Vorschau auf die 1. Hauptrunde des
Wernesgrüner-Sachsenpokals
SV Liebertwolkwitz 1858 – FC Grimma
Datum: Samstag, 16.08.2025
Anstoß: 14.00 Uhr
Spielort: Sportanlage Liebertwolkwitz
Grimma. Zwei Spiele, zwei Niederlagen – der FC Grimma hat sich den Saisonstart in die neue Oberliga-Spielzeit gewiss ganz anders vorgestellt. Nach einer 1:2 (1:1)-Auftaktpleite im Heimspiel gegen den SC Freital leistete sich die Mannschaft dabei am vergangenen Sonntag in Bautzen einen kompletten Offenbarungseid und erlebte bei der 0:7 (0:5)-Klatsche ein regelrechtes Debakel. Wenn man sich die 90 Minuten in Ostsachsen allerdings anschaut, sind die Gründe für dieses Ergebnis recht schnell zu finden. Lauf- und Einsatzbereitschaft standen auf der altehrwürdigen Bautzner Müllerwiese genauso im Fremdwörterbuch wie intensive Zweikampfführung, konsequente und resolute Torverteidigung sowie Mut, Leidenschaft und Engagement. Kurzum: All das, was Grundlagen im Fußballsport an Bedeutung und Wichtigkeit finden, ließ die Mannschaft komplett vermissen. Dass die Elf in dieser Trainingswoche aufgrund dieser katastrophalen Vorstellung bisher keinen Ball gesehen hat, war daher zu erwarten. Doch hat sich die Truppe dies ganz allein zuzuschreiben. Demzufolge stehen die Muldestädter im Klassement mit null Punkten und 1:9 Toren erst einmal am Tabellenende, wohl wissend, dass die kommenden Oberliga-Aufgaben mitnichten einfacher werden. Nichtsdestotrotz ergibt sich am Wochenende nun die Möglichkeit, vom Oberliga-Modus erst einmal abzuschalten und in einem anderen Wettbewerb sich das derzeit nicht mehr vorhandene Selbstvertrauen in geringer Dosis zurückzuholen. Die 1. Hauptrunde des Wernesgrüner-Sachsenpokals steht auf dem Programm, in welcher die Grimmaer ebenfalls anzutreten haben. Diesbezüglich führt die Reise zum SV Liebertwolkwitz 1858, der seit vielen Jahren als fester Bestandteil der Sachsenklasse Nord zu bezeichnen ist. Der Anstoß in der Sportanlage Liebertwolkwitz erfolgt am Samstag um 14.00 Uhr.
Seit Sommer 2012 spielt der SV Liebertwolkwitz 1858 ununterbrochen in der Sachsenklasse (ehemals Bezirksliga, Landesklasse) und gehört damit schon lange zum festen Inventar. Dabei schlossen die Rand-Leipziger Jahr für Jahr im Mittelfeld des Klassements die Serien ab, in den zwei letzten Spielzeiten wurde man sogar Fünfter bzw. Vierter. Dabei war vor allem in der abgelaufenen Saison nach einer richtig guten Hinrunde vielleicht sogar noch eine bessere Platzierung möglich, doch konnte die Elf in der Rückrunde das Niveau nicht ganz halten. Trainer der Liebertwolkwitzer ist Christian Sund, der in seiner aktiven Karriere als Innenverteidiger die Hintermannschaft des VfL Halle 96 (Oberliga) und von Kickers Markkleeberg (Sachsenliga) zusammenhielt. Der 39-jährige beginnt in Liebertwolkwitz seine zweite Saison auf der sportlichen Kommandobrücke, nachdem er vorher zwei Jahre die Markkleeberger trainierte. Auf seine Premieren-Spielzeit bei den „Wolksern“ angesprochen, zieht er ein recht nüchternes Fazit. „Insgesamt haben recht ordentlich abgeschlossen, auch wenn vielleicht aufgrund der sehr guten Hinrunde sogar noch mehr möglich gewesen wäre“, so der SVL-Trainer. „Allerdings hatten wir dort das Glück und haben Spiele gewonnen, welche wir nicht zwingend gewinnen mussten. In der Rückrunde hatten wir dies nicht mehr und mussten daher eine kleine Durststrecke durchleben. Summa summarum ist die Endplatzierung jedoch sehr erfreulich.“ Auf die neue Sachsenklasse-Spielzeit angesprochen, hat der ehemalige Innenverteidiger klare Erwartungen. „Ich rechne mit einer noch ausgeglicheneren Staffel, so dass wir schnell anfangen müssen zu punkten.“ Den Auftakt machten Rand-Leipziger bereits am letzten Wochenende, als man beim Sachsenklasse-Rückkehrer FV Gröditz einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand egalisierte und am Ende des Tages mit einem 2:2-Remis die Heimreise antrat. „Wir haben dort einen Punkt gewonnen, nachdem wir gewollt unsere Vorbereitung relativ spät begonnen haben und dabei nur zwei Testspiele bestreiten konnten“, so das Fazit von Christian Sund. „Letztlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.“ Dass mit der Pokal-Partie gegen die Grimmaer nun ein ganz anderes Kaliber auf die Liebertwolkwitzer wartet, ist dem Coach natürlich bewusst – doch geht man beim SVL auch diese Aufgabe optimistisch und locker an. „Wir werden auch gegen Grimma definitiv nichts abschenken und es dem höherklassigen Gegner so schwer wie möglich machen“, so das Ziel Sunds. „Wir wollen natürlich das Spiel lange offen gestalten und na klar, Hoffnung hat man in einem Pokalspiel immer. Allerdings ist die Ausgangslage natürlich klar, doch wollen wir ein hartnäckiger und unbequemer Kontrahent sein, welcher natürlich versuchen will zu überraschen.“
Die Muldestädter haben indes sehr gute Erinnerungen an den letztjährigen Landespokal, schließlich konnte man dort bis ins Halbfinale vordringen. Zwar startete man beim 2:0-Erfolg in Roßwein recht hölzern in den sächsischen Cup-Wettbewerb, doch ließ man anschließend mit Erfolgen gegen die Regionalligisten Plauen (3:2) und Eilenburg (1:0) genauso aufhorchen, weil bei den klaren Siegen in Oderwitz (7:1) und in Marienberg (7:0). „Wir haben letzte Saison im Pokal gute Leistungen gezeigt und Lunte gerochen, so dass wir diese Saison dies natürlich gern wiederholen möchten“, so Trainer René Behring. Allerdings liegt der völlig verpatzte Oberliga-Start derzeit völlig schwer im Magen, so dass ein Erfolgserlebnis jetzt absolut von Nöten ist. „Der Auftritt in Bautzen war eine einzige Katastrophe, so dass ich eine Reaktion auf diese Vorstellung zwingend erwarte. Wir spielen gegen eine Mannschaft, die zwei Klassen unter uns zu finden ist, von daher sind die Vorzeichen sonnenklar“, so Coach Behring. „Aufgrund unserer ersten beiden Saisonspiele haben wir auch gar nicht die Befähigung Liebertwolkwitz auch nur ansatzweise zu unterschätzen. Daher erwarte ich eine konzentrierte Leistung meiner Mannschaft mit der richtigen Einstellung, so dass wir nach 90 Minuten in die nächste Runde einziehen. Nicht mehr und nicht weniger.“ Dabei sieht es personell weiter ganz aus, wenn man vom verletzungsbedingten Fehlen von Tim Mattheus und vom Urlaub von Vincent Markus einmal absieht. Jan Hübner ist seit Mittwoch wieder in den Trainingsprozess eingestiegen und dürfte wieder in den Kader hinzustoßen. „Wir haben viel gutzumachen, das sollte jedem Einzelnen klar sein“, so Coach Behring. „Ziel muss es sein, vor dem schweren Heimspiel gegen Halle 96 wieder etwas Selbstvertrauen zu tanken. Erfolgserlebnisse sind dahingehend unabdingbar – gerade jetzt in unserer jetzigen Situation. Daher erwarte ich von jedem Einzelnen, dass er weiß, was die Stunde geschlagen hat.“
© Bericht: Tom Rietzschel
