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Tolle Moral nach verschlafener Halbzeit

(C) Karsten Hannover
(C) Karsten Hannover

Auch das am Sonnabendnachmittag ausgetragene vierte Punktspiel von Fußball-Oberligist FC Grimma stand unter keinem guten Stern. Beim Mittwoch-Training hatte sich nach zuvor schon Michel Schwarz, Christoph Jackisch und Moritz Griesbach auch noch Stürmer Stefan Tröger schwer verletzt, vorbehaltlich einer noch ausstehenden MRT-Untersuchung deutet alles auf einen Kreuzbandriss hin. Gegen Staffel-Neuling SV Blau-Weiß Zorbau musste Coach Alexander Kunert somit seine Startelf gleich auf vier Positionen umbauen.

 

Dass das zweite Heimspiel der noch jungen Saison aber 2:3 verloren ging, hatte auch noch andere Gründe. „Diese Niederlage war weder vorgesehen noch erwartet, aber wenn du über eine halbe Stunde auf dem Platz nicht präsent respektive mental nicht wach bist, dann verlierst du eben solche Spiele“, resümiert Kunert. Zudem hätten zu viele individuelle Fehler sowohl im Abwehrverbund als auch im vorderen letzten Drittel sowie ein Mangel an Zielstrebigkeit in den eigenen Aktionen zur Niederlage beigetragen. In der zweiten Halbzeit sei die Mannschaft besser ins Spiel gekommen und habe gezeigt, wozu sie fußballerisch in der Lage ist. „Mit den beiden gegen uns gepfiffenen Elfmetern, von denen der zweite mehr als fragwürdig war, wurde uns dann aber der Zahn gezogen“, so Kunert. Dass Die Mannschaft bis zum Ende aber versucht habe, das Spiel noch zu drehen, zeige ihre tolle Moral.

 

Nach einer verschlafenen ersten Halbzeit, in der die Gastgeber in der 23. Spielminute nach einer Ecke für Zorbau durch Khemgin Solivani in Rückstand geraten waren, nutzte sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff der hellwache Kevin Wiegner einen verunglückten Abstoß des Zorbauer Torhüters Oliver Arendt zum Grimmaer Ausgleich. Doch die Freude über diesen währt in den Reihen des FC nur ganze fünf Minuten. Deshalb, weil sich in der 56. Minute Oliver Kurzbach nur mit einem Foul im Strafraum am Zorbauer Falko Löser zu helfen weiß und dessen Teamkollege John Winkler den fälligen Elfmeter sicher zum 1:2 aus Sicht der Hausherren verwandelt. Keine zehn Minuten später ergibt sich für die vor dem Spieltag auf Tabellenplatz 2 rangierenden Grimmaer die große Chance zum Ausgleich, als der über links in den Zorbauer Strafraum eingedrungene Wiegner Gäste-Torhüter Oliver Arendt ausspielt, Maximilian Sommers Abstauber jedoch in höchster Not vom jungen Zorbauer Abwehrmann Nils Thurm geklärt werden kann. Und wiederum keine zehn Minuten gelingt den Gästen die Vorentscheidung, als Toni Ziffert gegen Gregor Schlichting klärt und dessen nach Einschätzung der Grimmaer „filmreife Schwalbe“ bei Schiedsrichter Richard Lorenz in der Form verfängt, dass der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt zeigt, von welchem kurz darauf Zorbaus Abwehrmann Fabian Schößler zum 3:1 für sein Team verwandelt.

 

In Sack und Tüten ist der Gäste-Sieg damit aber noch nicht, weil sich die Hausherren trotz der schon weit vorangeschrittenen Spielzeit nicht aufgeben. Zorbau wankt, kassiert in der Nachspielzeit durch Jasper Hoffmann auch noch den Anschlusstreffer, aber es fällt nicht. Weil die Blau-Weißen zum einen das Glück des Tüchtigen und zum anderen einen gnädigen Schiri auf ihrer Seite haben. Dieser nämlich ahndet trotz räumlicher Nähe und freier Schicht auf die Spielsituation ein vom Zorbauer Fabian Schößler am Grimmas Jan Hübner begangenes Foul in der 93. Spielminute nicht. Doch auch davon lassen sich die Hausherren nicht entmutigen, starten vielmehr in der Nachspielzeit eine Angriffswelle nach der anderen, an denen sich – schlussendlich erfolglos - auch Torhüter Pascal Birkigt beteiligt. „Wir haben nach vier Spieltagen vier Punkte auf der Habenseite, weshalb wir in Anbetracht der aktuellen Verletztenmisere von einem durchaus gelungenen Saisonstart sprechen können“, versucht Coach Alexander Kunert der unglücklichen Niederlage etwas Positives abzugewinnen.

Fotos: Karsten Hannover || Bericht: Roger Dietze