Vorschau auf den 21. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
FC Grimma – RSV Eintracht 1949
Datum: Samstag, 14.03.2026
Anstoß: 14.00 Uhr
Spielort: Husaren-Sportpark, Grimma
Grimma. Drei Spiele, drei Niederlagen – der FC Grimma hat sich den Auftakt in die Rückrunde der Oberliga mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Nach der herben Klatsche in Halle (1:6) sowie der Heimpleite gegen Halberstadt (0:3) unterlagen die Muldestädter am vergangenen Wochenende mit 1:4 (0:1) in Auerbach, so dass der Rückstand auf das rettende Ufer aktuell auf sieben Zähler angewachsen ist. Dabei sind die Gründe für den verpatzten Rückrunden-Auftakt schnell gefunden. Zum einen ist man defensiv viel zu anfällig, vor allem bei gegnerischen Standardsituationen schrillen bei den Muldestädtern aktuell jegliche Alarmglocken. Über einen gewissen Zeitraum ist die Mannschaft derzeit in der Lage im Defensivbereich kompakt und stabil aufzutreten, nach dem ersten Gegentreffer sind diese ganzen Vorsätze allerdings wie abgeschnitten. Dies war vor allem letzten Samstag in Auerbach ersichtlich, als man kurz vor der Halbzeit in Rückstand geriet und sich nach dem Wechsel komplett dem eigenen Schicksal ergab. Ein nächster Punkt ist die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff. Die Schützlinge von Trainer Marcus Dörfer sind aktuell in der torgefährlichen Zone viel zu harmlos, generell ist im Spiel mit dem Ball viel Luft nach oben. „Die Mannschaft macht seit Wochen im Training einen sehr guten Eindruck, so dass es mir nicht ersichtlich ist, dass wir diese positiven Ansätze im Wettkampf sowohl defensiv als auch in der Offensive nicht abrufen können“, hält der FC-Coach kein Blatt vor den Mund. Dritter Punkt ist die Personalsituation – durch Sperren, Verletzungen und Krankheiten fielen Woche für Woche wichtige Spieler aus. Kamen mal zwei Akteure zurück, standen drei neue nicht zur Verfügung. Der Kader ist generell schon recht klein, wenn dann immer wieder wichtige Leistungsträger ausfallen, ist dies für den Kampf um den Klassenerhalt natürlich nicht förderlich. Doch eines hat sich die Mannschaft geschworen: Aufgegeben wird nicht! Natürlich ist der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz etwas angewachsen, doch sind immer noch zwölf Begegnungen zu absolvieren. Wenn man die Tatsache hernimmt, dass davon acht Spiele im heimischen Husaren-Sportpark ausgetragen werden, sollte dies doch als Hoffnungsträger gelten. „Auch wenn wir gerade in einem Negativstrudel festhängen, gibt es noch jede Menge Punkte zu verteilen“, bleibt Trainer Dörfer optimistisch. „Doch brauchen wir uns natürlich nichts vormachen, dass die Elf dringend ein Erfolgserlebnis benötigt. Je eher, desto besser.“ Die nächste Chance sollte sich bereits am morgigen Samstag ergeben, wohl wissend, dass die Heimaufgabe RSV Eintracht 1949 mehr als anspruchsvoll ist. Die Brandenburger sind als einziges Team der Oberliga bisher noch ohne jegliche Niederlagen und belegen mit zwei Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Freital aktuell den Vizerang. Zwölf Oberliga-Siege haben die Stahnsdorfer in Folge eingefahren, weiterhin steht die Mannschaft im Halbfinale des brandenburgischen Landespokals. „Wir wissen, was morgen auf uns zukommt und dass wir natürlich klarer Außenseiter sind“, so Trainer Marcus Dörfer. „Doch hat die Mannschaft auch beim torlosen Unentschieden im Hinspiel bewiesen, dass sie überraschen kann.“ Der Anstoß im Husaren-Sportpark erfolgt um 14.00 Uhr.
Nachdem in der letzten Saison der RSV Eintracht 1949 erstmalig vom Norden in die Südstaffel der Oberliga eingeteilt wurde, spielten die Brandenburger lange Zeit eine führende Rolle in dieser Spielklasse. Die Schützlinge von Traner Patrick Hinze (39) verbrachten einige Wochen in den Top-Drei der Tabelle, ehe die Elf das hohe Niveau ab Mitte der Rückrunde nicht mehr ganz halten konnte. Am Ende des Tages liefen die Stahnsdorfer in der Abschlusstabelle auf Rang vier ein, doch konnte die Saison letztlich doch noch vergoldet werden. Im brandenburgischen Landespokal eliminierte man im Halbfinale zunächst den Drittligisten FC Energie Cottbus nach Elfmeterschießen, im Finale in Neuruppin bezwang der RSV dann den VfB Krieschow mit 1:0 und zog damit erstmals in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Zwar konnte man dann in diesem Wettbewerb dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ergebnismäßig nicht das Wasser reichen (0:7), jedoch war dieses im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion ausgetragene Spiel ein absolutes Highlight in der Vereinsgeschichte des RSV Eintracht 1949. Vor diesem Pokal-Spektakel gegen den mehrfachen Deutschen Meister hatten die Stahnsdorfer in der Sommerpause jedoch einige personell wichtige Abgänge zu verkraften. Mit Daniel Hemicker, Felix Kausch (beide Ludwigsfelde), Aleksandar Bilbija (Tennis Borussia Berlin), Justin Schultze, Tim Schüßler (beide Viktoria Berlin) oder Caio Mazzo Nogueira (Norderstedt II) verließen absolute Leistungsträger den Verein, welche mit hauptsächlich jungen und entwicklungsfähigen Akteuren ersetzt wurden. Dabei erwies sich die Verpflichtung von Torhüter Liam Brenn (Hertha BSC U19) als absoluter Glücksfall, Conor Güllmeister (Magdeburg U19), Gino Koschembahr, Mert Yatkiner (beide eigener Nachwuchs) oder Lukas Sommer (Braunschweig II) konnten sich zudem recht schnell in den neuen Gefilden zurechtfinden. Zwar fanden sich nach sechs Spieltagen nur ein Sieg und fünf Remis auf dem Punktekonto der Brandenburger wieder, doch im Anschluss legte die Hinze-Elf eine sensationelle Siegesserie hin. Mit dem regionalliga-erfahrenen Arthur Ekallé, welcher im Sommer aus Hohkeppel nach Stahnsdorf stieß, sowie der Winter-Rückholaktion von Bilbija (Tennis Borussia Berlin) gewann die Elf zudem zusätzliche Qualität. Mittlerweile sind die Brandenburger seit zwölf Oberliga-Begegnungen ohne jeglichen Punktverlust – der Rückstand auf die bereits enteilten Freitaler beträgt mittlerweile nur noch zwei winzige Zähler. Verantwortlich dafür war auch, dass der RSV Anfang Dezember das direkte Duell beim Tabellenführer mit 1:0 gewinnen konnte. Von den Routiniers Matthias Steinborn, Louis Samson und Saheed Mustapha angeführt, hat die Mannschaft unglaubliche Qualitäten, so dass mit dem RSV bis zum Saisonende mit Sicherheit in Sachen Regionalliga-Aufstieg zu rechnen sein muss. „Nachdem wir im Sommer doch schon einen gravierenden Aderlass zu verzeichnen hatten, war diese Entwicklung so schnell natürlich nicht zu erwarten“, resümiert Trainer Patrick Hinze. „Doch nachdem wir in den ersten sechs Begegnungen allerhand Punkte liegenließen, fand die Truppe im Anschluss immer besser zusammen, was letztlich in den Ergebnissen deutlich wurde. Zweifellos bin ich über die schnelle positive Entwicklung der Mannschaft sehr angetan, doch nun wollen wir natürlich weiter diesen Schwung beibehalten und bis zum Ende um die Top-Position der Oberliga mitspielen.“ Den letzten Punktverlust mussten die Stahnsdorfer ausgerechnet im Hinspiel gegen die Grimmaer hinnehmen – Ende September kam man gegen die Muldestädter nicht über ein torloses 0:0 hinaus. Demzufolge warnt der 39jährige Coach ausdrücklich davor den kommenden Gegner zu unterschätzen. „Wir wissen natürlich, dass Grimma mit dem Rücken zur Wand steht und dementsprechend alles raushauen wird“, so Hinze. „Doch natürlich wollen wir auch dort versuchen, den nächsten Sieg zu landen. Dementsprechend benötigen wir einen Top-Charakter, eine Top-Einstellung und eine gute Vorbereitung auf dieses Spiel. Dass wir seit langem wieder auf Rasen spielen, ist dabei sicherlich eine kleine Umstellung.“ Allerdings ist Hinze im Vorfeld nicht bereit, den warnenden Zeigefinger zu senken, da er sich recht gut auf die Begegnungen mit den Muldestädtern erinnern kann. „Außer der Partie im letzten Sommer, als wir daheim klar gewinnen konnten, waren die Spiele immer recht eng. Daher gehen wir auch diesmal von einem heißen Tanz aus – schon weil es für beide Mannschaften um extrem viel geht.“
Die Grimmaer sind sich natürlich über die Schwere der Aufgabe bewusst, doch ist man vollends bestrebt, ganz anders als letzte Woche in Auerbach aufzutreten. Ziel muss es sein, dem klaren Favoriten einen erbitterten Kampf zu liefern und dem Gegner durch intensives Zweikampf-Verhalten die Lust am Fußballspielen zu nehmen. „Wir brauchen um die Ausgangssituation nicht zu reden und wissen, dass es nur zusammen als Mannschaft funktionieren wird“, so Trainer Marcus Dörfer. „Doch wir wollen überraschen und den Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zeigen, dass wir noch nicht abgeschrieben sind. Allerdings sind wir uns einig, dass wir uns im Vergleich zur Vorwoche in allen Bereichen extrem steigern müssen.“ Weiterhin stimmt dem Grimmaer Trainer positiv, dass im Vergleich zu den letzten Wochen und Monaten quasi alle Spieler an Bord sind – wenn man den Langzeitverletzten Max Nitschke einmal ausklammert. „Die Leistungen im Training und im Wettkampf stimmen derzeit nicht überein“, so der FC-Coach. „Doch diesmal soll sich das ändern, zumal wir glücklicherweise wieder einige Optionen auf der Bank haben.“ Wichtig wird jedoch erst einmal sein, dass man im Grimmaer Lager die Defensive in den Griff bekommt. Mit 48 Gegentreffern haben die Muldestädter die meisten der Oberliga kassiert. „Hier müssen wir dringend den Hebel ansetzen – vor allem bei Standardsituationen müssen wir einfach resoluter und konsequenter verteidigen“, so Marcus Dörfer. „Nur wenn wir im Abwehrbereich stabil auftreten, können wir in der nahen Zukunft wieder auf dem Punktekonto anschreiben. Dies muss auch nicht schön aussehen, am Ende sind Zähler entscheidend. Wie wir dahin kommen, ist mir sowas von egal. Natürlich sind wir morgen krasser Außenseiter, doch hat die Elf bereits mehrfach bewiesen, dass sie überraschen kann. Doch dazu dürfen wir uns über die kompletten 90 Minuten keinen Ausfall und keine Schaltpause erlauben.“
Bericht: © Tom Rietzschel
