· 

Wie gewonnen, so zerronnen – Grimma unterliegt in Nordhausen mit 2:3 (1:2)

NOFV-Oberliga Süd • 8. Spieltag

 

FSV Wacker 90 Nordhausen – FC Grimma  3:2 (2:1)

Nordhausen: Henning – Ortlepp, Dhaliwal, E. Schneider, Husung (ab 67. Riedel) – Schwerdt, Stix (ab 51. Penzler) – Ostmann, Liese (ab 86. Gorges), Franz – Knopp – Trainer: Greschke

Grimma: Becker – Kunath, Sommer, Bartsch, Mertes (ab 89. Konzok) – Wolf, Schwarz (ab 79. Erdmann) – Goldammer (ab 46. Griesbach), Brand, Hübner (ab 89. Wenzel) – Wiegner – Trainer: Kunert

Schiedsrichter: Kluge (Zeitz) – Schiedsrichter-Assistenten: Kamm (Halle), F.-B. Schwermer (Magdeburg) – Tore: 1:0 Schwerdt (10.), 1:1 Wiegner (17.), 2:1 Schwerdt (45.), 2:2 Wiegner (66.), 3:2 Ortlepp (71.) – Gelbe Karten: Knopp (Nordhausen) wegen Foulspiels (25.), Stix (Nordhausen) wegen Foulspiels (35.), Liese (Nordhausen) wegen Foulspiels (63.), E. Schneider (Nordhausen) wegen Foulspiels (83.) – Reservebänke: Wiese (Tor), Rimpler – Birkigt (Tor), Mattheus, Käseberg – Zuschauer: 289 im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen

 

Nordhausen. Wie gewonnen, so zerronnen! Alles das, was sich Oberligist FC Grimma mit dem letztwöchigen 3:0 (2:0)-Heimsieg über den FC Einheit Rudolstadt mühsam aufbaute, hat man sich nun beim bisherigen Schlusslicht Wacker Nordhausen mit dem Hinterteil fahrlässig wieder eingerissen. Nachdem man letzten Sonntag komplett an die Leistungsgrenze ging und einen etablierten Oberligisten auch in der Höhe verdient in die Schranken wies, schöpften die Muldestädter beim ehemaligem Regionalligisten nicht ihr Potenzial aus und zogen letztlich mit 2:3 (1:2) den Kürzeren. Zwar kann der Mannschaft bei ihrem Gastauftritt im Südharz jegliches Bemühen nicht abgesprochen werden, doch reichte die Vorstellung keineswegs aus, um Punkte aus Nordhausen zu entführen. Gastgeber Wacker riss gewiss keine Bäume aus, doch in Sachen Leidenschaft und unbedingter Wille hatten die Thüringer ihrem Gegner die entscheidenden Prozentpunkte voraus. „Ich bin enttäuscht, zumal wir der Mannschaft in der Spielvorbereitung noch einmal explizit aufgezeigt hatten, was uns hier erwartet“, resümierte ein sichtlich um die richtigen Worte ringender FC-Trainer Alexander Kunert. „Ich hatte den Eindruck, dass bei einigen meiner Spieler nach dem letztwöchigen Heimsieg in den Köpfen eine gewisse Selbstzufriedenheit vorhanden war. Allerdings beginnt der Erfolg im Kopf. Nordhausen hat die entscheidenden Meter mehr gemacht, um das Spiel letztlich gewinnen zu wollen.“ Auf der anderen Seite war man im Nordhäuser Lager natürlich total erleichtert, den ersten Saisonsieg eingefahren zu haben. „Ich bin erstmal froh, dass wir endlich den Bock umstoßen konnten“, freute sich ein sichtlich gelöster Trainer Lars Greschke. „Nach den beiden vermeidbaren Gegentreffern zum jeweiligen Ausgleich hat meine Mannschaft große Moral bewiesen und sich mit großem Engagement diese für uns eminent wichtigen drei Punkte gesichert.“

Bei sehr schwierigen Platzverhältnissen im traditionsreichen Nordhäuser Albert-Kuntz-Sportpark entwickelte sich im ersten Durchgang eine Begegnung, welche sich hauptsächlich zwischen den Strafräumen abspielte. Grimma hatte zwar frühzeitig mehr Ballbesitz zu verzeichnen, doch hatten die Gäste im Offensivspiel nicht die gewünschte Pass-Qualität, um diese Vorteile vor dem gegnerischen Tor geltend machen zu können. So prägten eine Reihe von Zweikämpfen im Mittelfeld die Begegnung, wo bereits frühzeitig zu erkennen war, dass sich die Platzherren für diese Partie sehr viel vorgenommen hatten. Den Gästen gelang es trotz ihrer Feldüberlegenheit nicht, bei ihren Angriffen ein gewisses Spieltempo an den Tag zu legen, weiterhin agierte man im Passspiel sehr unsauber. Doch nicht nur das – mit dem ersten Schuss auf das Gehäuse der Muldestädter mussten diese recht früh einem Rückstand hinterherlaufen. Nach einem Querpass von Richard Franz nahm der erfahrene Felix Schwerdt aus beträchtlicher Entfernung Maß – ohne auch nur im Ansatz den Schuss zu verhindern, schlug die Kugel zum 1:0 im FC-Gehäuse ein (10.). Doch glücklicherweise gelang es den Gästen recht schnell, diesen Schaden zu reparieren – obwohl die Südharzer dabei kräftig mithalfen. Nach einem Rückpass vertändelte Wacker-Schlussmann Valentin Henning am eigenen Fünfmeter-Raum die Kugel fahrlässig an Kevin Wiegner, welcher das Streitobjekt anschließend problemlos zum 1:1 ins verwaiste Tor schob (17.).

Allerdings setzte der prompte Ausgleich bei den Kunert-Schützlingen nicht die gewünschten zusätzlichen Potenzen frei. So blieb man im Spiel nach vorn weiterhin äußerst fahrig, da man entweder zu früh den entscheidenden Pass in die Tiefe suchte oder im Kombinationsspiel nicht mit der erforderlichen Präzision agierte. Nordhausen war diesbezüglich nicht besser, so dass fortan Tormöglichkeiten auf beiden Seiten äußerst rar blieben. Einzig bei einem Freistoß von Lennart Liese erzeugte Wacker einen Hauch von Torgefahr, doch verpasste Torschütze Schwerdt per Kopf um Haaresbreite (39.).

Als sich die meisten der 289 Zuschauer bereits auf das Unentschieden zur Pause eingestellt hatten, mussten die Gäste dann doch noch einen weiteren Nackenschlag hinnehmen – Nordhausen ging mit dem zweiten Ball in Richtung Grimmaer Gehäuse erneut in Führung. Zunächst gelang es den Muldestädtern nicht, eine Flanke von Richard Franz mit der nötigen Aggressivität zu verhindern, anschließend zeigte sich im Zentrum niemand für Routinier Schwerdt verantwortlich, der mit seinem Kopfballtreffer zum 2:1-Halbzeitstand Grimmas Keeper Nico Becker unterdessen noch etwas unglücklich aussehen ließ (45.). „Beide Gegentreffer bekommen wir viel zu einfach“, sparte FC-Coach Alexander Kunert im Nachgang nicht mit Kritik. „Beide Tore waren absolut vermeidbar, da wir einfach nicht resolut und mit dem unbedingten Willen unser Tor verteidigt haben.“

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten agierten die Gäste dann mit etwas mehr Schwung. Man forcierte nun etwas das Tempo, auch wenn man Torgefahr dabei zunächst nur nach Standardsituationen heraufbeschwören konnte. So unterlief Wacker-Keeper Henning einen Eckball von Leonhard Wolf, doch zeigte sich der aufgerückte Maximilian Sommer etwas zu überrascht, um davon entscheidend profitieren zu können (49.). Fünf Minuten später bot sich den Grimmaern dann jedoch die große Ausgleichs-Chance. So konnte Henning einen Freistoß von Michel Schwarz nur nach vorn abklatschen, doch drückte der eingewechselte Moritz Griesbach den Nachschuss aus Nahdistanz über die Querlatte (54.). Nur wenige Sequenzen später setzte Lukas Kunath abermals Griesbach in Szene, doch traf sein abgefälschter Schuss nur das Außennetz (55.). Die Aktionen der Gäste waren fortan etwas zielstrebiger, so dass der 2:2-Ausgleich letztlich nicht überraschend kam. Nach einem Ballgewinn am eigenen Strafraum fuhren die Muldestädter über die linke Seite einen mustergültigen Konter – Kevin Wiegner verwertete eine flache Eingabe von Moritz Griesbach aus Nahdistanz mühelos zum 2:2 (66.).  

Die Gäste schienen nach dem abermaligen Ausgleich auf dem richtigen Weg zu sein, doch kam die kalte Dusche wiederum prompt. Dabei flog den Muldestädtern ein abgefangener Freistoß von Michel Schwarz regelrecht um die Ohren und ließ sie zum dritten Mal in Rückstand geraten. Zwar konnte FC-Keeper Nico Becker in der Folge den Schuss von Robert Knopp noch reaktionsschnell parieren, doch agierten die Muldestädter auch beim abgewehrten Ball wiederum nicht mit der letzten Entschlossenheit, um sich mit der nötigen Vehemenz sich in den Nachschuss von Lukas Ortlepp zu werfen – 3:2 (71.). Die Grimmaer traf dieser erneute Rückstand bis ins Mark, so dass man wenig später sogar Glück hatte, dass Knopp ein Franz-Zuspiel aus vielversprechender Position nicht verwerten konnte (drüber, 76.).

In der Schlussphase versuchten die Gäste zwar noch einmal zurückzukommen, doch bis auf eine Aktion kam man nicht mehr entscheidend vor das Gehäuse der Südharzer. Diese eine Möglichkeit hatte es allerdings in sich und hätte wenigstens für ein Unentschieden reichen können. Nach gelungener Kombination wurde Moritz Griesbach auf halbrechter Position freigespielt, doch aufgrund seines schlechten ersten Kontakts konnte Wacker-Schlussmann Valentin Henning rechtzeitig den Winkel verkürzen und verhinderte damit drohendes Unheil für sein Team (77.). FC-Trainer Alexander Kunert verstärkte in der Endphase mit den Einwechslungen von Max Erdmann und dem lang aufgeschossenen Jonas Konzok zwar noch einmal jegliche Offensivbemühungen, doch agierte seine Elf weiterhin sehr unpräzise. Nordhausen hatte daher wenig Mühe den knappen Vorsprung zu verteidigen und diese für sie drei kostbaren Punkte über die Zeit zu bringen. Dementsprechend waren die Emotionen der Gastgeber nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Patrick Kluge (Zeitz) kaum zu bändigen – mit dem ersten Saisonsieg gab Nordhausen die Rote Laterne an den 1. FC Merseburg ab. Die Grimmaer verpassten es mit dieser absolut vermeidbaren Niederlage, den nächsten Schritt in die richtige Richtung zu absolvieren und sich etwas ins Tabellenmittelfeld abzusetzen.

„Hut ab vor meiner Mannschaft“, stand Nordhausens Trainer Lars Greschke die Freude im Nachgang deutlich ins Gesicht geschrieben. „Ich freue mich für die Jungs, doch muss diese Leistung von heute der Maßstab für die nun folgenden Begegnungen sein.“ Auf der anderen Seite zeigte sich sein Gegenüber Alexander Kunert natürlich sichtlich enttäuscht. „Wir haben im Vorfeld gewusst, was passieren kann und haben explizit auf alles hingewiesen“, so der Grimmaer Coach. „Wir haben es im zweiten Durchgang leider nicht verstanden, unsere Möglichkeiten so zu nutzen, dass wir wenigstens einen Punkt mitnehmen. Weiterhin ist es uns nicht gelungen, mit der letzten Entschlossenheit unser Tor zu verteidigen – drei Gegentore sind natürlich entschieden zu viel. Natürlich bin ich sehr enttäuscht, weil genau das eingetreten ist, was wir nicht wollten. Wir werden in der kommenden Woche natürlich diese Begegnung sachlich auswerten und im Training hart arbeiten, dass wir Samstag gegen daheim den VfL Halle wieder in die Spur kommen.“

Tom Rietzschel


Im Spiegel der Presse und der Digitalen Medien

Erfurt und Wernigerode lassen Punkte liegen: Konkurrenz rückt näher – Wacker feiert erstmals

Nordhausen. Die Rote Laterne an Merseburg abgeben konnte der FSV Wacker 90 Nordhausen, der zuhause gegen den FC Grimma den ersehnten ersten Sieg dieser Spielzeit feierte. Maßgeblich daran beteiligt war Felix Schwerdt, der die Heimelf zweimal in Führung brachte. Wiegner wusste zwar auch zweimal die richtige Antwort, doch gegen Ortlepps goldenen Treffer war nicht mehr beizukommen.

Quelle: www.kicker.de

Schwerdt führt Wacker zum ersten Sieg

Nordhausen. Nach dem Platzverweis von Marcus Vopel in Erfurt, führte Felix Schwerdt den FSV 90 Wacker als Kapitän auf das Feld. Und der erfahrene Mittelfeldspieler ging mit guten Beispiel voran. Er brachte seine Elf zweimal in Front (10./45). Dazwischen gelang den Gästen der Ausgleich (Wiegner, 17.). Auch nach einer guten Stunde konterten die Sachsen zum erneuten Ausgleich (Wiegner, 66.). Fünf Minuten später allerdings schoss Lukas Ortlepp das Siegtor für Wacker (71.). Mit dem ersten Saisonsieg übergibt Nordhausen die Rote Laterne an Merseburg.

Quelle: www.fupa.net


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover


Der 8. Spieltag in der Übersicht

VfL Halle 96 – FC Rot-Weiß Erfurt  1:1 (0:1)

Schiedsrichter: Lukawski (Oranienburg) – Tore: 0:1 E. Startsev (30.), 1:1 Kind (55.) – Gelb-Rote Karten: Bolz (Halle 96) wegen wiederholten Foulspiels (80.) – Zuschauer: 752 im HWG-Stadion am Zoo zu Halle

 

FC Einheit Rudolstadt – SG Union Sandersdorf  1:0 (0:0)

Schiedsrichter: Haubenschild (Pegau) – Tor: 1:0 Schack (75.) – Zuschauer: 90 im Städtischen Stadion zu Rudolstadt

 

Bischofswerdaer FV 08 – FSV Martinroda  2:1 (1:1)

Schiedsrichter: Riemer (Eisenhüttenstadt) – Tore: 1:0 Fromm (1.), 1:1 Nahr (23.), 2:1 Hahn (90.+1) – Zuschauer: 192 in der Volksbank-Arena zu Bischofswerda

 

SV Blau-Weiß Zorbau – FSV Budissa Bautzen  2:3 (2:2)

Schiedsrichter: T. Stein (Brieselang) – Tore: 0:1 Hagemann (18.), 1:1 Dwars (32.), 2:1 Feldmer (42.), 2:2 Hagemann (43.), 2:3 Jockusch (48.) – Zuschauer: 132 am Sportplatz Zorbau

 

SV 09 Arnstadt – FC Einheit Wernigerode  1:1 (0:0)

Schiedsrichter: Schiefer (Annaberg-Buchholz) – Tore: 0:1 Kuffner Sandri (73.), 1:1 Varnhagen (90.+3) – Zuschauer: 200 im Sportforum „Am Obertunk“ zu Arnstadt

 

FC Oberlausitz Neugersdorf – FC Carl Zeiss Jena II  0:3 (0:1)

Schiedsrichter: Kluge (Zeitz) – Tore: 0:1 Kerasidis (30.), 0:2, 0:3 Hajrulla (81., 90.+3) – Zuschauer: 154 in der Sparkassen-Arena Oberlausitz zu Neugersdorf

 

FC An der Fahner Höhe – VfB 1921 Krieschow  2:3 (1:2)

Schiedsrichter: Thinius (Annaburg) – Tore: 0:1 Rangelov (3.), 0:2 Gerstmann (11.), 1:2 Preller (34.), 1:3 Geisler (71.), 2:3 Walter (81.) – Zuschauer: 152 in der GeAT-Arena zu Dachwig

 

1. FC Merseburg – VFC Plauen  0:2 (0:0)

Schiedsrichter: Wiethüchter (Berlin) – Tore: 0:1 Kretzer (83.), 0:2 Sovago (88.) – Zuschauer: 117 im Stadtstadion zu Merseburg

 

FSV Wacker 90 Nordhausen – FC Grimma  3:2 (2:1)

Schiedsrichter: Kluge (Zeitz) – Tore: 1:0 Schwerdt (10.), 1:1 Wiegner (17.), 2:1 Schwerdt (45.), 2:2 Wiegner (66.), 3:2 Ortlepp (71.) – Zuschauer: 289 im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen