NOFV-Oberliga Süd • Testspiel
SV Lipsia 93 Eutritzsch – FC Grimma 0:6 (0:2)
Eutritzsch: Tsarenko (ab 46. Felter) – Bormann, Lohmeier, Kießling – Schilling (ab 73. Uhlitzsch) – Premßler, Uhlitzsch (ab 46. Husar), Lange (ab 71. T. Erdmenger) – Wüstner (ab 79. Loritz), Kügler (ab 79. Mansfeld), Mansfeld (ab 64. M. Havel) – Trainer: D. Havel
Grimma: Preil (ab 46. Čáp) – Rieger (ab 46. Markus), Vogel (ab 46. Ziffert), Katzenberger (ab 69. Rieger), Pistol (ab 69. Kaba) – Bartsch (ab 69. Wächtler) – Wächtler (ab 46. Seidl), Hübner (ab 46. Kögler), Nitschke (ab 69. Hübner), Kaba (ab 46. Spreitzer) – Werner (ab 46. Förster) – Trainer: Behring
Schiedsrichter: Gaunitz (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Kießig (Geithain), Taychert (Laußig) – Tore: 0:1 Nitschke (29.), 0:2 Werner (36.), 0:3 Spreitzer (46.), 0:4 Förster (59.), 0:5 Nitschke (65.), 0:6 Seidl (90.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: keiner – keiner – Zuschauer: 71 in der Sportschule „Egidius Braun“ zu Leipzig
Leipzig. Oberligist FC Grimma hat nach den zwei Niederlagen gegen den ZFC Meuselwitz (0:3) und die BSG Chemie Leipzig (1:2) sein erstes Testspiel siegreich gestaltet. Nachdem man gegen die beiden Regionalligisten bereits sehr ordentlich agierte, gewann man am Mittwochabend nun die Test-Partie beim SV Lipsia 93 Eutritzsch klar mit 6:0 (2:0) und zeigte beim Sachsenliga-Aufsteiger ebenfalls eine absolut ansprechende Vorstellung. Gegen sehr tief stehende Gastgeber fanden die Muldestädter nach etwas holprigen ersten 30 Minuten immer wieder spielerische Ansätze und Lösungen, um den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken. Am Ende spricht das Ergebnis eine deutliche Sprache und verdeutlicht die Spielgeschehen voll und ganz. Bei etwas mehr Konzentration und Übersicht im letzten Drittel hätte zweifelsohne noch das eine oder andere Grimmaer Tor mehr fallen können, auch wenn man – geschuldet durch zahlreiche Wechsel – den Eutritzschern aufgrund einfacher Ballverluste in der Endphase auch einige Kontermöglichkeiten gestattete. Am Ende des Tages war FC-Trainer René Behring von der Leistung seiner Elf jedoch durchaus angetan. „Wir haben ein gutes Spiel absolviert und einen äußerst defensiv agierenden Gegner immer wieder vor Probleme gestellt. Sechs Tore kommen nicht von ungefähr – alles in allem bin ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft sehr zufrieden.“
Dabei sahen die Zuschauer in der Leipziger Sportschule eine Begegnung, in der es von Beginn an nur in eine Richtung ging. Grimma nahm sofort das Heft des Handelns in die Hand, Lipsia beschränkte sich frühzeitig fast ausschließlich auf die Defensivaufgaben. Dabei verhinderte Ex-FC-Schlussmann Artem Tsarenko, der in dieser Saison das Tor der Eutritzscher hütet, bereits in der Anfangsphase einen Rückstand für die Gastgeber. Nach einer Flanke von Nico Rieger scheiterte Kevin Werner zunächst am blendend reagierenden jungen Ukrainer (9.) kurz darauf blieb Tsarenko im Duell gegen Cerno Kaba der Sieger (11.). Sequenzen später war abermals der Grimmaer Führungstreffer möglich, doch verpasste Werner eine flache Eingabe von Kaba nur um Zentimeter (12.).
Im Anschluss daran ebbte der anfängliche Druck der Muldestädter allerdings etwas ab. Fortan war das Spieltempo einfach zu gering, was dahingehend geschuldet war, dass die Ballzirkulation in den eigenen Reihen gegen diesen tief stehenden Gegner einfach zu lange dauerte. So dauerte es eine ganze Weile, ehe die Behring-Schützlinge den Lipsia-Abwehrriegel durchbrechen konnten. Nach Zuspiel von Kaba setzte Lucas Bartsch den rechtzeitig startenden Max Nitschke in Szene, der Tsarenko mit einem platzierten Schlenzer zum 0:1 überwand (29.). Dieser Treffer hinterließ beim Oberligisten deutliche Signalwirkung – in der Folgezeit wurden die Aktionen der Gäste wieder deutlich zwingender. Nach einer abgefälschten Bogenlampe von Kaba hätte Werner bereits den zweiten Treffer nachlegen müssen, doch drückte er die Kugel aus Nahdistanz über den Querbalken (34.). Zwei Minuten später schlug der Neuzugang vom VFC Plauen dann allerdings zu. Sehr gut von Rieger in Szene gesetzt, scheiterte Kaba zwar zunächst an Tsarenko – Werner stand jedoch goldrichtig und staubte zum 0:2 ab (36.).
Auch im Anschluss blieb die Partie sehr einseitig. Eutritzsch wehrte sich zwar weiterhin äußerst tapfer, doch kamen die Hausherren im Offensivbereich über Ansätze nicht hinaus. FC-Schlussmann Oskar Preil erlebte einen ruhigen Vorabend, geprüft wurde er nicht. Stattdessen hätten die Muldestädter vor dem Pausenpfiff das Ergebnis sogar noch ausbauen können. Bei einem Versuch von Jan Hübner zeigte sich Tsarenko auf dem Posten (40.), Kabas Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung versagt (45.+1).
Nach dem Wechsel erzeugten die Muldestädter weiterhin sofort den nötigen Druck, auch wenn Trainer Behring sein Team munter durchwechselte. Nur wenige Sekunden waren nach dem Wiederanpfiff absolviert, als Robin Spreitzer eine Maßflanke von Albert Pistol aus Nahdistanz zum 0:3 in die Maschen köpfte (46.). 60 Sekunden später hätte der gerade jubelnd abdrehende Torschütze zwingend erhöhen müssen, doch scheiterte Spreitzer aus drei Metern am reflexartig reagierenden Julius Felter im Lipsia-Gehäuse (47.). Auch Vincent Markus ließ eine recht vielversprechende Gelegenheit liegen – hauchzart zischte sein Schuss am Tor vorbei (54.). Die tapfer fightenden Gastgeber hingen in dieser Phase gewaltig in den Seilen – in der Folgezeit baute der Oberligist binnen kurzer Zeit das Ergebnis weiter aus. Zunächst verwertete Benjamin Förster am zweiten Pfosten aus spitzem Winkel eine flache Eingabe von Valentin Seidl zum 0:4 (59.), sechs Minuten später lochte Nitschke nach klasse Vorarbeit von Förster zum zweiten Mal ein – 0:5 (65.).
Fortan schwanden die Kräfte der Eutritzscher immer mehr, bei den Gästen allerdings dann auch etwas die Konzentration. Förster und der eingewechselte A-Junior Leonard Kögler fanden jeweils in Felter ihren Meister (66., 73.), abermals Kögler (70.) sowie Hübner (77.) ließen weitere vielversprechende Möglichkeiten ungenutzt. Hinzu kam aus Sicht der Muldestädter in der Endphase ebenfalls, dass man im Vorwärtsgang den einen oder anderen Ballverlust zu viel produzierte, so dass den Gastgebern manch verheißungsvolle Kontergelegenheit ermöglicht wurde. Zwingende Abschlusshandlungen konnte Lipsia jedoch nicht verzeichnen, so dass sich Schlussmann Ondřej Čáp nicht auszeichnen brauchte. Stattdessen machten die Gäste kurz vor Ultimo das halbe Dutzend voll. Sehenswert setzte sich Kaba mit Tempo über die linke Seite durch – Seidl hatte am zweiten Pfosten keine Mühe, um aus Nahdistanz zum 0:6-Endstand zu vollenden (90.).
Fazit: Durchaus gelungenes Testspiel der Muldestädter, die den Klassenunterschied deutlich erkennen ließen. Die nächste Vorbereitungs-Partie bestreiten die Behring-Schützlinge bereits am Samstag. Dann gastiert mit dem FC Eilenburg ein weiterer Regionalligist in Grimma – der Anstoß im Husaren-Sportpark erfolgt bereits um 13.00 Uhr.
Bericht: © Tom Rietzschel

