NOFV-Oberliga Süd • 28. Spieltag
FC Grimma – VfB 1921 Krieschow 2:4 (0:2)
Grimma: Čáp – Bartsch, Mattheus, Janz, Pistol (ab 65. Spreitzer) – Rieger (ab 65. Seidl), Vogel, Ziffert (ab 79. Markus), Katzenberger – Hübner (ab 79. Kind), Nitschke (ab 65. Werner) – Trainer: Dörfer
Krieschow: Mellack – Gerstmann, Raak, Grimm, Fuchs – Seibt, Zurawsky, Pahlow (ab 68. Tesche), Michalski (ab 68. Dreßler) – Hebler (ab 75. Stephan), Pereira Rodrigues (ab 75. Zizka) – Trainer: Koch
Schiedsrichter: Blank (Borsch) – Schiedsrichter-Assistenten: Wartmann (Großvargula), Brandt (Dietzhausen) – Tore: 0:1 Zurawsky (32.), 0:2 Pahlow (42.), 0:3 Hebler (56.), 0:4 Stephan (77.), 1:4 Tesche (85., Selbsttor), 2:4 Vogel (88.) – Gelbe Karten: Hübner (Grimma) wegen Foulspiels (4.), Mattheus (Grimma) wegen Unsportlichkeit (90.) – Reservebänke: Tsarenko (Tor), Förster, Reisinger, Schulze – Siepert (Tor) – Zuschauer: 62 im Husaren-Sportpark zu Grimma
Grimma. Zwei Spieltage vor Ende der Oberliga-Saison 2025/26 sind die Chancen auf den Klassenerhalt des FC Grimma rapide gesunken. Im heimischen Husaren-Sportpark unterlagen die Muldestädter dem VfB 1921 Krieschow mit 2:4 (0:2), so dass der Rückstand auf das rettende Ufer dadurch auf fünf Punkte angewachsen ist. Grund dafür ist der deutliche 3:0-Heimsieg des Konkurrenten 1. FC Lok Stendal gegen den FC Einheit Wernigerode, so dass der Neuling aus der Altmark nun beste Möglichkeiten besitzt, als Tabellen-Dreizehnter den Oberliga-Verbleib aus eigener Kraft zu realisieren. Dabei war im Spiel der Grimmaer gegen die Brandenburger abermals viel mehr möglich. Im ersten Durchgang verpassten es die Einheimischen zwingend in Führung zu gehen, als man drei klare Gelegenheiten nicht zu nutzen vermochte. Die Rand-Cottbuser bestraften dies aufgrund ihrer klasse Offensiv-Qualitäten resolut und stürzten die Hausherren damit ins Tal der Tränen. Rechnerisch ist der Klassenverbleib zwar nach wie vor zu realisieren, doch bedarf es dazu erst einmal zwei Siege – in Plauen und zum Abschluss daheim gegen Rudolstadt. Dass jedoch die Trauben speziell im Vogtland beim Tabellendritten recht hoch hängen, dürfte allgemein bekannt sein – auch wenn die Plauener am Wochenende nach einer 1:2-Niederlage im Spitzenspiel in Stahnsdorf nun endgültig den Wiederaufstieg in die Regionalliga abhaken können. Nichtsdestotrotz werden die Muldestädter am Wochenende auch im Vogtland noch einmal alles in die Waagschale werfen, um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt noch aufrechtzuerhalten. Mit einem Punktezuwachs gegen Krieschow hätte diese Ausgangsposition etwas besser ausgesehen – demzufolge war Trainer Marcus Dörfer nach dem Abpfiff schon etwas angeschlagen. „Nach der Niederlage gegen Sandersdorf waren wir wieder extrem in Zugzwang, diese Begegnung gewinnen zu müssen. Dies wäre vielleicht auch möglich gewesen, wenn wir in den ersten 45 Minuten unsere Gelegenheiten genutzt hätten und in Führung gegangen wären“, resümierte der FC-Coach. „Diesen Vorwurf muss sich meine Mannschaft genauso gefallen lassen wie die Entstehung der ersten beiden Gegentore. Seit meiner Amtsübernahme im Januar haben wir bestimmt schon zehn Gegentore nach Eckbällen bekommen, was in unserer Situation natürlich überhaupt nicht geht. Anstatt zu führen, laufen wir dann wieder einem Rückstand hinterher, was Krieschow mit seiner Offensiv-Qualität natürlich in die Karten spielt. Kurzum: Auch heute war wieder mehr möglich, auch wenn für den neutralen Betrachter das Ergebnis deutlich aussieht. Und na klar, nun wird es zweifelsohne richtig schwer, zumal wir es nicht selbst in der eigenen Hand haben. Doch nochmal: Auch die letzten beiden Begegnungen müssen erst einmal gespielt werden. Aktuell setzt keiner mehr etwas auf uns, doch wir werden bis zum Ende alles geben.“
Dabei legten die Hausherren sogar ganz ordentliche erste 45 Minuten hin. Immer wieder gelang es, nach Ballgewinnen schnell nach vorn zu spielen und so für Torgefahr zu sorgen. Die die erste Torgelegenheit hatten jedoch die Brandenburger zu verzeichnen, als Torjäger Andy Hebler einen Eckball von Toby Michalski knapp am Tor vorbeiköpfte (9.). Allerdings merkte man den Gästen eine gewisse Gleichgültigkeit dieser Begegnung etwas an. Für den VfB ging es in dieser Partie tabellarisch um gar nichts mehr – umso wichtiger schien die zeitgleich ausgetragene Drittliga-Partie des FC Energie Cottbus gegen den SV Wehen Wiesbaden, indem die Cottbuser mit einem Sieg dem VfB Krieschow DFB-Pokal-Qualifikation ermöglicht hätten. Umso ärgerlicher war es aus Grimmaer Sicht, von der mangelnden Konzentration der Brandenburger keinen Profit erzielen zu können. Chancen waren für die Muldestädter reihenweise vorhanden, doch ging man allzu fahrlässig damit um. Nach Zuspiel von Philipp Katzenberger scheiterte Alexander Vogel zunächst mit einem Distanzschuss an Schlussmann Sebastian Mellack (14.), ehe die Hausherren wenig später hätten zwingend in Führung gehen müssen. Von Mellack angespielt, unterlief Miguel Pereira Rodrigues tief in der eigenen Hälfte ein folgenschwerer Fehlpass, doch hob der allein auf Tor zusteuernde Jan Hübner die Kugel im Anschluss sowohl über den VfB-Schlussmann als auch über den Kasten (20.). 60 Sekunden später die nächste hundertprozentige Gelegenheit für die Einheimischen. Diesmal spielte Mellack den Ball völlig unbedrängt Hübner in die Beine, doch dessen anschließende flache Eingabe verpassten sowohl Toni Ziffert als auch Max Nitschke (21.).
Wer gegen solch einen qualitativ gutklassigen Gegner diese klaren Möglichkeiten nicht nutzt, darf sich daher nicht wundern, wenn man später dafür bestraft wird. Setzte Colin Raak den Ball nach einer Eingabe von Manuel Seibt zunächst noch über die Querlatte (23.), ging der Gast wenig später in Führung. Einen völlig unnötig verursachten Eckball servierte Michalski auf den Kopf des auf den ersten Pfosten einlaufenden Martin Zurawsky, der Ondřej Čáp keine Chance ließ – 0:1 (32.). Anstatt die Partie mit einem Führungstreffer ruhiger gestalten zu können, mussten die Dörfer-Schützlinge nun wieder einem Rückstand hinterherlaufen und kassierten die Quittung für die mangelnde Chancenverwertung. Dabei konnte Krieschow den Vorsprung sogar ausbauen, doch rettete der gut postierte Čáp nach einem Schuss des frei durchgebrochenen Jannis Fuchs (37.). Zwar schüttelte sich der FC daraufhin kurz, doch blieb die Effektivität vor dem Tor das große Problem. Nach Doppelpass mit Vogel warf sich Gerstmann im letzten Moment in die Schussbahn Zifferts (abgefälscht drüber, 39.), nach einem Eckball von Hübner fehlten abermals Ziffert per Kopf die nötigen Zentimeter (vorbei, 40.). Hier hatte der Gast seinem Gegner einiges voraus – nach Kopfballvorlage von Zurawsky spitzelte Paul Pahlow die Kugel vorbei an Čáp zum 0:2 ins Netz (42.). Zwar besaß Hübner kurz darauf nach Zuspiel Zifferts abermals eine recht verheißungsvolle Gelegenheit, doch strich sein Linksschuss knapp am Ziel vorbei (45.). Entsprechend lang waren die Grimmaer Gesichter zum Halbzeitpfiff. Von den Chancen her hätte man zwingend führen müssen – stattdessen lag man mit 0:2 in Hintertreffen.
Auch nach dem Wechsel begannen die Gastgeber recht ordentlich, doch ließ Hübner nach Zuspiel Riegers die nächste große Gelegenheit liegen als er an Mellack scheiterte (51.). Wie es gemacht wird, zeigten wenig später die Gäste auf eindrucksvolle Manier – auch wenn die FC-Verantwortlichen das Bevorstehende kommen sahen. Nach einem Foul an der Grimmaer Strafraumgrenze schlenzte Hebler den fälligen Freistoß gefühlvoll über die Mauer und erhöhte auf 0:3 (56.). Damit war natürlich die Vorentscheidung der Partie gefallen, Seibt hätte nach Vorarbeit von Fuchs sogar auf 0:4 erhöhen können (vorbei, 64.). Für die Resultatsverbesserung der Gäste sorgte dann der eingewechselte Aaron Stephan, der nach flacher Eingabe von Seibt aus Nahdistanz mühelos verwandelte (77.). Wenn man sich im Grimmaer Lager jedoch die Entstehung dieses Gegentreffer anschaut, ist ersichtlich, warum die Mannschaft so tief im Tabellenkeller steckt. Vom eigenen Torhüter kamen die Brandenburger über drei Stationen zum Torerfolg – von einer resoluten Zweikampf-Führung waren die Hausherren in dieser Szene ganz weit entfernt, so geht kein Abstiegskampf!
In den letzten zehn Minuten rissen sich die Dörfer-Schützlinge allerdings noch einmal zusammen und bewahrten am Ende des Tages wenigstens noch das Gesicht. Nach einem Eckball von Katzenberger scheiterte der eingewechselte Tommy Kind per Kopf an Mellack, ehe die Gastgeber mit der nächsten Standardsituation verkürzen konnten. Einen langgezogenen Katzenberger-Freistoß lenkte Maximilian Tesche, vom eingewechselten Kevin Werner resolut bedrängt, per Kopf zum 1:4 ins eigene Tor (85.). Der Krieschower Anstoß war kaum vollzogen, als es daraufhin vor dem Gäste-Tor abermals gefährlich wurde. Nach einer präzisen Flanke von Robin Spreitzer versuchte sich Kind per Direktabnahme, gedankenschnell riss Mellack die Fäuste hoch (86.). Kurz darauf kamen die Gastgeber dann allerdings doch zur Ergebnisverbesserung. Sehenswert von Kind per Kopf abgelegt, schlug ein Schuss von Vogel zum 2:4 im kurzen Eck ein (88.). Allerdings kam die Grimmaer Aufholjagd leider zu spät, diese Zielstrebigkeit und Effektivität vor dem hätte man sich im ersten Durchgang gewünscht.
So blieb es am Ende des Tages bei der 2:4 (0:2)-Heimniederlage gegen einen abgezockten und effektiven Gegner aus Krieschow. In diesem Zusammenhang möchte es der FC Grimma ebenfalls nicht versäumen, seinem Kontrahenten zur Qualifikation für den DFB-Pokal zu gratulieren. Natürlich sind die Grimmaer Chancen auf den Klassenerhalt nach dieser erneuten Niederlage stark gesunken, doch stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt. In Plauen sowie daheim gegen Rudolstadt wird die Elf alles investieren, um erst einmal die eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Schwer genug sind diese beiden Aufgaben zweifellos, doch hat man im Fußball bereits die unmöglichsten Dinge erlebt…
Bericht: © Tom Rietzschel
Fotos: © Dieter Koch





























































