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Leistungsabfall nach 60 Minuten führt zu klarer Niederlage

NOFV-Oberliga Staffel Süd • Testspiel

 

FC Grimma – FC Eilenburg  2:6 (2:1)

Grimma: Becker (ab 46. Birkigt) – Kunath (ab 36. Käseberg), Tröger (ab 46. Mattheus), Bartsch (ab 87. Voigtländer), Ziffert (ab 46. Mertes) – Melkonyan (ab 62. Wenzel), Schwarz (ab 46. Wolf) – Goldammer (ab 46. Markus), Sommer (ab 46. Weber), Hübner (ab 77. Funken) – Griesbach (ab 46. Erdmann, ab 77. Griesbach) – Trainer: Kunert

Eilenburg: Naumann (ab 46. Schulz) – Moutsa (ab 46. Bartlog), Vogel (ab 46. Majetschak, ab 53. Rücker), Dos Santos, Meseberg (ab 46. Philipp Sauer) – Wadewitz (ab 46, Kim), Rücker (ab 46. Fiedler) – Jackisch (ab 46. Nathe), Baumann, Kummer (ab 62. Pascal Sauer) – Stelmak (ab 62. Dimespyra) – Trainer: Knaubel

Schiedsrichter: Sather (Grimma) – Schiedsrichter-Assistenten: Schubert (Thum), Walter (Hartha) – Tore: 1:0 Hübner (11.), 1:1 Wadewitz (20.), 2:1 Sommer (44.), 2:2, 2:3 Dimespyra (64., 73.), 2:4 Bartlog (84.), 2:5 Philipp Sauer (86.), 2:6 Kim (90.) – Gelbe Karten: Mattheus (Foulspiel – 69.), Griesbach (Foulspiel – 88.) – Baumann (Unsportlichkeit – 55.), Pascal Sauer (Foulspiel – 81.) – Reservebänke: keiner – keiner – Zuschauer: 95 im Husaren-Sportpark zu Grimma

 

Grimma. Auch in seinem dritten Vorbereitungsspiel hat es Oberligist FC Grimma nicht geschafft, zwei konstant ordentliche Halbzeiten auf den Platz zu bringen. Nach richtig guten 60 Minuten, als man sogar mit 2:1 in Führung lag, zog man letztlich gegen den Regionalliga-Aufsteiger FC Eilenburg mit 2:6 (2:1) den Kürzeren und brach nach dem Gäste-Ausgleich völlig zusammen. „Natürlich war die letzte halbe Stunde enttäuschend, doch werden wir weitermachen und an unserem Plan festhalten“, fasste Grimmas Trainer Alexander Kunert die Partie kurz und knapp zusammen. Auch diese Begegnung wird er mit seinem jungen Team auswerten und am Samstag im nächsten Test einen neuen Anlauf nehmen. Dann gastiert um 14.00 Uhr mit dem FV Eintracht Niesky zwar ein ambitionierter Sachsenligist im Husaren-Sportpark, doch hat der Grimmaer Coach für diesen Vorbereitungskick das Ziel klar festgelegt. „Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass wir dieses Spiel gewinnen“, so Kunert. „Jedes Erfolgserlebnis ist wichtig für das Selbstvertrauen – vor allem, nachdem meine Truppe in den ersten drei Test-Begegnungen teilweise die Grenzen aufgezeigt bekam. Ein positives Ergebnis ist daher für den weiteren Verlauf der Vorbereitung von großer Bedeutung.“

Dabei gestalteten die Grimmaer die erste Halbzeit gegen den Regionalliga-Aufsteiger mehr als nur ebenbürtig. Eine Steigerung in allen Mannschaftsteilen war gegenüber den ersten beiden Begegnungen klar zu erkennen, auch wenn mit Robin Brand, Kevin Wiegner und Kevin Ruppelt (alle angeschlagen) drei wichtige Akteure nicht zur Verfügung standen. Dabei waren die Kunert-Schützlinge von Beginn an präsent, legten eine hohe Laufbereitschaft an den Tag und machten es dem Favoriten frühzeitig schwer. Weiterhin standen die Grimmaer im Defensivverbund äußerst kompakt, so dass sich der Favorit kaum Tormöglichkeiten erarbeiten konnte. So musste ein Distanzschuss von Kevin Wadewitz herhalten, um das erste Mal für etwas Gefahr vor dem Kasten von Nico Becker zu sorgen (drüber, 9.). Auszeichnen konnte sich der Grimmaer Schlussmann dann jedoch eine Minute später, als er gegen seinen ehemaligen Mitspieler Christoph Jackisch – welcher vor dem Spiel zusammen mit Oliver Kurzbach unter dem Applaus der Zuschauer verabschiedet wurde – grandios rettete und Lucas Bartsch den folgenden Seitfallzieher von Branden Stelmak von der Linie kratzte (10.).

Doch dies war quasi die einzig zwingende Tormöglichkeit des FCE in den ersten 45 Minuten. Die Gastgeber packten in der eigenen Hälfte im Defensivverhalten konsequent zu, so dass den Eilenburgern jede Menge Ballverluste unterliefen. Doch nicht nur das – aus den Ballgewinnen fuhr der Oberligist im Anschluss daran immer wieder vielversprechende Konter. So zum Beispiel als man einen Gäste-Eckball resolut verteidigte und sich nach zwei, drei Stationen blitzschnell am gegnerischen Strafraum befand. Moritz Griesbach profitierte von der entblößten Hintermannschaft der Gäste und legte das Streitobjekt anschließend mustergültig auf den mitgelaufenen Jan Hübner quer, welcher aus Nahdistanz mühelos zum 1:0 einlochte (11.). Nur 60 Sekunden später hätte Kapitän Michel Schwarz sogar auf 2:0 erhöhen können, doch strich sein Schlenzer knapp über den Querbalken (12.).

„Mit der ersten Hälfte bin ich sehr zufrieden“, analysierte Grimmas Trainer Alexander Kunert. „Wir agierten sehr gut gegen den Ball, auch unser Mittelfeld-Pressing funktionierte schon ganz gut. Auch von dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer ließen wir uns nicht aus der Bahn werfen und haben unsere Zielvorgaben auch danach konsequent umgesetzt.“ Allerdings sprach der Coach bereits das 1:1 an – ein Gegentreffer, welchen man sich allerdings viel zu einfach einfing. Eilenburgs Rückkehrer Branden Stelmak legte einen weiten Diagonalball von Alexander Vogel per Kopf gekonnt auf Kevin Wadewitz, der mit einer Direktabnahme aus beträchtlicher Entfernung erfolgreich war (20.).

Allerdings blieben auch in der Folgezeit zwingende Tormöglichkeiten der Gäste Mangelware. Einzig bei Versuchen von Jackisch (25.) und Dennis Kummer (43.) musste FCG-Keeper Becker eingreifen. „Wir waren zwar spielbestimmend, doch in den ersten 45 Minuten agierten wir einfach mit zu wenig Tempo“, analysierte Eilenburgs Trainer Nico Knaubel. „Auch in Sachen Passqualität und -intensität waren wir einfach zu schludrig. Weiterhin hat man deutlich gesehen, dass wir unser Rückzugsverhalten verbessern müssen.“ Dabei brachte es der Gäste-Coach klar auf den Punkt, denn immer wieder gelang es den Grimmaern nach Ballgewinnen schnell zu nach vorn zu spielen. Nach einer Eingabe von Jan Hübner hatte Matty Goldammer das 2:1 auf dem Kopf (32.), Sequenzen später war abermals Hübner der Ausgangspunkt einer torgefährlichen Grimmaer Aktion, als Probespieler Arman Melkonyan an Eilenburgs Schlussmann Andreas Naumann scheiterte (33.). Beide Trainer waren sich im Anschluss an die Partie absolut einig, dass man die ersten 45 Minuten durchaus als „mehr als ausgeglichen“ bezeichnen konnte. Die Platzherren schlossen ihrerseits die erste Hälfte noch mit einem Highlight ab – dem 2:1-Führungstreffer. Von Michel Schwarz sehenswert eingeleitet, fand eine langgezogene Flanke von Moritz Griesbach dem am zweiten Pfosten einlaufenden Maximilian Sommer, der mit einer herrlichen Direktabnahme ins lange Eck den Oberligisten abermals in Führung brachte (44.).

Zur Halbzeit brachte Gäste-Coach Knaubel dann eine Reihe von arrivierten Spielern, die bereits seit Jahren das FCE-Trikot tragen und daher eingespielt sind. „Die Automatismen und Abläufe waren fortan vorhanden, auch das Tempo und die Passqualität wurden in der Folgezeit deutlich besser“, resümierte der Eilenburger Trainer.  „Wir agierten nun mit viel mehr Spielfreude und Zug zum Tor. Auch unser Rückzugsverhalten funktionierte fortan viel besser.“ So setzten Dennis Kummer (52.) und Adam Fiedler (59.) mit einem Freistoß die ersten Achtungszeichen, doch brauchte Pascal Birkigt hier noch nicht eingreifen. Kurz darauf war der Grimmaer Schlussmann jedoch machtlos. Einen Eckball von Adam Fiedler verlängerte Anton Rückert per Kopf in Richtung des zweiten Pfostens – Alexandros Dimespyra hämmerte die Kugel dort ungehindert zum 2:2 in die Maschen (64.).

Dieser Gegentreffer hinterließ bei den Grimmaern in der Folgezeit deutliche Signalwirkung. Fortan war von jeglichem Selbstvertrauen nichts mehr zu sehen, im Offensivspiel wurde überhaupt keine Entlastung mehr geschaffen. „Sicherlich war unsere Mannschaft aufgrund der Wechsel zur Pause sehr jung, doch wie wenig Gegenwehr wir nach dem Ausgleichstreffer geleistet haben, hat mir überhaupt nicht gefallen“, resümierte Grimmas Trainer Kunert die letzten „schwarzen“ 30 Minuten. „Wir waren in der Defensive nun teilweise vogelwild, niemand war von meinen Spielern in der Lage, in dieser kritischen Phase das Zepter in die Hand zu nehmen.“ Eilenburg hatte fortan leichtes Spiel, zu frappierend war fortan einfach der Leistungsabfall der Platzherren. „Wenn man merkt, dass nach vorn recht wenig geht, muss man eben verstärkte Prioritäten auf die Sicherung des eigenen Tores legen“, legte der FCG-Coach den Finger in die Wunde. „Durch dieses teilweise naives Verhalten haben wir es verpasst, ein gutes Ergebnis gegen einen höherklassigen Kontrahenten zu erzielen.“

So profitierten die Gäste fortan von Grimmaer Unzulänglichkeiten und Schaltpausen im Rückwärtsgang und drückten der Begegnung in den letzten 30 Minuten eindrucksvoll den Stempel auf. Nach Zusammenspiel mit Dong-Min Kim rettete Pascal Birkigt zwar zunächst reaktionsschnell gegen Christoph Bartlog (69.), doch konnte auch der FCG-Keeper vier Minuten später den Rückstand nicht verhindern. Nach sehenswertem Diagonalpass von Raimison Dos Santos spielte Bartlog die Kugel von Grundlinie flach in den Rücken der Abwehr, erneut war Dimespyra zur Stelle und traf zum 2:3 (73.). Nun rollte Angriff auf Angriff auf das Grimmaer Tor, die Gegenwehr der Platzherren wurde fortan immer weniger. Zunächst verpasste Dimespyra eine flache Eingabe von Philipp Sauer um Haaresbreite (75.), anschließend blieb Birkigt nach Versuchen von Pascal Sauer und Dong-Min Kim jeweils der Sieger (76., 78.). Sechs Minuten vor Abpfiff war die Partie dann jedoch endgültig entschieden. Nach einem Grimmaer Fehlpass im Spielaufbau schloss Bartlog den Angriff nach gutem Zusammenspiel mit Kim mit dem 2:4 ab (84.).

Doch damit noch nicht genug. In den letzten fünf Minuten verdarben sich die Kunert-Schützlinge die positiven ersten 60 Minuten ganz und gar. Total in den Seilen hängend, nutzten dies die Gäste und schlugen abermals noch zweimal zu. Zunächst ließ man die Gäste am Strafraum munter kombinieren – Philipp Sauer hatte daraufhin wenig Mühe zum 2:5 zu vollenden (86.). Anschließend brachten die Einheimischen den Ball nach einer unübersichtlichen Situation nicht weit genug aus der Gefahrenzone – Dong-Min Kims Schuss von der Strafraumgrenze schlug zum 2:6-Endstand ein (90.).

„Wir werden dennoch nicht draufhauen“, resümierte Grimma-Trainer Alexander Kunert die Geschehnisse. „Natürlich war der Leistungsabfall in den letzten 30 Minuten unübersehbar und entscheidend für den klaren Ausgang der Begegnung, doch habe ich auch sehr viele gute Momente in unserem Spiel gesehen. Die ersten drei Testgegner waren für uns qualitativ eine Nummer zu groß und haben sicherlich auch am Selbstvertrauen genagt. Nun kommt es darauf an, im Training weiterhin fleißig zu arbeiten und uns am Samstag gegen Niesky ein Erfolgserlebnis zu holen. Sein Eilenburger Pendant Nico Knaubel freute sich unterdessen, wie seine Elf in den zweiten 45 Minuten auftrat. „Die positive Reaktion meiner Truppe nach dem Halbzeit-Rückstand hat mir imponiert“, so der FCE-Coach. „Wir mussten zur Pause einiges ansprechen und korrigieren – das hat meine Mannschaft sehr gut umgesetzt. Dennoch werden wir – auch aufgrund der Grimmaer Wechsel – dieses 5:0 in der zweiten Halbzeit richtig einordnen.“

Tom Rietzschel


Im Spiegel der Presse und der Digitalen Medien

6:2-Erfolg nach Pausenrückstand

Grimma. Am Mittwochabend hat der FCE einen 6:2-Testerfolg bei Oberligist FC Grimma gefeiert. Allerdings sah es zur Pause nicht gerade nach einem klaren Sieg beim alten Rivalen aus. Im Gegenteil: Die Hausherren führten vor knapp 100 Zuschauern im Husaren-Sportpark nach Toren von Jan Hübner (11.) und Maximilian Sommer (44.) gar mit 2:1, nachdem Kevin Wadewitz (20.) zwischenzeitlich ausgeglichen hatte. Nach dem Seitenwechsel und diversen personellen Änderungen drehte der FCE schließlich die Partie und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Der zur Pause gekommene Alexandros Dimespyra sorgte mit einem Doppelpack (65., 74.) für die Eilenburger Führung. In der Schlussphase hatte Knaubels Elf ganz offensichtlich mehr zuzusetzen. Christoph Bartlog (84.), Philipp Sauer (86.) und Dong-Min Kim (90.) machten binnen weniger Minuten das halbe Dutzend voll.

Quelle: LVZ Delitzsch/Eilenburg


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover

Highlights vom Spiel

Quelle: youTube-Kanal MuldentalTV