Wernesgrüner-Sachsenpokal • 1. Hauptrunde
SV Liebertwolkwitz 1858 – FC Grimma 1:3 (0:1)
Liebertwolkwitz: Sowade – De Schultz (ab 77. Rühe), Lehmann, V. Müller, Puchta – Bräuer, Genz (ab 62. Echterbrock), Lochmann (ab 64. Bernstein), Böhme (ab 88. Stepanek) – Glöckner, Landgraf – Trainer: Sund
Grimma: Lumpitzsch – Rieger, Bartsch (ab 85. Janz), Ziffert, Katzenberger – Vogel – Seidl (ab 59. Kaba), Werner, Nitschke, Hübner (ab 64. Wächtler) – Förster (ab 59. Tröger) – Trainer: Behring
Schiedsrichter: Meißner (Krostitz) – Schiedsrichter-Assistenten: Taychert (Laußig), Haupt (Eilenburg) – Tore: 0:1 Vogel (11.), 0:2 Werner (58., Foulstrafstoß – Lehmann an Hübner), 0:3 Kaba (72.), 1:3 Lehmann (74.) – Gelbe Karten: V. Müller (Unsportlichkeit – 15.), Bräuer (Foulspiel – 35.), Lehmann (Foulspiel – 57.), Echterbrock (Foulspiel – 70.), Böhme (Foulspiel – 83.) – Bartsch (Foulspiel – 14.), Ziffert (Unsportlichkeit – 43.), Katzenberger (Unsportlichkeit – 55.) – Reservebänke: Scheidhauer, Dönicke – Čáp (Tor), Pistol, Spreitzer – Zuschauer: 97 in der Sportanlage Liebertwolkwitz
Liebertwolkwitz. Der FC Grimma ist im Wernesgrüner-Sachsenpokal seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Beim Sachsenklasse-Vertreter SV Liebertwolkwitz 1858 setzten sich die Muldestädter mit 3:1 (1:0) durch und haben sich somit für die 2. Hauptrunde im sächsischen Cup-Wettbewerb qualifiziert. Eine Woche nach dem 0:7 (0:5)-Debakel in der Oberliga in Bautzen konnten die Schützlinge von Trainer René Behring zwar das zwingend nötige Erfolgserlebnis einfahren, doch eine Reaktion auf das Spiel der Vorwoche war dieser Auftritt nicht wirklich. Dabei agierten die Grimmaer im Spiel nach vorn wiederum viel zu fehlerhaft und mussten sich aufgrund des zu geringen Spieltempos immer wieder auf unnötige Zweikämpfe mit dem robusten und bissigen Gegner einlassen. Liebertwolkwitz versteckte sich über die gesamte Spielzeit keineswegs und machte es dem höherklassigen Kontrahenten richtig schwer. Allerdings kam der Sachsenklassist in Sachen Torgefahr nicht über Ansätze hinaus. So mussten sich die Muldestädter über langen Zeitraum einen harten Widerstand erwehren – erst nach dem zweiten Treffer wurden die Aktionen der Gäste etwas gefälliger. Am Ende des Tages setzten sich die Grimmaer daher verdient durch und konnten somit die Zielvorgabe erfüllen. Dieser Fakt hat oberste Priorität – dass es in allen Bereichen weiterhin genügend Luft nach oben gibt, konnte dem neutralen Beobachter nicht entgehen. René Behring brachte es nach Spielschluss auf den Punkt. „Erst einmal haben wir unsere Aufgabe gelöst und haben die nächste Pokalrunde erreicht. Das Wie werden wir natürlich in der kommenden Trainingswoche besprechen“, so das erste Fazit des Grimmaer Trainers. „Wir haben es uns letztlich selbst viel zu schwer gemacht, da wir nicht das nötige Tempo an den Tag legten, um diesen unterklassigen Gegner zum Laufen zu bringen. Weiterhin schluderten wir im Passspiel derart, so dass uns Liebertwolkwitz mit seiner intensiven Zweikampf-Führung immer wieder zusetzen konnte. Daran müssen wir uns deutlich verbessern, schließlich haben wir am Sonntag mit Halle 96 das nächste Brett in der Oberliga vor der Brust.“ Christian Sund seit letzter Saison Trainer beim SV Liebertwolkwitz, war im Anschluss trotz der Niederlage sehr angetan von dem Auftritt seiner Elf. „Wir wollten den Pokalfight offensiv annehmen, da wir natürlich wussten, dass Grimma aufgrund der klaren Niederlage in der Vorwoche nicht wirklich vor Selbstvertrauen strotzt“, so der ehemaliger Abwehrchef des VfL Halle 96 und Kickers Markkleeberg. „Am Ende des Tages waren wir gut in den Zweikämpfen drin und bis zum 0:2 gar nicht so weit weg. Ärgerlich war einzig, dass wir zwei Gegentore nach Standards bekommen und dass wir aus unseren Größenvorteilen nach eigenen Ecken und Freistößen einfach zu wenig gemacht haben. Summa summarum bin ich jedoch mit dem Auftritt meiner Jungs voll zufrieden. Wir haben nichts abgeschenkt und es Grimma fast über die komplette Zeit richtig schwer gemacht.“
Dabei sahen die Zuschauer von Beginn an eine Begegnung, die von sehr vielen Zweikämpfen geprägt war. Die Gäste waren natürlich darauf erpicht, einen frühen Treffer zu erzielen, um die Partie frühzeitig in die gewünschten Bahnen zu lenken. Allerdings verzettelten sich die Muldestädter immer wieder in unnötigen Zweikämpfen im Mittelfeld, da man im Ballvortrag viel zu behäbig und fehlerhaft agierte. Liebertwolkwitz war von Anfang an präsent, auch wenn im letzten Drittel bei den Gastgebern recht wenig passierte. Einmal passten die Hausherren allerdings nicht auf, was in der zeitigen Führung des Favoriten mündete. Nach einem Eckball von Jan Hübner schraubte sich Alexander Vogel am höchsten und nickte die Kugel zum 0:1 ein (11.). Doch auch im Anschluss blieben die Aktionen der Grimmaer weiterhin äußerst fahrig. Vor allem im Spieltempo agierten die Behring-Schützlinge viel zu langsam, so dass sich die Platzherren defensiv immer wieder formieren konnten und mit ihrer robusten Spielweise zu gefallen wussten. Nichtsdestotrotz hatten die Gäste durchaus Möglichkeiten, um die Führung auszubauen. Nach Zuspiel von Hübner zischte ein leicht abgefälschter Schuss von Benjamin Förster knapp über den Querbalken (20.), wenig später verfehlte ein Schlenzer von Max Nitschke genauso um Haaresbreite das Ziel (28.) wie Sequenzen später ein Distanzschuss von Lucas Bartsch (29.). Somit blieben die „Wolkser“ im Spiel und profitierten in der Folgezeit immer wieder von haarsträubenden Fehlpässen im Spielaufbau der Gäste. Torgefährlich wurde der Sachsenklassist allerdings nicht, auch eine ganze Reihe von Standardsituationen brachten für die Hausherren überhaupt nichts ein. „Mit diesen Eckbällen und Freistößen hatte ich etwas geliebäugelt“, so SVL-Trainer Christian Sund. „Es war der Plan hier unsere Größenvorteile zu nutzen. Doch war der Ertrag leider gleich null.“
Nach dem Wechsel blieb die Partie zunächst weiterhin offen, da es die Gäste weiterhin nicht verstanden, das Tempo hochzuhalten. Stattdessen musste Giovanni Lumpitzsch im FC-Tor erstmals eingreifen, als ihn Jonny Lochmann aus der Distanz auf die Probe stelle (56.). Kurz darauf allerdings eine Szene, die die Muldestädtern letztlich auf die Siegerstraße abbiegen ließ. Als Hübner in den Liebertwolkwitzer Strafraum eindrang, konnte in Patrick Lehmann nur per Foulspiel stoppen. Kevin Werner ließ sich vom „Punkt“ nicht zweimal bitten und schickte Schlussmann Florian Sowade in die falsche Ecke – 0:2 (58.). Erst jetzt wurden die Aktionen des Oberligisten etwas zielstrebiger, auch wenn die Gäste im letzten Drittel manchmal noch zu umständlich agierten. Sehr gut herausgespielt wurde allerdings der dritte Treffer, was eine Art Vorentscheidung bedeuten sollte. Sehr gut von Nico Rieger eingeleitet, fand Nitschke per Querpass den rechtzeitig einlaufenden Cerno Kaba, der im Anschluss aus Nahdistanz sicher zum 0:3 vollendete (72.). Zwei Minuten später verkürzte Liebertwolkwitz zwar auf 1:3, als Lehmann die Kugel mit äußerster Vehemenz nach einem Eckball von Clemens Bräuer ins Grimmaer Gehäuse einköpfte (74.), doch war dies nicht mehr als Ergebniskosmetik. Der Oberligist ließ in der Folgezeit nichts mehr zu, so dass man den Vorsprung am Ende des Tages souverän über die Bühne brachte und somit erwartungsgemäß in die nächste Runde einzog.
Dort haben die Muldestädter am 6. September beim Sachsenklasse-Aufsteiger NFV Gelb-Weiß Görlitz anzutreten. In der Neißestadt freut man sich bereits auf das Aufeinandertreffen beider Teams, mit den Grimmaer pflegt man aus gemeinsamen Sachsenliga-Zeiten eine langjährige Freundschaft.
Bericht: © Tom Rietzschel
Fotos: © Karsten Hannover





































