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Ziel erreicht, doch weiterhin jede Menge Arbeit

NOFV-Amateur-Oberliga Staffel Süd • Testspiel

 

FC Grimma – FV Eintracht Niesky  5:2 (2:1)

Grimma: Birkigt – Markus (ab 46. Käseberg), Bartsch, Ziffert (ab 46. Konzok), Mertes (ab 72. Voigtländer) – Hübner (ab 72. Wenzel), Schwarz (ab 46. Sommer), Wolf (ab 46. Melkonyan), Funken (ab 46. Goldammer) – Griesbach, Erdmann – Trainer: Kunert

Niesky: Engelmann – Qach (ab 83. Pohl), Berg, Grohme, Dominik – Pluta (ab 42. Scharf) – Kleschatzky, F. Zieschang, Görnitz, Löper – Wilker – Trainer: Seifert

Schiedsrichter: Bringmann (Bad Lausick) – Schiedsrichter-Assistenten: Walter (Hartha), Schönborn (Otterwisch) – Tore: 1:0 Griesbach (13.), 2:0 Hübner (35.), 2:1 F. Zieschang (37.), 3:1 Konzok (55.), 4:1 Hübner (69.), 5:1 Sommer (71.), 5:2 F. Zieschang (85.) – Gelbe Karten: Mertes (Foulspiel – 33.) – Qach (Foulspiel – 12.) – Reservebänke: Becker (Tor), Weber – keiner – Zuschauer: 100 im Husaren-Sportpark zu Grimma

 

Grimma. „Das Beste an diesem Spiel ist das Ergebnis!“ Alexander Kunert, Trainer des Oberligisten FC Grimma nahm nach dem 5:2 (2:1)-Testspiel-Erfolg über den Sachsenligisten FV Eintracht Niesky in seiner Auswertung wahrlich kein Blatt vor den Mund. Zwar hatte sein Team, nach drei deftigen Niederlagen gegen allesamt höherklassige Gegner, das gesteckte Ziel „erster Sieg in der Vorbereitung“ erreicht, doch was er in den 90 Minuten von seiner Elf zu sehen bekam, war teilweise doch recht schwere Kost. Wahrlich bessere Laune hatte da sein Nieskyer Pendant Paul Seifert, der zwar nur mit 13 Spielern und einem Durchschnittsalter von 20 Lenzen in die Muldestadt anreiste, diese sich allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten tapfer aus der Affäre zogen. „Ich bin zufrieden“, resümierte der ehemalige Stürmer, der bei seinem kurzen Intermezzo beim 1. FC Lokomotive Leipzig sogar kurzzeitig mit Alexander Kunert zusammenspielte. „Angesichts des Umbruchs innerhalb unserer Truppe und unserer aktuell extrem angespannten Personalsituation kann ich mit der Vorstellung meiner Mannschaft sehr gut leben.“ Dennoch fand der Eintracht-Coach ein klitzekleines Haar in der Suppe. „Ärgerlich war einzig, dass wir von den fünf Grimmaer Treffern quasi vier selbst aufgelegt haben. Ansonsten hat dieser Testkick für uns den Zweck absolut erfüllt, zumal wir immer sehr gern hier im neuen Stadion spielen.“

Zwar waren die Grimmaer gegen personell völlig umgekrempelte Gäste von Beginn an spielbestimmend, doch war bereits frühzeitig die Fehlerquote im Passspiel extrem hoch. Niesky legte erwartungsgemäß das Hauptaugenmerk auf eine kompakte Defensive und überließ den Platzherren daher jegliches Zepter. Richtig zwingend vor dem Gäste-Tor wurde es allerdings zunächst nicht, da man im Ballvortrag einfach viel zu unruhig agierte. So mussten Freistöße herhalten, um für etwas Torgefahr zu sorgen. So servierte Michel Schwarz zunächst die Kugel auf den Kopf von Moritz Griesbach, welcher das Streitobjekt jedoch knapp über den Querbalken drückte (5.). Anschließend versuchte sich Jan Hübner mit der direkten Variante – Außennetz (12.). Sequenzen später bestraften die Einheimischen jedoch den ersten krassen Aussetzer der Ostsachsen. Moritz Griesbach nutzte einen kapitalen Fehlpass im Aufbauspiel der Gäste und brachte die Kunert-Elf in Führung (13.). Zwei Minuten später hätte der lange verletzte Stürmer gleich nachlegen können, doch zeigte sich Eintracht-Keeper Paul Engelmann hier auf dem Posten (15.).

Wer jedoch im Grimmaer Lager angesichts des Führungstreffers auf etwas mehr Spielwitz und Tempo im Vorwärtsgang gehofft hatte, wurde arg enttäuscht. Weiterhin unterliefen den Gastgebern eine Vielzahl von Unzulänglichkeiten, Missverständnissen und Fehlpässen. „Wir spielten weiterhin ohne jegliches Tempo und ohne Ideen“, traf Grimmas Trainer Kunert den Nagel vollends auf den Kopf. „Dadurch hatten wir viel zu viele Ballverluste und kamen im Anschluss auch überhaupt nicht in die Situation zum Gegenpressing.“ Glücklicherweise konnten die Gäste davon kein Profit schlagen – so musste sich FC-Schlussmann Pascal Birkigt bei einem Schuss von Pascal Löper jedoch erstmals strecken (10.). Die beste Möglichkeit der Gäste ließ allerdings Wilhelm Wilker ungenutzt, als er nach einem viel zu kurzen Rückpass von Jan Hübner allein auf das Grimmaer Gehäuse zulief, Birkigt durch geschicktes Herauslaufen den Ausgleichstreffer jedoch verhindern konnte (20.).

So hatten die Einheimischen erwartungsgemäß zwar auch in der Folgezeit sehr viel Ballbesitz, doch meist in Räumen, wo man diesen nicht wirklich benötigt. Das Offensivspiel blieb weiterhin ohne jegliche Überraschungsmomente, so dass Tormöglichkeiten recht rar blieben. So verfehlte ein Distanzschuss von Leonhard Wolf hauchzart das Ziel (27.) – anschließend scheiterte Griesbach, nach Zuspiel von Max Erdmann, aus spitzem Winkel am gut reagierenden Engelmann im Gäste-Tor, wobei hier der Rückpass auf den mitgelaufenen Jakob Funken wohl die bessere Variante gewesen wäre (29.). Wenn die Kunert-Elf allerdings einmal schnell und schnörkellos nach vorn spielte, wurde es prompt gefährlich. So zum Beispiel beim 2:0. Nach einem abgewehrten Gäste-Eckball ging es ruckzuck – Jan Hübner lief nach Pass von Moritz Griesbach allein auf Engelmann zu und überwand ihn mit einem raffinierten Heber (35.). 60 Sekunden später erneut Gefahr vor dem Nieskyer Tor. Sehr gut von Michel Schwarz mit einem Diagonalpass eingeleitet, fand Jan Hübner mit einer Eingabe den rechtzeitig einlaufenden Max Erdmann, doch köpfte dieser den Ball aus Nahdistanz am Kasten vorbei (36.). Kurz darauf dann jedoch die nächste FC-Unzulänglichkeit im Ballvortrag, was die Gäste diesmal allerdings zu nutzen verstanden. Nach einem Fehlpass im Spielaufbau war zunächst der quirlige Wilhelm Wilker über die rechte Seite nicht aufzuhalten – Florian Zieschang verwandelte dessen flache Eingabe aus Nahdistanz zum 2:1-Anschlusstreffer (37.).

So war FC-Coach Alexander Kunert in seiner Halbzeit-Ansprache sehr deutlich, doch trat die erwartete Leistungssteigerung leider nicht ein. „Engagement, Spielwitz und ein entsprechendes Tempo waren gegen diesen tief stehenden Gegner weiterhin so gut wie nicht zu sehen“, kritisierte der Grimmaer Trainer. „Wir hatten so gut wie keine Tiefenläufe und zu wenig Ideen, um uns zwingende Tormöglichkeiten zu kreieren.“ So mussten sich die Gastgeber erst einmal auf Pascal Birkigt verlassen, als Pascal Löper zunächst einen Diagonalpass von Sebastian Berg gekonnt mitnahm, im Anschluss allerdings am Grimmaer Keeper scheiterte (53.). Kurz darauf setzte Sascha Görnitz gekonnt Niklas Gavin Kleschatzky in Szene, doch setzte er seinen Schuss etwas zu hoch an (60.).

Niesky wehrte sich zwar auch in der Folgezeit nach Kräften, doch verteilten die Ostsachsen in der Defensive weiterhin das eine oder andere Geschenk. Nach einer Flanke von Jan Hübner senkte sich ein Kopfball von Jonas Konzok zum 3:1 ins Tor (55.), beim 4:1 durch Hübner schien der Schuss von der Strafraumgrenze durchaus haltbar (69.). Schon vorher hatte Eintracht-Keeper Paul Engelmann mit einer unorthodoxen Fußabwehr nach einem Hübner-Freistoß zunächst nur mit Glück die Situation bereinigen können (63.). Auch beim fünften Grimmaer Treffer agierten die Gäste vor ihrem eigenen Gehäuse einfach zu unentschlossen – eine Eingabe von Matty Goldammer verwertete Maximilian Sommer aus spitzem Winkel (71.).  

Doch auch nach diesem nun klaren Rückstand gaben sich die Gäste nicht auf und kämpften bis zum Schluss. „Kompliment an die Jungs“, resümierte Niesky-Coach Paul Seifert. „Sie haben sich bis zum Ende durchgebissen und so letztlich für ein für uns ordentliches Ergebnis gesorgt.“ Hier spielte Seifert bereits auf den zweiten Treffer seiner Mannschaft an. So wurde ein Freistoß aus zentraler Position zwar zunächst von der Grimmaer Abwehrmauer abgeblockt, doch schlug der Nachschuss von Florian Zieschang zum 5:2 im Tor ein (85.). Bereits zehn Minuten vorher war abermals Zieschang Ausgangspunkt einer durchaus vielversprechenden Gäste-Gelegenheit, doch scheiterte Wilhelm Wilker wiederum an Pascal Birkigt (75.). Auf der Gegenseite war in der Endphase zwar noch die eine oder andere Möglichkeit für die Platzherren vorhanden, doch fehlte es sowohl Jakob Funken (83.) als auch Maximilian Sommer (90.) an der notwendigen Genauigkeit beim Torabschluss, um den 5:2-Endstand letztlich noch ausbauen zu können.

„Zusammengefasst habe ich von meiner Mannschaft heute deutlich mehr erwartet“, sparte Grimmas Trainer Alexander Kunert nach dem Abpfiff nicht mit Kritik. „Vor uns liegt noch sehr viel Arbeit, jedoch bleibt uns bis zum Saisonauftakt in Erfurt nicht mehr viel Zeit. Wir müssen versuchen, jede Trainingseinheit intensiv zu nutzen, um die Basics und Automatismen in unser Spiel hineinzubekommen.“ So werden die Muldestädter am Montag und Dienstag erneut im Husaren-Sportpark zur Übungseinheit antreten, ehe am Mittwoch der nächste Test ansteht. Zu Gast wird dann ein weitere Hochkaräter sein, wenn der Regionalligist BSG Chemie Leipzig um 19.00 Uhr zum Testkick gastiert. „Das wird gegenüber heute ein völlig anderes Spiel“, verspricht Kunert, wohl wissend, dass sich seine Elf nahezu in allen Belangen deutlich steigern muss.

Tom Rietzschel


Im Spiegel der Presse und der Digitalen Medien

Niederlage gegen Oberligisten

Grimma. Im Testspiel vergangenen Samstag ging es nach Grimma zum dortigen Oberligisten. Bemerkenswert die heutige Nieskyer-Elf – die wegen Urlaub, Arbeit und Verletzungen, erneut in veränderter Aufstellung auflief – sie hatte ein Durchschnittsalter von 21 Jahren.

Die Gastgeber wollten unbedingt ihren ersten Sieg in der Vorbereitung einfahren und für unsere Nieskyer Jungs ging es vor allem darum, es den Gastgebern so schwer wie möglich zu machen und das zu verhindern. Das war schon ab den ersten Spielminuten zu sehen, denn die ersten Chancen hatte Niesky. Schnelle Konter ließen unsere Spitzen immer wieder gefährlich vor dem Gästetor auftauchen. Umso ärgerlicher der Fehler im Spielaufbau und man lag in der 13. Spielminute 0:1 hinten. Kurz darauf hatte Willi Wilker das 1.1 auf dem Fuß, aber er scheiterte am Keeper von Grimma.

Die Gastgeber erhöhten den Druck und in der 35. Spielminute wurden Niesky nach eigener Ecke ausgekontert. 2:0 für Grimma und die dachten sicher, dass das Spiel jetzt für sie wie geplant laufen würde. Aber Niesky stachelte dieser Treffer eher noch mehr an, zu zeigen, dass man hier durchaus mitspielen wollte. Fast im Gegenzug über außen, Pass von Willi Wilker auf Florian Zieschang und es stand nur noch 2:1. Ein verdienter Treffer! Leider musste Luca Darius Pluta kurz vor der Pause verletzt vom Platz. Gute Besserung und schnelle Genesung! Nach einer sehr ansehenswerten ersten Hälfte ging es mit dem 2:1 in die Kabine.

Mit Beginn der zweiten Hälfte erhöhten die Grimmaer (mit fünf neuen Spielern) den Druck. Noch hielten die Nieskyer gut mit und hatten mit Pascal Löper und Willi Wilker sogar die Chance zum Ausgleichstreffer. In der 54. Spielminute kassierte man dann unnötig das 3:1 und das gab den Gastgebern weiter Auftrieb. Zwar kämpften die Nieskyer aufopferungsvoll, aber bei den hochsommerlichen Temperaturen war ihnen anzusehen, dass mehr und mehr die Kräfte schwanden. Aber sie setzten immer wieder „Nadelstiche“ und es dauerte bis zur 69. Spielminute, ehe die Grimmaer per „Sonntagsschuss“ aus 20 Metern unter die Latte zum 4:1 erhöhten. Zwei Minuten später das 5:1 und jetzt konnte man nur hoffen, dass es nicht noch schlimmer werden sollte.

Die Nieskyer Jungs zeigten Moral, mobilisierten letzte Kräfte und belohnten sich. Blieb der Elfmeterpfiff nach Foul an Willi Wilker noch aus, so konnte Florian Zieschang mit seinem zweiten Treffer noch für die verdiente Ergebniskosmetik sorgen. Einen Freistoß an der Strafraumgrenze versenkte er im Nachschuss im Kasten der Gastgeber. 5:2 war dann auch das Endergebnis.

Während der Trainer der Gastgeber resümierte: „Das Beste an diesem Spiel ist das Ergebnis!“ hatte unser Trainer Paul Seifert viel Gutes bei seinen Jungs gesehen: „Ich bin zufrieden. Angesichts des Umbruchs innerhalb unserer Truppe und unserer aktuell extrem angespannten Personalsituation kann ich mit der Vorstellung meiner Mannschaft sehr gut leben. Ärgerlich war einzig, dass wir von den fünf Grimmaer Treffern quasi vier selbst aufgelegt haben. Ansonsten hat dieser Testkick für uns den Zweck absolut erfüllt, zumal wir immer sehr gern hier im neuen Stadion spielen.“

Zum nächsten Test empfängt die Nieskyer Eintracht am kommenden Samstag um 14.00 Uhr den VfB Weißwasser 1909 in der Nieskyer Jahnsportstätte.

Quelle: www.fv-eintracht-niesky.de


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover