Vorschau auf den 2. Spieltag der
NOFV-Oberliga Süd
FSV Budissa Bautzen – FC Grimma
Datum: Sonntag, 10.08.2025
Anstoß: 14.00 Uhr
Spielort: Stadion Müllerwiese, Bautzen
Grimma. Wer am vergangenen Freitag um 20.20 Uhr in die Gesichter der Spieler des FC Grimma schaute, fand bei allen eine Gemeinsamkeit. Enttäuschung pur stand bei allen Akteuren auf der Stirn geschrieben – soeben hatten die Muldestädter ihren Auftakt im heimischen Husaren-Sportpark gegen den SC Freital mit 1:2 (1:1) verloren. Dabei zogen die Einheimischen gegen diesen unbequemen Gegner nicht unverdient den Kürzeren, schließlich hatten die Gäste sowohl spielerische als auch Chancenvorteile, was schlussendlich über Sieg und Niederlage den Ausschlag geben sollte. Aus Sicht der Muldestädter war es unerklärlich, was ein vermeidbarer Gegentreffer mit der Mannschaft gemacht hatte. Nach einem Top-Start, welcher mit der frühen Führung mündete (Nitschke, 5.), ließ ein Selbsttor (10.) das Spielgeschehen komplett kippen und brachte die Grimmaer am Ende des Tages vollends auf die Verliererstraße. Im Anschluss wirkte Freital deutlich handlungsschneller, selbstbewusster und spielerisch reifer – die Grimmaer schafften es nicht, diesen Schock in den verbleibenden 80 Minuten aus den Kleidern zu schütteln. „Unser Gegner gewann verdient – doch dass zwei solche Gegentore über den Spielausgang entscheiden, ist eine reinste Katastrophe“, brachte es Benjamin Förster, der am vergangenen Freitag René Behring an der Seitenlinie vertrat, absolut auf den Punkt. Demzufolge stehen die Muldestädter am Wochenende schon etwas unter Druck, wenn man den Saisonstart nicht komplett in den Sand setzen will. Am Sonntag steht das Auswärtsspiel bei Budissa Bautzen auf dem Programm – eine Mannschaft, die in der Rückrunde der abgelaufenen Saison mit einer grandiosen Aufholjagd absolut von sich reden machte. Doch auch die Ostsachsen haben am vergangenen Wochenende ihr Auftaktspiel verloren, in Stahnsdorf setzte es eine 2:4 (1:1)-Auswärtsniederlage. Demzufolge steht für beide Teams bereits schon jetzt richtig viel auf dem Spiel, so dass Spannung garantiert sein sollte. Der Anstoß erfolgt am Sonntag um 14.00 Uhr auf der altehrwürdigen Bautzner Müllerwiese.
Bis Ende November des vergangenen Jahres kriselte es beim FSV Budissa Bautzen ganz gewaltig. Nach 14 Spieltagen hatte die nach einem großen personellen Umbruch neu zusammengestellte Mannschaft erst elf Punkte auf dem Konto – Trainer Steve Dieske (45), der erst im Sommer vom VfB Empor Glauchau nach Bautzen stieß, fand sich mit seinem neuen Team auf dem vorletzten Rang der Tabelle wieder. Doch mit den letzten beiden Spielen im alten Jahr kam die Trendwende. Sowohl Wernigerode (6:2) als auch Freital (3:1) konnten in heimischen Gefilden jeweils klar bezwungen werden, so dass man sich in Bautzen zur Winterpause knapp über dem Strich wiederfand. Was die Schwarz-Weißen dann jedoch in der Rückrunde ablieferten, nötigt dem neutralen Betrachter allergrößten Respekt ab. Schritt für Schritt fand die Elf besser zusammen und vergrößerte den Abstand zu den Abstiegsplätzen recht schnell. Am Saisonende hatten die Budissen stattliche 38 Zähler eingespielt, was in der Endabrechnung Rang neun zur Folge hatte. Um nicht wieder in ähnliche Bredouille zu geraten, gelang es den Verantwortlichen einerseits den Kader weitestgehend zusammenzuhalten und andererseits punktuell zu verstärken bzw. zu ergänzen. Mit Paul Jockusch (FSV Neusalza-Spremberg) und Torhüter Yannik Hartmann (SC Freital) verließen von der Stamm-Elf eigentlich nur zwei Akteure den Verein, so dass man sich in Bautzen fortan eine gewisse Eingespieltheit erhofft. Mit der Verpflichtung den Felix Hennig, der in der vergangenen Saison für den SC Freital 13 Oberliga-Treffer erzielte, erhofft man sich in Ostsachsen, dass die Torgefahr weiter zunimmt. Weiterhin sicherte man sich die Dienste von Schlussmann Eric Herrmann, der in den letzten Jahren erfolgreich im Nachwuchsbereich bei Dynamo Dresden ausgebildet wurde. „Wir wollten keinen so großen personellen Umbruch wie vor Beginn der letzten Saison, weil wir schon versuchen wollen, den Flow aus der Rückrunde fortzusetzen und die Stabilität beizubehalten“, so Trainer Steve Dieske. „Grundlegend bin ich mit dem Kader und der Vorbereitung zufrieden – jedoch bewahrheitete sich einmal mehr, dass Vorbereitung und Pflichtspielbetrieb zwei grundverschiedene Paar Schuhe sind.“ Am vergangenen Samstag zogen die Spree-Kicker in Stahnsdorf beim RSV Eintracht 1949 mit 2:4 (1:1) den Kürzeren – im Vorfeld wohl wissend, dass die Brandenburger zu den Top-Teams der Oberliga zu zählen sind. „Am Ende des Tages geht der Sieg für Stahnsdorf in Ordnung, da sie insgesamt etwas griffiger waren“, so der Budissa-Coach. „Nichtsdestotrotz hatten wir ebenfalls unsere Phasen und Momente im Spiel, so dass mit etwas mehr Matchglück vielleicht ein Punkt möglich gewesen wäre. Aber alles in allem muss man schon ehrlich zugeben, dass die Gastgeber die leicht bessere Mannschaft waren.“ Ähnlich wie die Grimmaer gilt es für Budissa daher auch, den Saisonstart nicht komplett zu verpatzen, so dass der Fokus nun vollends auf der Begegnung gegen die Muldestädter liegt. „Unser Ziel ist ganz klar definiert, wir wollen unser Heimspiel gewinnen“, so Trainer Dieske, der noch recht gute Erinnerungen an das letzte Spiel an der Mulde hat. Anfang Mai gewannen die Budissen im Husaren-Sportpark klar mit 4:1 (3:1) und hätten bei etwas mehr Konzentration vor dem Tor sogar noch weitaus höher gewinnen müssen. „In der Rückrunde haben wir in Grimma vielleicht unseren besten Auftritt der Saison absolviert, in Sachen Dynamik und Spielverständnis war das richtig top. Aber ich habe natürlich auch noch das Hinspiel im Kopf, als wir eine Pausenführung noch hergaben und am Ende des Tages mit 1:2 verloren. Ich rechne insgesamt mit einer engen Auseinandersetzung, wo Kleinigkeiten über den Spielausgang entscheiden werden. Die Liga wird in dieser Saison noch ausgeglichener geworden, so dass wir natürlich in einem Heimspiel punkten müssen.“
Im Grimmaer Lager hat man so langsam die Auftakt-Niederlage gegen Freital abgehakt, der Mannschaft wurden am Montag in der Video-Auswertung noch einmal deutlich die Missstände vor Augen geführt. Seitdem hat die Truppe in den Trainingseinheiten sehr fokussiert die Übungsstunden absolviert, wohl wissend, dass man am Sonntag alles in die Waagschale werfen muss, um auf der Müllerwiese etwas Zählbares mitzunehmen. Dass die Mannschaft dies kann, hat sie in der vergangenen Saison bewiesen, als man die Partie nach dem Wechsel durch Treffer von Max Nitschke und Tommy Kind noch drehen konnte und letztlich mit 2:1 die Oberhand behielt. Ähnliches möchte man natürlich auch in dieser Saison vollbringen, auch wenn sich personell im Team einiges verändert hat. „Im Vergleich zu Freital ist mit Bautzen eine ähnlich schwere Aufgabe zu erwarten“, so Co-Trainer Benjamin Förster. „Doch hat die Mannschaft gut gearbeitet und wird alles daran setzen, dass die positive Trainingseindrücke am Sonntag auch im Wettkampf umgesetzt werden.“ Personell tritt im Vergleich zur Vorwoche zudem eine leichte Besserung auf. Kapitän Toni Ziffert ist aus dem Urlaub zurückgekehrt, auch der lange verletzte Tommy Kind wird in den FC-Kader hinzustoßen. „Wir werden in Bautzen auf einen Gegner treffen, der, genau wie wir, das erste Saisonspiel verloren hat“, so Assistenz-Coach Förster. „Nichtsdestotrotz sind wir von der Papierform her Außenseiter, da Budissa doch über eine eingespielte Mannschaft verfügt, die in der letztjährigen Rückrunde gezeigt hat, zu welche Leistungen sie imstande ist. Doch wir brauchen und werden uns auf der Müllerwiese nicht verstecken und definitiv unsere Chance suchen. Wichtig muss sein, dass wir defensiv kompakter agieren als in der Vorwoche und im Offensivspiel entscheidend zulegen müssen. Ziel ist es, dass wir nicht punktlos zurück nach Grimma kommen. Dafür werden wir über die komplette Spielzeit alles investieren.“
Bericht: © Tom Rietzschel
