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Situation bleibt kritisch – Grimma unterliegt Halle 96 mit 0:3 (0:1)

NOFV-Oberliga Süd • 9. Spieltag

 

FC Grimma – VfL Halle 96  0:3 (0:1)

Grimma: Becker – Konzok (ab 87. Mattheus), Sommer, Bartsch, Irwin – Wolf (ab 87. Erdmann), Schwarz – Goldammer, Brand (ab 72. Kunath), Hübner (ab 53. Griesbach) – Wiegner – Trainer: Kunert

Halle 96: Elm – V. Schubert, Böhne, P. Schubert, Katzenberger – Lorenz, Raßmann, Arzumanin (ab 70. Niesel), Pälchen (ab 78. Dabel) – Kind (ab 78. Hempel), Ferati (ab 74. Arndt) – Trainer: Behring

Schiedsrichter: Jänike (Jena) – Schiedsrichter-Assistenten: Scharnowski (Eisenberg), Klotz (Bad Köstritz) – Tore: 0:1 Pälchen (23.), 0:2 Kind (57.), 0:3 Dabel (90.+3) – Gelbe Karten: Wiegner (Unsportlichkeit – 90.+3) – Lorenz (Foulspiel – 49.), Hempel (Unsportlichkeit – 83.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Käseberg, Mertes – keiner – Zuschauer: 119 im Husaren-Sportpark zu Grimma

 

Grimma. Der FC Grimma bleibt weiterhin in der unteren Region der Oberliga hängen. Nach der letztwöchigen 2:3 (1:2)-Niederlage beim Schlusslicht Wacker Nordhausen konnten die Muldestädter auch an diesem Wochenende nicht den gewünschten Punktezuwachs geltend machen. Gegen den Vorjahres-Vize VfL Halle 96 zogen die Schützlinge von Trainer Alexander Kunert im heimischen Husaren-Sportpark nach 90 Minuten mit 0:3 (0:1) den Kürzeren und rutschten damit in der Tabelle auf Rang 16 ab. Dabei sind die Gründe für die Grimmaer Niederlage schnell erzählt. Fast über die komplette Spielzeit gelang es den Muldestädtern nicht, das eigene Potenzial auch nur ansatzweise abzurufen. Hauptverantwortlich dafür war vor allem die mangelnde Pass-Qualität – was sich die Einheimischen an diesem Tag an Fehlpässen und Ungenauigkeiten leisteten, war einfach viel zu viel. Dadurch kam letztlich nie richtig Tempo in die Aktionen der Gastgeber, so dass jegliche Durchschlagskraft im letzten Drittel vermisst wurde. Die Gäste aus der Saalestadt spielten nicht wirklich einen überragenden Fußball, doch reichte deren Vorstellung  absolut aus, um am Ende den Platz als Sieger zu verlassen. Demzufolge war die Zufriedenheit bei 96-Trainer René Behring, welcher von Sommer 2004 bis Dezember 2005 für die Grimmaer in der Oberliga kickte, natürlich groß. „Wir haben nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten die Oberhand gewonnen und letztlich das Spiel verdientermaßen siegreich gestaltet“, so Behring. „Aus unserer Sicht war es ein gelungener Nachmittag.“ Auf der anderen Seite sah die Gefühlslage seines ehemaligen Mitspielers Alexander Kunert natürlich ganz anders aus. „Unsere extrem junge Mannschaft kommt mit der aktuellen Situation nicht klar“, traf der Grimmaer Trainer in seiner Auswertung den Nagel auf den Kopf. „Wir befinden uns definitiv im Abstiegskampf, welchen wir auch so annehmen müssen. Und aus diesem werden wir uns nur gemeinsam befreien können.“

Dabei waren die Grimmaer in den Anfangsphase durchaus um Spielkontrolle bemüht. Defensiv kompakt agierend, profitierte man frühzeitig zwar von jeder Menge Ballverlusten des Gegners, doch war schon hier ein viel zu unsauberes Passspiel bei den Einheimischen unübersehbar. Nichtsdestotrotz hatten die Platzherren die ersten zwei Torannäherungen in der Begegnung. Zunächst verpasste Kevin Wiegner eine Eingabe von Matty Goldammer nur um Haaresbreite (10.), so dass vor dem VfL-Gehäuse keinerlei Gefahr entstand. Vier Minuten später sah das schon etwas anders aus. Sehr gut von Goldammer eingeleitet, zögerte der auf halbrechts durchgebrochene Wiegner jedoch viel zu lange mit dem Torabschluss, so dass sich VfL-Innenverteidiger Gino Böhne noch rechtzeitig in die Schussbahn warf (14.).

Doch mit zunehmender Spielzeit wurden die Grimmaer Aktionen immer ungenauer. Im Ballvortrag unterliefen den Kunert-Schützlinge unglaublich viele Unzulänglichkeiten, so dass es damit den Gästen immer wieder gestattet wurde, selbst konstruktive Offensiv-Aktionen einzuleiten. Allerdings agierten die 96er im Passspiel ähnlich ungenau und fahrig wie die Muldestädter, so dass den Zuschauern eine niveauarme Partie geboten wurde. Nichtsdestotrotz deuteten die Trothaer das eine oder andere Mal ihre Gefährlichkeit an. So zum Beispiel als Marcio Pälchen die Kugel von links scharf nach innen zog – Maximilian Sommer jedoch im letzten Moment vor zwei einschussbereiten Hallensern klären konnte (22.). Aus dem folgenden Eckball war es dann für die Muldestädter umso bitterer in Rückstand zu geraten. Nachdem FC-Keeper Nico Becker zunächst einen Kopfball von Tommy Kind aus dem Eck fischte, brachte der anschließende Grundlinien-Rückpass Marcio Pälchen in Schussposition, welcher das Streitobjekt von der Strafraumgrenze zum sich nicht unbedingt andeutenden 0:1 ins Tor hämmerte (23.).  

Von diesem Gegentreffer erholten sich die Platzherren dann äußerst schwer. Sicher, das Bemühen war jedem einzelnen Grimmaer Akteur zwar anzumerken, doch aufgrund der Vielzahl von Fehlpässen gelang es nur äußerst selten ins letzte Drittel zu gelangen. So musste ein Freistoß von Michel Schwarz herhalten, um für etwas Torgefahr zu sorgen, doch stellte der Kopfball von Jonas Konzok kein Problem für 96-Keeper Magnus Janek Elm dar (38.). Stattdessen hatten die Kunert-Schützlinge kurz darauf großes Glück, nicht mit 0:2 in die Pause gehen zu müssen. Nach sehenswerter Einzelleistung von Linus Lorenz über die linke Seite traf Tommy Kind per Hacke nur den Pfosten des FC-Gehäuses – unter starker Bedrängnis setzte Stefan Raßmann den Nachschuss aus Nahdistanz knapp vorbei (41.).

Zwar hatten sich die Kunert-Schützlinge für die zweiten 45 Minuten einiges vorgenommen, doch blieb die Fehlerquote im eigenen Passspiel weiterhin extrem hoch. Außer einem Freistoß von Leonhard Wolf, als im Anschluss Freund und Feind verpassten (50.), entstand vor dem VfL-Gehäuse daher null Torgefahr. Nicht eine einzige zwingende Tormöglichkeit konnten sich die Gastgeber in den gesamten 90 Minuten erarbeiten – zu wenig, wenn man in der aktuellen Situation dringend auf Punkte angewiesen ist! Die Gäste aus Halle rissen zwar auch im zweiten Durchgang keine Bäume aus, doch profitierte der VfL immer wieder von Grimmaer Ballverlusten, um selbst gefährlich zu werden. Kurz nach Wiederbeginn hätten die Gäste schon auf 0:2 erhöhen können, doch traf Kind nach guter Kombination über Ekzem Ferati und Linus Lorenz nur das Außennetz (47.). Wenig später machte es der VfL-Torjäger allerdings deutlich besser. Ausgangspunkt war ein erneuter Grimmaer Ballverlust auf der rechten Seite – Tommy Kind nutzte daraufhin die Unordnung in der FC-Hintermannschaft und verwertete den Diagonalpass von Lorenz schlussendlich zum 0:2 (57.) – sein sechster Saisontreffer.

Fortan wurde der Rucksack der Muldestädter immer schwerer, was man der Mannschaft deutlich ansah. „Bei einigen meiner Spieler fehlte einfach der letzte Biss“, kritisierte Grimmas Coach Alexander Kunert. Zwar forcierte man etwas das Risiko, doch waren die Gastgeber an diesem Tag aufgrund des fehlerhaften Passspiels nicht in der Lage, im letzten Drittel mit der nötigen Durchschlagskraft der Partie noch eine Wende geben zu können. Auf der Gegenseite verhinderte die Querlatte den dritten VfL-Treffer, als Linus Lorenz kurz hinter der Mittellinie staubrocken abzog – der zurückeilende FC-Keeper Nico Becker wäre hier chancenlos gewesen (66.). So hatten die Saalestädter die Begegnung nun absolut im Griff, problemlos transportierte der VfL den Zwei-Tore-Vorsprung bis in die Endphase hinein. Dort angekommen, hatten die Gäste sogar noch die Möglichkeit, mit dem dritten Tor für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Zunächst zischte ein Schuss von Tony Hempel knapp am FC-Kasten vorbei (80.), anschließend reagierte Nico Becker nach einem Kopfball von Ernst-Moritz Arndt glänzend – nachdem Lukas Kunath vorher eine langgezogene Flanke von Vincent Dabel unterlief (86.). Dass die Gäste letztlich doch noch zum 0:3 kamen, soll nicht unerwähnt bleiben – auch wenn dabei das Schiedsrichter-Kollektiv eine nicht unwesentliche Rolle spielte. Von Valentino Schubert über die rechte Seite eingeleitet, schalteten die Gastgeber urplötzlich ab, nachdem Assistent Bruno Scharnowski (Eisenberg) aufgrund einer Abseitsstellung das Fahnenzeichen brachte. Dieses ignorierte Referee Christopher Jänike (Jena) allerdings vollends, in der Annahme, der Ball wäre von den Grimmaern gespielt worden. Diese Einladung nahmen die Trothaer natürlich dankend an – nach einem Querpass von Arndt hatte Dabel daher wenig Mühe, den Ball zum 0:3-Endstand im verwaisten Tor unterzubringen (90.+3). Dieser Gegentreffer trieb den Einheimischen nach dem darauffolgenden Abpfiff natürlich die Zornesröte ins Gesicht, doch hatte dieses Tor nicht im Geringsten irgendeinen Einfluss das Ergebnis der Partie. Die Begegnung war vorher schon entschieden – zweifelsohne machte jedoch das Schiedsrichter-Kollektiv hier nicht die glücklichste Figur.

So jubelte der VfL Halle 96 nach den 90 Minuten über einen verdienten Auswärtssieg – ihren zweiten in der laufenden Saison. „Wir mussten einige Umstellungen vornehmen, wobei ich mich natürlich für die jungen Spieler freue“, resümierte Gäste-Trainer René Behring in der anschließenden Pressekonferenz die Partie. „Mit diesem Sieg haben wir uns zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geholt.“ Auf Grimmaer Seite war natürlich die Enttäuschung groß – das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mitspieler hatte sich FC-Trainer Alexander Kunert ganz anders vorgestellt. „Wir müssen nun den Kopf heben, auch wenn der Hals dreckig ist“, sprach der Grimmaer Coach die aktuelle Tabellensituation recht nüchtern an. „Für uns gilt es nun zusammen anzupacken, um die Karre gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen.“

Tom Rietzschel


Im Spiegel der Presse und der Digitalen Medien

Kein Husarenritt im „Husaren-Sportpark“

Halle. Es war auch bei den 96ern nicht alles Gold was da der Endstand von 0:3 rein ergebnistechnisch vor sich hertrug. Vielmehr verstanden es die seit nunmehr vier Spieltagen ungeschlagenen Blau-Roten, die an diesem Tag sichtbar zu Tage tretenden Unzulänglichkeiten der Gastgeber für sich zu nutzen. Und diese zeigten sich vor allem in einer hohen Passungenauigkeit in den Reihen des FC Grimma. Auch nicht unbedingt überzeugend sah es damit auch beim Halleschen Traditionsverein aus jedoch in Summe weniger fehlerbehaftet, was letztlich auch ein Baustein zum zweiten Auswärtserfolg der noch jungen Saison war.

In das Spiel kamen jedoch die Gastgeber anfangs besser. Kevin Wiegner verpasst eine Eingabe von Matty Goldammer knapp (10.) und Gino Böhne blockt mit beherzten Einsatz nur wenig später einen Abschluss von Kevin Wiegner (14.). „Danach bekamen wir Gegner und Spiel immer besser in den Griff“, wie 96-Cheftrainer Rene Behring in seinem Resümee nach Spielende richtig einordnete. Eine der ersten erfolgversprechenden Aktionen initiierte dabei der für den gesperrten Nils Morten Bolz in die Startformation gerückte Marcio Pälchen. Dessen Eingabe wird zum Eckstoß geklärt (22.). Aus dessen Ausführung heraus köpft Tommy Kind den Ball auf das Tor der Grimmaer, wo FCG-Hüter Nico Becker mit starker Parade die Kugel aus dem Torwinkel kratzen, jedoch nicht festhalten kann. Aus dieser Aktion heraus wird ein Rückpass zum an der Strafraumkante lauernden Marcio Pälchen gespielt welcher zum 0:1 trifft und damit sein erstes Pflichtspieltor erzielte (23.). Dieser Treffer sollte dazu beitragen, dass die Dominanz der 96er weiter zunahm. Der wiederum agile Linus Lorenz spielt von der linken Außenbahn auf den in der Box lauernden Tommy Kind, welcher per Hacke das Spielgerät an den Pfosten befördert. Damit schrammte er genauso knapp am „Rabah Madjer-Gedächtnistor“ (FC Porto – Bayern München 2:1, 1987) vorbei wie der Nachschuss von Stefan Raßmann am Tor selbst (41.). Somit ging es mit knapper Führung der Trothaer in die Halbzeitpause.

Nach dieser wurde das Niveau des Spieles nicht unbedingt besser, der VfL96 bemühte sich aber weiter an einer Entscheidung zu seinen Gunsten. Nach einem Ballverlust des FCG spielt Linus Lorenz den Ball diagonal auf Tommy Kind, welcher diese Aktion zum 0:2 und damit seinen sechsten Saisontreffer abschließt (57.). Die ohnehin schon verunsicherten Muldestädter kamen nun gar nicht mehr auf das Trapez und es drohte nun sogar eine richtig deftige Heimniederlage. Linus Lorenz sieht knapp hinter der Mittellinie den zu weit vor seinem Tor postierten Nico Becker, trifft jedoch mit seinem Abschluss aus der Distanz nur den Querbalken (66.). Ein Abschluss von Tony Hempel rauscht dann knapp am Tor vorbei (80.) und einen Kopfball des eingewechselten Ernst Moritz Arndt kann Nico Becker entschärfen (86.). Der ist dann aber machtlos als Einwechsler Vincent Dabel einen Querleger durch Ernst Moritz Arndt im verwaisten Tor zum 0:3-Endstand unterbringen kann (90.+2). Kurios dabei die Entstehung. Spielleiter Christopher Jänike wertet eine vermeintliche Abseitssituation, durch den Assistenten Bruno Scharnowski deutlich angezeigt, anders. Während die Gastgeber nach dem Fahnensignal das Spielen einstellen, leitet Valentino Schubert den letzten Angriff des Spieles ein, mit dem bekannten Resultat.

Um Punkte in der Oberliga geht es nun erst wieder am Samstag, 16.10.2021, im Sachsen-Anhalt-Derby gegen Union Sandersdorf. Zuvor, Samstag, 9.10.2021, steht das Landespokalachtelfinale aus dem Wettbewerb des Vorjahres auf dem Spielplan. Im Stadion der Waggonbauer trifft unsere Mannschaft dabei auf den aktuellen Spitzenreiter der Verbandsliga-Süd, BSV 1910 Halle-Ammendorf.

Quelle: Andreas Jahnecke • VfL Halle 96


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover


Pressekonferenz