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Last-Minute-Tor zur Herbstmeisterschaft

(C) Karsten Hannover
(C) Karsten Hannover

Auf durchnässten Glauchauer Rasen errrangen die Kunert-Schützlinge beim Tabellenschlusslicht ein eher glückliches 3:3 Unentschieden. Nicht weil die Mannen um Cheftrainer Alexander Köcher Grimma an die Wand spielten, viel mehr weil die Gäste in den entscheidenten Spielphasen den Ball nicht über die Linie brachten, und Glauchau dies wesentlich effektiver tat. Alles in allem war das Ergebnis an diesem Tag leistungsgerecht, dass Spiel hatte keinen wirklichen Sieger verdient. 

 

Grimma legte auf dem wirklich schweren Boden gut los, und wollte von Beginn an zeigen, dass man zurecht zur Landesliga-Spitze gehört. So wurde Christoph Jackisch erstmals gut in Szene gesetzt, und schloss mit einem trockenen Linksschuss ab. (5.) Auf der Heimseite war es der gefährlichste Glauchauer Schütze Carsten Phoh der erstmals Evers prüfte - Ecke. (8.) Grimma spielte willig, auch wenn bei den witterungsbedingungen wenig Fußballspiel möglich war. Es musste über den Einsatz gehen, und der war die ersten 20 Minuten definitiv gegeben. Man musste aber auch diese Tugend an den Tag legen, weil der Gegner den Kampf annahm, und genau wusste das Grimma dort zu knacken ist.  Nach knapp 13 Minuten wurde Jackischs Linksschuss in letzter Sekunde von einem Glauchauer Abwehrbein geblockt. Im Anschluss gab es eine strittige Szene. Die Glauchauer spielten einen hohen Ball ins Grimmaer Abwehrzentrum, Carsten Pfoh ging zu Boden, und plötzlich ertönte der Pfiff des Unparteiichen. Was Zuschauer und Grimmaer Offizielle auf die Palme brachte, war weniger der Elfmeterpfiff, sondern viel mehr das voraus gegangene Foul an Stefan Tröger. Sei es drum: der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, und entschied auf Strafstoß. Marvin Thiele trat an, und verwandelte zur Heimführung.(21.) Auch wenn Jan Evers die Ecke ahnte, entscheident kam er nicht mehr an den Ball. Der Stachel bei den Muldestädtern saß tief. Durch den Rückstand war der anvisierte inoffizille Titel der Herbstmeisterschaft in Gefahr. Denn durch das tags zuvor errungene Unentschieden der Kamenzer gegen Großenhain brauchten die Grimmaer lediglich einen Punkt aus Glauchau, um über den Winter den Platz an der Sonne zu haben. Nach 27 Minuten prüfte Jackisch den rechten Pfosten, die wahrscheinlich größte Grimmaer Chance zum Ausgleich. Nach gespielten 30 Minuten legte sich Max Theinert den Ball zum Freistoß parat. Seine gefühlvolle Flanke vor die Abwehr erreichte Toni Ziffert der zum umjubelten Ausgleich traf - 1:1. Die Gäste waren wieder im Spiel, auch wenn bis zur Halbzeit nichts wesentliches mehr passierte.

 

Kunert appellierte nochmal an seine Mannen, dass in diesem Spiel noch nix gewonnen ist. So fasste sich nach Wiederanpfiff Max Theinert ein Herz, spielte mit einer Körpertäuschung 2 Gegenspieler an der Strafraumgrenze aus, und schoss ins rechte untere Eck.(58.) Grimma hatte das Spiel gedreht, und alle dachten das sie nun auch auf der Siegerstraße sind. Doch weit gefehlt. Glauchau gab nicht auf, und witterte seine Chance. Der Torschütze zum Elfmeter, Marvin Thiele, überwand Evers zum 2:2 Ausgleich.(64.) Nach einem Einwurf wird Thiele mit einem Pass durch die Schnittstelle der Grimmaer Abwehr freigespielt, und trifft durch die Beine von Evers. Thiele war es auch der fast das 3:2 erzielte, Evers parierte aber. (78.) Die Schlussphase dieses Spiels war nichts für schwache Nerven. Hüben wie drüben gab es Chancen, dass Spiel doch noch in die jeweilige Richtung zu lenken. Bei der vielleicht größten Chance der Glauchauer wurden alle noch einmal wach gerüttelte, als Christian Jäger mit einen satten Schuss die Querlatte traf, und das ganze Gebälk zum wackeln brachte. (85.) Nur eine Minute später machte es Carsten Pfoh besser, er traf zur vielumjubelten Führung. (86.) Das Schlusslicht hatte das Spiel gedreht, und war gegen den Favoriten aus der Muldestadt auf dem Weg zu drei wichtigen Punkten. Doch alle haben die Rechnung ohne den Grimmaer Innenverteidiger Toni Ziffert gemacht. In der Nachspielzeit schlich er sich abermals mit nach vorn und wurde mit einem langen Ball in die Tiefe bedient. Ziffert erlief den Ball, kam im letzten Moment mit seiner Fußspitze vor dem herauslaufenden Tom Seyfarth an den Ball, und schob diesen ich Richtung Torlinie. Auch wenn ein Glauchauer Abwehrbein das überqueren der Linie durch rausschlagen verhindern wollte, der gut positionierte Schiedsrichterassistent zeigte sofort auf Tor. (90+2) Was für eine Schlussphase. Für schwache Nerven war das nichts. Grimmas Trainer Alexander Kunert: "Auch wenn wir von der Papierform her klarer Favorit waren, wussten wir das dies kein einfaches Spiel wird." "Es entsprach dann auch auf schweren Boden unseren Erwartungen" "Auf Grund der Schlussphase müssen wir mit diesem Punkt zufrieden sein, der uns in letzter Sekunde den Herbstmeistertitel sicherte".

 

Grimma zog mit diesem Punkt wieder an Kamenz vorbei, und darf über den ganzen Winter, bis hin zum Rückrundenstart den Platz an der Sonne einnehmen. In der Winterpause ist nun Zeit seine Wunden zu lecken, und die aus Grimmaer Sicht herrvorragende erste Halbserie in aller Ruhe auszuwerten. Auch wenn mitnichten alles perfekt lief, mit diesem Zwischenziel zur Halbserie wird man einigen Kritikern des Umbruch im Sommer die Argumente genommen haben. 

 

Grimma: Evers-Käseberg(ab 72. Mattheus)-Tröger-Brand-Jackisch-Markus-Jalloh(ab 66. Christos Paschos)-Schwarz(ab 90. Georgios Paschos)-Theinert-Ziffert-Streubel 

 

Bericht: M. Wohllebe / Fotos: K. Hannover