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„Wir müssen die einfachen Dinge im Fußball richtig gut machen!“

Neu-Trainer Steffen Ziffert (57) im Pressegespräch nach seiner ersten Trainingseinheit am Dienstag

 

FC Grimma: Steffen, nach deiner Grimmaer Zeit von 1998 bis Oktober 2003 bist Du nun wieder in der Muldestadt. Was sind Deine ersten Eindrücke?

Steffen Ziffert: „Meine ersten Eindrücke sind sehr gut. Die erste Trainingseinheit war genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Die Jungs haben alle sehr gut mitgezogen.“

 

FC Grimma: Fangen wir mal in der Vergangenheit an. Wie intensiv hast Du nach deinem Abgang vom SV 1919 das Geschehen rund um den Grimmaer Fußball verfolgt?

Steffen Ziffert: „Ich hatte in meiner aktiven Zeit sehr schöne Jahre hier, so dass ich natürlich bzgl. der weiteren Entwicklung des Vereins immer sehr interessiert war. Weiterhin spielt mein Sohn Toni seit Januar 2017 hier in Grimma, so dass ich das fußballerische Geschehen natürlich verfolgt habe.“

 

FC Grimma: Kommen wir zur Gegenwart. Der bisherige Trainer Alexander Kunert hat direkt am Samstag nach dem Heimspiel gegen Bischofswerda seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Wann kam der erste Kontakt mit den Verantwortlichen des FC zustande?

Steffen Ziffert: „Da ich ja bereits seit einigen Monaten in einer Berater-Tätigkeit hinsichtlich des sportlichen Bereiches für den Verein arbeite, habe ich in der Vergangenheit natürlich viele Spiele gesehen. Der erste Kontakt diesbezüglich kam mit dem Vorstandsvorsitzenden Daniel Kurzbach im Winter zustande, als ich angefragt wurde bzgl. Transfers in der Wechselperiode II zu helfen. Aufgrund meiner sportlichen Vergangenheit und meiner besonderen Beziehung zu diesem Verein habe ich daraufhin zugesagt.“

 

FC Grimma: Wie lange musstest Du überlegen, das Amt des Trainers zu übernehmen?

Steffen Ziffert: „Ich musste diesbezüglich schon überlegen, weil ich noch ein einer sehr guten beruflichen Einbindung stehe. Aus diesem Grund war es sicher nicht einfach, insbesondere die Trainingszeiten abzudecken. Grundsätzlich ist es so, dass ich jetzt bis Saisonende gern helfe und natürlich auch die sportliche Verantwortung übernehme. Deshalb war es für mich wichtig, dass mit Mirko Jentzsch ein Mitglied aus dem Trainerstab erhalten bleibt, da er die Mannschaft natürlich bestens kennt. Ich bin mir sehr sicher, dass die Zusammenarbeit funktionieren wird.“

 

FC Grimma: Welche Erwartungen hast Du ab sofort an Dich selbst, welche hast Du an die Mannschaft?

Steffen Ziffert: „Ich bin ehrgeizig und möchte natürlich meinen Beitrag dazu leisten, dass der FC Grimma in der Oberliga verbleibt. Entscheidend ist allerdings, dass die Mannschaft Woche für Woche das auf dem Platz umsetzt, was man von ihr verlangt.“

 

FC Grimma: Die aktuelle Tabellensituation ist äußerst angespannt. Mit 20 Zählern aus 22 Spielen steht man aktuell auf einem Abstiegsplatz. Der Kontakt zum rettenden Ufer ist allerdings vorhanden, jedoch geht es einzig und allein darum, den Oberliga-Klassenerhalt zu realisieren. Wie schätzt Du die derzeitige Lage ein, das Saisonziel erreichen zu können?

Steffen Ziffert: „Absolut realistisch! Schon im Winter habe ich gesagt, dass es nur um den Klassenerhalt geht. Die Jungs müssen natürlich begreifen, dass dies ein Kampf bis zum Ende wird. Jedoch stimmt mich positiv, dass wir noch alles in der eigenen Hand haben, da tabellarisch alles eng zusammen ist. Wir haben noch sieben Spiele zu absolvieren, es sind noch 21 Punkte zu vergeben – von daher ist noch alles möglich.“

 

FC Grimma: Worin liegt Dein Fokus in den nächsten Tagen, bevor es am Samstag nach Rudolstadt geht?

Steffen Ziffert: „Am wichtigsten ist es natürlich, die Spieler erst einmal näher kennenzulernen. Grundsätzlich kann man jedoch bis zum Wochenende nicht allzu viel verändern. Daher verlasse ich mich natürlich auf das Feedback von Mirko Jentzsch, indem er mir die Erfahrungen mit der Mannschaft näherbringt. Als Botschaft habe ich der Mannschaft erst einmal mitgegeben, die einfache Dinge im Fußball richtig gut zu machen. Wenn die Jungs dies umsetzen, bin ich für das Spiel in Rudolstadt recht optimistisch.“

 

FC Grimma: Sieben Spiele sind noch zu absolvieren. Was ist für Dich Grundvoraussetzung, was sind unabdingbare Elemente, um die nächsten Begegnungen positiv gestalten zu können?

Steffen Ziffert: „Wichtig ist, dass wir im gesamten Verein als Team auftreten. Dafür spielt die Mannschaft auf dem Platz natürlich eine elementare Rolle. Wir müssen versuchen, dem Gegner so wenig wie möglich Torgelegenheiten zu gewähren und uns natürlich selbst genügend Möglichkeiten zu erspielen, welche wir dann auch nutzen müssen. Mit einer kompakten Defensive werden Spiele gewonnen – und genau so müssen wir auch auftreten. Wichtig sind die Basics, wie gewonnene Zweikämpfe, Laufbereitschaft und Wille. Weiterhin muss die Kommunikation auf dem Platz noch intensiviert werden – diese war heute im Training schon recht gut.“

 

FC Grimma: Wie wichtig ist es für Dich, dass mit Mirko Jentzsch ein Mitglied aus dem Trainerstab erhalten bleibt?

Steffen Ziffert: „Für mich ist diese Personalie sehr wichtig. Ohne Mirko hätte ich dieses Amt auch gar nicht angetreten, da ich gerade in der jetzigen Situation eine solche Kontaktperson, der die Spieler kennt, benötige. Das Verhältnis zwischen uns hat mit den ersten Gesprächen an gestimmt, so dass ich überzeugt davon bin, dass wir gut zusammenarbeiten werden.“

 

Steffen, vielen Dank für das freundliche Gespräch. Wir sagen „Herzlich Willkommen“ zurück in Grimma und wünschen Dir für die „Mission Klassenerhalt“ viel Erfolg!

 

Interview: Tom Rietzschel

Foto: Karsten Hannover