NOFV-Oberliga Süd • 1. Spieltag
FC Grimma – SC Freital 1:2 (1:1)
Grimma: Čáp – Rieger, Vogel, Janz (ab 79. Förster), Pistol (ab 63. Tröger) – Bartsch – Seidl (ab 46. Wächtler), Nitschke, Katzenberger, Kaba (ab 58. Spreitzer) – Werner – Trainer: i. V. Förster
Freital: Kamenz – von Brezinski, Horschig, Wermann (ab 75. Heidler) – Frenzel, Menz (ab 50. Weidauer) – Schulze, Fluß (ab 90.+3 Böcker), Herold, Michael (ab 90.+3 Tänzer) – Schiemann (ab 75. Adler) – Trainer: Beck
Schiedsrichter: Bräuer (Nordhausen) – Schiedsrichter-Assistenten: Schröter (Nordhausen), R. Lorenz (Bad Langensalza) – Tore: 1:0 Nitschke (5.), 1:1 Vogel (10., Selbsttor), 1:2 Fluß (61.) – Gelbe Karten: Seidl (Foulspiel – 38.), Tröger (Foulspiel – 64.), Förster (Foulspiel – 82.), Vogel (Foulspiel – 89.), Werner (Foulspiel – 90.+1) – Horschig (Foulspiel – 45.) – Reservebänke: Lumpitzsch (Tor), Markus – Hartmann (Tor), Ohnesorge – Zuschauer: 145 im Husaren-Sportpark zu Grimma
Grimma. Der FC Grimma hat seinen Oberliga-Auftakt vor heimischer Kulisse verpatzt. Am Freitagabend unterlagen die Muldestädter im Husaren-Sportpark dem SC Freital mit 1:2 (1:1), wobei man sich dabei verdientermaßen einem besseren Gegner beugen musste. Dabei spielte den Grimmaer ein frühes Führungstor zwar zunächst komplett in die Karten, doch von dem absolut vermeidbaren Ausgleichstreffer konnten sich die Hausherren über die komplette Spielzeit nicht mehr erholen. Freital bestimmte in der Folgezeit die Szenerie und hätte bereits vor der Pause führen müssen. Auch nach dem Wechsel trat im Grimmaer Spiel keinerlei Besserung ein. Im Offensivspiel agierte man viel zu plan- und ideenlos, im Rückwärtsgang ließ man jegliche Kompaktheit vermissen und war vor allem in der Handlungsschnelligkeit den Gästen unterlegen. Dabei gerieten die Gastgeber durch einen direkt verwandelten Freistoß auf der Verliererstraße – auch diesen Gegentreffer darf man sich so nie und nimmer einfangen. Zwar versuchten die Hausherren die Partie mit Wucht und Vehemenz noch aus dem Feuer zu reißen, doch erzeugten die Gastgeber vor dem Freitaler Gehäuse absolut keine Torgefahr. So hatte am Ende des Tages die bittere Auftakt-Niederlage Gewissheit, so dass die Laune im Grimmaer Lager dementsprechend mies war.
„Nach einem Top-Start hat uns dieses Gegentor zum 1:1 komplett aus dem Rhythmus gebracht. Dies war der Knackpunkt im Spiel, diesen Schock haben wir bis zum Ende nicht verdaut bekommen“, resümierte ein enttäuschter Spieler-Trainer Benjamin Förster, der René Behring an der Seitenlinie vertrat. „Zweifelsohne hatte Freital die besseren Möglichkeiten, doch dass der Gast ausgerechnet durch zwei solche Tore gewinnt, ist für uns umso bitterer. Unser Problem lag heute darin, dass wir über beide Außenbahnen null Impulse setzen konnten und auch keine zweiten Bälle gewannen. Demzufolge mussten wir im Rückwärtsgang extrem weite Wege gehen, was unendlich Kraft gekostet hat. Daher geht der Sieg für Freital in Ordnung, jedoch haben wir uns mit diesen beiden Gegentoren selbst im Weg gestanden.“ Im Gäste-Lager war im Anschluss natürlich eine mehr als freudvolle Stimmung in der Kabine zu begutachten. „Es war das erwartet enge, zweikampfintensive Spiel, wobei man am Auftakt-Spieltag natürlich noch nicht weiß, wo man steht“, so SCF-Coach Christopher Beck. „In den ersten zehn Minuten hatten wir Probleme, doch hat uns dieses Geschenk zum Ausgleich Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben. Danach waren wir das bessere Team, wo wir aufgrund der Chancenvorteile verdient den Platz als Sieger verlassen. Am Ende des Tages bin ich sehr froh, mit welche Ruhe und Souveränität die Mannschaft den knappen Vorsprung über die Bühne gebracht hat.“
Dabei konnte die Partie für die Hausherren, die mit Jan Hübner, Tim Mattheus, Tommy Kind (alle verletzt) und Toni Ziffert (Urlaub) auf vier Stammspieler verzichten mussten, kaum besser beginnen. Nach einem Traumpass von Philipp Katzenberger hob Max Nitschke die Kugel gefühlvoll über den herausstürzenden SCF-Keeper Matti Kamenz zum 1:0 in die Maschen (5.). Doch damit noch nicht genug, mit Mut und Engagement setzten die Gastgeber die Partie fort. Vier Minuten später war das Grimmaer Fanlager erneut nah dran am Jubelgesang, doch nach Zuspiel von Katzenberger streifte Nitschke mit seinem Linksschuss nur den Pfosten (9.). Sequenzen später passierte dann allerdings das, was die Begegnung komplett zum Kippen brachte. Nach einem langen Ball von Kamenz und anschließender Kopfballverlängerung von Schiemann wartete FC-Innenverteidiger Alexander Vogel vergeblich auf Schlussmann Ondřej Čáp, der durch konsequentes Herauslaufen diese Situation hätte problemlos bereinigen können. Letztlich wurde Vogel im Anschluss von Ricardo Michael derart hart bedrängt, dass die Eilenburger Neuzugang die Kugel mit seinem Rettungsversuch unglücklich über Čáp ins eigene Tor hob – 1:1 (10.). „Dieses Eigentor hat uns wieder zurück ins Spiel gebracht, zu Beginn war Grimma klar besser“, so das Resümee von Freitals Ex-Trainer Knut Michael auf der Tribüne, der beim SCF seit letzter Saison das Amt des Koordinators der Abteilung Fußball ausübt.
Dabei traf der jahrelanger Freitaler Erfolgstrainer mit seiner Analyse den Nagel komplett auf den Kopf. In der Folgezeit war eine Unsicherheit in der Grimmer Elf unverkennbar – statt mit Mut, Leidenschaft und Intensität die Partie fortzusetzen, hatte man fortan keine Traute mehr in die eigenen Aktionen und suchte lieber den Sicherheitspass. Fortan war das Spiel der Einheimischen wie abgerissen, da man in der Offensive kaum mehr einen Ball festmachen konnte und so Ballverluste in rauen Menge produzierte. „Wahnsinn was solch eine Situation vom Kopf her mit einer Mannschaft machen kann“, so Grimmas Spieler-Trainer Benjamin Förster. „In der Folgezeit liefen wir nur noch hinterher.“ Freital wollte sich in der Folgezeit dieses Momentum sofort zu Nutze machen und legte nun eine Schippe drauf. Nach einem Pass von Michael strich ein Flachschuss von Antonio Frenzel am langen Eck vorbei (17.), bei einem Schuss von Sandro Schulze zeigte sich Čáp auf der Höhe (21.). Die Hausherren waren nun fast ausschließlich mit Defensivaufgaben vertraut, offensiv kam man kaum mehr über Ansätze hinaus. Einzig ein Linksschuss von Kevin Werner verirrte sich in Richtung Freitaler Gehäuse, doch brauchte Kamenz hier nicht einzugreifen (30.). Stattdessen hätten die Gäste noch vor der Pause die Partie bereits komplett drehen können. Nach Zuspiel von Schulze sprang die Kugel beim Versuch von Robin Fluß vom Innenpfosten ins Spielfeld zurück (40.), Sequenzen vor dem Pausenpfiff tauchte Čáp beim Flachschuss von Louis Menz rechtzeitig ab. „Wir müssen sehen, dass wir irgendwie in die Halbzeit kommen“, hatte Benjamin Förster an der Seitenlinie schon eine böse Vorahnung. Gesagt, getan – mit einem aus FC-Sicht etwas schmeichelhaften Unentschieden schickte Schiedsrichter Paul Bräuer (Nordhausen) beide Teams kurz darauf in die Kabinen.
Allerdings hinterließ die Pausenansprache im Verlauf der zweiten Hälfte nicht im Geringsten die gewünschte Wirkung. Zwar setzten die Muldestädter die erste Duftmarke, als eine Direktabnahme von Nitschke knapp das Ziel verfehlte (48.), doch blieben die Offensivaktionen der Hausherren weiterhin sehr fehlerhaft und fahrig. Hinzu kam, dass man im Defensiv-Verhalten bei langen Bällen des Gegners weiterhin große Probleme hatte. Nach einem solch weiten Zuspiel von Menz profitierte Schulze erneut vom zögerlichen Eingreifen des Grimmaer Torhüters – doch nachdem der Freitaler Čáp bereits umkurvt hatte, traf Schulze zur allgemeinen Verwunderung nicht das leere Tor, sondern nur das Außennetz (49.). Hier hätte es bereits um die Gastgeber geschehen sein müssen, nur mit riesigem Glück lag man nicht schon jetzt in Rückstand. Hinsichtlich dieser fahrlässigen Chancenverwertung hätten die Muldestädter den Gegner eigentlich bestrafen müssen, doch blieben die eigenen Offensivbemühungen weiter sehr überschaubar. So war es wiederum nur Werner, der mit einem kernigen Schrägschuss etwas Torgefahr erzeugte, doch strich das Streitobjekt über den Querbalken (54.). „Wenn unsere Außenbahnen quasi verwaist sind und wir dort kein Tempo reinbekommen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn für keine Gefahr ausstrahlen können“, legte Benjamin Förster den Finger in die Wunde. „Weiterhin haben wir nach wie vor keinen abgewehrten Ball aufsammeln können – dann wird’s natürlich offensiv schwer.“
Wie es gemacht wird, zeigten die Gäste eindrucksvoll – immer wieder profitierte Freital von den Grimmaer Problemen im Rückwärtsgang. Nach einem langen Ball von Wermann legte Schulze die Kugel mustergültig auf Fluß quer, doch rettete Čáp hier glänzend (57.). Doch vier Minuten später war es dann passiert – umso ärgerlicher, da aus dieser Situation einfach kein Gegentreffer fallen darf! Zunächst produzierte Nitschke kurz vor dem eigenen Strafraumeck ein völlig unnötiges Foulspiel, der anschließende, haltbare Freistoß von Fluß rutschte unter dem Körper von Čáp hindurch – 1:2 (61.). „Wenn Freital uns ausspielt und die Tore macht, okay. Aber zwei solche Geschenke – unfassbar“, so das Urteil von FC-Spieler-Trainer Förster. Dieser wechselte sich in der Schlussphase zwar noch selbst ein, um die eigenen Offensivbemühungen zu verstärken, doch brachte auch diese Maßnahme keinen Erfolg mehr. Freital blieb auch in der Folgezeit handlungsschneller, ballsicherer und vor allem torgefährlicher. Bei einem weiteren Freistoß von Fluß zeigte sich Čáp diesmal auf dem Posten (65.), nach klasse Vorarbeit von Bruno Schiemann scheiterte der über rechts frei durchlaufende Schulze am gut reagierenden tschechischen Schlussmann (73.). Zwar mühten sich die Hausherren in der Endphase und setzten alles auf eine Karte, doch blieb man im eigenen Offensivspiel zu fehlerhaft und umständlich. Bezeichnend war, dass wiederum der nimmermüde rackernde Werner die einzige zwingende Abschlusshandlung abgab, doch lenkte Kamenz die Kugel rechtzeitig über den Querbalken (89.).
So blieb es am Ende des Tages beim verdienten Freitaler Auswärtssieg gegen eine Grimmaer Mannschaft, die zwar sehr gut begann, doch nach dem schellen Ausgleichstreffer jegliche Sicherheit sowie Mut verlor. „Schade, nach diesem Top-Start war viel mehr möglich“, so Spieler-Trainer Benjamin Förster. „Demzufolge bin ich schon sehr enttäuscht, solche Gegentore dürfen wir niemals bekommen. Nichtsdestotrotz werden wir uns das Spiel am Montag noch einmal gemeinsam anschauen, auf die Fehler hinweisen und die Truppe wieder aufbauen.“ Dies ist auch zwingend von Nöten, schließlich ist die Elf am kommenden Sonntag um 14.00 Uhr beim FSV Budissa Bautzen erneut gefordert. Die Ostsachsen haben ihren Auftakt ihn Stahnsdorf mit 2:4 ebenfalls vermasselt und werden mit Sicherheit alles tun, um den kompletten Fehlstart zu vermeiden. Darauf sollten die Muldestädter zu einhundert Prozent vorbereitet sein.
Bericht: © Tom Rietzschel
Bilder: © Karsten Hannover
Spielberichte
Drei Punkte zum Saisonauftakt
Grimma. Nach einer schweißtreibenden Saisonvorbereitungszeit, mit insgesamt guten, bis sehr guten Leistungen in den Testspielen, ging es nun endlich wieder um Punkte. Und auch wenn das Freitaler Trainerteam die Mannschaft gut vorbereitet glaubte, so kann man sich doch nie sicher sein wo man zu Saisonbeginn wirklich steht. Nun ging es also am ersten Spieltag nach Grimma, wo man im Vorjahr alle drei Punkte entführen konnte.
Dies war dann auch heute wieder das Ziel, doch zunächst sah es erst einmal nicht danach aus. Denn bereits in der fünften Spielminute gingen die Gastgeber in Führung, als der alte und neue Freitaler Kapitän Matti Kamenz einen langen Ball falsch einschätzte und so vom Grimmaer Stürmer Max Nitschke düpiert wurde, der den Ball einfach am unnötigerweise herausgekommenen Freitaler Keeper vorbei spitzeln konnte. Kurz zeigte sich die Freitaler Mannschaft etwas geschockt, fand nicht so recht zu ihrem Spiel, kam aber trotzdem bereits fünf Minuten später zum Ausgleich. Diesmal machten die Gastgeber den entscheidenden Fehler. Abwehrspieler Alexander Vogel war es, der vor dem heranstürmenden Sandro Schulze klären wollte, den Ball aber über seinen Keeper hinweg ins eigene Tor beförderte. Dieser Treffer gab den Freitalern dann die nötige Selbstsicherheit und so übernahmen sie mehr und mehr die Spielkontrolle. Immer wieder spielten sie teilweise sehenswerte Kombinationen und kamen so zu einer ganzen Reihe an guten bis sehr guten Torgelegenheiten. Einziges Manko war dann wieder einmal die sehr mangelhafte Chancenverwertung, die es dem Grimmaer Schlussmann Ondřej Čáp ermöglichte, im letzten Moment doch noch eine Hand an den Ball zu bekommen. Wenn er dann doch einmal geschlagen war, wie in der 40. Spielminute als Robin Fluß eine hervorragende Freitaler Kombination abschloss, klatschte der Ball an den Innenpfosten, fand aber eben nicht den Weg ins Tor. So ging es dann mit einem, für die Gastgeber sehr schmeichelhaften, Remis in die Pause, in der sich die Freitaler vornahmen einfach so weiter zu spielen, dann würde der Ball irgendwann ganz zwangläufig im Grimmaer Tor landen.
Zunächst ging es aber so weiter wie in der ersten Spielhälfte. Selbst klarste Chancen reichten nicht für die überfällige Freitaler Führung. So stürmte Sandro Schulze allein aufs Grimmaer Tor zu, umkurvte auch den Torhüter, schaffte es aber letztlich nicht den Ball im leeren Tor unter zu bringen. Kurz darauf war es Robin Fluß der im Grimmaer Strafraum freistehend zum Abschluss kam, mit seinem Schuss aber wieder an Ondřej Čáp scheiterte, der den Ball gerade noch so um den Pfosten lenken konnte. Als die Freitaler Bank schon schier am Verzweifeln war gab es dann einen Freistoß am linken Strafraumeck. Robin Fluß legte sich den Ball zurecht und diesmal war er der Sieger im Duell mit dem Grimmaer Keeper, der den Flatterball aufs kurze Eck diesmal nicht klären konnte. Nach der Freitaler Führung versuchten die Gastgeber natürlich wieder zum Ausgleich zu kommen, schafften es aber bis zum Ende nicht mehr die Freitaler Hintermannschaft in wirkliche Bedrängnis zu bringen. Auf der Gegenseite ergaben sich nun natürlich große Räume die unsere Mannschaft zu einer Vielzahl an Kontern nutzte, es allerdings weiterhin versäumte den Ball ins Tor zu befördern um die Partie schon früher zu entscheiden.
So blieb es bis zum Ende spannend, aber letztlich schafften es die Freitaler den Sieg über die Zeit zu bringen und so einen erfolgreichen Saisonauftakt zu feiern.
© Andreas Hannewald • SC Freital
Gute Stimmung beim SC Freital
Grimma. In Freital war die Stimmung nach dem Auftaktsieg in der Muldestadt natürlich bestens. Robin Fluß hatte mit einem sehenswerten Freistoß den entscheidenden Treffer in der zweiten Halbzeit markiert. „Der Spielbeginn mit dem 0:1 nach fünf Minuten war denkbar schlecht, andererseits war es aber auch eine Art Wachmacher und wir anschließend gut im Spiel“, blickt SCF-Chefcoach Christopher Beck zurück. „Den Ausgleich haben wir erzwungen, auch wenn er durch ein Eigentor zustande kam. Später haben wir es verpasst, den dritten Treffer nachzulegen. Aber der Dreier war hochverdient und jetzt freuen wir uns alle auf das Flutlicht-Derby gegen Schiebock.“
© Jürgen Schwarz • Dresdner Neueste Nachrichten
Bilder vom Spiel
Fotos: © Dieter Koch
Highlights vom Spiel
© youTube-Kanal HackenHattrick





























































































































