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Mit Selbstvertrauen zum direkten Abstiegs-Kontrahenten

Vorschau auf das Nachholspiel
vom 17. Spieltag der NOFV-Oberliga Süd

 

SV Blau-Weiß Zorbau – FC Grimma

 

Datum:            Mittwoch, 30.04.2025

 

Anstoß:           18.00 Uhr

 

Spielort:          Sportplatz Zorbau

 

Grimma. Nach dem Ausscheiden im Halbfinale des Wernesgrüner-Sachsenpokals, als man dem unangefochtenen Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Lokomotive Leipzig knapp mit 0:2 (0:0) unterlag, war es schon beachtlich, wie sich der FC Grimma am vergangenen Wochenende bei seinem „Oberliga-Alltag“ präsentierte. Beim Tabellen-Dritten, dem VfL Halle 96, verbuchten die Muldestädter beim 2:2 (1:2)-Unentschieden einen wichtigen Teilerfolg, der in der Endabrechnung im Kampf um den Klassenerhalt noch von entscheidender Bedeutung sein kann. Dabei lieferte die Mannschaft von Trainer René Behring bei den favorisierten Trothaern eine richtig gute Vorstellung ab, welche am Ende des Tages mit einem verdienten Auswärtspunkt belohnt wurde. Summa summarum lagen sogar leichte Chancenvorteile auf Seiten der Grimmaer, doch aufgrund der spielerischen und individuellen Qualität des Gegners kann man das Ergebnis letztlich als leistungsgerecht bezeichnen. Auch wenn der Grimmaer Ausgleich von „Joker“ Benjamin Förster erst tief in der Nachspielzeit erzielt wurde – eine Niederlage hätten die Gäste aufgrund ihrer Leistung nicht verdient gehabt. Dass dieser Zähler enorm wichtig war, verdeutlicht ein Blick auf die Tabelle. Nachdem am Vortag mit dem SV Blau-Weiß Zorbau (2:1 in Rudolstadt), dem FC Einheit Wernigerode (2:1 in Freital) und am Sonntag der FSV Budissa Bautzen (1:0 gegen Union Sandersdorf) unmittelbare Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt jeweils Siege einfahren konnten, war es von extrem großer Bedeutung in Halle etwas mitzunehmen. Aktuell liegen die Muldestädter vier Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, so dass man alles weiterhin selbst in den eigenen Händen hat, den Oberliga-Verbleib zu realisieren. Mit dem Punktgewinn in Halle fahren die Schützlinge von Trainer René Behring am morgigen Mittwoch dementsprechend mit einem ganz anderen Gefühl zum SV Blau-Weiß Zorbau, wenn um 18.00 Uhr die Nachhol-Begegnung des 17. Spieltages ausgetragen wird. Der Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt liegt aktuell mit 24 Punkten auf diesem genannten ersten Abstiegsplatz, so dass es selbstredend für beide Teams um extrem viel geht. Der Neuling kann mit einem Sieg auf einen Zähler an den FC heranrücken, andererseits können die Gäste mit einem dreifachen Punktgewinn den Vorsprung auf sieben Zähler anwachsen lassen und damit einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt tätigen. Für Spannung dürfte daher ausreichend gesorgt sein – schon die Ausgangslage sorgt für reichlich Brisanz. Trainer René Behring wechselte im Sommer aus Zorbau nach Grimma – mit Jan Hübner, Valentino Schubert, Kento Nakano, Max Worbs und Benjamin Förster schlugen gleich fünf Spieler denselben Weg ein. Im Winter kam schließlich mit Dave Baum sogar noch ein sechster Akteur hinzu. „Wir haben uns am Sonntag in Halle mit dem Punktgewinn weiteres Selbstvertrauen geholt und gezeigt, zu welch Leistungen die Mannschaft imstande ist“, so Coach Behring, der von April 2022 bis Mai 2024 in Zorbau den Taktstock an der Seitenlinie schwang. „Wir fahren daher am Mittwoch zu einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt und wollen dementsprechend natürlich den Schwung mitnehmen. Ziel ist es, dass wir unsere gute Ausgangsposition weiter entscheidend ausbauen wollen.“

Nachdem der SV Blau-Weiß Zorbau vor zwei Jahren nach einer überzeugenden Hinrunde in der zweiten Halbserie völlig einbrach und am Ende des Tages aus der Oberliga absteigen musste, konnten die Anhaltiner in der vergangenen Saison sofort den Wiederaufstieg realisieren. In der Verbandsliga Sachsen-Anhalt setzten sich die Mannen aus dem Burgenlandkreis vor dem Lokalmatador SSC Weißenfels durch und kehrten im letzten Sommer nach einjähriger Abstinenz in die Oberliga zurück. Dabei spielten die Blau-Weißen in der vergangenen Saison eine überragende erste Halbserie und erarbeiteten sich einen komfortablen Vorsprung, von welchem man im Verlauf der Rückrunde erheblich zehrte. Richtig spannend wurde es in der letztjährigen Rückrunde jedoch nicht mehr, auch, weil Zorbau das direkte Duell in Weißenfels klar mit 4:1 gewann. Trainiert wurde die Elf zu diesem Zeitpunkt schon von Marcus Dörfer, der als Co-Trainer seinen „Chef“ René Behring im Mai des vergangenen Jahres ablöste. Der 41-jährige Ostthüringer, der zuvor drei Jahre den Traditionsverein Wismut Gera betreute, ist auch nach der Oberliga-Rückkehr weiterhin für die Blau-Weißen verantwortlich und kämpft mit seiner im Sommer völlig runderneuerten Mannschaft verbissen um den Klassenerhalt. „Wir hatten vor der neuen Saison einen großen Umbruch im Kader zu bewerkstelligen, so dass es natürlich erst einmal darum ging, ein Team zu formen“, so Dörfer. Dies gelang dem Zorbauer Coach mit mühsamem Feingefühl, wohl wissend, dass seiner extrem jungen Mannschaft ein ganz wichtiger Faktor weiterhin fehlt. „Wir haben jede Menge fleißige, junge, hochtalentierte Fußballer, die allesamt extrem willig sind und richtig Potenzial haben“, so der 41-Jährige. „Was den Jungs allerdings fehlt, ist Erfahrung. Diese kann man leider nicht kaufen, doch genau dieser Aspekt ist in der Oberliga ein ganz entscheidender Faktor.“ Doch ungeachtet der fehlenden Routine ist Dörfer sehr angetan, von dem, was seine Mannschaft in dieser Saison bisher geleistet hat. „Dass der Oberliga-Klassenerhalt für diese junge Truppe ein sehr ambitioniertes Ziel war, haben wir im Vorfeld alle gewusst“, so der Zorbauer Coach. „Doch wenn ich sehe, wie die Jungs im Training und im Wettkampf diesem Ziel nacheifern, nötigt mir das großen Respekt ab. Die Mannschaft lebt von ihrem jugendlichen Enthusiasmus und versucht mit Geschwindigkeit und Intensität der fehlenden Erfahrung beizukommen.“ Natürlich ist sich Dörfer weiterhin darüber im Klaren, dass seine Elf nach wie vor auf einem Abstiegsrang liegt, „doch 24 Punkte zu diesem Zeitpunkt hat man der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt wohl niemand zugetraut.“ Dabei konnte die Mannschaft aus den letzten drei Begegnungen sieben Punkte einspielen und die direkten Auswärts-Duelle gegen die Konkurrenz Ludwigsfelde und Rudolstadt (jeweils 2:1) für sich entscheiden. Dass man daheim zwischendrin dem Schwergewicht Germania Halberstadt beim torlosen 0:0 einen Zähler abknöpfte, verdeutlicht die Qualitäten Zorbaus. „Diese Punkte waren aber auch zwingend nötig, nachdem wir im Winter ganz schlecht aus den Startlöchern kamen“, so Dörfer. Dabei hat der Coach in den letzten Wochen auch sämtlichen Druck von der Mannschaft genommen, was sich positiv auf die Leistungen seines Teams auswirken sollte. „Immer wenn wir gesagt haben, dass wir unbedingt müssen, gingen diese Begegnungen prompt in die Hose“, erinnert sich der Trainer. „Wir haben uns seitdem auf die Fahnen geschrieben, ohne jeglichen Druck den besten Fußball aufs Feld zu bringen, womit die Mannschaft weit besser gefahren ist.“  Natürlich ist dem sympathischen Coach die enorme Wichtigkeit der morgigen Begegnung im Klaren, doch auch hier beweist Dörfer absolut kühlen Kopf. „Na klar geht es morgen um sehr viel und selbstverständlich wollen wir unsere kleine Serie weiter fortsetzen. Allerdings gibt es da auch noch einen Gegner, der über viel Qualität verfügt und jede Menge Erfahrung besitzt. Ich habe mir am Sonntag das Grimma-Spiel in Halle angesehen, wo unser morgiger Gegner verdientermaßen einen Punkt geholt hat. Demzufolge wissen wir um die Schwere der Aufgabe, doch werden wir natürlich alles versuchen, um ein für uns positives Ergebnis zu erringen.“

Auch im Lager der Muldestädter weiß man um die Wichtigkeit dieser Begegnung und ist auf alle Eventualitäten vorbereitet. Schon aus diesem Grund hatte der Last-Minute-Punkt am Sonntag bei einem Schwergewicht der Liga sehr große Bedeutung, zumal dieser ohne die Leistungsträger Jan Hübner, Tommy Kind oder Tim Mattheus eingefahren wurde. Allerdings gilt es nun, diesen positiven Trend in den kommenden Begegnungen zu bestätigen, wobei bereits morgen die erstbeste Möglichkeit diesbezüglich besteht. „Zorbau hat in den letzten drei Begegnungen sehr gut gepunktet und sich dadurch langsam an die Nichtabstiegsplätze herangearbeitet“, weiß Trainer René Behring. „Diesbezüglich wird unser Gegner die Partie morgen mit Selbstvertrauen angehen und uns in allen Bereichen fordern.“ Schon aus seiner Zeit bei den Blau-Weißen ist der Grimmaer Coach über den Gegner natürlich sehr gut informiert, so dass er seine Elf bestmöglich vorbereitet auf den grünen Rasen schicken wird. Dies gelang im Hinspiel bereits recht gut, als die Muldestädter ihr Heimspiel gegen den Neuling sicher mit 3:0 gewannen. „Doch morgen beginnt es wieder bei null. Die letzten Spiele sind Geschichte, morgen ist die Mannschaft wieder gefordert. Entscheidend ist, der Elf immer wieder die Wichtigkeit dieser Partie vor Augen zu führen und dementsprechend fokussiert die 90 Minuten abzuwickeln.“ Personell sieht es weiterhin ganz gut aus. Louis Walter wird zwar gelbgesperrt fehlen, doch werden Tommy Kind und Jan Hübner in den Kader zurückkehren. „Ich denke, wir sind auf diese richtungsweisende Begegnung gut vorbereitet“, so Trainer Behring. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft, ähnlich wie vor zwei Jahren, den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt tätigen kann. Damals mussten die Muldestädter ihre drei letzten Spiele ausnahmslos gewinnen, um den Oberliga-Verbleib zu realisieren. Mit einem 4:2 (1:0)-Erfolg in Zorbau meisterte man im Mai 2023 die erste Etappe erfolgreich – nach anschließenden Siegen in Halle (3:2) und daheim gegen Nordhausen (1:0) wurde am Ende des Tages das große Ziel erreicht. „Vielleicht begleitet der eine oder andere Zuschauer unsere Elf morgen mit nach Zorbau“, hofft der FC-Coach. „Schon in Halle hat mich gefreut, wie viele Grimmaer Fans uns dort tatkräftig unterstützt haben.“