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Nächstes richtungsweisendes Spiel

Vorschau auf das Nachholspiel vom 14. Spieltag
der NOFV-Oberliga Süd

 

FC Grimma – VFC Plauen

 

Datum:                   Mittwoch, 15.04.2026

 

Anstoß:                  17.45 Uhr

 

Spielort:                 Husaren-Sportpark, Grimma

 

Grimma. Drittes Spiel innerhalb von sieben Tagen – der FC Grimma ist im Abstiegskampf der Oberliga Süd derzeit voll gefordert. Vier Punkte beträgt aktuell der Rückstand der Muldestädter auf das rettende Ufer – eine Ausgangsposition, die welche sicherlich sehr anspruchsvoll, jedoch nicht aussichtslos erscheint. Daher war es am letzten Sonntag eminent wichtig, das existenzielle „Sechs-Punkte-Spiel“ daheim gegen den 1. FC Lok Stendal nach hartem Kampf mit 5:2 (0:0) gewonnen zu haben. Dabei war es umso bemerkenswerter, wie die Grimmaer im direkten Duell gegen einen unmittelbaren Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt nach dem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand glücklicherweise nicht die Nerven verloren und mit einer immensen Willensleistung diese Begegnung noch drehen konnten. Mit diesem dreifachen Punktgewinn können sich die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, doch muss die Elf ab sofort jedes der noch sieben auszutragenden Begegnungen als absolutes Endspiel ansehen. Dies beginnt bereits am heutigen Abend, wenn um 17.45 Uhr der Regionalliga-Absteiger VFC Plauen im Husaren-Sportpark gastiert. „Mit Sicherheit keine leichte Aufgabe, doch hat die Mannschaft am Sonntag bewiesen, was sie unter Drucksituationen als Team leisten kann“, so Coach Dörfer.

Für den VFC Plauen war in der abgelaufenen Saison das Abenteuer Regionalliga nach bereits einer Spielzeit wieder zu Ende. Nachdem die Vogtländer im Sommer 2024 als Tabellenzweiter der Oberliga vom Rückzug des Meisters aus Bischofswerda profitierten und ihr Aufstiegsrecht in die Regionalliga wahrnahmen, musste der VFC in der letzten Spielzeit prompt aus dieser Spielklasse wieder absteigen. Daran änderte auch ein Trainerwechsel im März nichts mehr, als Sedat Gören Aufstiegs-Coach Karsten Oswald auf der sportlichen Kommandobrücke ersetzte. Im Sommer wurde der Kader des VFC dann radikal verändert, mit jungen und talentierten Spielern wollten die Gelb-Schwarzen eine gewichtige Rolle mit um den Wiederaufstieg spielen. Zwar fand die komplett neue Mannschaft im Anschluss recht schnell zusammen und bewegte sich immer unter den Top-Fünf der Oberliga, doch der Sprung nach ganz oben in der Tabelle gelang nicht. So wurde die Zusammenarbeit mit Sedat Gören, der zugleich noch die Funktion des Sportlichen Leiters innehatte, Anfang Januar dieses Jahres beendet und die Trainerposition mit einer internen Lösung ausgestattet. Norman Zschach (37), welcher die A-Junioren trainierte und zugleich als Nachwuchsleiter der Vogtländer amtiert, ist seitdem für die Oberliga-Elf an der Seitenlinie zuständig. Unter seiner Führung spielten die Plauener zunächst sehr erfolgreich, wenn man einmal vom Ausscheiden im Sachsenpokal-Viertelfinale beim Sachsenligisten Stahl Riesa (1:2) absieht. Aus den ersten sechs Oberliga-Begegnungen holte der VFC 16 Punkte und ließ dabei mit Heimsiegen über die Spitzenteams Freital (1:0) und Stahnsdorf (2:1) aufhorchen. Freilich war der Weg bis ganz nach oben im Klassement noch weit, doch insgeheim machte der sich VFC vielleicht noch ganz leise Hoffnungen, diese beiden Teams doch noch angreifen zu können. Allerdings hatte sich dieses Unterfangen dann am letzten Donnerstag zerschlagen. Im Nachholspiel unterlagen die Vogtländer in Glauchau mit 0:1, so dass der Zug nach ganz oben ohne den VFC abfahren sollte. Am Wochenende holten die Plauener in Bautzen beim 1:1-Remis einen Teilerfolg, so dass die Zschach-Schützlinge mit 41 Punkten auf Rang vier verbleiben. Nichtsdestotrotz verfügen die Vogtländer über einen Kader, der in der Oberliga zur absolut gehobenen Qualität gehört. Um die regionalliga-erfahrenen Johann Martynets, Eric Träger, Max Winter oder Tim Limmer baute der VFC mit hungrigen Kickern eine Truppe auf, welche jeder Oberliga-Elf das Leben schwermachen kann. Mit Rückkehrer Valentin Sponer oder dem Ex-Grimmaer Valentino Schubert wurde im Sommer weiterhin der eine oder andere Leistungsträger verpflichtet, der nicht mehr erst Anfang 20 ist. Kurzum: Wenn der VFC seine Mannschaft auch in der kommenden Saison zusammenhalten kann, wird die Elf mit Sicherheit zu den Aufstiegsanwärtern gehören.

Für die Grimmaer ist diese heutige Partie wieder extrem richtungsweisend. Möchte man den Heimsieg über Stendal vergolden, muss man zwingend auf dem Punktekonto weiter anschreiben. Die Stimmung nach dem dreifachen Punktgewinn war auch im Training sehr gut, doch muss sich die Elf darüber im Klaren sein, dass weiterhin nichts von allein gehen wird. Jeder Punkt in der Oberliga ist auf eine maximale Leistungsbereitschaft zurückzuführen, so dass jeder Einzelne weiterhin den totalen Fokus auf jedes einzelne Spiel zwingend legen muss. 21 Zähler sind in den verbleibenden Partien noch zu holen – Ziel muss ein sein, möglichst viele Punkte einzufahren. Sollte dies gelingen, ist eine Oberliga-Fortführung auch in der nächsten Saison möglich. Demzufolge kann es sich die Elf absolut nicht im Geringsten erlauben, solch lust- und emotionslose Auftritte wie beispielsweise in Bischofswerda an den Tag zu legen, weil solche Vorstellungen aufgrund der immer weniger werdenden Spiele nicht mehr zu revidieren sind. Daher war es wichtig, sich aus dem Stendal-Spiel etwas Selbstvertrauen erarbeitet zu haben, was gegen solch ein spielstarkes Team wie Plauen äußerst hilfreich erscheint. Personell stehen außer dem gelbgesperrten Albert Pistol alle Kicker zur Verfügung, so dass für Trainer Marcus Dörfer einige Optionen vorhanden sind. Für einige Grimmaer Spieler wird die Begegnung gegen die Vogtländer sicherlich eine ganz besondere werden. Tommy Kind schaffte mit dem VFC in der Saison 2023/24 den Aufstieg in die Regionalliga und wechselte im Anschluss nach Grimma. Sturmpartner Kevin Werner trug in der abgelaufenen Saison da Trikot des VFC, ehe es ihm im letzten Sommer ebenfalls nach Grimma verschlug. Torhüter Čáp hütete den Kasten der Vogtländer von August 2019 bis Dezember 2020, Mittelfeldspieler Jan Hübner kickte in der Saison 2018/19 im Vogtland, ehe er nach dem Grimmaer Oberliga-Aufstieg im Anschluss an die Mulde wechselte. „Die Favoritenrolle ist aufgrund der tabellarischen Konstellation geklärt. Doch meine Mannschaft wird auch gegen Plauen seine Chancen suchen“, so Trainer Marcus Dörfer. „Wir wollen das positive Erlebnis aus dem Stendal-Spiel mitnehmen und natürlich wiederum überraschen.“

Bericht: © Tom Rietzschel