Vorschau auf den 7. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
1. SC 1911 Heiligenstadt – FC Grimma
Datum: Samstag, 27.09.2025
Anstoß: 14.00 Uhr
Spielort: Gesundbrunnenstadion, Heiligenstadt
Grimma. Der FC Grimma kämpft weiterhin Woche für Woche unaufhörlich, die kritische Tabellenregion der Oberliga verlassen zu können. Nach einem verpatzten Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten drei Saisonspielen haben die Muldestädter am vergangenen Sonntag einen ganz wichtigen Zähler eingefahren. Beim RSV Eintracht 1949, einem der Staffelfavoriten auf den diesjährigen Regionalliga-Aufstieg, kehrten die Schützlinge von Trainer René Behring mit einem torlosen 0:0 nach Hause und konnten dieses Remis daher mit Sicherheit als Bonuspunkt verbuchen. Wie bereits vor einigen Wochen in Halberstadt agierte die Mannschaft extrem geschlossen, warf kämpferisch alles in die Waagschale und erwies sich insgesamt als echte Einheit. Zweifelsohne hatten die Brandenburger klare Feld- und Chancenvorteile, doch wie die stark ersatzgeschwächten Grimmaer ihr Tor verteidigten, war schon bemerkenswert. Auch eine 15minütige Unterzahl überstanden die Gäste unbeschadet und nahmen letztlich einen nicht unverdienten Zähler mit nach Hause. Damit sind die Muldestädter wettbewerbsübergreifend seit vier Spielen ungeschlagen, mit fünf Zählern aus sechs Oberliga-Begegnungen rangiert der FC aktuell auf Rang 13 – dem ersten Nichtabstiegsplatz. Jedoch sind sich alle im Grimmaer Lager darüber im Klaren, dass dies nicht mehr als eine schöne Momentaufnahme ist. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist mit einem Punkt minimal – demzufolge sind die Muldestädter auch in den kommenden Wochen extrem gefordert, um weiterhin eifrig auf dem Punktekonto anzuschreiben. Am besten bereits schon am morgigen Samstag, wenn die Elf beim Aufsteiger 1. SC 1911 Heiligenstadt gastiert. Der Neuling aus der Thüringenliga hat nach sechs Partien erst zwei Zähler auf dem Konto – schon allein diese Ausgangsposition sollte für die Behring-Schützlinge ein Wink mit dem Zaunpfahl sein. Die Wichtigkeit dieser Begegnung ist daher nicht zu übertreffen, so dass von jedem einzelnen Gäste-Akteur eine hundertprozentige Leistungsbereitschaft vorausgesetzt wird. Der Anstoß im Heiligenstädter Gesundbrunnenstadion erfolgt morgen um 14.00 Uhr.
Dabei betritt der Grimmaer Wochenend-Gegner in dieser Saison in der Oberliga absolutes Neuland. Nach einem spannenden Dreikampf mit dem SV SCHOTT Jena und dem FC An der Fahner Höhe erwies der 1. SC 1911 Heiligenstadt am Ende des Tages das größte Stehvermögen und stieg im diesjährigen Sommer mit zwei Punkten Vorsprung auf die Jenaer erstmalig in die Oberliga auf. In der Thüringenliga waren die Kicker aus dem Eichsfeldkreis bereits seit der Saison 2005/06 ununterbrochen am Ball und gehörten in der Spielklasse bereits schon zum Inventar. Seit Juli diesen Jahres beginnt in Westthüringen nun jedoch eine neue Zeitrechnung, auf die man sich in Heiligenstadt natürlich freut. „Für uns zählt einzig nur der Klassenerhalt“, spricht Vize-Präsident Christoph Rodenstock, der gleichzeitig noch als Team-Manager im Oberliga-Team fungiert, die Zielstellung des Neulings klar aus. „Und wenn irgendwie möglich, wollen wir diesen bereits vor dem letzten Spieltag perfekt machen.“ Allerdings spürt man schon bereits wenige Wochen nach Saisonbeginn die Unterschiede zwischen Thüringen- und Oberliga. „Das Tempo ist deutlich höher, die Spielweise ist zudem weitaus robuster“, so Rodenstock, der weitere grundlegende Dinge erkannt hat, die im Vergleich zur Spielklasse auf Verbandsebene anders sind. „Die technische und taktische Qualität der Spieler in der Oberliga ist klar besser, sicherlich auch, weil jedes Team einige Akteure in den Reihen hat, die bereits höherklassig gespielt haben. Wir mussten in unseren ersten Begegnungen weiterhin klar erkennen, dass die individuellen Fehler hier knallhart bestraft werden.“ Genau dieser Fakt ist sicherlich der Hauptgrund, warum der Aufsteiger derzeit erst zwei Zähler auf dem Konto hat. In Sandersdorf errang die Mannschaft von Trainer André Thüne (50) ein 2:2-Remis, zuletzt trotzte man daheim den starken Stahnsdorfern beim 1:1-Unentschieden ebenfalls einen Punkt ab. „Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass unser weiteres Auftakt-Programm mit den Begegnungen gegen Halberstadt, Auerbach, Krieschow und Plauen schon sehr anspruchsvoll war. Fußballerisch war dies gegen die starke Konkurrenz insgesamt in Ordnung, doch sind wir mit der Punkte-Ausbeute aufgrund der einfachen Fehler natürlich nicht zufrieden.“ Personell hat sich der Kader im Vergleich zum Vorjahr so gut wie gar nicht verändert, mit den Verpflichtungen der beiden ehemaligen Nordhäuser Oberliga-Kicker Hagen Pietsch und Elias Gorges kam stattdessen zusätzliche Qualität hinzu. Mit Fabian Schnellhardt haben die Westthüringer sogar einen ehemaligen Profi in den eigenen Reihen. Beim MSV Duisburg (2014/15 sowie 2016/17 bis 2018/19) absolvierte der Offensivspieler insgesamt 66 Zweitliga-Spiele, beim SV Darmstadt (2019 – 2024) kam Schnellhardt auf 83 Einsätze (4 Tore) in der 2. Bundesliga sowie auf zehn Spiele in der Bundesliga. Von der Erfahrung des 31jährigen kann der Neuling natürlich nur profitieren, was man selbstredend bereits am Wochenende gegen Grimma hofft. „Zwar ist jeder Gegner für uns noch absolutes Neuland, doch ist Grimma auch nicht sonderlich gut in die Saison gestartet“, so Team-Manager Rodenstock. „Ich erwarte daher ein sehr intensives Spiel, wobei für beide Teams richtig viel auf dem Spiel steht und sowohl Grimma als auch wir die drei Zähler natürlich richtig gut gebrauchen können.“
Im Grimmaer Lager ist man natürlich über die Punkte-Ausbeute aus den letzten drei Begegnungen zufrieden, wohl wissend, dass dies nur der Anfang gewesen sein kann. „Wir haben uns in den letzten Wochen etwas erarbeitet, haben uns etwas gefestigt und wollen dies natürlich nicht fahrlässig wieder herschenken“, so Trainer René Behring. „Fakt ist, dass wir dranbleiben müssen und nicht ein winzigen Prozentpunkt nachlassen dürfen.“ Zweifelsohne war auch das Grimmaer Auftakt-Programm nicht von Pappe, doch der Sieg in Halberstadt sowie die Punktgewinne gegen Auerbach und zuletzt in Stahnsdorf unterstreichen, dass die Mannschaft durchaus Qualität besitzt. „Wenn wir diszipliniert spielen, als Team auftreten und die Grundeigenschaften wie Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Wille an den Tag legen, können wir mit jedem Gegner mithalten. Daher ist es extrem wichtig, Woche für Woche diese Komponenten an den Tag zu legen.“ Dabei kommt den Muldestädtern extrem gelegen, dass sich das Lazarett langsam wieder lichtet. Die zuletzt in Stahnsdorf krankheitsbedingt fehlenden Toni Ziffert und Jan Hübner werden genauso wieder zur Verfügung stehen wie der verletzt pausierende Cerno Kaba. Neben dem langzeitverletzten Max Nitschke (Operation am Knie am Montag erfolgt) werden morgen nur Kevin Werner (Gelb-Rot-Sperre) sowie die angeschlagenen Stefan Tröger und Lucas Bartsch fehlen, deren Einsatz noch zu früh kommt. Nichtsdestotrotz fahren die Grimmaer optimistisch nach Westthüringen – das Ziel, nicht punktlos an die Mulde zurückzukehren, verfolgt die Elf intensiv. „Die Mannschaft hat in dieser Woche wiederum gut trainiert und insgesamt einen weiteren Schritt nach vorn gemacht“, so Coach Behring. „Wir werden morgen wiederum alles in die Waagschale werfen, um uns in diesem sehr wichtigen Spiel ergebnistechnisch gut aus der Affäre zu ziehen. Die Elf weiß worum es geht, so dass ich optimistisch dieser Begegnung entgegensehe.“
Bericht: © Tom Rietzschel
