätzliche Motivationsspritze dienen. Der Anstoß erfolgt am morgigen Samstag um 14.00 Uhr.

Pflichtspiele zwischen dem FC Grimma und dem VfB Empor Glauchau waren im Zeitraum von 2014 bis 2019 in der Sachsenliga zwar jährlich an der Tagesordnung, doch in der Oberliga treten beide Teams am Samstag zum ersten Mal gegeneinander an. Der Grund liegt darin, dass die Westsachsen zum allerersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in den Bereich des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) aufgestiegen sind und demzufolge ihre erste Saison in der Oberliga absolvieren. Mit zwei Punkten Vorsprung vor der SG Handwerk Rabenstein wurden die Glauchauer in der abgelaufenen Saison Sachsenliga-Meister und stiegen mit 60 Zählern völlig verdient in die Oberliga auf. Während diese Spielklasse für den VfB Empor völliges Neuland darstellt, kennt sich eine sehr wichtige Person in Reihen der Glauchauer in dieser Spielklasse jedoch sehr gut aus. Trainer Nico Quade (50), der seit dem 01.07.2024 den Taktstock bei den Westsachsen schwingt, hat sowohl beim damaligen 1. FC Gera 03 als auch beim FSV Zwickau und dem VFC Plauen bereits in dieser Spielklasse trainiert – mit Zwickau und Plauen waren dies damals sogar Spitzenteams. „Das Niveau in der Oberliga war damals schon gut, dies ist es aber heute immer noch“, so der ehemalige Stürmer, der von 1999 bis 2001 zum Regionalliga-Kader des FC Carl Zeiss Jena gehörte. „Für uns hat als Aufsteiger natürlich der Klassenerhalt oberste Priorität. Wir haben aktuell 15 Spieler unter 23 Jahren in unserem Kader, diese Akteure gilt es selbstredend zu entwickeln. Daher ist diese Spielklasse für unsere Mannschaft sehr gut“, so Quade. Dabei ist der VfB Empor in die Oberliga mit sechs Punkten aus den ersten drei Begegnungen sehr gut gestartet, doch nun warten die Westsachsen bereits seit sechs Partien auf einen Sieg. Allerdings konnte man sich im sächsischen Landespokal in dieser Phase etwas Selbstvertrauen holen – nach klaren Siegen bei den Sachsenklassisten VfB Schöneck (6:0) und FSV Oderwitz (5:0) qualifizierte man sich für das Achtelfinale, wo man nun im heimischen Sportpark wie bereits im Vorjahr auf den Regionalligisten FSV Zwickau trifft. In der Meisterschaft hat man aus den letzten sechs Spielen nur drei Unentschieden eingefahren, die Gründe nennt der Coach explizit. „Wir haben viel Lob gekommen, schon weil wir in allen Begegnungen gut mitgespielt haben. Fußballerisch war das alles sehr positiv, doch haben wir einfach daraus zu wenig Ertrag erzielt“, resümiert Quade. „Unsere Effektivität vor dem Tor müssen wir verbessern, damit wir auch unsere fußballerisch guten Auftritte mit Punkten belohnen. Da hat uns manch Oberliga-Kontrahent noch ein klein wenig etwas voraus. Auf das kommende Auswärtsspiel in Grimma angesprochen, hat der 50-Jährige klare Vorstellungen. „Auch wenn wir tabellarische Nachbarn sind und die Abstiegszone aktuell nicht weit ist, betrachte diese Begegnung noch nicht als Sechs-Punkte-Spiel. Dafür sind wir noch viel zu früh in der Saison“, so Quade. „Dennoch wollen wir natürlich in Grimma etwas mitnehmen, wohl wissend, dass die kommenden Aufgaben nicht einfacher werden. Aufgrund der Ausgangsposition rechne ich mit einer kampfbetonten Partie, wo es vor allem darauf ankommt, frühzeitig die Zweikämpfe anzunehmen.“

Im Grimmaer Lager hat man die Wunden nach der letztwöchigen Stendal-Pleite langsam geleckt und legt jeglichen Fokus nun auf diese wichtige Begegnung. Mannschaftsintern wurde die Niederlage in der Altmark innerhalb der Trainingswoche ausgewertet, so dass diese nun abgehakt ist. Demzufolge geht man das Heimspiel gegen Glauchau mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch an, der unbedingte Wille sich die drei Punkte aus der Vorwoche wiederzuholen, muss von Beginn an erkennbar sein. „Die Mannschaft hat sich dies letzte Woche selbst eingebrockt und drängt am Samstag natürlich dringend auf Wiedergutmachung“, so Trainer René Behring. „Doch dazu müssen wir unsere Defensiv-Leistung von A bis Z verbessern, will heißen, dass wir viel kompakter auftreten und viel intensiver und leidenschaftlicher die Zweikämpfe bestreiten müssen. Als Kollektiv muss es uns gelingen, unser Tor mit Haut und Haaren zu verteidigen – so einfach wie letzte Woche in Stendal dürfen wir es dem Gegner natürlich nicht mehr machen. Ich denke, das hat die Elf nun endgültig verinnerlicht.“ Im Spiel mit dem Ball hat die Truppe vergangenes Wochenende recht ordentlich agiert – vier Tore beweisen, dass man offensiv zugelegt hat. Doch was nützen jegliche Offensiv-Qualitäten, wenn man defensiv das vorher mühsam Erbaute fadenscheinig wieder einreist? „Die Mannschat hat etwas gutzumachen und ist natürlich bestrebt, dies auch in den 90 Minuten umzusetzen“, so Coach Behring. „Allerdings kennen wir die Qualitäten unseres Gegners. Wer in Plauen und daheim gegen Rudolstadt gewinnt, muss Potenzial besitzen. Dies unterstreichen zusätzlich die Punktgewinne daheim gegen Bautzen, in Halle und in Auerbach. Nichtsdestotrotz spielen wir zu Hause, wo wir in dieser Saison bisher noch nicht gewinnen konnten. Dies wollen wir natürlich am Samstag nachholen.“ Personell sieht es ähnlich wie in den letzten Wochen aus. Zwar wird Jan Hübner wegen einer Gelb-Sperre fehlen, doch ansonsten schaut es recht freundlich aus – auch wenn noch ein, zwei kleinere Fragezeichen zu lösen sind. Vielleicht sollte das letzte Pflichtspiel gegen die Glauchauer Anlass zum Optimismus geben. Mitte Juni 2019 gastierten die Westsachsen am letzten Spieltag der Sachsenliga im Stadion der Freundschaft. Mit einem deutlichen 9:2-Erfolg verabschiedete sich der damalige Meister FC Grimma aus der höchsten sächsischen Spielklasse in Richtung Oberliga – Glauchau musste damals den bitteren Abstieg zurück in die Landesklasse West in Kauf nehmen. „Wir geben Gas und werden alles investieren“, verspricht FC-Trainer René Behring. 

Bericht: © Tom Rietzschel